4. August 2011

Ania in Vermont - Kanada Tag


Diese Überschrift steht nun schon seit zwei Wochen in meinem Blog doc. ohne, daß ich bisher weitergeschrieben habe. Dabei muss ich mich langsam sputen, denn ab 24. August habe ich kein Internet mehr. Unser Vertrag endet nämlich und egal wie sehr wir nach einem neuen Vertrag suchten der sofort weiterläuft, vor dem 1. September wird es hier kein Internet bzw. Telefon geben. 
Das ärgert mich etwas, da ich an meinem Geburtstag ebenfalls nicht erreichbar sein werde (ich werde Anand wohl einen längeren Besuch im Büro abstatten) aber dann war unser Geburtstag in den letzten Jahren eh immer ein Drama, so daß ich meine Ansprüche drastisch nach unten korrigiert habe. Statt der gemütlichen kleinen Geburtstagsfeier, die mir in den letzten drei Jahren verwehrt blieb da mein Mann den Tag noch jedes Mal nutzen musste um mich darüber zu belehren wie überflüssig er solche Tage mit westlichen Verfehlungen wie Geschenken, Blumen, Liebesbekundungen hält, träume ich stattdessen davon Chicken-Curry vom Lieblings-Thairestaurant mitzunehmen und mich irgendwo auf die Felsen an den Winooski Wasserfällen zu setzen, vielleicht kann ich noch ein paar andere Leute für die Idee begeistern ... :)


Aber nun zurück zu Anias Besuch in Burlington, der meinem Ottawa-Aufenthalt unmittelbar folgte.
Nach einer Nacht, die für mich wie immer mit den vereinten Aufweck-Bemühungen meiner Katzen irgendwo um 6 Uhr herum endete (nach ca. 2 Stunden Schlaf) fühlte ich mich fast noch müder als zuvor. Dennoch ging ich brav als erster das Bad blockieren und dann mit den Katzen nach draußen, die Hofkatzen warteten schon auf ihr Frühstück und danach schnappte ich mir noch eine Stunde Extraschlaf. Ania und Anand schliefen etwas länger, die Frage nach der Campus-Tour stellte sich dadurch gar nicht mehr.
Zum Mittag aßen wir das verschmähte Nacht-Essen als Brunch und dann begann unser Vermont-Besuchsprogramm. Madalina hatten sich freundlicherweise als Chauffeur zur Verfügung gestellt und so fuhren wir nach Stowe, tief in die Berge hinein. In der Nähe besuchten wir einmal mehr die Trapp Family Lodge. 


Die Familie ist durch „The Sound of Music“ so etwas wie amerikanisches Kulturgut, Ania hatte von dem Film jedoch noch nie etwas gehört und war dementsprechend völlig unbeeindruckt. Wir sahen uns das Hotel, Garten und den Familienfriedhof an, sahen die Schilder, daß man für solche Ausflüge eigentlich Geld bezahlen sollte, was wir ignorierten (ich habe noch nie ein Schild gesehen, das Eintritt für die Besichtigung eines Hotelgartens verlangte, also wirklich...) und in der dazugehörigen Bäckerei kauften wir uns belegte Stullen mit „echtem“ Sauerteigbrot und nahmen an einer kleinen Bierverkostung teil.


Sodann ging es weiter mit dem Auto und nach einem kurzen Zwischenstop an einer der charakteristischen überdachten Brücken, tief in die Berge des Smugglers Notch Nationalparks hinein. 

 Das Foto hat Madalina gemacht.

Vorbei an Mt. Mansfield, dem höchsten Berg in Vermont mit seinem nagelneuen Dorf-Resort und Gondeln am Fuße, fuhren wir über die enge Straße durch den Park, häufig musste man warten um entgegenkommende Fahrzeuge durchzulassen und Felsen und Berge ragten drohend über einem auf. Hier war im letzen Jahr meine Foto-Kamera zerbrochen. 
Letzlich erreichten wir das Smugglers Notch Resort, wo ich ein paar Kapuzinerblüten naschte und den wenigen gelangweilten Urlaubern bei ihren Ferien zusah. Das Hoteldorf wurde in den 1960er Jahren erbaut und hat sich seitdem kaum verändert. Die fehlenden Attraktionen versucht man offenbar durch geringere Preise und Werbung als „Familiendorf“ auszugleichen, der Erfolg war jedoch nicht überwältigend. Aber dann was ist ein Skiresort im Sommer auch schon groß wert. 


Auf dem Rückweg nach Burlington stoppten wir bei der Ben & Jerry’s Eisfabrik in Waterbury und Ania und ich buchten die komplette Fabriktour. Außer blanken Maschinen und blanken Laufbändern gab es nicht viel zu sehen und das absolute Fehlen irgendeines Geruchs überzeugte mich fast davon, daß in dieser Fabrik schon lange nichts mehr produziert wurde. Ich habe ähnliche Stätten besucht und weiß wie es aussieht und riecht, wenn diese Maschinen in Gebrauch sind. Die Fabrik war also nur noch eine Schaufabrik und kam mit solch toll Sprüchen des Tourleiters wie: Es ist so kalt in der Eisproduktion, daß nur Vermonter bei uns arbeiten und überleben können. Ja klar, denn Vermont liegt am Nordpol... Da Ania und ich zu Ehren des Kanada-Tages identische Kanada T-Shirts trugen, gab es noch ein paar gemurmelte Beleidigungen in unsere Richtung i.S.v. „und Kanadier wollen wir hier sowieso nicht“, was uns eher amüsierte, denn wir sind ja beide waschechte Europäer.
Wieder zu Hause endete der Tag unzeremoniell und früh, wir waren alle noch sehr müde... am nächsten Tag wollten wir dann einzig und in aller Ruhe Burlington erkunden... :) 


1 Kommentar:

  1. Toller Artikel. Vielen Dank.
    Als großer Vermont Fan betreibe ich unter http://www.vermont1791.de ein Vermont Forum. Ich freue mich auf Euren Besuch.

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