23. Mai 2020

Sonnabend, 23.05.2020


Eine Sache, die mich jetzt seit fast zehn Tagen nervt, ist die Folge einer Wurzelbehandlung an einem Zahn.
Ich habe nie wahnsinnige Zahnschmerzen, sondern eher ein mildes Ziehen, bei dem ich mir meistens nicht einmal sicher bin, ob es nicht nur eine Entzündung ist - gehe dann vorsichtshalber doch zum Zahnarzt und damit beginnen die Schmerzen. Dieses Mal wurde am 14.5., bei der ersten Betäubung auch meine Zunge irgendwie verletzt, zuerst dachte ich an eine äußere Schramme vielleicht durch die Geräte verursacht - aber seitdem ist keine Besserung eingetreten: Das Gefühl ist wie verbrannt, halb schmerzend, halb betäubt und mittlerweile muss ich eher einen Nervenschaden annehmen.
Bei der Folgebehandlung an diesem Mittwoch, ist die Zahnärztin auf meine Sorgen diesbezüglich nicht weiter eingegangen, so daß ich mir etwas unsicher bin, wie es weitergehen soll. Bei der Behandlung brach dann außerdem die Bohrspitze ab, die sich jetzt im dritten Wurzelkanal befindet und wohl dort theoretisch auch bleiben kann/muss.
Mein erstes Gefühl war, die Behandlung so schnell es geht weiterzuführen und zu beenden, aber das wird sich wohl offenbar ohnehin noch wochenlang hinziehen, so daß ich jetzt - auch aufgrund einer sich möglicherweise anbahnenden leichten Erkältung (ich hoffe nicht, aber auch der Mann schnieft schon seit Tagen vor sich hin) - eher über eine längere Pause nachdenke.
Laut Dr Google erholen sich 90% aller geschädigten Zungen-Nerven nach ca. 14 Tagen bis drei Wochen und die Zeit sollte ich wohl lieber einmal abwarten, ehe ich einen Zahnarztwechsel in Betracht ziehe. Mein Geschmacksempfinden leidet natürlich stark unter der Situation, denn alles was ich esse brennt, tut weh oder schmeckt nach fast gar nichts. 

17. Mai 2020

Sonntagsblumen


Während gerade alles grünt und blüht, ging auch die Gartenarbeit weiter voran. A. hat mir eine Riesenmenge an Blumenerde gekauft und ich bin fleißig am Umtopfen, und dabei überwinterte Pflanzen an das Leben im Garten zu gewöhnen. Dank der kühlen Maitemperaturen heißt das, morgens die Töpfe nach draußen stellen und abends wieder hereinholen.
Leider sind mir mein Schönpolster und die Fuchsie trotzdem quasi auf den letzten Metern eingegangen (und der vietnamesische Koriander), während der Basilikum, den ich unvorsichtigerweise schon nach draußen zur Tomate gepflanzt hatte, die nächtlichen Temperaturen in Bodenfrostnähe gut überstanden hat.

Jetzt freuen wir uns wieder auf wärmeres Wetter, heute sollen es annähernd 20 Grad werden und damit steht auch dem Frühstück Brunch im Garten kein eiskalter Ostwind mehr im Weg :)



Behelfsmundschutz in allen Farben


Es ist fast ein Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen, doch geändert hat sich eher wenig, denn ich war eigentlich ständig mit dem Mundschutz-Nähen beschäftigt.
Zuerst habe ich das Schnittmuster für A. angepasst und tatsächlich eine Variante gefunden, die zumindest besser funktioniert als andere. Danach habe ich für die Familie genäht und Mundschutz-Briefe verschickt, dann einen an die Nachbarin verschenkt, später zwei; daraufhin an ihre Tochter, sie arbeitet als Erzieherin in einer Wohngruppe mit neun Kindern und Jugendlichen…


Sie hatten Stoffreste in ihren Wunschfarben von einem Laden geschenkt bekommen und so konnte die Produktion auch bei mir weitergehen :)


Damit das immer gleiche Modell zu nähen nicht zu monoton wird, habe ich Stoffe mit Stempeln und Stoffarben bedruckt und auch meine schönsten Stoffe verwendet, die ich teilweise seit 7 Jahren ‚hüte‘. 
Deswegen bin ich jetzt stolze Besitzerin eines Seiden-Mundschutz mit Tuk-Tuk Aufdruck, den ich bisher jedoch nur angeguckt und nicht tatsächlich getragen habe.


Außerdem habe ich nebenbei zwei Kleider geändert, die eher im Schrank hingen und jetzt viel besser passen und zwei Röcke genäht: Einen knielangen Stufenrock und einen Rock aus einem Herren-Hawaii-Hemd - beide mit dazu passendem Mundschutz ^^
Gerade nähe ich noch an ein paar leichten Sommer-Mundschutz-Modellen, die man auch bei warmen Temperaturen etwas länger tragen kann, bis man es nicht mehr aushält - und ich hoffe sehr, daß sich das Thema demnächst erledigt hat :) 


25. April 2020

Sonnabend, 25.04.2020


Ostern kam und ging, reihte sich ein in die stete Abfolge gleichbleibender, ruhiger Tage. Ein bißchen wehmütig dachten wir an die schönen Oster-Tage in Scheveningen im vergangenen Jahr am Strand zurück, aber was soll man machen.
Mittlerweile ist der Osterstrauch mit den sorgsam bemalten, aus Jahren gesammelten Ostereiern wieder abgeschmückt und es geht weiter im Alltagstrott… 


Wir haben in der Woche einiges im Garten erledigt, ich habe zum ersten Mal in diesem Jahr Rasen gemäht, den hatten wir teilweise im letzten Jahr lang wachsen lassen, weswegen man jetzt viel trockenes Stroh herausziehen musste.
Seitdem wird der Rasen jeden zweiten Tag gewässert, damit er in der derzeitigen Trockenphase nicht verbrennt - und er darf vermutlich wieder lang wachsen.


Ab Montag gilt eine Maskenpflicht in NRW, für Geschäfte und ÖPNV, deswegen habe ich in dieser Woche auch wieder einiges genäht. Ich habe immer das Gefühl, wenn man die Nähmaschine eine Weile nicht benutzt, fängt man vielleicht nicht bei null an, aber es dauert etwas um sich wieder damit vertraut zu machen und Masken sind nicht gerade groß oder mit schönen langen Nähten. Deswegen brauchte ich wahrscheinlich viel zu lange für die etwas komplizierter zu nähenden, aber einfacher zu tragenden Modelle. Aber Zeit habe ich ja genug ^^
A. begleitet meine Mundschutznähversuche kritisch, denn bisher konnte ich kein Modell nähen, daß ihm beim Sprechen nicht von der Nase rutscht. Wir haben es mit verschiedenen Größen, Modellen, Metallbügeln, Trageversionen versucht, bisher ohne Erfolg. Vielleicht werde ich an diesem Wochenende das Schnittmuster an sein Gesicht anpassen, das Kinn mit einarbeiten, Metallbügel oben (und unten?) und Elastikband für die Ohren sowie Kordel zum hinten am Kopf befestigen. Wir werden sehen …
Ansonsten ging es mir gesundheitlich in dieser Woche sehr gut, die Lungenschmerzen sind nicht komplett weg, aber wenig störend und auch der Pollenflug war nicht zu dramatisch für mein Asthma. A. musste dagegen zum Arzt, wegen Schmerzen, aber sämtliche Befunde waren bisher unauffällig - wir versuchen es jetzt mit mehr Bewegung, vielleicht ist es manchmal so einfach. 

13. April 2020

Kirschblütenzeit


Im Winter ist Linus, unser großer Kater, eher selten im Garten unterwegs. Es ist meistens zu windig und ungemütlich, da geht er lieber gleich die Nachbarn besuchen.
Alternativ läuft er um das Haus herum, und dort im Vorgarten treffen sich alle Katzen der Umgebung, während auch vorbeilaufende Menschen, die Schönheit der versammelten Katzen ausgiebig bewundern können.


Sobald es wärmer wird, ist der Garten mit seinen ausgeprägten Schattengebieten jedoch plötzlich ein großer Vorteil, denn zu viel Sonne kann der Kater überhaupt nicht leiden. 
Und so erkundet er wieder sein (Garten-)reich von unten und von ganz oben, lädt Freunde ein und wundert sich etwas über die Blütenblätter, die die verwilderte Süßkirsche auf sie herabregnen läßt.
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In diesem Jahr ist es zwar durch das wild spielende Kätzchen etwas weniger geruhsam, zum Glück läßt sich der Kater aber auch dadurch nur wenig aus der Ruhe bringen …


4. April 2020

Sonnabend, 04.04.2020


Und schon wieder ist eine Woche vergangen, derzeit kommt es mir immer ein wenig wie endlose Weihnachtsferien vor … A. ist zu Hause (gut, wesentlich beschäftigter mit seiner Arbeit als sonst) und man muss sich ständig überlegen, was es zum nächsten Essen gibt. 
Mittagessen war bisher meine am meisten vernachlässigte Mahlzeit des Tages, die häufig nur aus einem Stück Käse und ein paar Paranüssen bestand, jetzt ist das eben anders … und man gewöhnt sich daran, pünktlich zur nächsten Mahlzeit knurrt der Magen ^^

Gesundheitlich geht es mir in dieser Woche viel besser als in den vergangenen zwei, ich habe wieder mehr Energie und auch meine Rippen/Lungenschmerzen stören kaum noch. 
Sie sind nicht weg und wenn ich einen Asthmaanfall bekomme, dann ist es immer noch etwas schwieriger als vorher die Kontrolle zurückzubekommen, aber ich glaube derzeit nicht, daß ich unterstützend weitere Medikamente benötige. (Ich habe mir aber trotzdem die Liste geben lassen, was möglich wäre, für den Fall, daß Pollenallergie oder eine weitere Erkältung die Lunge zusätzlich belasten.)


In dieser Woche hatte ich stattdessen Probleme mit Langeweile, denn außerhalb des Internets, sind die Inspirationen und Anreize eher wenige, man ist täglich seit Wochen im gleichen Haus, dem Mann, den Katzen - der Höhepunkt der Woche war ein spätabendlicher (21:30 Uhr) Besuch im Supermarkt mit Mundschutz, Brille und Einmalhandschuhen. 

Man kennt die Wanderwege der nahen Umgebung: Restaurantbesuche, Stadtbummel, Museen, Wanderwege in schönerer Gegend - all das fällt aus, auch der Besuch bei meiner Familie, und wann dieser geplante Abend mit den Nachbarn je stattfinden wird …
Das Internet bemüht sich natürlich sehr diese Lücke zu schließen, ich war in Lavaröhren auf Hawaii unterwegs und bin mit dem Pferd durch Bryce Canyon geritten, ich habe einige Live-Konzerte gehört, Yoga besucht und zugesehen, wie ein Bild gemalt wird (und hätte mitmalen können) - das ist auch alles absolut großartig und ich wünschte es würde mir reichen … vielleicht wird es das auch irgendwann. Es ist nur schwer, weil man die damit kontrastierenden Nachrichten zum Verlauf der Pandemie und die weltweite Überlastung der Gesundheitssysteme, Wirtschaftsniedergang, Aushebelung demokratischer Prozesse usw. natürlich nicht ausblenden kann.
Nun denn, auf in den April - das Homeoffice des Mannes dauert auf jeden Fall noch bis zum 20.4. (Verlängerung nicht ausgeschlossen), das Wetter wird immer wärmer und die Tage länger, hurra Frühling :) 



28. März 2020

Homeoffice


Mein Mann hat zwar seinen eigenen Schreibtisch, aber am Liebsten arbeitet er auf der Couch sitzend, gerne bis tief in die Nacht. Deswegen war der Schreibtisch zwar immer Abstellfläche für was auch immer u.a. den Drucker, ansonsten aber Deko. Darunter steht das Zweit-Katzenklo für Amiya, weil sie nicht so lange warten kann, wenn jemand das Bad zu lange blockiert. Außerdem ist es abends wichtig, wenn wir die Katzengruppe trennen, so daß Linus und Shweta in Ruhe schlafen können, während Amiya richtig aufdreht und ganz viel spielen muss.

Jetzt aber  - im Zuge der Pandemie-Lebensveränderungen - ist das Homeoffice plötzlich zum echten Arbeitsplatz aufgestiegen: Mein Nachttisch ist nun der ‚Beistelltisch‘ für den Drucker, damit auf dem Schreibtisch mehr Platz ist und hinter den Schreibtisch haben wir eine Gardine an die Decke getackert, damit A. immer einen neutralen Bildschirmhintergrund bei seinen Video-Anrufen hat. 
Ihn würde auch der normale Wohnzimmerblick überhaupt nicht stören, aber ich kam mir doch etwas seltsam vor, mitten in (ziemlich langen) Besprechungen durch das Bild in die Küche zu tapsen.
Eigentlich haben wir auch noch ein Gästezimmer, aber in diesem Anfang-90er Stahlbeton-Decke, Massivbau-Gebäude ist der beste Wlan Empfang eigentlich nur direkt neben der Fritzbox garantiert (unser Repeater ist gerade durchgeschmort).
Und weil Amiya auch diese Videohintergrund-Gardine mitten im Wohnzimmer total spannend findet, wird die Gardine zu ihrer eigenen Sicherheit bei Nicht-Nutzung aufgerollt. 


26. März 2020

Neue Normalität


Wie bereits erwähnt, haben wir uns in diesem Winter ohnehin eingeschränkt, so daß ich gesund durch die Erkältungszeit komme. Reisen, die länger als ein Tagesausflug waren, unternimmt A. schon seit Dezember nur alleine, bereits im Februar haben wir überlegt was noch möglich ist: Natürlich der 1. Geburtstag der Nichte wurde in Köln trotz einer Übernachtung nicht verpasst, und ja, ich war danach zwei Wochen lang erkältet. Zum Karneval fuhren wir nicht zum Rosenmontagszug, sondern waren am Dienstag auf einem Familien-Stadtteilumzug in Junkersdorf mit genügend Abstand zu anderen.
Im Zug nach/ab Köln konnte man eher weniger auf Abstand gehen und so beschloss ich für die nähere Zukunft darauf zu verzichten. Deswegen sagten wir auch ein Treffen Anfang März mit einem Freund aus den USA, der auf Dienstreise in NRW war, lieber ab.
In Aachen war A. natürlich noch auf den Bus angewiesen, um zur Arbeit zu gelangen und auch wenn wir am Wochenende den Bus so wenig wie möglich nutzten, waren wir doch hin und wieder damit unterwegs. 

Am 10. März, ein Dienstag war dann Holi in Indien und A. etwas traurig. Ich kann das verstehen, denn egal wie lange man in einem anderen Land lebt, die Feiertage sind schwierig ohne die Familie. Also beschlossen wir am Abend wenigstens ein indisches Restaurant in Aachen zu besuchen. Da ich erst nach 19 Uhr mit dem Bus fahren würde, dachte ich, daß das Risiko kalkulierbar ist, schließlich fahren die meisten von Aachen nach Hause, und nicht Richtung Aachen. Leider war der Bus trotzdem voll und gefühlt schniefte jeder zweite vor sich hin. Das war also auch mein letzter Tag an dem ich mit dem Bus unterwegs sein würde.
Das Restaurant, das wir besuchen wollten, war ohne Angabe von Gründen geschlossen - so mussten wir leider auf ein anderes ausweichen. Alle indischen Restaurants in Aachen haben Bewertungen von Leuten, die feststellen mussten, dort das schlechteste Essen ihres Lebens gegessen zu haben, zu überteuerten Preisen natürlich - nur das Restaurant, in das wir ursprünglich wollten, hat überraschenderweise ausschließlich positive Bewertungen. Jetzt gingen wir in ein Restaurant, was immerhin okay sein sollte, leider war es wirklich nicht gut, das Curry war sauer, das Knoblauch-Naan kam ohne Knoblauch, der Masala Chai ohne Zucker und auch die normalen Gewürze schienen zu fehlen. Immerhin war das Restaurant recht leer, so daß es einfach war Abstand zu den Mit-Gästen einzuhalten. Und ja, selbstredend war das unser letzter Restaurantbesuch. 

Nach diesem Besuch begann das Warten, hatten wir uns angesteckt? 
Am Freitag bekam ich intensive Stirnkopfschmerzen, ähnlich denen einer Erkältung nur langgestreckter von Schläfe zu Schläfe, okay dachte ich, Kopfschmerzen sind kein Merkmal einer Coronavirus-Erkrankung, nicht schön, aber alles okay. 
Am Samstag machten wir eine kleine Runde im Wurmtal und ich war so erschöpft, am Abend begannen die Schmerzen in der Lunge, nicht unähnlich einer Rippenfellentzündung. Zuerst konnte ich das gar nicht richtig einordnen, Muskeln, Brustkorb irgendwas? Geht das wieder weg in der Nacht? - Nun, es wurde schlimmer und mit schmerzendem Brustkorb wacht man auch bei jedem Herumdrehen wieder auf. War das COVID? Ohne bestätigter Kontaktperson, Reise in ein Risikogebiet und gleichzeitig schwerer Symptome würde mich niemand testen und so hieß es abwarten und Abstand halten. Eine Woche blieben die Symptome gleich (ich war außerdem fieberfrei und hustete nicht), nur wo es am meisten schmerzte änderte sich täglich. A. hatte auch für zwei Tage leichte Symptome, danach nichts mehr. Ich las, daß statistisch gesehen, sich bei den meisten Erkrankungen an Tag 9 und 10 entscheidet ob sie kritisch werden, am Tag 8 war ich völlig erledigt mit der Welt. Dann kam Tag 9, 10 … die Schmerzen konzentrierten sich nunmehr nur noch auf den rechten Lungenflügel - und dann wurden sie weniger.
Mittlerweile bin ich bei Tag 12, mein Brustkorb ist immer noch druckempfindlich, und ich könnte ganze Tage und Nächte verschlafen, aber die Schmerzen sind meistens nicht mehr störend.

Die Fragen bleiben: War das jetzt wirklich Coronavirus oder irgendetwas anderes lungenmäßiges? War das die Erkrankung selbst oder bekomme ich nur die Inkubationszeit stärker mit, wegen der ohnehin durch Asthma vorgeschädigten Lunge?
Falls ich das Virus hatte: Bin ich jetzt geheilt oder hat meine Lunge einen Schaden genommen, so daß jede kleine Erkältung, Allergie usw. jetzt ein Problem werden könnte? Ich wünschte Tests wären einfacher für alle erhältlich und gleichzeitig denke ich mir, gut die zwei Tage schaffe ich jetzt auch noch, und dann sind die 14 Tage in denen man ansteckend ist vorbei - und danach möchte ich nicht noch in Quarantäne müssen. In England entwickeln sie gerade Tests zum Nachweis von Antikörpern für zu Hause - das hätte ich dann gerne einmal ^^ 

20. März 2020

Leben und Pandemie


In dieser Woche durfte auch A. endlich ins Homeoffice gehen, was mich sehr beruhigt ihn hier bei mir zu wissen. Natürlich ist das nicht völlig problemlos, weil wir unser beider Alltag an diese Situation anpassen müssen, aber immerhin er muss in keinem Bus mehr zur Arbeit in der Stadt pendeln.
Seine Uni rechnet bereits damit, daß sie womöglich das gesamte Semester online unterrichten müssen. Jetzt wird versucht so schnell es geht, die technischen, datenschutzrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, so daß die Arbeit für alle weitergehen kann und auch die Studenten kein Semester verlieren.


Für mich geht es dagegen ganz normal weiter, eigentlich hatte ich ‚social distancing‘ ja schon seit Dezember betrieben, um gesund durch die Erkältungszeit zu kommen und dafür sogar meinen traditionellen Januar Urlaub bei den Eltern auf der Insel Usedom auf Ende März verschoben.
Daraus wird nun auch nichts, denn die Inseln sind zum Schutz vor dem Virus abgeriegelt worden und ich kann nur hoffen, daß diese Vorsorge Wirkung zeigt, denn vor Ort gibt es dort kein Krankenhaus.
Hier in Würselen, kann ich dagegen zur Not zu Fuß das nächste Krankenhaus erreichen und hoffe natürlich, daß das nicht notwendig sein wird. Lieber ärgere ich mich mit allen anderen wegen des fehlenden Toilettenpapiers ^^
Lange Zeit sah es so aus, als wenn diese Form der Sammelwut nur am Wochenende stattfindet, in der Woche konnte man selbst beim Discounter noch alles bekommen - doch seit Schließung der meisten Läden, ist auch hier überall alles leer. Nun denn, ich habe einst in Indien gelernt, wie es auch ohne geht - und so ist es nur eine von so vielen Sachen der letzten Wochen, mit denen man sich eben arrangieren muss.
Die Leute hier im Ort sind sehr vernünftig, man sieht nirgends Menschenaufläufe, der Kinderspielplatz ist leer und auch die Jugendlichen treffen sich nicht zu irgendwelchen Parties im Park.
Gleichzeitig ist es für mich jedoch sehr wichtig in die Natur zu kommen und zumindest jeden zweiten Tag Lunge und Kopf einmal auszulüften und den Sorgen (und auch Trauer) für eine Weile zu entkommen. Wir haben Glück, daß unsere Straße direkt ins Wurmtal führt, so daß man immer schnell im Wald sein kann - aber auch dort muss man aufpassen, daß man keinen Menschen begegnet, so daß ich an sonnigen Tagen lieber um ein Feld laufe, als anderen aus dem Weg gehen zu müssen.



10. März 2020

Monschau


Überall dort, wo wir in den letzten Jahren gelebt haben, hatten wir uns den einen Ort für eine kleine Alltagsflucht mit Wiederholungscharakter gesucht: Nur einen Tagesausflug ins touristische Gewusel einer kleinen, historisch-gut erhaltenen Stadt in schöner Umgebung, mit tollen Restaurants und Lädchen für das ein oder andere Stück, das man garantiert nicht braucht - und abends entkommt man dem Touri-Dorf wieder und fährt satt und zufrieden zurück nach Hause.
Hierher bringen wir Freunde und Bekannte, wenn sie uns besuchen, und nutzen den Ort als Ausgangs-/Endpunkt für Wanderungen.
Stowe war dieser Ort, als wir noch in Vermont gewohnt haben, Rüdesheim war es in Frankfurt und Monschau ist es hier in Aachen. Rüdesheim schaffte es trotz unserer regelmäßigen Besuche nicht in meinen Blog, Monschau soll nicht das Gleiche passieren ^^


Als wir nach Aachen gezogen sind, dachten wir eigentlich, daß Valkenburg in den Niederlanden ‚unser‘ Touri-Ort werden wird. Aber etwas Unveränderbares wie das Wetter spielt eben auch eine Rolle für den subjektiven 'Wohlfühlfaktor'.
Bei unserem ersten Besuch in Valkenburg, regnete es ununterbrochen, so daß wir nur eine der berühmten Mergelhöhlen besichtigten und mehr wollte man gar nicht unternehmen.

Winter und (früher) Herbst in Monschau

In Monschau hatten wir stattdessen bisher immer Glück mit dem Wetter, weswegen es dort viele Museen, Werkstätten usw. gibt, die wir noch nicht besichtigt haben - schlichtweg, weil es draußen immer viel zu schön und sonnig war. 
Das soll keine Aufforderung sein, daß es beim nächsten Besuch doch bitte in Strömen regnen mag ^^, aber selbst bei schlechtem Wetter hätten wir noch einiges zu erkunden.


Meistens fahren wir mit dem Bus von Aachen in den kleine Eifelort, laufen durch die verwinkelten Fachwerkhaus-Gassen, kaufen etwas von den Bäckern und dann geht es hinauf in die umgebenden Hänge, um sich Monschau von oben anzusehen. Zum Mittagessen sind wir wieder in der Stadt, danach steigen wir hinauf zur Burg, um die Stadt und das Flüsschen Rur auch von der anderen Seite zu bewundern - ehe es zurück nach Hause geht.
Monschau (Montjoie) war früher, als es durch die Feintuchmacher-Industrie zu einigem Reichtum gekommen war, sicher kein so idyllischer Ort, die Mühlenhäuser der Altstadt, wurden regelmäßig überschwemmt und mussten eben doch am Wasser bleiben, die Vorratslager befanden sich deswegen eher in Hanglage oder höheren Kontoren- doch das Leben in der ohnehin armen Eifelregion war wohl kein Einfaches.


Mit dem Beginn der Romantik, wurden dann Ausflügler auf den Eifelort in schöner Lage aufmerksam und es entwickelte sich eine erste Touristenindustrie mit Hotels und Gaststätten, die vielfach bis heute existieren. Dadurch entkam Monschau der Moderne nach den Weltkriegen, denn anderswo wurden selbst Innenstädte, die nicht im zweiten Weltkrieg zerstört wurden, gesprengt um Platz für eine schöne vierspurige Straße mittendurch zu machen.
Ein anderer wirklich schöner Ort in der Gegend ist Stolberg, zu dem wir sogar mit dem Fahrrad fahren können, doch dort ist der Strukturwandel von Industrie hin zu Tourismus und Aachener Vorstadt noch in vollem Gange. Schöne historische Gebäude kann man auch dort besichtigen, und das sogar völlig ohne Touristen - zur Alltagsflucht reicht es jedoch noch nicht so ganz :)


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