17. August 2017

Throwback Thursday - Bahnhofsviertelnacht 2016


Es ist noch kein Freitag, also kann ich das hier nicht als Flashback Friday einstellen - aber es passt gerade so gut, denn heute findet die diesjährige Bahnhofsviertelnacht statt. Und wir haben sogar aus dem Vorjahr gelernt und uns bei manchen Programmpunkten schon vorher angemeldet :)
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Das Bahnhofsviertel begann einst als gediegenes Viertel mit reichgeschmückten Stadthäusern samt Belvederchen (einem Ausblick auf dem Dach) entlang der Kaiserstraße. Irgendwann kehrte sich das jedoch ins genaue Gegenteil um, es wurde bekannt als Rotlichtbezirk, Drogen-, Spielerparadies; sowie der höchsten Anzahl an internationalen Lebensmittelgeschäften.
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Dieses Milieu und günstige Mieten mitten in der Stadt lockten wiederum Künstler an und alsbald entstanden die ersten Galerien, denen Biobäckereien und Szenekneipen folgten. Seitdem ist das Viertel plötzlich ‚in‘, der Rotlicht-Anteil ist auf Teile einer Straße begrenzt worden, der Drogenhandel und Konsum hat sich weitgehend auf den Hauptbahnhof verlagert und die internationalen Lebensmittelgeschäfte können sich häufig die ständig steigenden Mieten nicht mehr leisten. Die ‚Gentrifizierung‘ ist also in vollem Gange.
Bei der Polizei ist das noch nicht angekommen, und so finden die beliebten Razzien nach wie vor in dem Stadtteil statt, zumeist Ereignissen des Zeitgeschehens folgend… so fanden Razzien nach den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht, nach Schüssen in der Frankfurter Innenstadt und auch nach den Bombenattentaten in Belgien ausschließlich dort statt - die zumeist zur vorübergehenden Schließung des ein oder anderen Restaurants wegen hygienischer Mängel führten.


Um das Image des Bahnhofsviertels auch in der sonstigen Bevölkerung anzuheben, findet einmal im Jahr ein Straßenfest statt an dem sich von Galerie, Atelier, Hotel, div. Vereinigungen, bis hin zum Bordell alle beteiligen.
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In den Jahren zuvor hatten wir jeweils keine Zeit gehabt, um das Fest zu besuchen - doch dieses Mal wollten wir endlich einmal dabei sein. Dazu war im Programmheft einen Stadtplan mit Nummern abgedruckt, denen wir mehr oder weniger zielstrebig folgten. 
Viele der interessanten Führungen blieben uns dabei verwehrt, da die Warteschlangen entweder zu lang waren, oder weil man sich dazu vorher hätte anmelden müssen (nächstes Jahr sind wir schlauer und besser vorbereitet.) Stattdessen besuchten wir eine Moschee (sogar ohne Kopfbedeckung), zwei Hotels und eine kleine Hinterhofgalerie und Kunstwerkstatt. Insgesamt war das ausreichend für einen Abend und so kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken aus Frankfurts interessantestem Stadtviertel zurück nach Hause.

12. August 2017

Wiesbaden - Biebrich und Schierstein

Die Gartenseite von Schloß Biebrich


An einem schönen, sonnigem Samstag folgten wir der Empfehlung unseres Vermieters und fuhren nach Wiesbaden Biebrich. Dort sahen wir uns den Schloßpark samt Schloß an, bevor es danach weiter zum Hafen von Schierstein ging. 
Das Schloß in Biebrich entstand über lange Zeit und den üblichen Umbauten ab 1700, bis es sein heutiges hautpsächliches Barock-Aussehen erreichte. Genauso wurde der Garten immer wieder umgestaltet, zuletzt im englischen Stil inklusiver einer künstlichen Ruine, der Mosburg. 


Diese wurde auf die Grundmauern einer alten Festung aufgebaut und Goethe, der den Park einst besuchte, machte sich milde darüber lustig.
Zu der Zeit waren künstliche Ruinen offenbar ein bißchen zu sehr in Mode. Das eigentliche Schloß fand er dagegen großartig, vorallem die ehemaligen Orangerien, mit beidseitigem Blick auf Garten und den Rhein.

Die Nilgänse sind hier ganz offensichtlich zu Hause. 


Ein bißchen erinnerte mich das Emsemble an Schloß Sanssouci (vielleicht weil es auch einst Sommerresidenz war), obwohl die Lage direkt neben dem Fluß natürlich eine völlig andere ist. 
Nach der Parkbesichtigung folgten wir der Rheinpromenade vorbei an den Biebricher Villen, in denen u.a. Wagner ‚Die Meistersinger‘ geschrieben hat. 


Bald erreichten wir das Ende von Biebrich und liefen weiter am Rhein Richtung Schierstein. Das ist auch der Anfang der ersten Etappe des Rheinsteigs.
Es war jedoch ein so drückend heißer Tag, daß uns der eigentlich anspruchslose Weg immer länger und länger vorkam und obwohl wir direkt am Fluß entlang gingen, wehte nicht das geringste Lüftchen. Deswegen liefen wir bald ein Stück weiter weg vom Fluß, einfach weil wir dort von Baumschatten zu Baumschatten wandern konnten.
Alsbald war jedoch auch das geschafft, wir durchquerten die Brücke und standen vor dem Binnenhafen Schierstein, der 1858 angelegt wurde und mittlerweile hauptsächlich von Yachthäfen genutzt wird. Dadurch sieht es so aus, als wenn man sich plötzlich an einem geschäftigen See befindet.


Leider war es immer noch zu heiß, als daß wir besonders viel auf Entdeckungsreise gehen wollten, also schleppten wir uns nur nach Schierstein und die erste Gaststätte war unsere.
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Bei anderem Wetter wären wir sicherlich einmal um den Hafen gelaufen und hätten die 1967 errichtete Dyckerhoff Fußgängerbrücke (eine der ersten Spannbetonbrücken in Deutschland) nicht nur aus der Ferne bewundert. 
Danach sahen wir uns mit neuer Kraft den kleinen Stadtkern von Schierstein an: Es gibt dort sogar Storchennester - und mit dem nächsten Zug ging es letztlich zurück nach Frankfurt.
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10. August 2017

Mausprobleme

Heute morgen brachte die Katze eine Maus mit nach Hause. Normalerweise passe ich auf, daß die Fenster geschlossen sind, denn morgens ist immer Jagdzeit... heute bei Dauerregen saßen aber alle Katzen nur brav auf dem Fensterbrett und so ließ ich das Fenster geöffnet. Ich weiß auch gar nicht, wann die Katze überhaupt hinauslief, und wie sie so schnell die Maus fand... jedenfalls lief sie samt Maus in die Küche, diese verschwand sofort unter dem Kühlschrank.
Also verrückte ich den Kühlschrank, dabei fielen einige Sachen heraus und herunter, während ich den Kühlschrank so hielt, daß die Katze die Maus bekommt und ich nicht etwa den Kühlschrank auf der Katze platziere. Die Maus lief in den Weinkarton, den ich sofort samt Maus in den Regen stellte, die Katze hinterher. Dort geschah was geschehen musste, die Maus immer noch im Weinkarton, zwischen zwei Flaschen hängend war tot. Ermordet.
Falls irgendjemand Lust hat Mausgedärme von Weinflaschen zu waschen, sie stehen vor der Haustür und der Dauerregen reicht leider nicht aus.
Jedenfalls, als mein Mann damit fertig war mir zu erklären, wie das alles nur meine Schuld sei, da ich schließlich das Fenster offen gelassen hatte - endete er mit den Worten: Das hat aber auch etwas Gutes, schließlich kannst Du jetzt auch einmal hinter dem Kühlschrank sauber machen.

Ach ja, wie man aus dieser Tirade unschwer erkennen kann - ich bin nach meinem zehntägigen Urlaub in Köln und Usedom zurück in Frankfurt. 

26. Juli 2017

Wandern und Strand


Am Wochenende waren wir einmal mehr in und um Rüdesheim zum Wandern - der bekanntesten Stadt im Rheingau, die wir zwar schon oft besucht haben - die es bisher aber nicht in den Bread Story Blog geschafft hat.
Und auch dieses Mal schreibe ich erst einmal nur in Teodeco‘s Sonntagssachen, hoffe jedoch, daß ich bald einen Rüdesheim ‚Best of‘ - Blogpost zusammenstellen kann. (Dazu müsste ich aber wohl noch einmal hinfahren und mir die Abtei St.Hildegard ansehen ^^).

In der nächsten Woche wird es hier dagegen sehr ruhig, denn ich bin mit meiner Schwester und dem mittlerweile fast dreijährigen Neffen im Ostsee-Urlaub auf Usedom.
Wir hoffen natürlich auf besseres Wetter als der derzeitige Dauerregen, aber wenn es so ist, dann müssen wir Karl’s Erdbeerhof und die Ostseetherme eben mehr als einmal besuchen und ansonsten auch kurze Regenpausen so gut wie möglich ausnutzen. Zur Not gibt es den steinernen Tisch im Wald, wenn sich der Strand so gar nicht anbietet.
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Ich freue mich jedenfalls, daß der Kleine am gleichen Strand spielen kann, an dem auch meine Schwester und ich aufgewachsen, und jeden Sommer bei den Großeltern verbracht haben.
Er hat zwar mittlerweile viel bessere Optionen, verbringt seine Ferien eher in mediterranen Gefilden mit Sonnengarantie - doch dieser breite, weiße, feinsandige Strand ist eben trotz unberechenbarem Wetter eine Klasse für sich. 

25. Juli 2017

Spielhaus

Die gelbe Schachbrett-Fassade fand ich besonders toll - und natürlich das Fensterauge :)

Spielhäuser waren zur Jahrhundertwende 1900 eigentlich aus der Mode gekommen und so ist das 1902 entstandene Jugendstil - Prinzessinnenhaus im Schloßpark Wolfsgarten wahrscheinlich eines der wenigen seiner Art.
Entworfen wurde es vom österreichischen Architekten Joseph Maria Olbrich, der ab 1899 in der Darmstädter Künstlerkolonie tätig war.


Er entwarf das einstöckige Haus kindgerecht maßgeschneidert, so daß sämtliche Möbel, selbst die Außenbänke, Raumhöhe, Fenster usw. auf die junge Bewohnerin von dem kleinen Salon und der Küche abgestimmt waren. Das Haus war ein Geschenk von Großherzog Ernst Ludwig an seine geliebte Tochter ‚Prinzeßchen Sonnenschein‘ Elisabeth.
Lange Zeit um ihr Häuschen zu genießen, hatte sie leider nicht, denn sie starb nur 8-jährig, wahrscheinlich am Typhus. Danach konnten ihre Halbbrüder in dem Häuschen spielen, nach dem 2. Weltkrieg diente es sogar kurzfristig als sehr kleine Flüchtlingsunterkunft. Es wurde später renoviert und gilt heutzutage als einziges unverändert gebliebenes Bauwerk des Architekten Olbrich.
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Im hinteren Bereich des Gartens befindet sich offenbar der Haustier-Friedhof des Schlosses.





22. Juli 2017

Schloßpark Wolfsgarten


Schloß Wolfsgarten bei Langen (Hessen), ist ein ehemaliges Jagdschloss, das sich auch heute noch im Privatbesitz der Familie von Hessen befindet und deswegen die meisten Zeit des Jahres für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. 
Hier (Link) erfährt man alles Wissenswerte über Geschichte / Geschichten; und wer dort einst bzw. heutzutage lebt. 


Im letzten Jahr hatten wir die drei Möglichkeiten den Schloßpark zu besuchen allesamt verpasst, deswegen war ich sehr froh, es in diesem Jahr endlich geschafft zu haben.
Um die Jahrhundertwende wurden große Rhododendron-Anpflanzungen im - das Schloß umgebenden - englischen Landschaftspark getätigt; und so ist der Park jedes Jahr zur Rhododendronblüte für zwei Wochenenden geöffnet. (Die dritte Möglichkeit ist das fürstliche Gartenfest im Herbst.) 


Das erste Wochenende ließen wir aus, weil wir dachten, der Höhepunkt der Blüte wäre noch nicht ganz erreicht. Dafür ging es dann am zweiten Wochenende nach Langen. 
Zuerst wollten wir mit dem Fahrrad fahren, wären dann aber u.U. zu erschöpft gewesen um noch viel vom weitläufigen Park zu besichtigen. Also fuhren wir mit der S-Bahn bis Langen und erst danach ging es mit dem Fahrrad bis zum Parkeingang. Die Smartphone Landkarten wiesen uns dabei nur den Weg zu einer nahegelegenen Käranlage, zum Glück konnte man letztlich einfach den am Straßenrand parkenden Autos bis zum Eingang folgen.
Dort angekommen ging es eine Allee entlang, bis man das vierflügige Schloßensemble erreicht.
Solche einfachen Jagdschlösser (das größte Gebäude war der Pferdestall) entstanden einst an vielen Orten in Hessen und verloren genauso schnell wieder an Bedeutung sobald die Parcoursjagd unüblich wurde. Dieses Schloß wurde dagegen wieder instand gesetzt und erweitert, aber der schöne Park stiehlt dem Ganzen mühelos die Show. 


Um den Stand der Rhododendronblüte hätten wir uns auch keine Gedanken zu machen brauchen, denn die vielen Sorten befanden sich in unterschiedlichsten Stadien der Entwicklung, manche waren schon komplett verblüht, während andere gerade erst mit dem Blühen anfingen. 
Man findet überall im Rhodendronwald verschlungene Wege und kleine geheime Gärten, so daß selbst die anderen Besucher kaum noch zu sehen waren.


Nachdem wir die Blütenberge lange genug bewundert hatten, besuchten wir die Kapelle in der 
Heidelandschaft, gingen im Labyrinth verloren und verliebten uns in das kleine Prinzessinnen-Spielhaus (darüber werde ich im nächsten Artikel etwas schreiben.)


Zum Abschluß besuchten wir den japanischen Garten mit Kaulquappenteich und einer großen Brücke, die den Teich selbstverständlich malerisch überspannt. 


Das Besondere an diesem Park ist wahrscheinlich seine private Natur - weswegen Gestaltungen nicht unbedingt denkmalpflegerischen Aspekten genügen müssen, sondern man sieht genauso moderne Gartenmöbel, kleine Kräutergärtchen und wilde Wiesen. - Es ist nicht alles gepflegt und ‚in Ordnung‘, es gibt skurrile Elemente und genau dadurch wirkt es nicht wie ein Museum sondern ein lebendiger Garten, der sich immer weiter entwickelt :)

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