18. Oktober 2013

Bergschleicher


Am vergangenen Samstag bestiegen wir den Berg Camel’s Hump, seines Zeichens dritthöchster Berg des Staates Vermont.
Wir sind bereits im letzten Jahr auf den Berg gewandert, doch damals hatte ich keine Zeit die Aussicht auf dem Gipfel zu genießen, da es einer der heißesten Tage des Jahres war und mit Hitzeschock musste ich stattdessen im Schatten sitzen.
Zu der Zeit kletterten wir den Monroe Trail von Osten hinauf, doch dieses Mal nahmen wir den um eine Meile kürzeren Burrows Trail, der von der Westseite des Berges hinaufführt. Ich erwartete eigentlich, daß dieser Weg steiler und schwieriger sein würde und hatte recht mit der ersten Annahme, doch da der Wanderweg sehr gut ausgebaut war, war es viel einfacher die Felsen zu übersteigen. Ansonsten gab es so wie bei dem längeren Wanderweg nur wenig schwierige Stellen zu überwinden, denn die meiste Zeit lief man auf Waldboden.


Leider war das jedoch meine erste richtige Bergwanderung des Jahres (Snake Mountain war doch eher ein Hügel) und ich kam mir selbst unglaublich langsam vor.
Es dauert ohnehin immer eine Weile, bis sich meine Atmung an das Berge Hochwandern gewöhnt hat und mein Gesicht von tomatenrot wieder eine normalere Farbe bekommt, aber an diesem Tag fand ich meinen gewohnten Rhythmus nicht.


Doch Aufgeben kam nicht in Frage, zweimal den Berg besteigen und trotzdem nicht die Aussicht auf dem Gipfel sehen können, das wäre gemein... also machte ich viel mehr Pausen, als ich es sonst als vernünftig angesehen hätte, die starken, gelangweilten Jungs unserer Wandergruppe wurden vorausgeschickt und brauchten eine Stunde weniger als ich ... und so ging es weiter, bis der Weg geschafft war und ich endlich auf dem Berg stand.


Dieses Mal war es nicht zu heiß, sondern zu kalt ^^, aber wir hatten Jacke und Schal mitgebracht.
So konnten wir uns gegen den Sturm wehren und verbrachten eine halbe Stunde auf dem baumlosen, nur mit einigen Kräutern bewachsenen Gipfel, sahen den See in der Ferne und Mount Mansfield in der anderen Richtung, machten zuviele Fotos und einen kleinen Snack gab es ebenfalls.

 Diese Menschen haben keinen Respekt vor meiner Höhenangst, die durchaus auch stellvertretend (bitte jetzt nicht abstürzen) wirken kann.

Als dann unsere Hände zu sehr eingefroren waren um noch die Kamera zu halten, ging es zurück in den windgeschützten, 1,50 m hohen Kriechbaum-Wald.

 Das obligatorische Gruppenfoto...
.

Dort fand sich noch ein schöner Aussichtspunkt und nach einer Weile ging es dann an den Abstieg.
Der erste Wegteil ist voller Felsen und bei denen braucht man bekanntlich länger mit dem Abstieg, da von oben kein Weg zu erkennen ist... doch sobald diese Stellen überwunden waren, ging es auf dem weichen, trockenen Waldboden fast im Laufschritt den Berg hinab... ein Hurra auf die Schwerkraft.


Mit dem Abstieg in den Vegetationszonen, wurden auch die Nadelbäume wieder höher, bis sie normale Waldhöhe erreicht hatten, dann begann eine Laubbaumzone, nur daß die Bäume schon alle kahl waren und doch weiter unten im Tal, hatten zumindest die Buchen noch ihre Blätter behalten.
Mit dem Sonnenuntergang erreichten wir den Parkplatz und fuhren im goldenen Licht zurück nach Burlington, wohlwissend, daß der aus diesem Abenteuer resultierende Muskelkater uns ein paar Tage beschäftigen wird.

Kommentare:

  1. Wunderschöne Bilder hast Du von Eurer Wanderung mitgebracht. Ja, Herbstzeit ist Wanderzeit, man bekommt keinen Hitzestau. Und Pausen dabei, vielleicht sogar ein kleines Picknick aufm Bersch, müssen einfach sein...viele Grüße von Cosmee

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    1. Danke :) das war meine erste richtige Herbstwanderung und ich glaube diese Jahreszeit eignet sich hervorragend zum Wandern, es ist nicht zu heiß, aber man hat auch nicht so nasse Wege wie im Frühling. Wahrscheinlich finden sich solch perfekte Wandertage ab Mitte August...
      Unser Picknick bestand nur aus Müsliriegeln, Wasser und einer Banane ... das wäre durchaus noch verbesserungswürdig... aber keiner mag zu viel mitschleppen.

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