9. Dezember 2016

Schnee von gestern


In den vergangenen zwei Wintern, war es in Frankfurt meistens warm. Schnee fiel zwar hin und wieder, hielt sich aber nie bis zum Mittag des jeweiligen Tages… Das war sehr gut für die Katzen, denn eigentlich mögen sie Schnee, nur die damit einhergehenden kalten Temperaturen gefallen ihnen gar nicht. 
Frankfurt - und damit der beginnende Rheingau (der Weinberg in Frankfurt zählt schon dazu) sind durch die umliegenden Mittelgebirgsketten gut vor schlechtem Wetter abgeschirmt und deswegen ist der Weinbau überhaupt möglich. 
Umso erstaunter war ich demnach, als es Anfang der Woche nicht nur (unangekündigt) anfing zu schneien, sondern der Schnee auch ganze drei Tage liegen blieb. Es waren zwar nur eins, zwei Zentimeter, aber nach zwei schneelosen Wintern in der Stadt, zählte das schon als Sensation.


Also nahm ich mir mein Fahrrad und fuhr in den Stadtwald; sah mir den zugefrorenen Jacobiweiher an (der auch in den letzten zwei Jahren nicht einmal gefroren war) und erfreute mich an den leicht verschneiten Buchenwäldern. 
Da unter dem Schnee kein Eis lag, konnte man übrigens noch sicher Fahrrad fahren - und da der Winterwald mir so gut gefiel, fuhr ich bis zum Goetheturm weiter. So konnte ich mir auch einmal den Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt (samt einsamen Schaf in der Krippe) ansehen.
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Doch dort angekommen sah ich, daß in diesem Bereich des Waldes (wie auch im Rest der Stadt) gerade einmal ein Hauch von Schnee gefallen war… der ‚echte‘ ^^ Schnee lag nur rund um die Oberschweinstiege und dem Lerchesberg. 
Gestern Nacht stiegen die Temperaturen jedoch plötzlich, und bei durchschnittlich 1°C ist kaum noch etwas von all dem Weiß übrig.

5. Dezember 2016

Weihnachtsmarkt

 Auf dem Römer ... und (unten, links) My Zeil

Eine Woche lang habe ich versucht weiter an meinen Indien Artikeln zu schreiben…doch jetzt lege ich eine Pause ein. Mir ist gerade nicht nach Palmen in der Sonne, sondern eher nach Weihnachtsbäumen in der Kälte. 
Aus dem letzten Jahr ist auch noch unser Weihnachtsausflug nach Luxemburg, Paris, Brügge und Amsterdam ‚übrig‘ - ich glaube es ist an der Zeit vier kurze Artikel dieser Städtetour zu widmen, die thematisch gerade gut in die Vorweihnachtszeit passt. 


Doch jetzt besuche ich erst einmal die Weihnachtsmärkte der Region. In diesem Jahr waren wir bisher nur in Frankfurt unterwegs (u.a. auf dem Markt der schwedischen Gemeinde) - im letzten Jahr, waren wir außerdem in Wiesbaden und Mainz. 
Der Grund ist etwas kurios, denn damals wurde gerade die kleinere Ausgabe der Bild-Zeitung eingeführt und um diese zu bewerben konnte man mit einer bestimmten Samstagsausgabe im Dezember, ein Wochenende lang quer durch Hessen fahren, also für 90 Cent pro Person. 


Unsere Freunde sprachen zwar keine Deutsch, wohnten aber neben einem Zeitungskiosk und konnten so - zur Belustigung des Kioskinhabers - vier Ausgaben kaufen. 

Daraufhin fuhren wir nach Wiesbaden und sahen uns den kleinen Markt in der Landeshauptstadt an, und besuchten natürlich auch die Innenstadt und den Kochbrunnen. Dabei fiel mir auf, wie wunderschön Wiesbaden wirklich ist. Frankfurt hat zwar auch solche Gebiete mit Stadtpalästen und reich verzierten Wohnhäusern, doch Wiesbaden hat eine ganze Innenstadt voll, statt das ein oder andere schöne Haus.


Mit dem Einbruch der Dunkelheit ging die Fahrt weiter nach Mainz. 


Das gehört zwar nicht zu Hessen, aber zum RheinMain Gebiet und war demnach in unserem ‚Ticket‘ enthalten. In Mainz beeindruckt natürlich der Dom, aber auch die kleinen Gässchen hinter dem eigentlichen Markt. Und es lohnt sich immer nach den Mainzelmännchen Ausschau zu halten ^^ 
In Frankfurt gibt es viele kleine Weihnachtsmärkte, die über die Stadt verstreut sind - in Mainz ist es dagegen ein großer Markt für Alle - was mich spontan an den Rostocker Weihnachtsmarkt erinnerte.
Am Sonntag hätten wir weiter in Hessen unterwegs sein können, doch Winterreisen finde ich irgendwie immer sehr anstrengend, so daß wir stattdessen einen ruhigen Tag einlegten. Eigentlich wollten wir eine der Schlossweihnachten besuchen… so wurde es dann aber nur ein Besuch im Stadtwald. 

Mal schauen, welchen Markt wir in diesem Jahr noch erkunden werden: Der Mann hat nämlich Rothenburg ob der Tauber ins Auge gefasst und ich würde gerne nach Rüdesheim zum Markt der Nationen :)



23. November 2016

Wieder zurück

Nach drei Wochen in Mumbai und Delhi, mit teilweise sehr eingeschränktem Internetzugang sind wir wieder in Deutschland gelandet und ich versuche den Besuch soweit es geht zu verarbeiten. 
Es ist nicht so schwierig, wie es vor acht Jahren war und doch werden wir beide noch eine Weile daran zu knabbern haben… A. wegen Heimweh und ich wegen des üblichen Kulturschocks. Ein solcher Besuch ist schlichtweg sehr anstrengend für mich, denn er beinhaltet keinerlei Privatsphäre und ständige Besuche von oder bei Familienangehörigen / Freunden / Freunden von Familienangehörigen / Nachbarn (inklusive Gegenbesuche und erneuten Einladungen) zum Frühstück, Mittag, frühen bzw. späteren Nachmittag, Abendessen und so weiter, gerne auch alles an einem Tag. 
Mein Mann liebt solche Besuche, er geht förmlich darin auf und wenn er in Indien ist, möchte er alle und jeden besuchen. Da ich ausgesprochen introvertiert bin, überfordert mich das völlig. Ich kann mich auf keinen wirklich einstellen und habe demnach das Gefühl auch niemandem gerecht zu werden. Dazu verstehen zwar viele englisch, reden aber in diversen anderen Sprachen wie hindi, marathi und rajasthani… mein Pech, daß ich die in den acht Jahren nicht alle gelernt habe.

Zum Glück konnten wir auch etwas ‚echten‘ Urlaub mit einbauen und besuchten einige Touristenziele.
Außerhalb der Großstädte ging es mir gesundheitlich auch etwas besser, da man weniger Winter-Smog-Luft einatmete. Ansonsten benötigte ich nicht ein einziges Mal einen Arzt und mein Magen stellte sich als etwas robuster als vor acht Jahren heraus. 

Direkt während eines Zweitages-Ausflugs nach Daman und Silvassa überraschte uns die Währungsentwertung: Am Abend des ersten Tages erklärte nämlich die indische Regierung daß das Bargeld - bis auf das absolute Kleingeld - mit sofortiger Wirkung ungültig wurde. Man kann es - bei vorhandenem indischem Bankkonto - bis zum Januar in der Bank umtauschen, aber es handelte sich nicht mehr um ein gültiges Zahlungsmittel. 
Danach wurde alles schwierig und wir mussten unseren Ausflug eher beenden, denn das Hotelzimmer konnten wir nur unter Drohungen mit altem Geld bezahlen, mit der Tankstelle musste man sich herumstreiten, obwohl diese ausdrücklich das Geld annehmen mussten, die Mautstellen auf der Autobahn aber nicht - was riesige Staus verursachte. Kein einziges Restaurant akzeptierte unser Geld, so daß wir mit knurrenden Magen, und erst am späten Nachmittag Mumbai erreichten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es für andere - normale - Touristen gewesen sein muss, die keine Familie in dem Land haben. 
Diese Entwertung veränderte auch den Rest unseres Urlaubes, denn außer in den Multi-Millionenstädten, gibt es keinen elektronischen Zahlungsverkehr im Land. Es basiert alles auf Bargeld (obwohl ich vermute, daß sich das angesichts der Lage jetzt rasant ändern wird), von dem plötzlich nur noch 30% des landesweiten Bedarfs zur Verfügung stand. Man kann sich diese Situation fast gar nicht vorstellen, Menschen sind gestorben, weil die alten Währung nicht im Krankenhaus akzeptiert wurde, oder weil sie tagelang kein Geld von der Bank bekamen und dann sich und ihre Kinder umbrachten, oder weil sie zu lange in den Bankschlangen standen und einen Herzanfall bekamen. 
Die Schlangen vor den Banken waren überall immens, die Menschen haben sogar dort geschlafen und mussten jeden Tag wiederkommen, da man nur ca. 40 € pro Tag erhielt und auch nur wenn man zu den Glücklichen gehörte, die überhaupt etwas von dem Geld ergattern konnten. 
All das dient angeblich dem Kampf gegen Schwarzgeld, aber in erster Linie führte es dazu, daß die Ärmsten nur noch mehr leiden mussten, während die reichen Schwarzgeldbesitzer dieses ohnehin nicht in Bargeld zu Hause lagern. 

Jetzt sind wir jedenfalls wieder in Deutschland, sehen kahle Bäume und kühlere Temperaturen. Und ich freue mich schon sehr auf den ersten Glühwein der Adventsaison :) 


26. Oktober 2016

Langen (Hessen)


Langen ist eine Stadt, die mich in mehr als einer Hinsicht überrascht hat, als ich sie im September zum ersten Mal besuchte (wie bereits hier erwähnt: Link und auch im Teodeco Blog: Link :). 
Da es sich um die nächstgrößere Stadt hinter Neu-Isenburg handelt, liegt sie quasi in unserer Nachbarschaft und doch kannte ich niemanden, der je Langen besucht hatte und so dauerte es eine Weile, bis ich selbst hinfuhr. 

 Der rote Sandstein scheint einst der billigste Baustoff gewesen zu sein, denn er wird für eine Vielzahl an Häusern, Scheunen, Mauern usw. verwendet.

Der Wikipedia Artikel erwähnte Teile einer alten Stadtmauer, mit Turm, die Google Bildsuche zeigte mir Bilder vom Römer in Frankfurt; und ein Image Film der Stadt befasste sich in erster Linie mit dem Langener Waldsee. Ich mag diesen See auch sehr, doch er liegt eher neben Buchschlag und hat ansonsten kaum eine Verbindung zu Langen (außer dem Namen). 
Da es noch der heiße Sommer vom Septemberanfang war, fuhr ich mit der S-Bahn zum Langener Bahnhof und hatte dann tatsächlich einen ‚langen‘ Weg - trotz Fahrrad - bis zur Altstadt vor mir. Während ich an Geschäften und Cafés vorbeifuhr kam mir manchmal sogar der Gedanke, ob das alles war und ich umsonst nach Langen gefahren war, denn ich sah kaum ein historisches Gebäude und nur ein einziges Fachwerkhaus. Dann erreichte ich den Kreisverkehr am Lutherplatz und ab dort ging es mit Wohnhäusern statt Geschäften weiter - doch in einiger Entfernung sah man eine Kirche und so fuhr ich geradewegs drauf los, bis ich die Fahrgasse erreichte. 


Das klang schon einmal vielversprechend und die Fachwerkhäuser dazu gefielen mir auch.
Da ich nicht wusste, wieviele historische Häuser es in der Gegend gibt, beschloss ich die Straße hinauf- und danach wieder hinab zu laufen… doch dabei fand ich noch viele andere Fachwerkhaus-Gassen und wurde immer fröhlicher als ich die Obergasse besuchte, die Stadtmauer an der Hügelstraße bewunderte, durch die enge Bruchgasse lief und dann die schönste Straße, die Bachgasse fand. 

Dort befindet sich direkt neben der Straße tatsächlich ein kleiner Bachlauf, der sogar unter der Stadtmauer hindurchfloss. 

Zum Abschluss besuchte ich dann die Stadtkirche - die mir schließlich den Weg in die überraschend große und schöne Altstadt gewiesen hatte - auf einer kleinen Anhöhe; und endlich fiel mir dann auf, daß auf den meisten Dächern eine Figur stand. 
Ich hatte diese schon vorher mehr oder weniger unbewusst registriert, doch Katzen- und Hahnfiguren sieht man auf so vielen Dächern, daß ich die Figuren schlichtweg übersehen hatte, bis mir plötzlich auffiel, daß ich statt Hähnen - Dackel, Schwäne, Schweine, Drachen… gar Leute im Kanu auf den Dächern sah. 


Nichts was dem Denkmalschutz gefallen würde, doch ich war begeistert ^^ 
Also nahm ich sozusagen mit geschärftem Blick meine Kamera nochmals zur Hand und lief durch Borngasse und Schulgässchen, bis ich plötzlich von einem Mann gestoppt wurde. ‚Gute Frau, was fotografieren Sie denn da!‘ - Seiner Meinung nach, fotografierte ich die perfekten Einbruchsmöglichkeiten in die Häuser… genau das, was man am hellichten Tag, mit einer DSLR in der Hand inmitten einer historischen Altstadt eben so macht. Ich war sicher schon in einigen Orten unterwegs gewesen, in denen man nicht unbedingt an Touristen gewöhnt ist, doch mit so einem Vorwurf wurde ich tatsächlich noch nie konfrontiert. Sprachlos zeigte ich ihm den Hausdrachen, den ich gerade fotografiert hatte und er murmelte ein ‚Achso, hmm‘ und ging vorbei, und ich versuchte auch weiterzufotografieren. Aber die Luft war raus und ich war immer noch perplex.
Also packte ich meine kriminelle Spiegelreflexkamera in die Fototasche, knippste ein paar harmlose IPhone-Fotos von blühenden Stockrosen und machte mich alsbald auf den Rückweg zum Bahnhof. 
Eigentlich wollte ich mit dem Fahrrad zumindest bis Dreieich fahren, aber das Wetter war einfach zu heiß und zu sonnig. … Und davon kann man heutzutage im Oktober fast nur noch träumen… ^^ 

Auf diesem Haus thront übrigens ein kleiner Stier :)




25. Oktober 2016

Ahlbeck und Heringsdorf von oben

Pyramide der Seebrücke Heringsdorf
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Die Schwedenfähre erreicht die Hafeneinfahrt von Swinemünde (im Hintergrund sieht man die Hotels und Steilküste von Misdroy)
'Glaszelte' der Therme
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Diese Fotos sind u.a. auf dem weißen Turm der Ostseetherme entstanden.
Der Turm sieht zwar selbst nicht sehr schön aus, aber man hat immerhin einen guten Ausblick auf die Seebäder und auch die Wald- und Wiesenseite gefällt mir.

Der Bahnhof von Heringsdorf erinnerte einmal einen Schriftsteller an Bahnhöfe auf Modellbahnanlagen… und aus dieser Höhe kann man das nachvollziehen.

Außerdem war ich zum Sonnenuntergang an der Seebrücke in Heringsdorf … 
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… und fand diese kleinen Strandläufer wirklich zu niedlich :) 

Mit diesen Fotos endet nun meine derzeitige Usedom-Reihe … bis zum nächsten Besuch^^ 
Ich habe noch ein paar Artikel aus hessischen Städten, die ich zeitlich gesehen, zwischen diesen beiden Ostsee-Aufenthalten besucht hatte… mal sehen, ob sie hier noch reinpassen, auch wenn das Wetter mittlerweile ganz anders ist als Anfang September.


22. Oktober 2016

Sonnenaufgang


Da man in Ahlbeck keinen Sonnenuntergang am Meer bewundern kann (die Sonne geht quasi im Wald unter), bleibt einem nur der Sonnenaufgang. Der geht zwar derzeit auch eher hinter der Wolliner Steilküste auf, aber dadurch verliert man nur ein paar Minuten von diesem täglichen Ereignis. 
Ende September brauchte man um den Sonnenaufgang zu bewundern auch gar nicht mehr so richtig früh aufstehen, so daß ich zu meinen normalen Zeiten wach wurde, mir das Stativ schnappte und zum Strand hinunter stiefelte. 

Wenn ich es irgendwann in meinem Leben einmal einrichten kann, dann würde ich auch gerne so nahe am Meer wohnen, daß man nach 5 Minuten Wegstrecke schon den Strand erreicht hat :)


18. Oktober 2016

Muschelbank-Buffet


Der kräftige Sturm hatte nicht nur die Strandkörbe herumgeschupst, die Wellen spülten auch eine riesige, kilometerlange Muschelbank bestehend aus weißen Sandklaffmuscheln an den Strand.
Und wo viele Muscheln sind, gibt es sehr schnell auch ganz viele Möwen, die sich an den frischen Muscheln bedienen wollten, die Welle um Welle weiter an den Strand gespült wurden.
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So konnte ich mich eine Weile neben das Treiben setzen und sah den Sturm-, Silber- und Lachmöwen beim geschickten - Muscheln Angeln und Aufbrechen der Schale - zu. Dabei benahmen sie sich schon bald wie im Schlaraffenland und fraßen nur noch den besten Teil der Muschel, während der Rest daneben geworfen wurde. Ein unverhofftes Leben im Überfluß … zumindest für einen Tag. 

Gestört wurden sie dabei nur von einem Mann ca. Mitte 50, der sich nicht dabei erblödete, ständig wieder mit ausgestreckten Armen in die verschiedensten Möwenmengen zu laufen und alle hochzuscheuchen. Leute gibt’s…

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