3. November 2012

Hauptsache Warnemünde


An meinem zweiten und letzten Tag in Rostock besuchte ich den Stadtteil Warnemünde, der sich direkt an der Mündung der Warnow in die dort offene, ungeschützte Ostsee befindet.


Dort findet man außer den langen Reihen der kleinen Kapitänshäuschen entlang des Hafens, langem Sandstrand und den üblichen Hotels auch das Kreuzfahrterminal, das Warnemünde den Beinamen „Hafen von Berlin“ eingebracht hat, denn von dort steigen die Kreuzschiff-Fahrenden direkt in den Zug Richtung Hauptstadt ein.

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Ich fuhr mit der S-Bahn ab Parkstraße - vorbei am Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen - bis zur Endhaltestelle Warnemünde. Es war ein sonniger Oktobertag und bereits so warm, daß ich schon vor 10 Uhr auf meine Jacke verzichten konnte und sie deswegen nicht einmal mitnahm.

 Auch die Brücke in Warnemünde ist mit Liebesschlössern angefüllt, wenn's hilft. 

 Das Haus mit dem schönsten 'Zimmer frei' - Schild :)

Wann immer ich in früheren Jahren nach Warnemünde kam, zog es mich sofort an den Strand... doch mein mittlerweile monatelanges Leben auf einer Insel zeigte Wirkung und so folgte ich stattdessen den üblichen Touristenpfaden: Statt direkt am Strom lief ich zwar in der Straße dahinter Richtung Teepott, doch dann bog ich ab um mir die beiden kleinen Leuchttürme an der Hafeneinfahrt anzusehen.
Jedes Mal fällt mir dabei die Geschichte von vor vielen Jahren ein, als wir zur Segelregatta in Warnemünde unterwegs waren: Alle sollten mit ihren Minibooten ganz links segeln, denn rechts mussten die Fähren vorbei... alle hielten sich daran, außer meine Schwester (damals vielleicht zehn Jahre alt), die sich dann ganz rechts treiben lassen musste, damit eine Riesenfähre noch durchkam... damals habe ich wahrscheinlich meine ersten weißen Haare bekommen, einfach nur vom hilflos zusehen müssen und bangen ob meine kleine Schwester da heil wieder heraus kommt, während neben ihr der häusergroße Stahlkoloss schnell Fahrt aufnahm. Sie kam heil heraus und ist seitdem genervt, daß ich diese Geschichte regelmäßig erzähle.


Nach dieser Erinnerung an vergangenen Schrecken wollte ich noch ein wenig auf der Promenade laufen und das ein „wenig“ wurde immer länger.
Ich passierte Hotel Neptun, lief an der Jugendherberge vorbei, erreichte den Küsten-Buchenwald und die Steilküste Richtung Hotel Wilhelmshöhe bis mir irgendwann der Gedanke kam, daß ich auch wieder zurück musste.


Also ging es nunmehr am Strand zurück nach Warnemünde. Mit mir stapften drei Pferde samt Reitern gemächlich durchs Wasser, die Möwen hatten sich gute Plätze auf den Buhnen gesichert und die Leute hatten ihre Windschütze (Stoffbahnen, die wie ein Zaun gesteckt werden) aufgebaut um dahinter Hochsommer zu spielen... es war der perfekte Strandtag :) 
Irgendwann setzte ich mich in den Sand und verteidigte mein mitgebrachtes Mittagessen vor den Möwen: Weinblätter, Nudelsalat, ein belegtes Brötchen und Cola... sie durften zu recht neidisch sein. 
Dann ging es durch den Kurgarten zurück Richtung Bahnhof.

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Zwischendurch rief meine Schwester zweimal an... einmal um mich zu einer Vorlesung in der Uni einzuladen, ich lehnte dankend ab und beim zweiten Mal um mir mitzuteilen, daß sie nun schon zu Hause sei und nicht bis 18 Uhr arbeiten muss... dadurch bemerkte ich auch, daß ich bereits über vier Stunden in Warnemünde verbracht hatte.
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Mein Tagesplanung wurde davon dann zwar über den Haufen geworfen... ich hatte angedacht noch einmal in meinem alten Büro vorbeizusehen, auch da ich eh zum Hauptbahnhof musste (doch den Fahrkartenkauf erledigte ich dann auch gleich vor Ort in Warnemünde) und noch ein paar gezielte Geschäfte anzusteuern, doch nach den tollen Stunden am Strand fiel es schwer irgendetwas davon zu bereuen :)
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Der Rest des Tages verlief dafür etwas stressiger, ich besuchte die Nähmarie ganz kurz, war nocheinmal ganz schnell in der Innenstadt, wurde danach von der diesjährigen Ikea Weihnachtskollektion enttäuscht und abends waren wir zum Fußball gucken beim Schwager meiner Schwester eingeladen...
Am nächsten Morgen ging es dann schon weiter mit dem Zug nach Hamburg - Bergedorf :)

Kommentare:

  1. Das sieht echt nach einem ausgiebigen und schönen Spziergang aus! =) Und so schöne Fotos, vielen dank dafür! Das Bild mit dem Reitern gefällt mir besonders. =)

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    1. Ich wusste noch nicht einmal, dass Pferde so am Strand erlaubt sind - aber außerhalb der Saison scheint das kein Problem zu sein, auf Usedom hatte ich jedenfalls auch Pferde am Wasser gesehen. Ansonsten herrschte einfach traumhaftes Wetter an den Tagen in der Mitte des Oktobers und eine Woche später gab es den ersten Schnee.

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  2. Auch uns geht es immer so, wenn wir in Rostock sind.
    Ein gemütlicher Spaziergang durch Warnemünde darf nicht fehlen. Frischer Fisch und Strandspaziergang sind Pflicht, egal, ob die Zeit knapp ist oder nicht. Warnemünde und auch Rostock haben Lieblingsecken, die wir immer wieder gerne Besuchen.

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    1. Ich bin zwar ganz in der Nähe, in Wismar & Insel Poel aufgewachsen, doch irgendwie war Rostock immer nur der Durchfahr-Ort nach Fischland-Darß oder Usedom... ich denke da gibt es für mich noch so manche Lieblingsecken zu entdecken... beim nächsten Heimatbesuch :) LG Thea

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  3. tolle fotos! der nähmarie sei dank für diesen tipp! :-)

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    1. Danke schön, normalerweise geht es in dem Blog eher um ein kleines verschlafenes Neu England Städtchen, doch hin und wieder verschlägt es mich in die alte Heimat und Danke an die Nähmarie für's Verlinken :)Liebe Grüße Thea

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