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26. Juli 2020

Im Juli unterwegs


Derzeit komme ich kaum noch hinterher mit meinem Blog, denn ständig sind wir woanders unterwegs… zuerst waren wir in der Eifel, und haben u.a. endlich Eifelsteig Etappe 2 quer durch das Hohe Venn erwandert, was langweiliger war als erwartet.


Man sieht immer die Hohes Venn Bilder, in denen Menschen eher durch eine Wasserlandschaft mit Torfinseln, auf Holzstegen wandern: Diese ausgesprochen kleine Gegend der Gesamtfläche des Venn gibt es auch irgendwo, doch unser Wanderweg führte dort stattdessen über eine schnurgerade, kilometerweit asphaltierte Straße mit Wiese und Fichtenplantagen rechts und links, nur im Straßengraben blubberte etwas Moorwasser vor sich hin.


Dann waren wir mit der Familie meiner Schwester im Hochsauerland und sind ein paar Tage mit dem Neffen von Spielplatz zu Spielplatz gepilgert ^^ zwischendurch stand aber auch Winterberg bei entsprechend wintrigen Temperaturen auf dem Programm.

Danach hatten wir unsere ersten Wochenend-Gäste seit Coronabeginn zu Hause - und waren gestern mit ihnen in Maastricht, was tatsächlich sehr schön war.


Wir waren 2019 im Vorfrühling in der Stadt, die ich dementsprechend eher als grau, dunkel und absolut ungemütlich in Erinnerung hatte, aber im Vergleich dazu ist es jetzt im Sommer einfach wunderbar.
Die Stadt im Süden der Niederlande versteht sich durchaus als fast schon mediterran darzustellen, und zieht selbst eine historische 20jährige Besetzung durch die Franzosen heran um sich als quasi niederländische Antwort auf Südfrankreich zu präsentieren, mit unzähligen Straßencafés, Weinranken an den Häusern und sogar kleineren Weingütern (ich habe eine Flasche niederländischen Wein erstanden, aber noch nicht geöffnet).


Wir besuchten die Innenstadt, Kirchen, Straßenmärkte, waren in einer der kühlen Mergelsteingrotten unterwegs und natürlich gab es auch Bier, aus Maastricht sowie dem nahegelegenen Belgien.

Mitten in der Idylle und Touristenströme fragt man sich heutzutage natürlich auch immer wie es mit Corona aussieht… nun, außer im ÖPNV gibt es in den Niederlanden keine Maskenpflicht, Deutsche erkennt man daran, daß sie die Maske dennoch in den Läden aufsetzen, Belgier tragen die Masken auch auf der Straße - ansonsten bleibt es dabei möglichst Abstand zu anderen zu halten, was häufig nicht möglich ist bzw. Hände zu waschen - recht wenig um eine zweite Welle der Pandemie aufhalten zu können.
A. hat sich in dieser Woche in die Geschichte der Spanischen Grippe eingelesen, deren zweite Welle auch durch Mutation des Virus wesentlich gefährlicher war als die erste. In Indien z.B. starben 5% der Gesamtbevölkerung, das einzige Mal im 20. Jahrhundert, daß die Bevölkerungszahl in Indien sank. Allerdings ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar, wie viele Menschen an der Krankheit starben und wie viele an der Hungersnot, die der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems und unterbrochener Ackerbau mit sich brachte. Derzeit befindet sich Indien bereits seit drei Monaten im Lockdown, was leider Corona wenig aufhalten konnte - aber die Wirtschaft erneut massiv ausgebremst hat, was besonders für alle Tagelöhner ein echtes Problem darstellt, denn die gesamte indische Service-Industrie besteht zum Großteil auf Tageslohn Basis.


Hoffen wir also einfach, daß sich die Geschichte nicht wiederholen wird und wir auch durch die zweite (und vermutlich dritte und vierte Welle) halbwegs unbeschadet - nur mit Maske und Seife zur Hilfe - gelangen werden.
Mein nächster Winter wird wohl wieder einer werden, in dem ich mich quasi in Selbst-Quarantäne begebe und bis auf Tagesausflüge die Stadt sehr selten verlassen werde, dann muss ich von den Sommererlebnissen zehren, bis die Erkältungs-& Grippe-Saison in April / Mai wieder abklingt. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit und so begleite ich meine Schwester mit ihren Kindern in der nächsten Woche erneut zu meinen Eltern auf die Insel Usedom :)


13. Januar 2020

Montag, 13.01.2020


Selbst nachdem 2020 schon seit 13 Tagen existiert, muss ich doch noch jedes Mal stutzen, wenn ich das Datum schreiben will - aber so langsam wird es.
Am Sonntag habe ich zum ersten Mal das Büro von A gesehen, wir haben nämlich eine Pflanze vorbeigebracht, nachdem seine letzte Büro-Pflanze leider ein Wurzelproblem hatte und nicht mehr zu retten war - wünschen wir dieser jetzt mehr Glück. Danach ging es zum Einkaufen nach Vaals, hin und wieder nutzen wir eben doch die Möglichkeit um in den Niederlanden auch am Sonntag einkaufen zu können. Wie immer geht es dann in die Apotheke und zum nächsten Supermarkt, Tee (der ist pro Packung fast 3 € günstiger als in Aachen), Dubbel Vla und gesalzene Butter von der Rolle gehören da zu den üblichen Verdächtigen.
Danach waren wir in einem ‚Chinesisch-Indischen‘ Restaurant, das sich aber als Chinesisch-Indonesisch herausstellte - das späte Mittagessen war dennoch solide und damit brauchten wir auch kein Abendessen mehr ^^
Heute habe ich das halbwegs gute, milde Wetter für einen langen Spaziergang genutzt, auf dem ich drei, teilweise entgegengesetzte Punkte erreichen musste, um einige Besorgungen zu erledigen. Dabei bin ich wann immer möglich auf Feldwegen unterwegs gewesen und konnte nicht nur entfernte Regenbänder am Himmel bewundern, sondern auch meinen Gedanken freien Lauf lassen. Heute ist der Geburtstag einer ehemaligen Schulfreundin, die vor ein paar Jahren abrupt den Kontakt abgebrochen hat, ich hoffe sie hat einen schönen Tag.

2. Januar 2020

Jahresrückblicks-Stöckchen 2019

Werbung ohne Auftrag, wegen Orts- und Markennennungen, sowie Verlinkungen. Bezüglich Links verweise ich auf mein Impressum Punkt 2. 


Nachdem ich diesen Rückblick letztes Jahr ausgelassen habe, kommen jetzt einmal mehr die Fragen an mich selbst. Die vorherigen Jahresrückblicke kann man hier finden: Link.

Zugenommen oder abgenommen?
Im letzten Winter krankheitsbedingt etwas zugenommen, über den Sommer wieder ab. Im September dann wurde Metformin zur Regulierung meiner Insulinresistenz abgesetzt, seitdem nur noch Gewichtszunahme - obwohl ich gleichzeitig mein Essen eingeschränkt habe. Hormone sind eine dumme Angelegenheit…

Haare länger oder kürzer?
Die Länge ist vermutlich gleichgeblieben, aber grauer ist es auf jeden Fall. Statt Naturfarben zum Haare färben, verwende ich jetzt echte dauerhafte, ungesunde Colorationen und selbst die waschen sich bald wieder aus den weißen Haaren heraus.
Irgendwann sollte ich vermutlich zu meinen 40 Jahren stehen, aber gerade ist mir noch nicht danach.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger, kein Umzug, keine großen Reisen und hier in der kleinen Stadt hat man auch nicht so viele Möglichkeiten Geld zu verschwenden.

Mehr bewegt oder weniger?
Dank Schrittzähler im Smartphone habe ich mich an den täglichen 10 000 Schritten versucht, im Jahresmittel sind es ca. 7000 Schritte geworden, mit deutlichem Anstieg in der zweiten Jahreshälfte. Es gibt also 2020 einiges zu tun, ich möchte nämlich gerne einen höheren Schnitt als 10 000 (ca. 7 km) erreichen, 10 km pro Tag würden mir besser gefallen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich bin von einer steilen Treppe, ohne Geländer gefallen - auf die Knie. Gottseidank wurde aber nichts weiter verletzt als mein Stolz.

Die teuerste Anschaffung?
Das waren vermutlich unsere zwei verlängerten Wochenenden in den Niederlanden, ein Mosel- Wanderwochenende und eine Woche Urlaub bei meinen Eltern.

Das leckerste Essen?
In Aachen gibt es zwei Restaurants in denen ich wirklich gut gegessen habe:

 1. Pfannenzauber, ein veganes Restaurant in der Innenstadt.

2. Piccolino, ein kleiner Italiener in Burtscheid.

3. Bei unserem Besuch im holländischen Ouddorp, hatte ich den perfekten Ziegenkäse-Salat im Restaurant Akershoek.

Das beeindruckendste Buch?
Ich habe mich durch die Ben Aaronovitch Reihe gelesen - besonders der Teil aus Trier war sehr schön, als ich gerade aus dem Besuch in Trier zurückkam und den Ermittlungen quasi räumlich folgen konnte :)

Der berührendste Film?
Photograph, von Ritesh Batra.
Früher fand ich Filme mit offenen, vagen Enden eher unbefriedigend, mittlerweile mag ich sie vielleicht mehr als die, in denen letztlich alles geklärt und erledigt ist.

Die beste Musik?
2018 hatte ich einiges an George Ezra gehört, das hallte auch 2019 noch nach, vor allem im Sommer.
Ansonsten habe ich selten bewusst Musik gehört, sondern häufig als Konzentrationshilfe. Es gab aber auch einige hauptsächlich instrumentale Klassiker, die ich seit Jahren höre, wie z.B. von Yiruma, Fazil Say, William Bolcom. Außerdem Krishna Das und Mike Oldfield.

Das schönste Konzert?
Ich habe intensiv über diese Frage nachgedacht und es gab kein einziges Konzert, auch nicht auf Festen, die wir besucht haben usw. das mir im Gedächtnis geblieben wäre. Seltsam, das ist mir bisher nicht einmal aufgefallen und muss dringend in 2020 verbessert werden. 

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Den Katzen, meinem Mann, meiner Schwester und ihrer Familie.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
… meiner Familie im Sommerurlaub auf Usedom, mit Mann, Eltern, Großmutter, Schwester und ihrem Sohn & Tochter.

2019 zum ersten Mal getan?
Zweimal Urlaub in den Niederlanden gemacht.
Eine Pneumokokkenschutzimpfung erhalten.
Den Blausteinsee besucht.
Einen Rock mit der Nähmaschine genäht.

2019 nach langer Zeit wieder getan?


Die erste mehrtäge Wanderung nach 2017, dieses Mal auf dem Moselsteig.
Nach 2008, ein neues Kätzchen adoptiert.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
1. Das gesamte erste Quartal des Jahres dauerhaft schwere Bronchitis.
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Ganz ehrlich nichts kommt dem irgendwie nahe, aber gut:
2. Ich habe meine Lieblingsstrickjacke, von DKNY, die ich 2009 im Thrift Store in Ottawa gekauft hatte, in Köln im Rheinpark verloren.
3. Regen und Sturm, Sturm und Regen - anderswo in Deutschland herrschte Dürre, davon kann in der Aachener Gegend keine Rede sein.

Das schönste Geschenk, das ich / wir jemandem gemacht habe?
Ich habe ein paar Mal den Geschmack der Beschenkten ganz genau getroffen, das gefällt mir, besonders, wenn ich mir vorher nicht so sicher war, ob es richtig ist.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich habe eine Nähmaschine von meiner Mutter geschenkt bekommen, und sie funktioniert ganz wunderbar. Ich muss noch sehr viel lernen, damit ich mir mehr zutraue, als was ich bisher damit anfange - vielleicht brauche ich sogar noch einen richtigen Nähkurs.

Nachricht des Jahres?
Feuer, Feuer überall - das ist etwas was ich verfolge, sowie weitere Auswirkungen des Klimawandels. Was wir unserem Planeten mittlerweile alles zumuten, ist wahrlich grausam.

2019 war mit einem Wort (für mich selbst) …?
... durchwachsen. 

Ich hoffe sehr, daß 2020 ein besseres Jahr wird als 2019, daß wir viel Spaß mit unseren drei Katzen haben - und A. beruflich fester im Sattel sitzt, bzw. wir wissen, wie die Zukunft weitergeht, und ob diese in Aachen stattfindet. 


29. Dezember 2019

Kelmis und Moresnet-Chapelle

Werbung ohne Auftrag, wegen Orts- und Markennennung.


Gestern haben wir unseren ersten Tagesausflug seit dem Weihnachtsmarkt in Stolberg unternommen: Dazu sind wir mit dem Bus nach Kelmis gefahren und haben dann den kleinen Wallfahrtsort Moresnet-Chapelle besucht. 


Wir leben im Drei-Länder-Eck an der Grenze zu den Niederlanden und Belgien und während wir häufig in den nächsten niederländischen Orten unterwegs sind - in Vaals und Kerkrade - waren wir vorher noch nie im belgischen Kelmis.
Der Aachener Stadtbus brachte uns bis ins Ortszentrum der verschlafenen, deutschsprachigen Grenzgemeinde und dann ging es zu Fuß in ca. 30 Minuten bis nach Moresnet-Chapelle. 


Wenn man sich einmal den all-wochenendlichen Einkaufstrubel der Deutschen im niederländischen Vaals ansieht, so stellte Kelmis schon einen großen Unterschied dar - doch außer Kaffee ist in Belgien eben alles teurer als in Deutschland. 
Die Haupteinkaufsstraße der Innenstadt bestand aus leeren Geschäften, bzw. bereits zu Wohnungen umfunktionierten - doch das ist ein eher vertrautes Bild in nahezu allen Städten jenseits und diesseits der Grenze.

 So eine grimmige Sonne ...                                                                                  

Bald erreichten wir den Weg aus der Stadt heraus und mit einem Blick über die lange Eisenbahnbrücke gingen wir hinunter zum (französisch-sprachigen) Marienwallfahrtsort Moresnet-Chapelle. 


Ab dem Jahr 1771 sorgte hier ein Marienbild für wundersame Heilungen und Verhinderung von Viehseuchen, so daß sich langsam ein Wallfahrtsort mit kleiner Kirche entwickelte.
Als die Klöster im zu der Zeit preußischen Aachen aufgelöst wurden, siedelten sich dann Franziskanermönche im Ort an und gestalteten einen erbaulichen Weg mit den Kreuzigungsstationen im neben der Kirche gelegenen Park.


Mit einem Höhepunkt zum Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann jeden Mittwoch die Pilger um Erlösung von Krankheiten zu erreichen, häufig offenbar mit Erfolg, wie die vielen Dankestafeln in der Kirche beweisen. 
Mich erinnerten vor allem die ‚Grotten‘ im Wald an eine ähnliche Anlage, die ich einst in Vanier besucht hatte. 


Nach unserem kurzen Besuch ging es zurück nach Kelmis, zu einem schönen Mittagessen im kleinen Restaurant ‚Living in Kelmis‘ das ein wirklicher Glücksgriff war.


Bevor wir wieder zurück nach Hause fuhren, mussten wir noch den Colruyt Supermarkt besuchen, die belgische Antwort auf Aldi oder vielleicht Metro, denn es gab viele Großpackungen. 
Außerdem konnte man von Wein, Schokolade, Chips einiges probieren und die Kühlabteilung war tatsächlich ein einziger Kühlraum, in dem von Obst bis Käse alles in den offenen Regalen lag. Interessant. 
Dann aber ging es mit dem Bus wieder zurück nach Hause :) 

16. Juli 2019

Graues Wochenende

Bei Marken-, Titel- & Ortsnennungen: Werbung ohne Auftrag. 


Manchmal ist es doch ganz nett eine Burgruine in der Nachbarschaft zu haben. Für den dramatischen Effekt stört dann noch nicht einmal der graue Himmel: Burg Wilhelmstein, in Bardenberg.


Am Wochenende haben wir uns den Film ‚Photograph‘ von Ritesh Batra angesehen und sind immer noch ganz begeistert. Ich dachte mir schon, daß ich den Film mögen würde, schließlich fand ich auch ‚The Lunchbox‘ wunderbar - aber das funktionierte eher wie ein Briefroman, während in Photograph eine tatsächliche, sich leise entwickelnde Beziehung beschrieben wird.
Es ist natürlich auch ein typischer Festivalfilm, mit seinen Andeutungen, offenen Enden und diese Art Filterblase, die die Hauptfiguren vom Rest der Welt trennt.
Dazu spielt melancholische Klaviermusik, es gibt kein einziges, nervenaufreibendes Drama - der perfekte Film für einen verregneten Sonntag mit einer warmen Tasse Tee in der Hand :)

Gestern habe ich mich dann trotz grauem, kalten Himmel wieder aufs Fahrrad geschwungen. Es wurden zwar nur 24 km, bis zum nächsten Decathlon in Kerkrade und zurück, aber die bin ich völlig ohne Probleme, locker durchgefahren. Jetzt muss ich nur noch das Doppelte hinbekommen, dann schaffe ich es bis zum Ikea in Heerlen ^^
Außerdem befindet sich neben Decathlon ein Kwantum, für den ich seit ich in dieses Grenzland gezogen bin, Werbung auf dem Smartphone erhalte - und deswegen war ich auch endlich einmal dort. Der Laden funktioniert irgendwo zwischen Xenos und Ikea, wesentlich kleiner als Ikea, größer als Xenos, aber auch mit Möbeln, Stoffen, Teppichen, Kleinzeugs aller Art - nur wirklich preisgünstig. Beim nächsten Mal werde ich A. mitnehmen, wer weiß, vielleicht finden wir doch endlich einmal einen passenden Teppich für unseren Eßbereich.


14. Juli 2019

Sonntagsblumen aus Zierikzee


Als wir vor kurzem ein verlängertes Wochenende in Ouddorp verbrachten, besuchten wir auch die schöne, historische Altstadt von Zierikzee. 
Dazu schreibe ich vielleicht auch einmal etwas in diesem Blog: Heute aber geht es einzig um die wunderschönen Stockrosen, die bei unserem Besuch gerade in voller Blüte standen.


Stockrosen sind ohnehin immer schön, ob nun einfach geöffnet oder gefüllt - und in Kombination mit alten Ziegelwänden und Holzfenstern sehen sie aus wie Teil einer Kulisse, die alle Klischees über den Sommer in Holland erfüllt :)

4. Juli 2019

Gedankenmix


Und schon wieder sind ein paar Wochen vergangen, zum regelmäßigen Bloggen reicht es wohl nicht bei mir in diesem Jahr. In der Zwischenzeit waren wir nochmals am Strand in den Niederlanden, dieses Mal in Ouddorp und ich hatte erneut gesundheitliche Probleme, wenn auch zur Abwechslung einmal nicht erkältet, sondern Gelenkschmerzen. So ganz in den Griff habe ich das noch nicht bekommen, aber gleichmäßiges Fahrradfahren und Spaziergänge helfen die Auswirkungen zu minimieren. Dazu nehme ich derzeit von Eisen, Magnesium, B12, D, Fischöl so ziemlich alle Nahrungsergänzungsmittel ein, an denen man einen Mangel haben könnte.
Ansonsten geht das Leben hier seinen gewohnten Gang - seitdem wir einen Gartentisch und Auflagen für die bereits vom Vormieter übernommenen Stühle gekauft haben, befinden wir uns fast nur noch auf der Terrasse und im Garten.
Der Aufreger ist derzeit eine Amsel, die mir regelmäßig die gesamte Erde aus den Pflanztöpfen herausholt und dabei nicht nur die Wurzeln beschädigt, sondern auch eine Riesenmenge Dreck verursacht. Die Katzen zeigen sich an dem Vogel übrigens nur milde interessiert - und so stapelt sich mittlerweile Holz, Steine, Plastikflaschen auf den Kübeln, aber die Amsel findet trotzdem immer noch einen Weg. Als nächstes werde ich meine Blumen wohl eine Weile ins Wohnzimmer stellen müssen, um ihr Überleben zu sichern. 

Tägliche Nachrichten versuche ich derzeit eher zu vermeiden, alles was amerikanische Präsidenten betrifft, lese ich ohnehin schon lange nicht mehr, aber auch all die ständigen Aufreger der deutschen Politik sind mir derzeit zu viel. Natürlich darf man schlechtes nicht ignorieren, aber man muss auch auf sich selbst Acht geben.
Manche Themen betrifft das aber nicht, und so denke ich wie wahrscheinlich viele andere über die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer, ihr Schicksal in diesen Selbstmordfahrten auf Rettung zu hoffen und Lösungsansätze nach - und ich bin sehr froh, daß ich nichts davon entscheiden muss. Rettet man mehr Menschen in dem man Hand in Hand mit den Schleppern arbeitet? Oder werden es dann nur immer mehr dieser wahnwitzigen Schlauchbootfahrten, die Rettungsschiffe sind niemals ausreichend und die Schlepper verdienen sich eine goldene Nase? Rettet man die Menschen stattdessen mit Abschreckung, wenn so viele im Meer ertrinken, daß es die anderen nicht mehr riskieren, bzw. auf andere Routen ausweichen? - Bisher ergeben die vorhandenen Nachrichten aber nicht, daß es weniger Versuche gab, seit die staatliche und private Rettung mehr oder weniger eingestellt wurde, sondern nur entsprechend höhere Opferzahlen.
Die erste Möglichkeit hilft also dem einzelnen Ertrinkenden, aber nicht der Masse an Menschen, die sich dann in die Situation begibt am Ertrinken zu sein, die zweite Möglichkeit hilft niemandem.

Ich würde mir legale Wege wünschen, die es z.B. einem Eritreer oder Afghanen ermöglichen nach Europa zu kommen, Karrierecenter mit festen Quoten, wo man sich registrieren und mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt kommt, z.B. dem Bäckermeister in einem kleinen Ort, der keinen Lehrling findet, oder der Produktionsstelle, die dringend Helfer braucht.
Gerade Deutschland hat ein rückläufiges Bevölkerungswachstum und jedes Jahr werden mehr Menschen benötigt, um das auszugleichen. Eine solch legale, abgesicherte Möglichkeit kann auch Hoffnung geben, und wenn man es in einem Jahr nicht in die Quote schafft, muss man sich nicht sofort in libysche Sklaverei u.a. begeben um darauf zu hoffen, irgendwann in einem untergehenden Schlauchboot auf dem Mittelmeer zu landen - sondern man wartet bis nächstes Jahr und bekommt dann möglicherweise seine Chance.
Und selbstverständlich muss es eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in der EU geben, es kann nicht sein, daß wirtschaftlich instabile Länder wie Griechenland, Spanien und vor allem Italien mit den Geretteten allein gelassen werden - und dann macht mal ... 

1. Mai 2019

Über den April


Heute ist bereits der erste Mai, und der April schon wieder vorbei. Nachdem A. von seinem Heimaturlaub zurückgekehrt war, hatten wir einen geschäftigen Monat mit einigen Zukunftsentscheidungen, und der Osterreise nach Den Haag / Scheveningen.
Es war wunderschön dort am Strand und zwischen den Dünen, und das Wetter tatsächlich schon Sommer, zumeist warm und jeden Tag sonnig.
Wir sind dieses Mal mit dem Fernbus angereist und werden das sicher so schnell nicht wieder machen, denn sowohl auf der Hin- als auch der Rückfahrt, haben sich die Busfahrer geweigert die Klimaanlage einzuschalten, so daß man in der prallen Sonne gut durchgekocht wurde.
Nach diesem Urlaub ging es für mich einen Tag später, weiter nach Köln, denn mein Schwager war auf Dienstreise, also kam ich zur moralischen Unterstützung zum Spielen mit der fast 12-Wochen alten Nichte, die meistens ziemlich entspannt ist. Der Neffe hat sich mittlerweile auch recht gut damit arrangiert, daß er jetzt ein großer Bruder ist. Die Familie bräuchte zwar dringend eine größere Wohnung, aber die ist in Köln so schwer zu finden, wie in allen Großstädten.
Wir waren u.a. im Rheinpark und im Zoo, und kamen natürlich an keinem Spielplatz vorbei - bis es für mich wieder zurück nach Würselen ging.
Köln per Bahn zu erreichen war kompliziert wie immer, auf der Hinfahrt hieß das Bummelbahn bis nach irgendwohin, dann Schienenersatzverkehr, S-Bahn und Straßenbahn (insgesamt anderthalb Stunden länger als üblich), auf der Rückfahrt Fußballspielbedingte Verspätung der Straßenbahn, Reinquetschen und Luftanhalten bis Stadion, S-Bahn verpasst, trotzdem kam ich letztlich nur eine halbe Stunde später an.

Gesundheitlich ging es mir eher so okay, ich reagiere allergisch auf einige der derzeit blühenden Bäume, warum ich dann aber sofort wieder Bronchitis hatte, war mir ein Rätsel, interessierte die Ärzte jedoch nicht. Ohnehin läuft Allergie meist unter ‚Das ist Pech, aber da kann man nichts machen‘, statt ‚Sie sollten eine Hyposensibilisierung in Betracht ziehen, um Ihre Lebensqualität auch im Frühjahr zu erhalten‘. Nun habe ich nicht zum ersten Mal allergisches Asthma, dennoch kam das nie mit heftiger Bronchitis und regelmäßigen Fieberschüben - als ob, die Bronchitis von Dezember/Januar eigentlich noch da ist.
Wir haben auch unseren 11. Hochzeitstag gefeiert, aber dieses Mal hieß das nur ganz schlicht abends Essen gehen, im neueröffneten Bistro fast um die Ecke, wo es für mich 500 g Spargel gab, perfekt. Auf in den Mai :)
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29. Mai 2018

Keukenhof


Wann immer man die Worte ‚Niederlande‘ und ‚Frühjahr‘ in einem Zusammenhang erwähnt, fällt automatisch auch das Wort ‚Keukenhof‘ - der weltbekannte Tulpenpark in der Nähe von Amsterdam, der heutzutage in etwa so typisch niederländisch ist, wie Windmühlen und Fahrräder.
Als wir unseren Osterurlaub planten, sahen wir, daß der Park dann bereits eröffnet sein würde, und beschlossen ihn auch endlich zu besuchen.

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