13. Dezember 2017

2016 - Limburger Weihnacht


Eigentlich wollten wir an diesem Wochenende neue Weihnachtsmärkte in der Region besuchen, gerne auch in weiter entfernten Regionen - stattdessen hat mir ein 48 Stunden Migräneanfall (seit Freitag morgen), dem einen recht energischen Riegel vorgeschoben. 
Davon war nur die Nacht von Freitag zum Samstag richtig übel, aber insgesamt war ich zu erschöpft für große Touren. Also schaue ich mir stattdessen die Fotos vom letzten Jahr an, da waren wir nämlich in Limburg an der Lahn auf dem dortigen Christkindelmarkt. 

Das Haus des Bäckers und Künstlers Friedel Hensler. Seine eigenwilligen Skulpturen begegnen einem des Öfteren in der Stadt.


Limburg kennt man, wenn man regelmäßig von Frankfurt Richtung Köln unterwegs ist, als eine der Städte in die man von der Autobahn nach links blickt - und das von einer sehr hohen Autobahnbrücke hinunter ins Tal - dem Limburger Becken. 
Dabei fällt einem sofort der spätromanische, siebentürmige Dom St. Georg ins Auge (geweiht 1235), der auf einem Kalkfelsen gelegen über der Stadt thront. Dann erinnert man sich vielleicht auch an die Schlagzeilen um den Skandalbischof Tebartz-van Elst, der 31 Mio. € für angemessen fand um sein bescheidenes Domizil zu erbauen und auszustatten. 
Der Bischofssitz der Stadt macht deutlich, daß Limburg im Mittelalter nicht nur als Lahnfurt (ab 1341 eine steinerne, zollpflichtige Brücke) und Lage an der Via Publica ein bedeutendes Zentrum gewesen ist. Von dieser einstigen Bedeutung merkt man heute nicht mehr viel, denn sowohl Autobahn, als auch die ICE Schnellstrecke umgehen die Stadt weiträumig.
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Wir wollten uns die Stadt ansehen, da sie Teil der Deutschen Fachwerkstraße ist, also Fackwerkformen anbietet, die regionale Besonderheiten aufweisen. Außerdem stehen in der Altstadt einige der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands.


Außer A. und mir, kamen an diesem Tag einer seiner Kollegen mit, den seine Mutter begleitete. Da die ältere Dame mit dem Stock unterwegs war, wurde es ein gemächlicher Spaziergang, bei dem wir soviel von Limburg ausgelassen haben, daß wir dringend noch einmal zurück müssen ^^ 
Aber wir wollten uns auch den Weihnachtsmarkt der Stadt ansehen (und dort zu Mittag essen), der sich vor der malerischen Fachwerkkulisse erstreckte. Leider litten unsere beiden Mitreisenden an verschiedenen, teils schweren Nahrungsmittelallergien, so daß das Warenangebot des Marktes schnell erschöpft war. Zum Glück war Glühwein kein Problem, so daß wir beschwingt bis zum Dom steigen konnten.
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Nach einem Blick über das Tal, der hinter dem Dom gelegenen Burg - und auf die Autobahnbrücke - ging es zurück zum Bahnhof. 
Da noch einiges vom Tag übrig war, beschlossen wir zum Abschluß mit dem Bus zum Wiesbadener Weihnachtsmarkt zu fahren, dank Hessenticket waren wir ja flexibel. Dort vermuteten wir mehr Varianten, dessen was man essen kann - und hatten damit auch recht. 


Außerdem sahen wir uns den Kochbrunnen an, den besuche ich ohnehin immer gerne und unsere Mitreisenden kannten ihn noch nicht. Sie waren erstaunt, daß es in Wiesbaden überhaupt heiße Quellen gibt - ganz ohne vulkanische Aktivitäten. 

5. Dezember 2017

Kurzbesuch in Mainz


Gestern musste ich einmal mehr zum Arzt nach Wiesbaden; und stieg - auf der Rückfahrt mit der S8 nach Frankfurt - dann relativ spontan in Mainz aus.
Ich hatte mir einmal eine Liste von Dingen angelegt, die ich in Mainz sehen wollte - die lag natürlich zu Hause. Aber nun ja, Mainz im Advent heißt ‚auf zum Weihnachtsmarkt‘ - also stiefelte ich los.
Vor zwei Jahren waren wir schon einmal auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt - damals war es bereits dunkel, ich wusste aber noch, daß wir ab Haltestelle ‚Römisches Theater‘ durch die Altstadt bis zum Markt am Dom liefen, und von dort später den Bus zum Bahnhof nahmen.
Dieses Mal lief ich ab Hauptbahnhof los und orientierte mich an die Hinweisschildern Richtung Dom. Die Architektur besteht, wie auch in Frankfurt, aus einer Mischung von einigen historischen Gebäuden und viel weniger schöner Nachkriegsarchitektur.


Auf dem Schillerplatz fand ich einen kleinen Marktableger und dort wurde Rosé Glühwein verkauft. Rot und Weiß kannte ich schon, da war Rosé eigentlich nur logisch. 
Was danach passierte, schiebe ich also einfach auf den Wein: Den Dom vor Augen, lief ich die Straße weiter nach oben, kam an einigen netten, kleinen Lädchen vorbei und erreichte letztlich die Kirche - nur war es nicht der Dom, sondern St. Stephan. Die Kuppel sah von weitem so ähnlich aus ^^ Aber das war letztlich kein Problem, den St. Stephan mit den blauen Kirchenfenstern von Marc Chagall stand eindeutig auf der Besichtigungsliste.


Da sich die Kirche auf eine kleinen Anhöhe befand, konnte ich danach auch den echten Dom sehen (und wirklich, man kann die beiden Kirchen eigentlich überhaupt nicht verwechseln.) 
Kurz danach erreichte ich endlich mein Ziel, aß einen Baumstriezel mit Nutella so gesund und flanierte über den Weihnachtsmarkt.
Beim letzten Besuch hatte ich das Gefühl, daß wir nur einen Bruchteil des eigentlichen Marktes gesehen haben. Dieses Mal sah ich dann aber, daß ich eigentlich damals doch fast alles gesehen hatte - was noch fehlte war ein Platz mit einem Gelände voller kleiner Hütten, die wie sehr gemütliche Weinfässer aussahen. 
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Danach ging ich durch die kleinen Fachwerkgassen der schönen Altstadt bis zum Römischen Theater - und bald darauf nahm mich die nächste S8 zurück nach Frankfurt. 


2. Dezember 2017

Raureif


Im letzten Jahr hatten wir zur gleichen Zeit bereits Schnee und der Jacobiweiher war dabei zuzufrieren. In diesem Jahr scheint es rund um Frankfurt zwar zu schneien (das sieht man jedenfalls an den verschneiten Autos, die in der Stadt unterwegs sind) aber in Frankfurt selbst ist noch nichts angekommen. 
Am Donnerstag hatten wir etwas gefrorenen Schneematsch, in den letzten Tagen außerdem gefrorene Böden und am Freitag Raureif.


Gestern war ich sogar mit dem Fahrrad unterwegs, wegen einem Arzttermin in Niederrad. 
Dorthin muss man entweder in großem Bogen mit der Straßenbahn (inklusive Umsteigen) fahren - oder quer durch den Wald mit dem Fahrrad. Das ist normalerweise viel schneller, aber am Freitag kam ich fast zu spät, weil man gerade in den Kurven nur sehr vorsichtig unterwegs sein konnte: Auf dem blankem Eis war Bremsen keine Option. 


Auf dem Rückweg habe ich mein Fahrrad dann lieber geschoben und mich an dem eisigen Schauspiel erfreut: Jedes noch so unscheinbare Pflänzchen sieht wunderschön aus, wenn es mit einer Eisschicht überzogen ist :) 


30. November 2017

Goethe-Haus


Eines der Museen, die die meisten Frankfurter wohl nur besuchen, wenn sie bereits als Schulkinder einen Ausflug dorthin unternahmen, ist das Goethe-Haus. Ansonsten ist es ausschließlich den Touristen vorbehalten. 


Ich hatte im letzten Jahr das Glück dank Museumsuferkarte, die meisten Museen der Stadt besuchen zu können und so schaffte ich es letztlich auch ins Goethe-Haus. 
Es war eigentlich von Anfang an auf meiner Liste, aber die großen Häuser kamen mir ständig mit interessanten Sonderausstellungen dazwischen.
Außerdem - und das hat mich tatsächlich immer etwas gehindert - handelt es sich zwar um Goethes (im 2.Weltkrieg zerstörtes und wieder aufgebautes) Geburtshaus, aber die Einrichtung war bereits seit Museumsgründung nicht orginal erhalten. Die Familie zog irgendwann aus und verkaufte ihre Möbel. Die Gegenstände, die man heutzutage im Haus sehen kann, wurden ab 1863 von einem Bürgerverein gesammelt und in dem Haus ausgestellt. Zum Teil versuchte man sich an Goethes Erzählungen zu orientieren, aber z.T. wurde wohl auch durchaus romantisiert.
Ich weiß nicht, ob ich erklären kann, warum es mich gestört hat, aber vielleicht funktioniert es an einem Beispiel: Als ich 2008 das Mani Bhavan in Mumbai besuchte, konnte man die original erhaltene Bibliothek von Gandhi besuchen, man sah die Bibel, die er gelesen hat, neben dem Koran, neben dem Manifest von Marx usw. - und es war in gewisser Hinsicht spürbar, das waren seine Bücher, seine Ordnung sogar. Man konnte dadurch mehr über eine Person erfahren, als das in einem Museum möglich ist, wo die Leute 30 Jahre nach dem Tod Goethes damit anfingen hübsche Bücher zu sammeln, um sie in den schönen Bücherschrank der Bibliothek zu stellen.


Nichtsdestotrotz, an einem Vorweihnachtstag folgte ich endlich dem steten Besucherstrom, ignorierte die Bedenken und sah mir das Museum an.
Zu meiner Freude konnte ich dabei feststellen, daß die Räume weihnachtlich geschmückt waren. Mit viel Liebe zum Detail wurden die Feiertage bei Goethes erklärt und gezeigt. 


So erfährt man etwas über Lieblingsspeisen, Gebäck und sogar Weihnachtsgeschenke, die Goethe als Kind bekommen hat. Orginal erhalten ist so z.B. ein Puppentheater, das die Großmutter Cornelia Goethe 1753 zu Weihnachten schenkte.


Da viele Touristen einer zeitlich eng begrenzten Tour folgen, sehen sie sich ausschließlich das eigentliche Goethe-Haus an - es gibt jedoch in einem Nebengebäude weitere Ausstellungen, so z.B. eine Gemäldegalerie mit Bildern und Motiven, die Goethe beeinflusst haben. Wenn das neue Romantikmuseum nebenan fertig gebaut ist, wird diese Ausstellung umziehen, doch bis dahin ist sie ein echter Geheimtipp im Museum, denn dort ist man nahezu alleine unterwegs.
Wer also noch so überhaupt keine Lust auf Weihnachten, Besinnlichkeit und Streß hat, dem sei ein Besuch im Goethe-Haus empfohlen - die Ausstellung könnte dem Abhilfe schaffen, und der Weihnachtsmarkt wartet schon (fast unmittelbar) vor der Tür :)
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P.S. Ich rede die ganze Zeit von ständigen Besucherströmen, aber auf den Fotos sieht man kein Person - nun dafür musste ich auch eine ganze Weile warten und hatte manchmal nur einen Augenblick Zeit um den menschenleeren Ausschnitt fotografieren zu können :) 





27. November 2017

Der Südfriedhof im Herbst


Als wir noch in Vermont lebten, war der Herbst eine Angelegenheit von zwei Wochen: im September war noch Sommer, dann kam der Herbst mit dem Höhepunkt um die Oktobermitte herum, zu dem alle Bäume zur gleichen Zeit in sämtlichen Farben zwischen Gelb und Rot leuchteten - und kurz danach begann die blattlose, verregnete ‚Stick season‘ bis der erste Schneesturm all die moddrigen Wege gnädig weiß überstrich.
In Frankfurt ist der Herbst dagegen eine Jahreszeit, die sich über zwei Monate hinwegzieht. Der September ist auch hier noch weitgehend grün, aber Oktober und November hindurch sind jeweils andere Bäume an der Reihe sich zu verfärben und letztlich ihre Blätter abzuwerfen. 
Dadurch hat man keinen großen Höhepunkt der Saison, sondern immer wieder eine kleine Freude, wenn die ersten Pappeln gelb werden, oder die Zierkirschen rot, wenn der Gingko strahlend gelb leuchtet (samt Stinkfrüchten, wenn man Pech hat) und die amerikanischen Eichen orange-rot.


Die Lindenallee, die den Südfriedhof durchquert ist jeweils Ende Oktober / Anfang November an der Reihe - und wenn vorher nicht schon ein paar Herbststürme die Blätter verweht haben, können auch später Ahorn und Buchen zum Gesamtkunstwerk gelber Park beitragen.
Der - im Vergleich zum Hauptfriedhof (oder irgendeinem der neuen Waldfriedhöfe) - kleine Südfriedhof, ist der nächstgelegene Friedhof von unserer Wohnung und verfügt über eine recht große Anzahl interessanter Statuen, Reliefe und Grabformen, von der Schlange, die sich an einem Stein schlängelt, bis zum Pyramideneingang.


Dieser Friedhof wurde 1868 eröffnet, um den alten Friedhof in der Brückenstraße zu ersetzen. Der stand der weiteren Entwicklung Sachsenhausens im Weg und versperrte u.a. den direkten Zugang zum Bahnhof. 
Die Trauerhalle wurde 1896 errichtet, im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, jedoch bereits in den 1950ern aufgebaut. Wenn man genau hinsieht, erkennt man die Originalsteine der Fassade an den Einschußlöchern.
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Bis vor kurzem war der Friedhof Teil einer schönen kleinen Tour, auf der ich entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs war: Durch den Stadtwald bis zum Goetheturm - mittlerweile dank Brandstiftung nicht mehr vorhanden :( dann über den Friedhof bis vor zur Darmstädter Landstraße und zum Schluß eine kleine Einkehr beim Bäcker im Tegut. 
Optional kann man auch Baufortschritte beim neuen Henninger Turm beobachten, oder einfach so einmal beim Willemer Häuschen auf dem Mühlberg vorbeischauen - bevor es zurück nach Hause geht.
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