16. Juni 2017

Drei Fahrräder

Ich habe übrigens auch einen Alternativtitel der ‚Hinkelstein und Achsenbruch‘ heißt :)


Ich besitze ein kleines, schwarzes 26er Hollandrad, mit echtem Weidenkorb am Lenker, das meistens mit einem Platten im Schuppen steht. Ich mag diese hübsche Fahrrad, es hat nur leider das Problem zum Fahrrad fahren eher ungeeignet zu sein. Es wäre ein recht gutes Straßenrad, aber wir sind vom Stadtwald umgeben und dessen Schotterpisten gefallen ihm so gar nicht.
Als mein Mann im vorletzten Jahr sein neues Fahrrad bekam und ich sein altes Mountainbike übernahm, begann für mich die Zeit der Fahrradtouren. Endlich machte es Spaß im Wald unterwegs zu sein und selbst auf der Straße war dieses Fahrrad soviel leichter und schneller unterwegs als mein anderes - obwohl es im Vergleich zum neuen Fahrrad von A. immer noch so schwer erschien. Mein Mountainbike war wahrlich keine Schönheit, überall leuchtete der Rost, aber es fuhr, und es fuhr gut. Langsam verbesserte ich meine Kondition und schnaufte nicht mehr nach 12 km Fahrten, dann 20 km ... dann mehr.
Häufig suchte ich mir einfach irgendeinen Punkt im Wald, den ich erreichen wollte - nicht weil man dort unbedingt hin muss, sondern um ein Ziel zu haben: Ein Weiher, den ich noch nicht kannte, ein anderer Weg nach Neu-Isenburg oder Offenbach, oder wie in diesem Fall ein Gebäude: das Wasserwerk Hinkelstein. Es hat nicht nur einen abenteuerlichen Namen, sondern sieht auch sehr schön aus... eher Wasserkunst als reiner Zweckbau.
Als ich am ersten Tag losfuhr konnte ich die Hinkelsteinschneise nicht erreichen, denn an einer Bahnunterführung wurde gebaut, auf der Umgehung habe ich mich wegen fehlender Beschilderung völlig verfahren, mein Handy konnte mich auf der Karte plötzlich nicht mehr finden und demnach auch nicht weiterhelfen. 

Ich fand immerhin das Wasserwerk Goldstein. 
 
Durch Herumgurken schaffte ich es letztlich bis zum Waldfriedhof Goldstein - und gab auf, stattdessen fuhr ich (nach einem kurzen Friedhofsrundgang) von dort zurück nach Frankfurt, der Straßenbahnlinie folgend. 
Der Waldfriedhof liegt zwar sehr malerisch in einem Kiefernwäldchen, ist aber noch nicht sehr alt. Ich schätze, er wurde Ende der 1950er Jahre eröffnet. 


Am zweiten Tag fuhr ich von vornherein im großen Bogen um den Wald herum bis nach Schwanheim, um dann den direkten Weg zum Wasserwerk einzuschlagen.
Dabei besuchte ich auch den dortigen Waldspielpark, denn ich habe einen Neffen der Dinosaurier vergöttert - und die Spielgeräte erinnerten alle an die Urzeitriesen. Vielleicht zusammen mit dem Kobelt Zoo eine perfekte Ausflugsidee beim nächsten Frankfurt Besuch des fast 3-Jährigen. 

 Viel Platz für Tischtennis

Nach einiger Zeit erreichte ich die Hinkelsteinschneise, die ich bis zum Ende durchfuhr, nur leider fand ich das Wasserwerk immer noch nicht. 
Google Maps konnte mir einmal mehr nicht so richtig weiterhelfen, dafür machte mein Fahrrad knacks. Erst dachte ich, daß einer der zahlreichen Kiefernzapfen ins Rad geraten und deswegen die Kette abgesprungen war, aber als ich sah wie locker das Hinterrad saß, dachte ich eher an ein Kugellagerproblem.
Google hatte mich unterdessen auf der Karte gefunden und schlug einen zehnminütigen Waldspaziergang vor um das Wasserwerk doch noch zu erreichen, auf den ich dankend verzichtete, denn der Rückweg nach Schwanheim mit ständig blockierendem Hinterrad würde schwer genug werden. 


Also blieb ich auf der befestigten Straße, die ich erreicht hatte und begann loszuschieben, nur um wenig später direkt vor dem Wasserwerk zu stehen ^^ Das verlangte nach einer Pause, denn das Wasserwerk sieht auch ‚in echt‘ sehr schön aus.
Danach erreichte ich die nächste Hauptstraße und stand an einer Bushaltestelle, die jedoch gerade nicht bedient wurde. Also machte ich mich auf den Weg zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Das dauerte eine Stunde und ich war schon froh, daß ich nicht noch viel weiter von der nächsten Haltestelle entfernt gestrandet war. 

Mit der Straßenbahn ging es direkt in die Fahrradwerkstatt, dort wurde mein Fahrrad jedoch nicht angenommen, weil die Werkstatt völlig überfüllt war und der Werkstattbesitzer meinte: Schließ dein Fahrrad da drüben an und komm am nächsten Dienstag wieder. 
Immerhin warf er noch einen kurzen Blick auf das Fahrrad, sagte nur ‚Achsenbruch‘ und ‚Die Reparatur kostet mindestens 70 €, bist Du sicher, daß Du das in dieses Fahrrad stecken willst?‘ Nun, das war ich natürlich nicht, schließlich hatte er meinem Fahrrad gerade rein rechnerisch einen Totalschaden diagnostiziert. 
Also schob ich es zurück nach Hause und überlegte wie ich an gebrauchte Fahrradteile komme, während A. dann beschloss etwas Geld draufzulegen und im Internet nach einem Neurad zu suchen. Das soll nun nächste Woche ankommen und ich bin schon sehr gespannt, denn ich habe noch nie ein Fahrrad online gekauft. 
Es handelt sich um ein einfaches Trekkingrad mit sehr guten Kundenbewertungen, was mich hoffentlich sicher durch den Wald und über die Straßen führen wird. Ich überlege nur, ob ich gleich in unplattbare Reifen investieren sollte, das könnte sich nämlich als gute Zeit- und Geldersparnis herausstellen. 

13. Juni 2017

Am 13. Juni


Heute hatte ich neben den Katzen auch Lou - die Hündin unserer Vermieter - in meiner Obhut. Offenbar hatte ihr das jemand verraten, denn sie verlangte stundenlange Rundumbetreuung und so waren wir dann alsbald in der Nachbarschaft und dem Wald zum ausgiebigen Herumschnüffeln unterwegs ^^
Am Abend war ich dann einigermaßen überrascht, daß mein Mann mit Blumen, Schokolade und sogar einer Flasche Wein ankam, grundlos einfach so mitten in der Woche. Hatte ich etwas verpasst? Nun, beim gemeinsamen Abendessen in einem Thai-Restaurant nannte er noch ein paar Mal das Datum des heutigen Tages und plötzlich dämmerte es mir: Richtig, es ist der 3. Jahrestag unserer US-Hochzeit :) 

6. Juni 2017

Kloster Eberbach


Als wir nach Hessen zogen, standen zwei Orte sehr schnell auf unserer Besuchsliste: Höchst in Frankfurt und Kloster Eberbach im Rheingau. In Höchst waren wir seitdem schon sehr oft unterwegs, zum Kloster Eberbach schafften wir es jedoch erst im Frühling diesen Jahres.
Wer nicht hinwandern möchte - was wahrscheinlich eine wunderbare Idee ist, denn der Rheinsteig führt am Kloster vorbei, kann mit Zug und danach Bus das Kloster erreichen, bzw. einfacher mit dem Auto. 
Als unsere Freunde, mit denen wir schon in Miltenberg und Michelstadt waren, fragten, ob wir einmal mehr etwas unternehmen wollten, schlugen wir Kloster Eberbach vor und hatten danach eine bequeme Anreise bis zum kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Klostereingang. Außerdem begleitete uns an diesem Tag ein junger Kollege von A. 


Wenn man sich die Online-Bewertungen zu dem Kloster ansieht, dann liegen diese teilweise sehr weit auseinander. Entweder ist man im Rahmen einer Führung, oder eines Festivals in den Räumlichkeiten des Klosters unterwegs und findet alles großartig, oder man läuft durch die leeren Hallen und findet es enttäuschend, überteuert und Beamtenmentalität beim Personal. 

 Der Schlafsaal war übrigens zur aktiven Zisterzienser Zeit (wie das gesamte Kloster, außer Küche und einer Wärmestube) stets unbeheizt. Im Film 'Der Name der Rose' war das die 'Werkstatt' in der antike Bücher kopiert wurden. 


Nun, unsere Erfahrungen lagen irgendwo dazwischen. Es ist natürlich ein stolzer Eintrittspreis von 9 € für weitgehend leere Räume, eine leere Kirche und einen leeren Schlafsaal - selbst wenn einmal ein Teil von ‚Der Name der Rose‘ in dem Kloster gedreht wurde. 
Man weiß zwar, daß es sich um eines der bedeutensten Zisterzienser Klosteranlagen in Deutschland handelt - das auch so zu sehen, erfordert jedoch Phantasie. 


Wenn man in wikipedia gelesen hat, wieviel diese Anlage durchstanden hat - seit ihrer Gründung im Jahre 1136: Von Zerstörung im 30-jährigen Krieg, der Umgestaltung der romanisch-gotischen Teile im barocken Stil, der dann wiederum im historisierendem Rheinromantik Stil entfernt wurde, bis hin zur Nutzung als Gefängnis, kann man sich wahrscheinlich auch gut vorstellen, warum nicht mehr viel vorhanden ist. 
Irgendwo hier müsste auch noch der Name Graf von Katzenelnbogen fallen, doch gerade fällt mir keine gute Überleitung ein. 


Jedenfalls läuft man recht schnell durch diese Leere, das kleine Museum kann nicht lange fesseln und schon steht man in der langen Halle der alten Weinpressen und hat eigentlich alles gesehen. 


Ein letzter Stop ist der - bei Tripadvisor monierte - ‚verschimmelte‘ Weinkeller, bei dem wir uns immerhin denken konnten, daß Schwarzschimmel und Weinfass in einer Verbindung stehen. 
Der Cabinetkeller ist außerdem der Ursprung des Wortes ‚Kabinett‘ für Qualitätswein in Deutschland. 
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In der Vinothek wurden wir dagegen, anders als online beschrieben, bei der Weinprobe sehr nett und aufmerksam bedient. 
Das Staatsweingut Kloster Eberbach produziert auf einer riesigen Fläche Wein, in Rheingau und an der Bergstraße - da muss man nach dem eigenen Lieblingswein erst einmal suchen.  Ich entschied mich letztlich für einen 'anspruchsvollen Alltagswein' in der 1L Flasche ^^.


Der gesamte Besuch im Kloster dauerte nicht allzu lange, deswegen hatten wir danach noch genug Zeit - und wie bereits in Teodeco (Link) beschrieben - um in Erbach in einem gutem Restaurant zu Mittag zu essen (und Wein vom Erbacher Honigberg zu probieren).
Unsere letzte Station war dann Eltville, zum Eisessen - bis wir den Ausflug am Rheinufer beendeten - natürlich nicht ohne ein Glas Eltviller Wein vom dortigen Weinprobierstand zu kosten. Mehr Wein brauchte ich dann an dem Tag auch nicht mehr :)


Fazit: Wenn man sich wirklich nur die Klosteranlangen ansehen möchte, sollte man es im Rahmen einer Führung tun (es gibt manchmal sogar Nachtführungen mit Kerzen) bzw. beim Rheingauer Musikfestival und ähnlichen Festlichkeiten. 
Ansonsten bieten sich zahlreiche Wandermöglichkeiten an, bei denen das Kloster eine kurze Rastpause oder Einkehrschwung auf dem Weg darstellen kann. So kann man z.B. mit Lamas dorthin wandern; und wie bereits erwähnt, führt die dritte Etappe des Rheinsteigs von Kiedrich nach Johannisberg (Link) direkt am Kloster entlang.


3. Juni 2017

Reihenhaus-Bunker

 Einen Aufzug gibt es natürlich auch

Ich bin zwar schon oft mit der S-Bahn daran vorbeigefahren, aber erst als ich vor Kurzem mit dem Fahrrad von der Mainseite kam, fiel mir der Bunker (Link) in Griesheim - samt Bebauung - zum ersten Mal wirklich auf.
Wie soviele andere Städte auch, muss sich Frankfurt überlegen, was man mit den vielen alten Luftschutzbunkern anfangen kann: Abreissen ist normalerweise eine teure Option, denn die Betonwände sind meterdick und einfach nur Lagerhalle, ist an machen Orten eine wahre Verschwendung. 
So ganz wurde die Frage was mit diesem Bunker geschehen soll auch noch nicht beantwortet, aber immerhin dient er schon einmal als Fundament für eine Wohnanlage in luftiger Höhe :) 

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