19. Mai 2019

Geschäftiger Samstag

Gestern waren so viele Feste und Veranstaltungen geplant, daß wir uns von Anfang an nur auf einen Programmpunkt beschränkten: Das (Düsseldorfer) Asian Street Food Festival (zum ersten Mal in Aachen) und wir morgens nur noch kurz einkaufen gehen wollten.
Auf dem Weg zum Supermarkt kam jedoch gerade der Bus 51 vorbei und so stiegen wir spontan ein und fuhren zum Einkaufen nach Alsdorf. Da hat man zusätzlich zum Supermarkt auch noch einen großen türkischen Laden u.a. zur Verfügung.
In Alsdorf fand gerade ein Stadtfest statt, so daß wir uns auf dem Jahrmarktbereich am Annapark ein Crêpe für mich und Reibekuchen für A. kauften. Weil es gerade nieselregnete, hatten die Verkäufer viel Muße die Gerichte zuzubereiten, so daß ich den schönsten Crêpe und A. die frischesten, überhaupt nicht harten, unverbrannten Kartoffelpuffer bekam - und einen regengeschützten Sitzplatz fanden wir ebenfalls.


Nach der Rückkehr nach Würselen, blieb etwas Zeit sich auszuruhen, bis wir dann gegen 18 Uhr von den Spielmannszügen unseres Stadtviertels wach-ge-ufta-uftat wurden.
Die Katzen flüchteten sich gleich unters Bett, während wir uns auf dem Balkon sitzend die kleine Prozession ansahen. Das Jungenspiel unserer Nachbarschaft zog vorbei: Dabei handelt es sich um die Maigesellschaften, von denen jeder Würselener Stadtteil seine eigenen hat.
Bei dem Umzug, den wir sahen, zogen gerade der Maikönig, Maiknecht, Mai- usw. vorbei um dann ihre Maikönigin, Maimagd, Maidamen … abzuholen und zur jeweiligen Feststätte zu bringen. Die Maileute werden aus den Junggesellen*innen des jeweiligen Stadtviertels gebildet - daher wohl Jungenspiel.

Danach ging es für uns nun endlich zum Asian Street Food Festival in die (im Sommer eisfreie) Eishalle nach Aachen.
Überraschend war, daß man 3€ Eintritt bezahlen musste, denn das wurde auf der Veranstaltungsseite nirgends erwähnt und ähnliche Street Food Veranstaltungen fanden dort bisher immer bei freiem Eintritt statt. Ich finde die Eishalle eher ungeeignet für solche Veranstaltungen, weil sie so überhaupt nicht schön ist oder sich zum Aufhalten wollen einlädt, aber an einem Regentag ist sie vermutlich sehr praktisch.


Als wir in die Halle traten war der erste Eindruck: Dunkel, leer und es stank überwältigend nach Frittierfett - so wie dann auch unsere Kleidung. 

Offenbar versuchten die Veranstalter eine schummrige Discoatmosphäre mit schlechter (und nicht asiatischer) Musik zu erzeugen und weil die einzelnen Stände das vorher nicht wussten, hatten sie nicht genügend eigene Lichter mitgebracht - so musste man an manche Stände ganz dicht herantreten um zu sehen, was verkauft wurde.
Das Thema Asien wurde dabei sehr weit ausgelegt, es gab den Mexikanischen Wagen, genauso wie Hawaiianische Pokebowls und die Pommesbude - nur als sich jemand über den pakistanischen Beitrag aufregte, wurde A. kurz laut und fragte: Habt ihr schon einmal auf eine Weltkarte geschaut, wo sich Pakistan befindet? - Nur versteht der gemeine Deutsche unter asiatischem Essen eben nicht Essen aus asiatischen Ländern, sondern nur solches aus Ost- bzw. Südostasien.
Weil wir beide nicht so richtig hungrig waren, konzentrierten wir uns ausschließlich auf Vorspeisen und begannen mit Gyoza, japanischen Teigtaschen. Wir entschieden uns für die vegetarische Variante, die neben Gemüse und Erdnüssen auch eine markante Wasabinote enthielt, und ausgesprochen lecker war.


Danach gab es für mich einen Bubble Tea mit Guava Sirup und Granatapfel-Bubbles, mein erster Bubble Tea überhaupt, irgendwie ist der Trend völlig an mir vorbeigegangen - während A. ein japanisches, langweiliges Bier von der Weihenstephan Brauerei probierte. 
Die 0,33 l Flasche gab es für 4€, was offenbar zu weiterem Unmut unter den ohnehin spärlichen Besuchern in der Halle führte.
Nach einem ausführlichen Rundgang bei dem wir unsere Getränke beendeten, fanden wir dann einen Stand aus Singapur, bei dem A. einen Salat bestellte, der so heißt wie sonst nur indisches Pickle und ich wählte eine Laksa-Reisnudel-Kokossuppe - auch diese beiden Gerichte waren sehr lecker.


Jetzt waren wir eigentlich satt, mussten aber den Abend mit Mochi Eis beenden. Das sind Reiskuchen mit Eisfüllung, bei denen ich Mango und A. Kokos wählte. Es war ebenfalls lecker, aber 3€ pro kleiner Kugel doch etwas happig.

Fazit: Die Gerichte auf dem Festival sind wirklich etwas Besonderes und so nicht unbedingt in den Restaurants zu finden, aber in diesem Rahmen funktioniert die Veranstaltung nicht.

Wieder zurück in Würselen, hatte im Fernsehen gerade das diesjährige Finale des Eurovision Song Contest begonnen - wir hatten die beiden Halbfinale in der Woche bereits gesehen, also war es Ehrensache, daß wir uns jetzt auch das Finale ansahen.
Im Prinzip war es sogar von Vorteil, daß wir die meisten Lieder bereits kannten, so konnte man Toilettenpausen bei langweiligen Liedern einbauen und sich Lieblingslieder noch einmal anhören. Es war überraschend, daß man nach dem zweiten Hören überhaupt bereits Favoriten hatte und auch, daß die Soundprobleme in der Halle plötzlich gelöst waren, denn das war bei den Halbfinalrunden teilweise grausam.
Wir wünschten eigentlich Australien den Sieg, haben aber auch kein Problem mit dem Beitrag aus den Niederlanden, der heute überall als ‚offensichtlicher Favorit‘ bezeichnet wird. Ich denke er war eher der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich Publikum und Jury einigen konnten, denn wenn es nach dem Publikum gegangen wäre, hätte Norwegen gewonnen und die Jury sah Nord-Mazedonien ganz vorne.

Die wirklich schlechten Lieder (Island!) wurden durch das neueste Hobby von A. erträglich gemacht, denn er mixt jetzt gerne Cocktails. Am Anfang waren seine Kreationen noch etwas streng, aber mittlerweile sind seine klassischen Margaritas perfekt :) 

Kommentare:

  1. Ach, das war ja ein rundum gelungener Tag! Vielleicht läuft das Asian Street Foot Festival im nächsten Jahr besser, weil man aus den Fehlern dieses Jahres lernt... Liebe Grüße und einen schönen Sonntag. Natalia

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    1. Vielen Dank, Natalia, ich wünsche Dir ebenfalls ein schönes Restwochenende.

      Und ja, wenn aus den Fehlern gelernt wird, dann wäre das wünschenswert, aber bei Neu-Auflagen des Festivals würden wir wahrscheinlich erst mal pausieren - oder direkt nach Düsseldorf fahren :)
      Auf Facebook wurde die Aachener Veranstaltung diskutiert und auf viele der Probleme aufmerksam gemacht, diese Kommentare wurden komplett gelöscht - das sagt mir doch, daß die Veranstalter kein großes Interesse haben, sich mit Kritik auseinanderzusetzen.
      Liebe Grüße Thea

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    2. Liebe Thea,
      das ist wirklich kein gutes Zeichen und lässt keinen Platz für meine Hoffnung. Denn die Idee an sich finde ich super. Dann also doch die Düsseldorfer Version ��
      Liebe Grüße
      Natalia

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