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19. April 2021

July und der glückliche Zufall …

… oder auch wie wir einen weniger steilen Aufstieg im Wurmtal suchten und eine seit drei Wochen vermisste Katze fanden. 
 

Ich hatte die Geschehnisse gestern bereits in Twitter und Instagram erwähnt, aber hier habe ich vielleicht die Möglichkeit, sie auch für mich endlich gedanklich abzuschließen: 
 
Es begann mit unserer normalen Wochenend-Runde durch das Wurmtal. 
Dieses kleine Naturschutzgebiet ist perfekt für Spaziergänge, aufgrund der Pandemie aber mittlerweile meist so gut besucht, daß wir eher die kleinen versteckten Pfade wählen. 
 

An diesem Tag führte uns ein solcher Pfad jedoch zuerst zu einem wunderschönen Aussichtspunkt und dann in eine Sackgasse, so daß wir umdrehen und letztlich an der Aussichtsplattform der schwarzen Halde, direkt neben den Dinoeiern landeten. Ein echter Besuchermagnet und auch an diesem Tag waren gleichzeitig mindestens 50 Leute und vermutlich ebenso viele Hunde ohne Leine dort unterwegs. 
Ich wollte schnell weitergehen und einen verwunschenen Pfad vorbei an einem Farnfeld hinauf in unser Wohngebiet wählen, aber der Mann war dagegen, denn dieser Pfad ist ganz besonders steil und mein linkes Knie seit einer Entzündung noch nicht wieder vollständig genesen. Also wählten wir einen Pferdeweg, der langgestreckt und gemächlich direkt neben der Aussichtplattform die Halde hinaufführt. Auf den ersten Metern befindet sich ein grob umzäuntes Feuchtbiotop, das den Hunden als Schlammloch dient, um das wir aber herumlaufen mussten, bis wir am Ende des Feuchtgebiets etwas sahen, was einer Katze ähnelte. 
 

Neugierig gingen wir näher und tatsächlich, es war eine arg verfilzte Langhaarkatze, offenbar zu schwach um sich überhaupt noch viel zu bewegen. Kilometerweit weg von den nächsten Häusern, war es sicher nicht unmöglich, daß hier eine Katze ihr Jagdgebiet hatte, aber nicht in diesem Zustand, wir mussten sie mitnehmen.
Also lief A. nach Hause, und holte einen Transportkorb, Futter und Wasser und ich wartete so lange bei der Katze. Zuerst setzte ich mich direkt neben sie, aber als ich sah, daß sie voller dicker Zecken hing und ich kein Zeckenschutz verwendet hatte, stand ich doch lieber wieder auf - redete aber die ganze Zeit mit ihr. Vorher stand sie eher und hörte den Hunden zu, jetzt lag sie stattdessen und war halb am Schlafen, als es anfing leicht zu regnen, schien sie darauf nicht einmal zu reagieren. 
Offenbar war sie damit zufrieden, daß ich mich jetzt kümmerte - und das musste ich auch, als ein kräftiger großer Hund plötzlich auf uns zustürmte, ohne daß ein Besitzer zu sehen war. Zum Glück hörte der Hund auf mich, als ich ihm erklärte, daß er wieder gehen muss, ein kleiner Schäferhundwelpe, der mit ihm spielen wollte, war aber auch viel interessanter als das Fellbündel neben mir.
Ein paar Leute wunderten sich zwar warum ich da mitten im Biotop stand, aber es sprach mich niemand an und ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand sonst die Katze bemerkte oder für bemerkenswert hielt. 
 

Letztlich tauchte A. wieder aufgeregt auf, während meine Gedanken bisher nur ‚Katze - retten‘ waren, hatte er sich schon Gedanken zu Unterbringung, Eigentümersuche, Tierarzt und haben wir jetzt vier Katzen? gemacht. Als erstes schnauzte er ein paar Leute an, daß sie ihre Hunde anleinen sollen, damit wir die Katze fangen können, dann brachte er Korb, Wasser und Futter. 
Das frische Wasser ignorierte die Katze erst einmal, doch das Trockenfutter war der Hit. Wir stellten den Rest vom Trockenfutter in den Korb, in der Hoffnung, daß sie von alleine hineingehen würde und erst dann sahen wir, daß sie das tatsächlich gar nicht konnte, da sich Brombeerranken mehrfach um Hinterbeine und Bauch geschlungen hatten. Sie war komplett gefangen und gar nicht in der Lage sich noch zu bewegen. 
Also stellten wir das Trockenfutter wieder neben sie, sie fraß und ich nutzte die Zeit um mühsam mit dem Schlüssel die Ranken durchzusäbeln. 
Von ihr konnten wir sie ohne Gartenschere nicht entfernen, also hob ich sie samt Ranken in den Korb. Sie wog fast nichts und ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie lange sie hier schon ohne Futter und kaum Wasser gefangen war. 
So schnell es ging, liefen wir zurück nach Hause, sie fraß dabei langsam am Trockenfutter, wann immer das Schälchen leer war, begann sie sich aufzuregen und so füllten wir jeweils eine kleine Menge nach. Natürlich hatte sie großen Hunger, aber nach so langer Zeit ohne Futter kann man eben auch nicht mit großen Portionen beginnen.
Kaum waren wir zu Hause kam unsere Nachbarin an und sie versorgte unseren Fund mit warmen Zuckerwasser, das sie ihr mit der Spritze ins Maul tropfte. 
Dazu gab es etwas kalorienreiches Astronautenfutter von Linus‘ Vorrat (wenn er wegen seiner Zahnschmerzen mal wieder nichts frisst), und etwas weiche Katzenfutter Pastete. Mit vereinten Kräften und der Rosenschere schafften wir es auch, sie vom Großteil der Brombeerranken zu befreien, so daß die Katze zum ersten Mal seit wer weiß wie lange, frei herumlaufen konnte, was sie auch sofort in unserem Gästezimmer ausnutzte.
 
Da erinnerte mich dunkel an einen ‚Katze vermisst‘ Zettel, der an unserem Glascontainer hing, drei Häuser die Straße hinauf, eine alte, halbblinde Perserkatze war verschwunden. 
Auf gut Glück lief A. hin um ein Foto zu machen und mit unserer Fundkatze zu vergleichen und rief sofort an, das sei auf jeden Fall die gesuchte Katze. 
Also riefen wir die Eigentümerin an, eine resolute ältere Dame, die gar nicht glauben konnte, daß ihre Katze so weit weg gefunden wurde und jetzt wieder da war. Ihre ‚July‘ ist 19 Jahre alt, war täglich draußen, saß aber meistens nur direkt neben der Terrasse, bis sie am 26. März plötzlich verschwand. Danach gab es Schneestürme, Anfang April hatten wir überall eine Handbreit Neuschnee, täglich Bodenfrost und doch hat die Katze all das überstanden - eigentlich unglaublich.
Schnell gingen wir mit der Katze im Transportkorb die drei Häuser weiter und überreichten July an ihre überglückliche Besitzerin, die ganz aufgeregt war, wir waren aufgeregt, die Katze miaute ununterbrochen, es war ein emotionaler Moment - natürlich trugen wir dennoch FFP2 Masken. Ich öffnete den Transportkorb, July lief auf ihre Besitzerin zu, da gab es keine Zweifel wo sie hingehörte, und wir wollten uns nur schnell verabschieden und gehen. 
Es war dann aber meine Nachbarin, die den Kontakt vertiefte, sofort das weitere Vorgehen mit der Tochter der Besitzerin besprach, Tierarzt, Rasur, Zeckenentfernung usw. und die Tochter versprach auch uns auf dem Laufenden zu halten, wie es mit July nun weitergeht. 
Ich wäre nicht überrascht, wenn der Tierarzt Nierenschaden, Organversagen usw. feststellt und sagt, daß es eigentlich Quälerei ist, das Tier noch leiden zu lassen - aber hätte irgendwer glauben können, daß eine 19-jährige Katze bei Schnee, Kälte und ohne Futter drei Wochen übersteht? 
Da wünsche ich der kleinen Überlebenskünstlerin viel Glück und noch eine gute Zeit - egal wie lang oder kurz - zu Hause … 
 

 

7. März 2021

Sonntag, 07.03.2021


Guten Morgen neues Jahr 2021, nach meinem Sturz im letzten Jahr bin ich eine ganze Weile abgetaucht und auch immer noch nicht wieder ganz. Meine Zahnreparaturen, von Zähnen, die beim Sturz beschädigt wurden, beginnen erst in der nächsten Woche und auch sonst mache ich vieles immer noch in Etappen, Fenster putzen z.B. Da habe ich gelernt nach Möglichkeit aufzuhören bevor es anfängt zu schmerzen.  
Und auch wenn mir das Nähen an meinen zwei Nähmaschinen nach wie vor sehr viel Spaß macht - auch wenn ich stets weiterlernen muss -, kann ich nicht tagelang nähen. Also wird alles aufgeteilt und zum Glück funktioniert das gut.
Gestern sind wir den kleinen 7 km Rundweg durchs Wurmtal gewandert, den wir im Vorjahr ziemlich genau zur gleichen Zeit kaum bewältigen konnten. Neben der extremen Erschöpfung begannen damals die Lungenschmerzen und Probleme, die mich noch weit bis in den Sommer hinein begleiten sollten.   
Gestern war es nun einfach nur ein schöner kleiner Spaziergang - und trotzdem nicht einfach, da zumindest ein recht steiler Anstieg, wieder heraus aus dem Wurmtal und hinauf zur Burg Wilhelmstein, dabei war. 
Ich hoffe sehr, daß ich in dieser Wandersaison wieder mehr Spaß am Wandern haben werde, als die Plackerei, mit der ich letztes Jahr häufig zu kämpfen hatte. 
 
 
 

27. Dezember 2020

Sonntag, 27.12.2020


Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen, draußen braust ein Sturm und in der Eifel wird es heute schneien - hier erwartet man dagegen nur Regen. 
Gestern haben wir endlich unsere Geschenke ausgepackt, vorher sind wir nicht dazu gekommen. Es gab einige Bücher, 2 m wunderschönen Stoff mit passendem Bündchen, aber auch zwei Paar Ohrringe, die ich sogar mochte. 
Unser Weihnachtsfest war ohnehin schon immer sehr eingeschränkt, was die Personenzahl anging, so daß wir daran auch im Coronajahr nur wenig ändern mussten: Am Heiligabend haben wir meine Schwester in ihrem zwei Erwachsene - zwei Kinder unter 14 Jahren Haushalt besucht, und am ersten Weihnachtsfeiertag kamen sie zu uns. Nur das stündliche Stoßlüften wurde neu eingeführt.
 

In unserer Nachbarschaft haben dagegen so einige ihre Terrassen und Balkone so gut es geht winterfest gemacht und bei Temperaturen um null Grad in eisigen Windböen ihre Gäste draußen bewirtet. 
Das sah selbst mit dem extra aufgestellten Windschutz nicht so richtig gemütlich aus. 
 

Zum Jahresende fange ich eigentlich auch mit dem Bloggen wieder etwas ernsthafter an, vor allem in meinem Teodeco-Blog, aber in diesem Jahr machte mir ein Sturz im Bad einen Strich durch die Rechnung, denn ich fiel ungünstig auf den rechten Ellenbogen und Kiefer. 
Gebrochen war zum Glück nichts, aber ich habe seitdem noch Schmerzen im Arm und der Hand, so daß vieles nur in Etappen erledigt werden kann, z.B. Fensterputzen oder gar nicht: Klavier spielen, war bisher noch nicht schmerzfrei möglich. 
Insofern fasse ich mich hier auch kurz, kommt gut und leise ins neue Jahr 2021 und ich hoffe, die Weihnachtsfeiertage waren wunderschön und vielleicht sogar etwas entspannend :) 
 

 

5. September 2020

Eifelsteig Etappe 4


Nachdem wir im letzten Jahr Etappe 1 und in diesem Sommer bereits Etappe 2 gelaufen sind, wollten wir zu unserem Geburtstag in zwei Tagen Etappe 3 und 4 des Eifelsteigs laufen, mit einer Übernachtung in Einruhr. Am ersten Tag sollte es von Gemünd nach Einruhr (Etappe 4), und am zweiten dann die schwierige Etappe 3 von Einruhr nach Monschau, gehen.
Diese Wanderung entgegen der angegebenen Richtung passte besser um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren zu können, und sie gab einem außerdem viel Zeit für die längste Etappe - aber dann kam alles ganz anders. Sturm Kirsten fegte am ersten Tag durch die Lande und vom Betreten des Nationalparks wurde dringend abgeraten, auch aufgrund des hohen Totholz-Bestands (dank Borkenkäfer). Die Einkehrmöglichkeiten am Weg waren ebenfalls alle geschlossen und selbst die Schiffahrt auf dem Obersee wurde auf ein Minimum beschränkt.
 
Also fuhren wir statt frühmorgens, erst kurz vor Mittag los, bis dahin waren die meisten Straßen, auf die Bäume gefallen waren, auch schon wieder geräumt worden.
Nach Umstieg in Simmerath, ging es über die Lande von Schule zu Schule, wurden Kinder wieder nach Hause gebracht, bis wir Einruhr erreichten. Dort nahmen wir die letzte Schiffstour des Tages und sahen uns in zwei Stunden an, wo wir am nächsten Tag wandern würden. Die Wälder sollten auch am nächsten Tag noch gemieden werden, deswegen entschieden wir uns Etappe 4 (jetzt richtig herum) zu wandern, denn diese führt lange Zeit über eine Hochfläche mit wenig Baumbestand.
Abends machten wir uns auf die Suche nach Abendessen, aber das war gar nicht so einfach, die meisten Restaurants hatten bereits geschlossen - und es war 19:35 Uhr. Unser Hotel durfte wie viele andere sein Restaurant wegen der Hygienebestimmungen nicht öffnen und servierte nur Frühstück für die eigenen Gäste. Zum Glück gab es im größten Hotel vor Ort noch eine Möglichkeit - die einzige - etwas zu essen zu bekommen (denn einen Supermarkt gibt es hier auch nicht und der einzige Kiosk war ebenfalls bereits geschlossen…).  
 


Am nächsten Morgen ging es nach einer nicht so geruhsamen Nacht eine Stunde später los als gedacht, immerhin, das Frühstück war reichhaltig gewesen und ersetzte damit auch das Mittagessen.
Die Strecke war ca. 22 km lang, und wird als mittelschwer klassifiziert. 
 

Gleich nach Einruhr ging es steil nach oben, anders als bei ähnlichen Strecken blieb man jedoch nicht oben, sondern es ging den ganzen Tag bergauf, bergab (letztlich liefen wir ‚125 Etagen‘ laut Handy), war mich ganz schön schlauchte, denn so konnte ich mich kaum auf ein Tempo einstellen. 
Nach dem ersten Anstieg bei Einruhr, ging es also wieder hinunter an den See, dann zur Urftstaumauer wieder steil bergauf. Dort hatten wir unsere einzige Einkehr, aber wir waren noch so satt vom Frühstück, so daß wir nur etwas zu trinken bestellten und die Staumauer bestaunten ^^ 
 

Nach der Mauer ging es noch steiler bergan, bis wir die Dreiborner Hochfläche erreichten, dort sahen wir zu, wie eine Schafs- und Ziegenherde getrieben wurde und erreichten nach einiger Zeit den ehemaligen Ort Wollseifen. 
 

 
Dieser Ort wurde stark im zweiten Weltkrieg umkämpft, als die Einheiten um den See (und die Gefahr einer Sprengung der Staumauer) kämpften und wurde später Teil eines Truppenübungsplatzes. Nachdem das eigentliche Dorf weitgehend zerstört war, wurde eine Straße mit weißen Blöcken errichtet, in der bis 2005 der Häuserkampf geübt wurde. 
 
 
Seitdem haben die Kirche und die Reste der Schule ein Notdach erhalten und die ehemaligen Dorfbewohner bemühen sich sehr, das Andenken an ihren Ort wachzuhalten. 
 

Nach Wollseifen ging es hinunter ins Tal, zur ‚Ordensburg Vogelsang‘ der ehemaligen Nazischule wieder bergan. Wie alles an Nazi-Architektur waren auch diese Gebäude überdimensioniert riesig, eine Mischung aus Amphitheater und Kaserne. 
Die meisten Wanderer beendeten ihre Wanderung dort am Forum in Vogelsang, und ich war auch sehr versucht, aufzuhören, denn meine Füße wollten keinen Schritt weiter bergan gehen, die Sonne war mittlerweile herausgekommen, es war heiß und es wehte kein Lüftchen, aber irgendwie packte mich der Ehrgeiz und es ging weiter. Nach drei Kilometern leicht bergan durch Wald und Wiese, erreichten wir die Eingangstore von Vogelsang und danach ging es wieder in die Hochfläche mit weiten Ausblicken auf unser Etappenziel Gemünd mit vorgelagerter Kläranlage. 

Im letzten Dorf auf der Hochfläche, in Morsbach verliefen wir uns dann prompt, weil die Schilder in die falsche Richtung zeigten. Mithilfe eines kleinen Mädchens und ihrer Oma fanden wir aber nach 15-minütiger Ortsbegehung auf unseren Weg zurück.
Offenbar fanden an dem Weg gerade Straßenbauarbeiten statt und die Bauarbeiter hatten die Schilder wohl abgebaut und danach irgendwie, nur leider in die falsche Richtung zeigend, wieder aufgestellt. Als wir gerade in den Pfad nach Gemünd einbogen, sahen wir andere Wanderer falsch laufen, wir versuchten über die Strecke noch durch Handbewegungen auf uns aufmerksam zu machen, aber es war zu spät. Es waren zwar nur noch wenige Wanderer unterwegs, aber von denen haben sicher einige den Rundweg Morsbach mitgemacht. 
 

Nun ging es durch ein sehr ansprechendes Tal, zuerst hinunter dann hinauf, dann wieder hinunter zum Ortseingang von Gemünd, wo A. nur noch geradeaus zur Bushaltestelle laufen wollte. Ich überzeugte ihn, den Eifelsteig bis zum Ende zu laufen, der uns wieder aus der Stadt herausführte, hinauf und in großem Bogen durch den Wald zum Etappenziel geleitete, ein wirklich langweiliger, überflüssiger Wegteil - aber wir waren bis zum Ende tapfer geblieben und hatten es geschafft.
In Gemünd hatten wir nun leider überhaupt keine Zeit mehr den schönen Ort an der Urft zu bewundern, statt 6, waren wir 8 Stunden unterwegs gewesen und unser Bus fuhr in zehn Minuten, die wir durch Kurpark und Hauptstraße bis zur Bushaltestelle entlanghetzten. Von dort ging es mit dem Bus, über die Rurtalsperre bis Heimbach, mit dem Zug bis Düren, dort mit dem nächsten Zug bis Aachen Rothe Erde, mit dem Bus zum Hansemannplatz, mit dem nächsten Bus bis Eulershof und dann letztlich mit dem Bus nach Brückweg und damit nach Hause … die Rückfahrt, ca. 45 Minuten mit dem Auto, dauerte etwas mehr als drei Stunden. ÖPNV im Autoland NRW war wie immer eine Herausforderung.
Insgesamt war es eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke mit Wald - und offener Landschaft, sowie toller Fernsicht- und ich war sehr froh, daß wir nicht die längere Etappe 3 gelaufen sind, denn dafür werde ich wohl noch meine Kondition etwas aufbauen müssen :) 
 

30. August 2020

Wanderung auf dem Struffelt




Im letzten Jahr waren wir bereits im erstaunlich warmen Februar auf der Struffelt Route in Roetgen unterwegs gewesen, und in diesem Jahr war das im Juli unsere erste längere Wanderung.



Ich erinnerte mich daran, daß die Strecke leicht zu bewältigen war und fand es dann erstaunlich schwer - ganz offenbar ist meine Kondition nicht mehr mit der des letzten Jahres zu vergleichen.






Dennoch ist der kleine Rundkurs wunderschön und bietet ein bißchen was von allem: Wälder, Wiesen mit meterhohen Farnen, ein Wildschweingehege, viele Bäche, einen Stausee und sogar ein kleines Hochmoor voller Heidekraut - und mit Holzstegen wie im nahegelegenem Hohen Venn.
Dazu hingen die Blaubeersträucher voller süßer Früchte, es gab kleine Himbeeren und Walderdbeeren, der regenreichere, kühlere Sommer macht sich so offenbar positiv bemerkbar. Und die nächste Wanderung war danach schon gleich etwas einfacher :)

29. August 2020

Träume

Neulich habe ich so intensiv von diesem verlassenen Baumarkt geträumt, daß ich beim nächsten Mal als ich mit dem Fahrrad vorbeifuhr direkt einmal ein Foto machen musste ^^
In meinem Traum hatte ich nämlich dort - direkt am Aachener Kreuz gelegen - einen Asia-Africa Supermarkt (auch für Großverbraucher) eingerichtet unter dem Namen: ‚Desi-Sun‘, den größten in der Städteregion und vermutlich im gesamten Rheinland.
Ich war gerade damit beschäftigt endlich auch die Gewächshäuser zu nutzen, die offenbar bisher nur als Lager gebraucht wurden. Meine Ideen waren: Eine Snackbar mit frischen Samosas und frisch zubereiteten indischen Süßigkeiten zum Mitnehmen und sofort essen, sowie ein hauptsächlich südindisches Restaurant (das fehlt hier im gesamten Landstrich, obwohl viele der Studenten in Aachen aus Südindien stammen), mit genug Fläche für Hochzeiten (die Eventhalle um die Ecke hat jedes Wochenende mindestens zwei Hochzeiten pro Tag) und sonstige Veranstaltungen.
Während ich noch mit meinen Geschäftspartnern besprach, wie man einen Teil des Parkplatzes in einen geschützten Außenbereich mit fotogenem Garten umgestalten könnte, bin ich aufgewacht und wunderte mich: Warum eigentlich Desi-Sun? 

 

26. Juli 2020

Im Juli unterwegs


Derzeit komme ich kaum noch hinterher mit meinem Blog, denn ständig sind wir woanders unterwegs… zuerst waren wir in der Eifel, und haben u.a. endlich Eifelsteig Etappe 2 quer durch das Hohe Venn erwandert, was langweiliger war als erwartet.


Man sieht immer die Hohes Venn Bilder, in denen Menschen eher durch eine Wasserlandschaft mit Torfinseln, auf Holzstegen wandern: Diese ausgesprochen kleine Gegend der Gesamtfläche des Venn gibt es auch irgendwo, doch unser Wanderweg führte dort stattdessen über eine schnurgerade, kilometerweit asphaltierte Straße mit Wiese und Fichtenplantagen rechts und links, nur im Straßengraben blubberte etwas Moorwasser vor sich hin.


Dann waren wir mit der Familie meiner Schwester im Hochsauerland und sind ein paar Tage mit dem Neffen von Spielplatz zu Spielplatz gepilgert ^^ zwischendurch stand aber auch Winterberg bei entsprechend wintrigen Temperaturen auf dem Programm.

Danach hatten wir unsere ersten Wochenend-Gäste seit Coronabeginn zu Hause - und waren gestern mit ihnen in Maastricht, was tatsächlich sehr schön war.


Wir waren 2019 im Vorfrühling in der Stadt, die ich dementsprechend eher als grau, dunkel und absolut ungemütlich in Erinnerung hatte, aber im Vergleich dazu ist es jetzt im Sommer einfach wunderbar.
Die Stadt im Süden der Niederlande versteht sich durchaus als fast schon mediterran darzustellen, und zieht selbst eine historische 20jährige Besetzung durch die Franzosen heran um sich als quasi niederländische Antwort auf Südfrankreich zu präsentieren, mit unzähligen Straßencafés, Weinranken an den Häusern und sogar kleineren Weingütern (ich habe eine Flasche niederländischen Wein erstanden, aber noch nicht geöffnet).


Wir besuchten die Innenstadt, Kirchen, Straßenmärkte, waren in einer der kühlen Mergelsteingrotten unterwegs und natürlich gab es auch Bier, aus Maastricht sowie dem nahegelegenen Belgien.

Mitten in der Idylle und Touristenströme fragt man sich heutzutage natürlich auch immer wie es mit Corona aussieht… nun, außer im ÖPNV gibt es in den Niederlanden keine Maskenpflicht, Deutsche erkennt man daran, daß sie die Maske dennoch in den Läden aufsetzen, Belgier tragen die Masken auch auf der Straße - ansonsten bleibt es dabei möglichst Abstand zu anderen zu halten, was häufig nicht möglich ist bzw. Hände zu waschen - recht wenig um eine zweite Welle der Pandemie aufhalten zu können.
A. hat sich in dieser Woche in die Geschichte der Spanischen Grippe eingelesen, deren zweite Welle auch durch Mutation des Virus wesentlich gefährlicher war als die erste. In Indien z.B. starben 5% der Gesamtbevölkerung, das einzige Mal im 20. Jahrhundert, daß die Bevölkerungszahl in Indien sank. Allerdings ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar, wie viele Menschen an der Krankheit starben und wie viele an der Hungersnot, die der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems und unterbrochener Ackerbau mit sich brachte. Derzeit befindet sich Indien bereits seit drei Monaten im Lockdown, was leider Corona wenig aufhalten konnte - aber die Wirtschaft erneut massiv ausgebremst hat, was besonders für alle Tagelöhner ein echtes Problem darstellt, denn die gesamte indische Service-Industrie besteht zum Großteil auf Tageslohn Basis.


Hoffen wir also einfach, daß sich die Geschichte nicht wiederholen wird und wir auch durch die zweite (und vermutlich dritte und vierte Welle) halbwegs unbeschadet - nur mit Maske und Seife zur Hilfe - gelangen werden.
Mein nächster Winter wird wohl wieder einer werden, in dem ich mich quasi in Selbst-Quarantäne begebe und bis auf Tagesausflüge die Stadt sehr selten verlassen werde, dann muss ich von den Sommererlebnissen zehren, bis die Erkältungs-& Grippe-Saison in April / Mai wieder abklingt. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit und so begleite ich meine Schwester mit ihren Kindern in der nächsten Woche erneut zu meinen Eltern auf die Insel Usedom :)


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