26. März 2013

Unterwegs


Während mein Blog einmal mehr im Winterschlaf versunken ist, passend zu den derzeitigen Temperaturen und Schneestürmen, habe ich meine theoretische Führerscheinprüfung fehlerlos bestanden (jetzt denkt A. ich bin einer dieser fürchterlichen Leute, die ewig vor Prüfungen jammern, daß sie durchfallen und dann alles wissen...) 
Außerdem waren wir in der letzten Woche in Baltimore, Maryland und Washington D.C. unterwegs. A. hatte eine Konferenz in Baltimore und da man von dort mit dem Regionalzug nach D.C. fahren kann, planten wir ein paar Tourismustage in der Hauptstadt mit ein. 


Baltimore ist eine sehr interessante Stadt im Wandel und so ganz kann man noch nicht sagen, in welche Richtung der Wandel stattfinden wird. Es war eine Industrie- und Hafenstadt, die in den 1960-70ern so ziemlich alles an Industrie verloren hatte, sich als Dienstleistungsstadt neuerfand, nur um mit der Immobilienkrise erneut vieles zu verlieren. 
Mittlerweile entstehen Luxuswohnungen in ehemaligen Ghettoblocks und die Hafenanlagen wurden mit Einkaufszentren und Promenaden aufgewertet - doch eine erneute Wirtschaftskrise könnte all das wieder vernichten. Derweil bleibt es ein gefährlicher Ort, allen wurde gesagt, daß selbst im sicheren Teil der Stadt direkt neben dem Konferenzzentrum Teilnehmer überfallen wurden, und man daher 20$ Bargeld immer griffbereit in der Tasche haben sollte. Unser Hotel im historischen Mount Vernon lag eigentlich im sicheren Teil der Stadt und doch hatten viele umliegende Häuser Stacheldraht über Zäunen, Gitter vor Tür und Fenstern und bei manchen Geschäften musste man klingeln, damit die Eingangstür geöffnet (und wieder hinter einem verschlossen wurde) um diese besuchen zu können. 


Washington D.C. war danach fast schon langweilig... natürlich war es sehr sicher, mit Polizei überall und es war sehr schön, daß man fast alle Museen besuchen kann ohne Eintritt bezahlen zu müssen (nur deshalb besuchten wir z.B. auch den Zoo ^^ und gaben uns die Überdosis Kunstgenuß mit Smithsonian Freer Galerie, Nationalgalerie und Nationale Portrait Galerie) doch es verändert sich nicht viel in der Stadt: das Capitol, Gedenkstätten, Museen, das Weiße Haus stehen dort schon seit hundert Jahren und werden vermutlich in hundert Jahren noch ganz genauso aussehen. 
Eine schöne Begleiterscheinung war das Wetter, obwohl es auch in D.C. kälter war als sonst für den März angemessen, so herrschte doch auf jeden Fall schon Frühling: Statt grau-braun-gelb zeigte sich vorsichtiges Grün auf den Rasenflächen, die Narzissen und Krokusse blühten und die Kirschblüten waren dabei mit dem Blühen anzufangen. 
Nachdem wir uns also vergewissert hatten, daß der Frühling auch in diesem Jahr nicht ausfällt, fiel es nicht mehr ganz so schwer in den Vermonter Winter zurückzufliegen.

Kommentare:

  1. Ach, unterwegs sein und herumschauen ist etwas soooo schönes und herrliches ...
    Wenn der Eintritt in Museen und Zoo kostenlos ist, wie finanzieren sich denn diese Einrichtungen?

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    1. Ja, wenn man den ganzen Winter in einem kleinen Ort "festhängt" ist es schön endlich einmal etwas anderes zu sehen :) Bei den Museen gibt es zwar die Möglichkeit "Mitglied" oder "Freund" für ein Jahr zu werden und wird dazu zu speziellen Veranstaltungen eingeladen, doch ich denke der Großteil des Geldes kommt aus Staatskassen. Normalerweise gibt es kaum irgendein Museum mit freiem Eintritt, selbst das kleine Uni-Museum hier im Ort mit seinen vier Räumen kostet noch $5, doch die Staatsmuseen in D.C. dienen offenbar der Selbstdarstellung der Nation.

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  2. Gratulation!
    Dann hoffe ich doch, dass du bald mit dem Auto rumfahren kannst. ;-)

    Hier bei uns in Österreich ist noch der tiefste Winter, Schnee ohne Ende und gestern gab es schon fast mehr Autos in Unfällen als ohne. Ich hoffe so sehr, dass es endlich mal besser wird. >_>

    Liebe Grüße
    Christina

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    1. Na ja, zumindest in Vermont kann ich sofort fahren, denn mit meiner Learner's Permit brauche ich nur einen über 25jährigen mit gültigen Führerschein auf dem Beifahrersitz und dann gehts los.

      Wir haben seit zwei Tagen strahlenden Sonnenschein, doch für heute ist schon wieder Schneeregen angesagt worden :(

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  3. Null Fehler in der Theoretischen hatte ich auch noch - aber ich bin sicher, dass Du das mit der Praktischen besser hinbekommst als ich (3 Versuche, alle gescheitert) ;) Krass, dass es in Baltimore immer noch so unsicher ist - war mir nicht bewusst. Ich kenne das nur aus den Filmen von John Waters (unbedingte Empfehlung!) und weil ein Freund von mir dort studiert hat. Will aber auch unbedingt mal in diese Gegend reisen - wenns wärmer ist :)

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    1. Ich habe einen deutschen Führerschein (im zweiten Versuch bekommen und nur weil ich nicht Parallel einparken musste) aber ich bin seit zehn Jahren kein Auto mehr gefahren (Stadtmensch). Hier ist parallel einparken ebenfalls Bestandteil der Prüfung, also schaun 'mer mal :)
      In Baltimore hat sich glaube ich für manche Bevölkerungsteile seit den Rassenunruhen von 1968 nicht viel verändert, sie arbeiten den ganzen Tag und haben doch kaum genug zum Leben, da sie keine Ausbildung haben, das Schulsystem so schlecht ist, ihre Eltern (und Großeltern) schon der Meinung sind, daß es hoffnungslos ist. Es ist sehr anders als in Kanada wo die Meisten (außer native Americans) der Meinung sind, daß es immer besser werden wird. Die Stimmung ist aggressiv und kann sofort umschlagen - ich geriet in eine spontane Demonstration am "world famous Lexington Market", als die Polizei ein paar Leute verhaftete und für einen Augenblick konnte ich nicht einschätzen wie gefährlich das für mich werden kann, zieht jemand eine Waffe, eskaliert die Situation, ich war die einzige Weiße umringt von einer wütenden Menge, so daß ich zurück in die Markthallen lief und in einer Nebenstraße herauskam, da war zwar ebenfalls Polizei doch keine Demonstranten :)

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  4. Na herzlichen Glückwunsch zur Führerscheinprüfung, aber hattest Du es anders erwartet? Naja, die Aufregung machts ja dann, dass man ein bisschen jammert (und darf). ja, Du hast länger nix geschrieben und ich habe es vermisst, von Deinen Touren zu lesen und von Deinem Alltag. Viele Grüße von Cosmee

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    1. Es gibt soviele Prüfungs-Fragen, bei denen man eine genaue Zahl wissen muss 6 inches da, 30 feet dort, 20 feet woanders, 12 inches noch mal woanders... da ich mir feet und inches nicht vorstellen kann (das ist auf ewig cm, m, km usw.), ist es schwierig auswendig zu lernen und bei den Übungsfragen habe ich regelmäßig alle Zahlen durcheinander gebracht - daher das Jammern ^^ Ich hoffe, jetzt geht es wieder regelmäßiger weiter mit dem Blog und auch Teodeco :)

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