21. November 2010

Sonntagsblume(n)


Das ist immer noch meine Lieblingsrose: Nostalgie und nostalgisch fühle ich mich schon, jetzt wo ich zurück in Vermont bin und mich erneut mit der Zeitverschiebung herumschlagen muss. War ich in Deutschland noch bis weit nach Mitternacht wach, so schaffe ich es jetzt meist nur bis 18:00 Uhr, zwinge mich mühsam ein - zwei Stunden länger wach zu bleiben und wache spätestens um 4:00 Uhr morgens wieder auf.
Es ist seltsam wie sehr ich gerade auch meine letzte Station: Berlin vermisst habe, ich wußte das selbst nicht, bis ich die Kamera praktisch nicht mehr aus der Hand legte und das obwohl ich es in meinem straffen Besuchsprogramm zu keiner typischen Berlin Touristenattraktion geschafft habe. Stattdessen habe ich Jugendstilfassaden und Graffitis fotografiert, bin in meinem ersten Berliner Viertel in Prenzlauer Berg (gewollt) umhergeirrt, habe Hinterhöfe in Wilmersdorf erkundet und habe mich auf dem Flughafen dann stilecht mit Berlin Tourismus Artikeln, wie Berlin-Mütze und Magneten eingedeckt ( zum Kleingeld loswerden, wie ich mir sagte... ). Zu sagen, daß ich Vermont nicht mag, wäre übertrieben... es ist ein schönes Reiseziel, mit niedlichen Bauernhöfen, Bio-Supermärkten, den sanften Bergketten drumherum und vielen Ferienhäuschen. Ich bin mir sicher, daß ich hier gerne für eine Woche oder so zum Ausspannen (so wie die Pferde von der Kutsche) herkommen würde und nach der Woche würde ich wohl genauso gerne wieder zurückfahren, in die Stadt. Ich weiß nicht, wann aus mir ein Stadtmensch wurde, aber das Leben in diesem kleinen Ort macht mich nervös und ängstlich zu schnell zu gelangweilt zu werden. Vielleicht sind es die Berge... ich bin am Meer aufgewachsen und dessen spezielle Ödnis der endlosen Wasserflächen bis zum Horizont. Doch kann man süchtig nach dem Horizont werden? Als ich nach Potsdam zum Studieren ging, war es was mich am Anfang so besonders störte, daß der Blick immer irgendwo endete, an einem Baum, ein Haus und hier in Vermont sind es eben die Berge, die einfach überall um diesen schmalen See herumstehen und absolut erhaben darüber sind, daß ich sie mir mitunter wegwünsche...
Von Albert Einstein habe ich einmal gelesen, daß er als Bergliebhaber aufwuchs und sich irgendwann völlig änderte und offene, weite Landschaften wie Ozeane und Wüsten bevorzugte... vielleicht war ich einfach schon immer der „wüste“ Typ oder könnte ich umgekehrt lernen die Berge zu lieben? 


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