6. September 2009

Wochenprotokoll

Ich stelle gerade fest, dass ich auch in dieser Woche bemerkenswert faul gewesen bin.
Das hat nichts mit genereller Blog-Unlust zu tun, sondern wohl eher mit dem äußerst guten Wetter der Woche, den Anfangssschwierigkeiten mit dem neuen Laptop, Nachbarschaftshilfe und “farmville”.
Der wolkenlose Himmel hat mich jeden Tag für ein paar Stunden nach draußen gelockt und da ich meinen Fuß immer noch nicht belasten kann, habe ich es mir stattdessen mit Katzen, Kissen und Klappstuhl bequem gemacht, gelesen, genäht und die Sonne genossen. So langsam flattern auch immer mehr rote Blätter zu Boden, da wollte ich doch ein wenig das Gefühl haben, dass es vor dem Herbst einen Sommer gab.
Ansonsten haben wir in dieser Woche, unserer Nachbarin beim Auszug geholfen und versucht die Dinge so umzulenken, dass sie möglichst wenig wegwirft, sondern man es eher zur Kleidersammlung, Second Hand Store, ebay usw. bringt. Es hat nicht so ganz geklappt... Leute, die Möbel abholen kommen wollten, sagten ab und letzlich lief ihr auch die Zeit davon. Wahrscheinlich hätte ich noch mehr helfen sollen und sagen, stell einfach alles was du wegwerfen willst in unsere Wohnung und wir bringen das dann zu den entsprechenden Läden, aber ich war ein bißchen langsam. Wenn Leute Dinge wegwerfen, die kaputt sind, wie z.B. Couch mit aufgerissenen Bezug, dann denke ich okay, man hätte zwar auch den Bezug erneuern können, aber vielleicht war einfach mal was Neues fällig, aber wenn ich eine komplette Mülltonne gefüllt mit fast neuen Waren sehe, dann bin ich traurig und denke man hätte noch mehr retten müssen.
Anand ist derweil immer noch am Einrichten des neuen Laptops, manche Programme wollen noch nicht so wie sie sollen und fragen nach immer neuen 'keys', ich suche auch noch nach den besten Möglichkeiten meine Fotos zuzuschneiden und die Größe zu verringern, wie ich das bei den Linux-Open-Suse Programm stets gemacht habe. Aber mit den Toronto-Fotoalben bin ich auf einem guten Weg und hoffe sehr, dass ich nächste Woche die ersten Berichte veröffentlichen kann.
Der letzte Punkt “farmville” ist etwas schwieriger zu verstehen. Ich habe noch nie ein Aufbau-Online-Spiel gespielt und war demnach überrascht, wie einfach man damit tatsächlich Zeit vergeudet. Es handelt sich um ein sehr einfaches Spiel, bei dem man einen Bauernhof einrichtet und mit durch Felder verdientes Geld in Scheunen, Kaninchen usw. investieren kann. Nachdem meine Farm wuchs und ich teilweise eine Stunde lang nur sinnlos auf dem Bildschirm herumklickte, langte es mir jedoch (ich tauge wohl nicht für PC-Spiele, wenn ein Spiel nach 5 Minuten nicht beendet ist, werde ich schon ungeduldig) jetzt habe ich alles mit Saatgut bepflanzt, das 4 Tage zum Wachsen braucht und habe dann immer ein paar Tage Farmruhe zwischendurch... .


Mit Interesse habe ich mich in dieser Woche durch Artikel der Forscher der Universität Perth und New York gelesen, die sich mit Facebook und anderen SocialNetwork-Seiten beschäftigten und 13-jährige Mädchen bei ihrem Facebook-Konsum beobachteten um dann nach einem Jahr festzustellen, dass sie depressive Symptome zeigten. Das Resultat: Facebook macht depressiv.
Die Forscher führten aus, dass die Mädchen neidisch wurden, durch gezeigten Fotos von anderen, die mehr Freunde, bessere Statusmeldungen, bessere Figur hatten. ..
Natürlich ist es nie ratsam Stunden vor dem Computer zu verbringen und 13-Jährige mögen inmitten der Pubertät auch ein paar andere Gründen haben, depressive Symptome zu zeigen, als nur Facebook, ...aber die Argumente warum speziell diese Freunde-Netzwerkseiten so gefährlich sein sollen, konnte ich nicht nachvollziehen. Ich habe eher das Gefühl, dass facebook das Kleinstadtleben zurückbringt. Man wird wieder durch Nachbarn, Freunde, Familie kontrollierbar und beobachtet. Man kauft etwas Neues... oh, wo hat man das Geld her, man schreibt irgendeinen Blödsinn in seinen Statusmeldung und kann damit seinen Job verlieren. Es ist seltsam, dass gerade das unbegrenzte freie Internet jetzt wieder einzäunt und beschränkt, man muss aufpassen was man schreibt, wie man sich präsentiert.. so wie die gutbürgerliche Fassade in der Kleinstadt. Die Forscher scheinen wohl echte Großstadtmenschen zu sein und wenn Facebook sie schon depressiv werden lässt, möchte ich erst gar nicht wissen, wie sie mit dem Leben auf einem Dorf zurechtkommen würden – wahrscheinlich gar nicht.
Interessant ist jedoch wiederrum, dass ich nur ein paar Tage nach dem Auftauchen der Artikel keinen einzigen langen Artikel dazu mehr in der google-Liste finde um ihn in den Blog zu verlinken.
Offenbar haben bei google nur bei der Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen Depression und ihrer immer einträglicher werdenen Network-Seite, sämtliche Alarmglocken geklingelt, so dass die Stichworte: News+Facebook+Depression zu keinem der entsprechenden Artikel verlinken. Schade, denn zumindest diese Studie ist so einen Großangriff auf die Meinungsfreiheit wohl nicht wert, zeigt jedoch, dass so manchen Vorbehalte gegen die Allmacht der Suchmaschinen berechtigt sind.

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