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16. Juni 2009

Vancouver- Tag 3 und Abflug

Seit wir auf die Entscheidung warten, ob wir nun noch ein Jahr länger in Ottawa bleiben oder Ende August wieder die Koffer packen müssen, sind meine Tage immer unproduktiver geworden. Ich mache buchstäblich fast nichts mehr ausser der normalen Haushaltsführung zwischen Küche, Katzen, Wäsche waschen und Haus saubermachen und kann mich auf nichts wirklich konzentrieren.
Heute versuche ich mich nun endlich (erneut) an dem Bericht zum letzten Tag in Vancouver, so dass der Teil dann beendet ist und wir uns wieder dem Leben in Ottawa zuwenden können...

An unserem letzten kompletten Tag in Vancouver (am Sonntag ging es nur noch in Richtung Flughafen) wollten wir ein paar der etwas entfernteren Ziele besichtigen (ich hatte eine Riesenliste genug für eine Woche Vancouver, von der wir dementsprechend nur zwei Dinge wirklich abhaken konnten, aber es war dennoch ein schöner Tag :)



Nach einem sehr amerikanischen Frühstück im Smile-Café (das italienische Café hatte noch geschlossen :-( ging es mit dem Bus hinaus aus der Innenstadt in den Stadtteil Shaughnessy, wo wir den Botanischen Garten 'Van Dusen' zu besuchen gedachten.



Dieser entstand im Jahre 1975 auf dem Gelände eines ehemaligen Golfplatzes und ist vor allem im Frühjahr für seine große Rhododendron-Kollektion bekannt.
Als wir im Park ankamen, stellte sich heraus, dass dort am gleichen Tag eine Oldtimer-Auto-Show stattfand, so dass wir uns sehr freuten mit einem Eintrittspreis zwei Dinge auf einmal zu bekommen (später sahen wir, dass die Leute die nur die Autoshow sehen wollten und dazu einen extra Eingang benutzten, viel mehr Eintritt bezahlen mussten, als die Leute die Garten und Autoschau als Ganzes hatten...)






Der Garten besaß verschiedene Areale vom Magnolienhain bis Heckenlabyrinth aber so früh im kanadischen Gartenjahr war ausser den fast schwarzen samtig glänzenden Tulpen wenig beeindruckendes zu erleben.







Dazu sahen wir uns die langen Reihen der auf Hochglanz polierten Oldtimer- Jaguars, Rolls-Royce, Jeeps etc. an aber mein Energielevel ging nach mittlerweile zwei durchwachten Nächten verdächtig schnell nach unten, so dass ich eigentlich kaum noch aufnahmefähig war – was wahrscheinlich mitverantwortlich dafür war, dass wir an dem Tag so wenig erlebten.
Deswegen machten wir in der Nähe des beliebten Rhododendron-Weges eine kleine Pause bei einer Holzbank, auf der ich sofort für eine halbe Stunde einschlief und mich störte dabei überhaupt gar nichts mehr. Danach hatten wir ein kleines Mittagessen mit Cola, Kaffee und warmen Hühnchen-Sandwich nach italienischer Art (was immer das heißen mag)... und so konnte ich meine Energiekurve wieder etwas aufbauen.

Nach dem Botanischen Garten, wollten wir uns den Campus der Universität von British Columbia ansehen (man weiß ja nie, ob man das Wissen mal gebrauchen kann...) und so fuhren wir mit dem Bus zur Haupt-Haltestelle der Universität. Diese befindet sich innerhalb eines großen Waldstückes in Pazifiknähe, das nicht der Stadt, sondern einem örtlichem Indianerstamm gehört und der demzusprechend bei allen Veränderungen der Universität zuerst gefragt werden muss.
Dort kann man sich den Campus ansehen (natürlich) den berühmt-berüchtigten -Hippie und FKK - Wreck-Beach, den botanischen Garten der Universität und das Museum für Anthropologie, welches auf unserer Liste stand. Da wir jedoch angesichts des immer sonniger und wärmer werdenden Tages an einer gewissen Museums-Unlust litten, strichen wir diesen Punkt und beschränkten unseren Campus-Aufenthalt auf die Besichtigung des Geländes für Sportwissenschaften direkt neben der Bushaltestelle.
Dann stiegen wir in den nächsten Bus ein und baten den Busfahrer uns bei einem schönen Strand seiner Wahl herauszulassen, denn mit den vielen Stränden im Stadtgebiet, waren wir überfordert, welchen dieser wir nun auswählen sollten... Jericho, Kitsilano, Sunset, doch English Bay Beach oder muss man alle gesehen haben? Der Busfahrer hielt in der Nähe des Jericho Parks uns so schlugen wir uns durchs Unterholz (nein, es gab einen Trampelpfad, der mich aber nicht davon abhielt gegen ein Stück Holz zu laufen und mich selbst zu verletzen) und gelangten letztendlich zum schönen Jericho-Strand.
(Während ganz in der Nähe ein großer Trailerpark von Dreharbeiten für Paramount stand, denn da Vancouver auch als 'Hollywood-Nord' bekannt ist, konnten wir in der Stadt des öfteren Dreharbeiten sehen und nach all den Jahren, wo ich in Potsdam davon nur noch genervt war wenn Straßen abgesperrt wurden, fand ich es sogar mal wieder cool.)



Der Jericho-Beach bestand aus einem befestigten Strandabschnitt, einem Stückchen Promenade und Seewall, mit Blick auf die Berge gegenüber, man konnte Downtown sehen und sich trotzdem ganz weit weg von der Stadt fühlen. Es war sehr schön und wir konnten uns eine Weile am Strand und auf der Brandungsmauer sitzend entspannen und ich erfreute mich an all den Wiesen voller Gänseblümchen drum herum.




Nach dem längeren Strand-Aufenthalt, ging es zurück in die Innenstadt.
Eigentlich wollten wir nun den Seabus (eine Passagier-Fähre) hinüber zur Nordseite Vancouvers nehmen (schließlich hatten wir eine Tageskarte für den Personennahverkehr und wollten die auch nutzen.) Aber als wir, wie am vorherigen Abend verabredet, Amar anriefen, teilte er uns mit, dass wir möglicherweise heute endlich seine Frau treffen könnten. Das hatten wir schon den Tag zuvor versucht und so fanden wir es nun doch unhöflich einfach abzulehnen.
Also änderten wir unsere Pläne und besuchten statt der Fähre ein Shopping-Center um uns mit der Frage zu beschäftigen, was kauft man für Leute, die man eigentlich gar nicht kennt? Als wir einige Zeit darüber nachdachten, kam meine deutsche Pragmatik durch, die einen 'Männersaft' für den Herrn vorschlägt und Blumen und/oder Schokolade für die Dame. Also kauften wir einen Whiskey und ärgerten uns über den 5 $ höheren Preis (im Vergleich zu Ottawa) und da es keine Blumen gab, kauften wir Schokolade und wir waren mit unseren Einkäufen durch. Nun konnten wir uns etwas wichtigerem widmen... es gibt H&M in Vancouver, hurra! Nach fast einem Jahr h-und-m-los in Ottawa litt ich schon unter kleineren Entzugserscheinungen aber ein kurzer Rundgang konnte mich alsbald beruhigen: Alles sieht so aus wie immer... Nach einigen anderen Shopbesuchen, verließen wir die Mall und kehrten zurück zum Hostel, um uns umzuziehen und wieder etwas zivilisierter auszusehen und machten uns auf, zurück zur Main-Station. Dort riefen wir nochmals Amar an, nur um zu erfahren, dass das Treffen mit seiner Frau doch nicht klappt, weil sie bereits etwas anderes vorhatte aber er sich trotzdem auf ein Treffen freuen würde, eine Information die mich etwas verwundert zurückließ und Anand verärgert, er begann aktiv das Vorhandensein der Ehefrau im Ganzen in Frage zu stellen, da wir nun aber schon da waren und umgezogen, beschlossen wir auch hinzufahren (Trägheitsgesetz), schnell das Dinner zu erledigen und zurückzukehren um bei entsprechendem Interesse vielleicht sogar noch den Chinesischen Nachtmarkt zu besichtigen.
Amar wohnt in Surrey, einer Vorstadt von Vancouver und man fährt dorthin mit dem Skytrain, einer Bahn, die mit Linearmotoren ausgestattet ist (danke wikipedia) und auf den meisten Strecken als Hochbahn konzipiert ist. Teilweise wurde die Bahn sogar noch höher, wenn Brücken über die diversen Flüsse überquert wurden, auf denen wie eh und je Holz 'gelogt' wird... ich finde gerade keinen deutschen Begriff dafür, wie man Holz auf einem Fluss transportiert, in dem man es einfach schwimmen lässt.
Surrey wurde 1879 auf dem früheren Stammesgebiet der Qw’ontl’en-Nation gegründet und ist die zweitgrößte Stadt in British Columbia und die mit der jüngsten Einwohnerschaft. Sie ist vom Charakter her eine Einfamilienhaus-Vorstadt Vancouvers, auch wenn sie diese in Bevölkerungszahlen bald überholen wird, denn die Stadt wächst sehr schnell durch den Zuwachs vorallem asiatischer Bevölkerung. Der indische Anteil daran beträgt 30 %, von allen Religionen im Stadtgebiet ist der Sikhismus mit fast 20 % vor allen anderen Religionen dominierend, was die Vaisakhi-Parade zur größten in Kanada macht, so dass man insgesamt von einem indo-kanadischen Stadtteil sprechen kann.
Dorthin nun fuhren wir um Amars Frau erneut nicht kennenzulernen, aber er konnte immerhin glaubhaft versichern, dass sie tatsächlich auf einem Frauenabend war, in dem er einen anderen der verzweifelt allein gelassenen Ehemänner mitbrachte. Wir fuhren zuerst zu dem Steakhaus Kegs und es zeigte sich, dass Amars Freund einige Zeit in Mumbai gelebt hatte und sich gut mit den neuesten Bollywood-Filmen auskannte, was Anands Laune immerhin von frostig auf ein vorsichtiges Plus steigern konnte. Nach Kegs ging es zum eigentlichen Abendessen in ein chinesisches Restaurant, welches Essen serviert, wie man es in Indien beim Chinesen kaufen könnte (das ist nämlich anders als chinesisches Essen in Europa). So kam ich nach langer Zeit wieder in den Genuss von mandschurischem Hühnchen 'á la indienne' und freute mich an dem verblüfften Gesicht des chinesischen Kellners mit Heimatstadt Kalkutta, dass auch ich etwas hindi sprechen kann und nicht nur Chinesen... =) So wurde es doch noch ein vergnüglicher Abend und nach all dem Multikulti hieß es entgültig Abschied nehmen von Amar und es ging zurück zum Hostel.



Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus zum Flughafen und nachdem wir dort eine Weile herumgescheucht wurden, da das Flugzeug den Terminalplatz änderte, ging es zurück in die ostkanadische 'Heimat'.
Vom Flug bekam ich diesmal nicht allzuviel mit, denn sobald ich im warmen weichen Sitz versank, war ich auch schon eingeschlafen... auf was ich mich in Ottawa ausser meinen Katzen am meisten freute? - Mein absolut nicht-quietschendes geräuschloses Bett.



Alle Bilder und noch viel mehr sind wie immer in einem kleinen Fotoalbum versammelt. Um dorthin zu gelangen (bei entsprechendem Interesse), kann man einfach auf das Bild unter diesem Text clicken:

W-Vancouver-O

10. Juni 2009

Vancouver - Tag 2


An diesem Freitag wollten wir so viel wie möglich an Touristenzielen in Downtown sehen und erleben und nach einem üppigen Frühstück mit viel Tee bzw. Café in einem kleinen italienischen Café, das von albanischen Einwanderern geführt wurde, sahen wir uns auch in der Lage dazu.

Zuerst besichtigten wir mit der Vancouver Art Gallery, das Kunstmuseum der Stadt.



Dort befand sich eine Sonderausstellung zu Werken aus dem niederländischen Barock, was dazu führte, dass der Eintrittspreis nicht nur doppelt so hoch war, als die wesentlich größere Nationalgalerie in Ottawa, sondern wie Anand feststellte ebenfalls höher war als in Paris le Louvre. Aber da wir einige Zeit angestanden hatten, beschlossen wir uns das Museum nun auch anzusehen und es war auch sehr schön die alten Barockwerke zu sehen und neue Installationen und Werke im oberen Geschoß, aber es waren zwei komplette Stockwerke geschlossen, da dort andere Ausstellungen vorbereitet wurden und für eine Stunde Maximalaufenthalt, waren die über 20 $ Eintritt einfach zu viel.
Ein nettes Detail der Barockausstellung war jedoch ein kleiner Raum in dem Kostüme hingen, die den Motiven der Bilder entnommen waren und natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, ein Damenkostüm mit langen Röcken und ein Herrenkostüm mit Pumphosen und dreifachen Westen, Mantel und Mantelüberwürfen anzuprobieren... doch leider durfte man dort keine Fotos machen :(


Nach der Kunstgalerie sahen wir uns die älteste Kirche Vancouvers an, die Christ Church Cathedral aus dem Jahre 1895 in der man von innen sehr schöne Glasfenster bewundern kann und deren offenes Buch, in dem man eintragen kann, wenn man ein Gebet wünscht und warum, sehr viel über die Sorgen und Nöte der Bewohner der Stadt verrät.



Zum Mittagessen waren wir mit Amar verabredet und holten ihn von seinem Büro ab. Er führte uns zu einer Seebrücke in Coal Harbor, dem neuesten Wohngebiet der Stadt, voller Glashochhäuser, die Vancouver den Beinahmen Glasstadt... 'city of glass' eingebracht haben.
Dort aßen wir mit Blick auf den Yachthafen, Muscheln und (kein) Fisch und wie auf allen Seebrücken, so war auch auf dieser das Essen ausgesprochen teuer. Danach entließen wir Amar zurück zu seiner Arbeit und setzten unsere Sightseeing-Tour fort.

Nunmehr standen Stanley-Park und das Aquarium auf dem Programm:
Als Vancouver gegründet wurde, begann man gleichzeitig mit der Einrichtung und Befestigung eines großen Militärgebietes am Rande der neuen Stadt, da England einen russischen Angriff befürchtete und die neuen Siedlungen schützen wollte. Die Stadt wuchs um das Militärgebiet herum und der Wald wurde abgeholzt, nur der Wald im Areal blieb erhalten. Als sich das Militär Jahre später auf die kleine Deadmans-Insel (eine ehemalige Begräbnisstätte der Ureinwohner) neben dem Gebiet verkleinerte, entstand die Frage, was mit dem großen grünen Waldstück nun anzufangen sei.
Die Stadtbewohner entschieden sich daraus einen Park entstehen zu lassen, der heute einen der größten innerstädtischen Parks in Nordamerika darstellt. Es führt ein ausgedehntes Wege-und Wanderstreckennetz durch den Park, der teilweise gezähmt mit großen Liegewiesen, Denkmälern und Bänken daherkommt und teilweise echte Urwaldabschnitte beherbergt mit uralten Riesenlebensbäumen, den Red Cedars...




Wir liefen entlang des Seawalls in den Park hinein und bewunderten den Yachthafen, die Skyline der Innenstadt gegenüber, sahen die Totempfähle, den kleinen Leuchtturm, die North Shore-Berge samt Chemiehafen gegenüber und die Lions Gate Hängebrücke, die alles miteinander verbindet.



Ich nutzte die Ebbe um einmal auf dem sonst nassen Meeresgrund in der Nähe der Kaimauer zu spazieren und entdeckte kleine Krabben, viele Muscheln und diverse Minifischchen, das Wasser scheint trotz der vielen Hafentätigkeiten noch sauber zu sein.



Wir folgten dem Seawall, bis wir die Statue des Mädchens im Taucheranzug errichten- die Vancouver Variante einer Meerjungfrau auf Stein und bewegten uns dann landeinwärts in Richtung des Marine-Aquariums.

Das 'Vancouver Aquarium Marine Science Center' ist das älteste öffentlich zugängliche und immer noch größte seiner Art in Kanada und als solches ein wichtiges Touristenziel inmitten des Stanley-Parks. Es wird von einer kleinen gemeinnützigen Gesellschaft ohne staatliche Beihilfen geführt und hat wie alle großen Aquarien einen öffentlichen Teil für die Besucher und einen Teil, der der Forschung - vorallem der Ökosysteme vor Vancouver Island - vorbehalten ist.





Im Aquarium konnten wir uns an der Vielzahl der Fische, Seesternen in allen Variationen, einer Halle nur für Quallen und anderen Meeres-Irgendetwas erfreuen:



In den Aussenbecken sahen wir uns die Fütterung der Otter (die sind ja sowas von niedlich) der Delphine und der Belugawale an.
Ich habe noch nie Belugawale von nahen gesehen und fand es schon ziemlich beeindruckend, wie die Pfleger mit den Tieren umgehen konnten. Eines der Tiere bekam extra viel Aufmerksamkeit und wie wir gestern aus den Nachrichten erfahren konnten, bekam sie nun ein kleines ca. 60 kg-schweres Belugawal-Baby.

Mit dem Schließen des Aquariums mussten auch wir gehen (widerstrebend ;) und so machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Diesmal liefen wir nicht entlang des Hafens sondern nahmen mit der Georgia Street, die Hauptstraße zurück in die Innenstadt.
Dabei konnten wir einige Statuen, Denkmäler und seltsame Hochhäuser entlang des Weges bewundern. Manche Häuser waren eher rund, andere sehr dreieckig, ein Haus sah aus wie eine moderne Variante des Amphittheaters und eines schien quasi auf einer Säule zu balancieren... ein Spielplatz für Architekten.



(Was man vielleicht auch erwähnen sollte, die Entfernungen waren zwar nicht groß, aber dennoch waren wir den ganzen Tag bereits zu Fuss unterwegs, was strenggenommen schon unter Sport fällt.)

Am Abend machten wir uns auf, um unter Amars fachkundiger Anleitung ('Ich bin hier nie nachts.') das Nachtleben zu erkunden.
Da Nachtleben eh immer woanders stattfindet, als wo man gerade ist, hatten wir schon bald keine Lust mehr, auf die Suche nach dem perfekten Lokal zu gehen und mit etwas Wartezeit ergatterten wir einen Terrassenplatz in dem 'Cactus Club Café'. Das war sehr schön, denn zum einen war es mittlerweile wesentlich wärmer draußen und zum anderen war es im Lokal einfach nur ohrenbetäubend laut. Ich mochte die Bar, sie hatte nach Christo-Art verhüllte Kronleuchter, draußen sorgten zusätzliche Heizstrahler dafür, dass man sich kein bißchen kalt fühlen konnte (okay, eher gegrillt, weswegen wir dann um das Ausschalten derselben baten.) und in den Toilettentüren waren Flachbildschirme eingelassen, auf denen m-tv lief... =)
Nach einem kleinen, etwas verspäteten Abendbrot mit Süßkartoffeln-Pommes und Hähnchenstreifen, wechselten wir von modern zu alt und besuchten ein waschechtes Irish Pub.


Dies war jedoch mitten im Business-Distrikt gelegen und dementsprechend leer am Abend, so dass man keine schönen Menschen mehr bewundern konnte, was bald dazu führte, dass ich hundemüde wurde (die schlaflose Nacht rächte sich nun).
Da mir selbst Cola nicht mehr half, beendeten wir den Abend alsbald und kehrten zurück zu unserem Hostel, allerdings nicht ohne, dass die Jungs vorher noch 'Jägerbomb' ausprobieren mussten, ein Mix aus Energy-Drink und Jägermeister.
Ich mag keine Energydrinks und trinke Jägermeister höchstens mit Orangensaft, so dass ich mir den Geschmack nicht einmal vorstellen wollte.
Da Anand von Alkohol wach und aktiv wird, so wie andere Leute höchstens von zuviel Kaffee und der Energydrink ihn noch wacher machte, war das Ergebnis überhaupt nicht gut. Ich wollte schlafen und er redete und redete... bis ich mich gezwungen sah ein (eher unfreundliches) 'Please, stop talking' ...in den Raum zu werfen um wenigstens etwas Schlaf zu finden ö_Ö


9. Juni 2009

Gastown & Chinatown




Da wir an unserem ersten Abend in Vancouver noch einige Zeit zur Verfügung hatten, bevor es dunkel wurde, machten wir uns auf die nahegelegenen Touristenziele zu erkunden.
Nach einem kurzen Schwenk in den Bürodistrikt und zum Container-Hafen, liefen wir entlang der Water Street, zum historischen Viertel der Stadt: der Gastown.


Dort standen im Jahre 1867 die ersten Häuser des Hafenstandortes Vancouver, der erst gute 40 Jahre später zur Stadt Vancouver anwuchs.
Gastown ist ein typisches Touristenviertel, mit vielen Souvernirgeschäften, die alle bereits volle Olympiaausstattung besitzen, sowie Galerien und Läden in denen man zumeist indianisches Kunsthandwerk erwerben kann.



Ein beliebtes Fotomotiv ist die Steamclock, eine teilweise mit Wasserdampf betriebene Standuhr des Uhrmachers Raymond Saunders, die trotz ihres Aussehens keine Antiquität, sondern erst 32 Jahre alt ist.


Danach wollten wir vom Gründungsviertel zur Chinatown laufen und liefen durch die nächstgelegene Carrall Street. Diese Straße ist jedoch eher ein Hinterhofstraße und Sitz einer großen Obdachlosenmission, so dass es nicht sehr ratsam ist, dort durchzugehen. Dessen nicht bewußt, liefen wir die Straße entlang und sahen immer mehr Bettler und Drogenabhängige, Dealer, die offen auf der Straße verkauften und eine Frau, die sich direkt daneben spritzte und sogar Bettler, die andere Bettler um Geld baten.
Eine sehr verwirrt aussehende Frau begann uns zu verfolgen, so dass wir sehr froh waren, als wir den Eingang zur Chinatown endlich erreichten und die Straßen wieder belebter wurden. Es war uns nichts passiert, aber die Warnung war klar und deutlich, wie in den US-amerikanischen Großstädten üblich, darf man auch in Vancouver nicht in die falsche Straße geraten, eine Erfahrung, die uns in Ottawa und Montréal bisher erspart blieb.



Die Chinatown in Vancouver ist eine der ältesten in Kanada und es handelt sich auch um ein sehr großes Viertel, mit einer formalen Garten-und Parkanlage, die leider für den Tag bereits geschlossen hatte, Kulturzentren, Denkmälern und Tempelanlagen sowie Häusern, die ab 1909 als chinesische Wohngebäude errichtet wurden.



Heutzutage sind die ehemaligen Bewohner natürlich über die gesamte Stadt verteilt und Chinatown in erster Linie Touristenziel, aber man kann noch immer den Gründergeist der ersten Besiedler spüren und wie Anand amüsiert feststellte, sind nicht nur alle Häuser und Läden chinesisch sondern zumeist auch jeder Passant, jeder Autofahrer und sogar die Bettler.
Die asiatische Bevölkerung Vancouvers besteht zumeist aus Japanern (Sushi soll billiger als in Japan sein, aber von gleicher Qualität) sowie Hongkong-Chinesen (was kantonesisch vor mandarin zur meistgesprochenen Sprache macht) und sie stellen auch den dominierenden Teil der sog. sichtbaren Minderheiten im Stadtbild dar. Es ist eben einfacher nach Vancouver zu kommen, wenn man nur einmal den Pazifik überqueren muss....


Zum Abendessen besuchten wir das chinesische 'Cafe Mitzi', dessen Einrichtung sich offenbar seit 1960 nicht mehr geändert hatte und mit gelben Lacklederstühlen, Plastetischen, Plastepflanzen und großen gelben Lampenschirmen ausgestattet war, (was mich natürlich alles sehr begeisterte =) und damit war der erste Abend bereits Geschichte und wir liefen zurück zu unserem Hostel.


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