16. Dezember 2011

Bilder der Woche


Nachdem ich gestern den ganzen Tag auf die Lieferung von A.s Weihnachtsgeschenk wartete (selbst geschenkt, ein neues Objektiv für die Nikon, es kam gegen 19.00 Uhr) wollte ich heute all das nachholen, was ich gestern nicht machen konnte... weil ans Haus gebunden. (Und dabei war es so ein schöner Tag, ich saß eine Weile draußen im Sonnenschein vor der Haustür, trank Tee... wann kann man das schon im Vermonter Dezember ohne Frostbeulen zu riskieren...) Doch über Nacht kam ein starker Südsturm auf und als ich morgens zuerst Kabelcrews beim Reparieren heruntergekommener Leitungen auf der Straße sah, beschloß ich, das Haus lieber erst dann zu verlassen, wenn es etwas weniger stürmte. Nun der Sturm wurde im Tagesverlauf weniger, dafür fing es aber an zu regnen... gemütlich.
Stattdessen war ich also zu Hause als das Ostpaket von der heimatlichen Insel eintraf, mein Paket hat dagegen immer noch gravierende Lücken um überhaupt abschickbereit zu sein. Nennen wir es doch einfach das Spätjanuar-Paket.
Eine Woche nach dem Ende meiner Antibiotika Kur bin ich verhalten optimistisch, denn ich bin noch regelmäßig heiser, aber insgesamt scheint die Erkältung sich verabschiedet zu haben. Der Virus könnte möglicherweise auch AD14 gewesen sein, zumindest treten in den USA in 2011 wieder vermehrt Fälle der im Volksmund als "killer cold" bekannten Erkältungsvirusart auf.
Nach 6 Wochen Dauererkältung habe ich mir jedenfalls eine Pause redlich verdient.
Ich hatte auch lange darüber nachgedacht, ob ich mich gegen die Grippe impfen lassen sollte. Zuerst war ich zu krank zur Impfung, aber als es nun wieder ging, hatte meine Familien-Arztassistentin Bedenken wegen meiner allergischen Reaktion auf die ‚T-Dap’ Impfung im Sommer. Ich hatte auch Bedenken, wusste aber nicht, was schlimmer ist, eine Woche Atemprobleme oder Grippe... Nun, ich besprach das ganze nochmals mit einem Freund - und richtigem Arzt (nur in Amerika kann man einen Familienarzt haben, der nicht einmal Medizin studiert hat) und er vertrat die Ansicht, vorallem aufgrund meines Asthmas usw. wäre es wohl nochmals einen Versuch wert zu sehen, ob ich wirklich auf das Eiweiß in der Impfung allergisch reagiere oder nur Probleme mit der Dreifachimpfung (Tetanus, Keuchhusten, Diphterie) hatte.
Da ich kein Interesse hatte mich nochmals in die mit Erkältungspatienten überquellende Hausarztpraxis zu setzen, ging ich stattdessen in die Drogerie, denn gegen Grippe kann man sich - mit Versicherungskarte kostenlos - überall impfen lassen. Die Frage ist nur ob man dem Impfenden vertraut eine Spritze aufziehen und richtig setzen zu können. Das war zumindest bei den echten Pharmazeuten der RiteAid Drogerie der Fall, ich achtete nur mit darauf, daß auch wirklich keine Luft in der Kanüle war, aber alles lief ganz genau so, wie man das vom Arzt kennt und nunmehr vier Tage später geht es mir immer noch gut :)

Wann immer ich zuviel Zeit habe, die ich nicht direkt sinnvoll zu nutzen weiß, muß das Blogdesign daran glauben. So kam ich zum nervigen Santa und dem mindestens genauso irritierenden floating Share-Kasten an der Seite. Ich hätte gerne die normale Bloggerversion davon, aber wie bereits beim Header, Favicon, Datumsanzeige über jedem Blogtext usw. wird mir all das zwar im Layout angezeigt und brav gespeichert, doch nicht auf den eigentlichen Blog übernommen.


Irgendwo in meinem Blog befindet sich ein html Fehler und ich habe ihn bisher schlichtweg noch nicht finden können. Beiden der heute eingefügten Neuerungen vorhersage ich jedoch nur eine recht kurze Verweildauer auf dieser Seite. 

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Thema dieses Posts... den Wochenbildern:

Warmes Licht. Ich mag die letzte halbe Stunde vor dem Sonnenuntergang sehr... wie die Ziegel in der Sonne leuchten. Nicht so sehr mag ich, daß diese goldene Zeit schon ab 15.00 Uhr beginnt. 

Ja, das ganz unten ist Vanilla-Eis. Das geht auch noch im Winter, manchmal, vorallem in der Kombination mit Mangos, Melone und Kokosraspeln (sowie einem großzügigen Spritzer Orangensaft.) Das Bild ist jedoch etwas geschummelt, denn obwohl ich genau das gleiche in dieser Woche zusammenstellte, gab es davon kein Foto. Das Foto hier, stammt noch aus dem September.

Die Weihnachtsbaum-Kaufsaison ist in vollem Gange und wir suchen auch schon überall nach dem Weihnachtsbaum mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Zum Wochenende wird dann vermutlich auch bei uns gekauft und die Katzen werden sich gewiss über den Baum im Haus freuen =)

Gut, daß überall in den Städten diese unnützen Statuen herumstehen. Da sie so perfekt im Untergrund verankert sind, dienen sie zumindest als sehr gute Stützhilfen für Lautsprecher. 

Kabelsalat hinter einem Unigebäude. Wohl für die Ewigkeit. 

Ein kleines dickes Eichhörnchen. Da die Nager hier normalerweise nicht so dick werden, vermute ich eher ein kleines, hochschwangeres Eichhörnchen. 

A. mag nicht aufwachen... Linus hilft. 

Ein Weihnachtsmotiv. Leider fast völlig schneefrei. 

Arbeiten mit Hindernissen ... 

... und zum Abschluß zwei Weihnachtsstimmungsbilder bei Nacht. 

Bis zum nächsten Mal und Durchhalten bald ist Wochenende :)

11. Dezember 2011

Adventseinkauf


Gestern kamen wir nicht umhin uns in das Getümel des dritten Advent-Wochenendes zu stürzen, auch wenn wir wahrscheinlich lieber überall sonst als in der University Mall gewesen wären. 
Doch A. läuft immer noch mit einer Regenjacke durch den zunehmend eisigeren Winter und die größte Auswahl an Geschäften befindet sich in Burlington eben nur in dieser Mall (drei andere Einkaufszentren bzw. die Innenstadt hatten wir bereits in den Wochen zuvor erfolglos durchsucht.)
Sein Problem ist, daß amerikanische Jacken zu lange Ärmel haben und er selbst in Größe „S“ zumeist wie ins Zelt gesteckt aussieht. Die Kindergrößen XL und L passen da zwar besser, aber deren farbenfrohe Designs sind das Gegenteil von dezent. 

 Seine Jacke passt... 

So wühlten wir uns also durch Automassen über die Straßen, sahen den riesigen Parkplatz vor dem Einkaufszentrum zum ersten Mal voll (und überlegten einmal mehr, ob wir uns das wirklich antun wollen) und wühlten dann in der Mall weiter; durch Menschenmassen im Dauerslalom: Wir waren nicht hier um einfach nur zu bummeln und den Kindern der Musik- und Tanzschule bei ihren Auftritten zuzujubeln, wir hatten ein Ziel. Mit diesem Fokus sahen wir uns in der Folge alle Jacken bei Kohls an (in etwa Karstadt), dann alle Jacken bei JC Penney (C&A Niveau), dann brauchte ich eine Pause und da auf dem Foodcourt natürlich alles super voll war, entschlossen wir uns zu Kaffee und Boston Kreme von Dunkin Donuts und dazu ein einfaches Kichererbsen Mal vom Samosa Man... beide jeweils nur aufgrund ihrer geringen Warteschlangen ausgesucht. Leider bekam mir weder das eine noch das andere, zum Ende meiner 10tägigen Antibiotika Kur futtere ich zwar täglich Joghurt, aber sämtliche Magen usw.-Bakterien sind offenbar ebenfalls schwer angeschlagen. Aber immerhin bin ich eine 6 Wochen andauernde Erkältung endlich los (hoffe ich). 
Es war jedoch interessant all die Menschen zu sehen, denn diese Vielfalt vom überstylischen Montrealer Einkäufer mit Sonnenbrille im Haar bis zur echten Vermonter Farmersfrau mit Rollkragen unter dem Weihnachtsbaum-Sweatshirt war alles vertreten, und Kinder über Kinder. Burlington ist normalerweise eine recht kinderarme Stadt, es gibt in der Vielzahl nur Rentner und Studenten... insofern war es wirklich einmal etwas ganz anderes :) 
Nach dem Essen hieß es aber weiter nach Jacken suchen, Bonton (P&C Art) wurde durchsucht und dann gaben wir auf. In einem Schuhladen sah ich mir einmal mehr Fellstulpen für die Schuhe an (die sehe ich mir schon länger an, aber nun waren sie im Ausverkauf) und A. fing an mit der Verkäuferin über deren Unsinn zu debattieren. Sie konnte dem zuerst nur zustimmen, kam dann aber doch noch auf einen Sinn: Damit der Schnee nicht in die Stiefel rutscht. Hach! Natürlich... Diese Gefahr möglicher nasser Füsse musste ich nun wirklich verhindern und nur wegen dem Schnee wurden die Stulpen dann gekauft. 
Das letzte Kaufhaus der Runde ‚Sears’ (eher wie C&A aber mit Karstadt Preisen) wollten wir zuerst gar nicht besuchen, zu sicher waren wir, daß sich am Endergebnis nichts ändern würde. Aber dann sahen wir in dessen integriertem Lands End Shop eine schlichte schwarze Daunenjacke und sie passte. A. gefiel zwar der Daunenteil nicht (mit so was aufgeplusterten laufen doch nur Damen durch die Gegend....) aber wir waren müde, die Jacke war schwarz, warm und im Extra Angebot mit 40% Rabatt: gekauft. 
Danach schlurften wir nur noch zum Supermarkt um Katzenfutter zu kaufen, drängten uns in den übervollen Bus und zu Hause hieß es: Ausruhen, das war genug Tag für den Tag... :) 


9. Dezember 2011

Flashback Friday

In dieser Woche hatte ich eines Nachts davon geträumt, daß ich jemanden die Lübecker Innenstadt kurz vor dem Beginn des Weihnachtsmarktes zeigen würde. 
Ich sah mich selbst mit dieser Person durch die Stadt spazieren und von Größe und Schönheit des Marktes berichten, vom Mittelaltermarkt und extra Schuß im Glühwein, vom Kunsthandwerker - Markt im Heiligen-Geist Spital mit Puppen und Springerle, und natürlich vom Marzipan im Niederegger Haus, während dessen trank ich einen Schluck Cola auf der Straße stehend und wurde von hinten vom Auto überfahren. Damit wachte ich auf.
Merke: Cola trinken kann tödlich enden.
Nichtsdestotrotz erinnerte ich mich völlig koffeinfrei an vergangene Weihnachtsmarkt Besuche in der Lübecker Altstadt (Auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, jemals die Vorbereitungen zum Weihnachtsmarkt gesehen zu haben.) und wie schön das war, aber auch zu voll... immer überall zu voll. 
Ich dachte, ich hätte jede Menge Fotos davon auf CD aber offenbar waren die Besuche noch kurz vor der Digitalen Zeit und so lagern diese Beweisstücke nur daheim auf der Insel im Fotoalbum. 


Ich habe aber noch dieses Bild von ca. 1993 gefunden, aus dem Märchenwald an der Marienkirche. Der sieht wahrscheinlich noch heutzutage ganz genau so aus :)

8. Dezember 2011

Bilder

Seit über Nacht der Winter erneut eingezogen ist, haben sich zwar viele dieser Motive wieder ins Weiße verändert... aber bis ca. gestern früher Nachmittag sah es zumeist überall noch so oder so ähnlich aus ... :) 

Zum ersten Mal habe ich einen Teil der bittersüßen Bezeichnungen dieser Stadt aufgenommen. Es gibt noch mehr ‚Bittersweets’ und eines Tages werde ich sie allesamt besucht und dokumentiert haben. 

Die Tankstelle an der man Munition und Gewehre zum Überfallen derselbigen sofort vor Ort kaufen kann. Ich habe jedoch den Besitzer nicht gesehen. Vielleicht ist er selbst bis an die Zähne bewaffnet, so daß man sich das mit dem Überfallen nochmals überlegen sollte... 

Seltsame Metalldings in den Bäumen. 
Beim letzten Schneesturm vor zwei Wochen hörte ich dort einen älteren Herrn so sehr seufzen, während er mit dem Schneeschieber kämpfte, daß ich spontan überlegte, ob er Hilfe benötigt. Aber dann fing er an übers ganze Gesicht zu lachen, meinte: Jetzt geht Das wieder los... und ich ging weiter. Wer lacht hat noch Reserven. 

Pinocchio auf der Mauer im Battery Park - mit Seeblick. 

Herr A. spielt mit dem Flutlicht vom „weißen“ Haus. 

Als ich (ähm, im Regen) spontan auf die Idee kam dieses Bild aus Blättern zu legen sah mir ein alter Mann mit langem weißen Bart über die Schulter: Na, meinte er, Schulprojekt? 

Der am strengsten bewachteste Hinterhof von ganz Burlington und dabei könnte man noch nicht einmal wenn man wollte, so völlig ohne Anstrengungen in die Tür dort oben einbrechen. 

Straßenkunst. 

Was man auf dem Foto leider nicht so gut erkennen kann ist, daß aus dem anderen Rückfenster des Autos noch ein Husky heraus-lachte ... 

Das Neueste in der Weihnachtsdekoration sind Rentiergeweih und rote Nase für’s Auto. Hier hat man gnädiger Weise (oder weil das Auto rot ist?) wenigstens auf die Nase verzichtet. 

Würden Sie hier wohnen wollen? In das Abbruchhaus (kann man das noch als Haus bezeichnen?) im Hinterhof sind einmal mehr Obdachlose eingezogen. Morgens sieht man sie nun vor dem Zaun auf einem umgedrehten Sofa sitzen, ein Frühstücksbier in der Hand. Später ziehen sie dann los um ihren (Brot-) Biererwerb mit Pfandflaschen-Sammeln zu verdienen. 
Die nettesten Gestalten sind sie nicht... Rex wird regelmäßig von ihnen mit dem Stock verjagt und dabei ist das schließlich sein Revier. 

Darf ich vorstellen *Trommelwirbel* Das ist Rex’s Winterhaus :) A. hatte lange darüber nachgedacht, wie er aus einer Kiste ein Haus zaubern könnte (sogar eine Säge wurde käuflich erworben) und dann meinte der Hausmeister, er würde einmal nach passendem Holz suchen. (A. hatte ihm auch gesagt, daß er das Katzengeschirr nicht mehr wegwerfen soll..) nun jedenfalls war unser Erstaunen groß, als bereits einen Tag später dieses zweigeschossige, isolierte Katzenhaus auf der Terrasse stand. Das ist super, Brian! :)

6. Dezember 2011

Oh die Freude …

… auf einer Baustelle zu wohnen. 
Ich habe mich schon ein paar Mal darüber beschwert, daß ein Sprinklersystem in das Haus eingebaut wurde, das sind nun endlich Beweis-Bilder dazu: 

 Der Anfang sah noch ganz harmlos aus... 

 Halloween Bild
und das erste Rohr....

Ich finde es nicht schlecht ein solches System zu besitzen, denn jeden Tag hört man hier die Feuerwehren durch den Ort brausen und wir wohnen eben in einem 100 Jahre alten, leicht klapprigen Holzhaus. Mit Sprinklern wird man dann also im Ernstfall nur nass und nicht rauchvergiftet und angekokelt... doch deren Einbau erstreckte sich über Monate. 
Im Frühjahr wurden uns zum ersten Mal gesagt, daß wir unsere Schränke ausräumen müssten und dann passierte den ganzen lieben Sommer lang gar nichts. Ab September kam endlich regelmäßig ein Herr um (schwarze, rostige) Rohre über Rohre im Haus zu verlegen. 

 Linus kennt sich mit den Bauplänen bestens aus.

Zwischendurch arbeitete er auf anderen Baustellen, so daß sich all das hinzog. Ich weiß nicht, wie oft ich z.B. unseren Kleiderschrank aus- und wieder eingeräumt habe (wohin sonst mit all dem Kram), wie oft ich golden schimmerndes Isoliermaterial auffegte, nur um es gleich danach noch einmal sauber machen zu dürfen, da die auf jeden Fall beendeten, fertigen Eckrohre eben doch nochmals ausgebaut werden mussten. 


Irgendwann war man all den Dreck und Müll einfach nur noch leid. 
Dann kam der Tag an dem tatsächlich alles beendet sein sollte, doch das Testen der Rohre ergab fünf Leckstellen in unserer Wohnung alleine, vier wurden erkannt, die fünfte tropfte durch die Decke. Nun soll endlich alles in Ordnung sein, wir warten auf die Bauabnahme durch die Feuerwehr... und irgendwann in ferner Zukunft darf ich die rostig-schwarzen Rohre vielleicht weiß streichen. 


Seit die Bauarbeiten zum größten Teil beendet sind, hat sich auch die Erkältung meiner Katzen auf magische Weise verabschiedet.
Ich hatte deswegen einmal nach der Isolierung gegoogelt... Sie besteht aus Vermiculit und die schlechte Nachricht ist, daß diese mit Asbest verunreinigt sein könnte, zumindest wenn die Isolierung vor 1990 installiert wurde. So, wie ich das Haus kenne, könnte das durchaus möglich sein. Insofern kann ich also nur hoffen, daß der Asbestanteil möglichst gering ist und all die Asbestpanikmache nur überzogen. 
Ich muss aber wohl nicht extra erwähnen, daß während der Bauarbeiten keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen wurden und der Handwerker nicht einmal eine Maske trug.

4. Dezember 2011

Sonntagsblumen


Diese rosa Röschen trotzten tapfer dem ersten Schneesturm der Saison. Wahrscheinlich wussten sie, daß die Temperaturen noch viel zu warm sind um sich große Sorgen zu machen und richtig; schon am Nachmittag war von der ganzen weißen Pracht nicht mehr viel zu sehen. 

Und weil GIFs so viel Spaß machen... gibt es heute noch eines der bewegten Bilderchen zu sehen... diesmal mit Herrn A. in einer Hauptrolle :) 

3. Dezember 2011

Medikamente

Ich weiß es ist schon lange keine Neuigkeit mehr, aber ich bin immer noch erkältet und da meine Familien-Arzt-Assistentin bei mir nun eine Nebenhöhlen-Entzündung festgestellt haben will (es könnte wohl auch eine Allergie sein, aber egal) bekam ich schlußendlich doch Antibiotika verschrieben. 
Dazu musste ich in die Apotheke gehen, zu der mein Rezept direkt vom Arzt per E-Mail geschickt wurde (bisher hatte ich immer nur nicht-verschreibungspflichtige Mittel bekommen und die konnte ich natürlich überall kaufen), mich melden und dann warten, bis meine 20 Antibiotika-Pillen aus dem großen 1000-Glas in ein kleines Röhrchen verpackt wurden. Sie riefen für mich auch meine Krankenversicherung an, aber die $39 für die Medizin waren noch im zu zahlenden Eigenanteil enthalten. 
Während ich dort auf meine Bestellung wartete, erschien auch ein Mädchen, das fragte, ob die Apotheke in der Lage war ihr Insulin zu besorgen. Das war aber offenbar nicht möglich. Sie riefen noch einige andere Apotheken im Ort an, aber nirgendwo war diese Insulin-Sorte erhältlich. Das Mädchen zog deswegen wieder mit ihrem Rezept davon und wird nun selbst versuchen müssen, die Medizin per Internet aufzutreiben bzw. sie muss vom Arzt auf ein anderes Medikament umgestellt werden. Das zeigte einmal mehr ein Problem, das immer öfter in den amerikanischen Medien auftaucht, von dem ich aber gottseidank noch nie betroffen war: Mangel an bestimmten Medikamenten. Link. Teure Medikamente deren Patente auslaufen, werden kaum mehr produziert, aber die Firmen bezahlen die Generika Firmen so daß sie keine Billigversion auf den Markt bringen. Die Preise für den Rest des Originals steigen ins Unendliche, bis es das Medikament eben irgendwann nicht mehr gibt, aber eben auch (nicht sofort) kein Nachfolge-Präparat auf den Markt kommt. Es lebe der Kaptialismus. 
Meine Antibiotika waren aber nur die 08/15 Version und seitdem erfahre ich, was jedem Nutzer eines Antibiotikum wiederfährt... es geht einem eigentlich schon nach Einnahme der ersten Tablette richtig gut, nur die Nebenwirkungen (vor allem Kopfschmerzen) hauen einen um... noch 8 Tage dann bin ich das und hoffentlich die Erkältung endlich los :)

Flashback Friday


Passend zur Vorweihnachtzeit zeige ich heute ein Bild mit Kerzenschein ca. 1993. 
Das war unsere Lieblingscouch als wir noch in Wismar wohnten, der drei-kuglige Kerzenhalter wurde tatsächlich nur zur Weihnachtszeit herausgeholt und angezündet und das winterliche Wetter zeigt sich auch daran, daß meine Schwester in dem Bild einen Pullover (richtig, in rot) trägt :)

1. Dezember 2011

Thanksgiving 2011


Der Boston Urlaub ist bereits seit ein paar Monaten Vergangenheit und doch kann sich mein Thanksgiving Artikel von letzter Woche quasi direkt daran anschließen. In diesem Jahr feierten wir nämlich bei der Familie, zu der Ishviene gezogen war. 
 Hatten wir im Jahr zuvor mit vielen Menschen gefeiert, die allesamt nicht wussten, was man überhaupt an Thanksgiving macht, außer Truthahn zu essen, gab es in diesem Jahr das volle Programm: Vor dem Essen hielten sich alle an den Händen und jeder fand etwas, für das er dankbar war im vergangenen Jahr, was ich als überraschend bewegend fand. 
Danach wurde gegessen (nein, Weihnachten ist nicht das größte Festmahl der Amerikaner... Thanksgiving schlägt es um Längen.) dazu gab es natürlich Truthahn, Truthahn-Füllung, Soße, selbstgemachtes Cranberry-Gelee, Stampfkartoffeln und die indischen Gerichte, die sich durchaus harmonisch einfügten: Chicken-Curry, Kadhi Pakora (frittierte, panierte Kartoffeln in Joghurt-Curry), Daal (Linsensuppe) und zum Nachtisch: Pumpkin Pie, Chocolate Pie und Gajar ka Halwa (Süßigkeit aus Mohrrüben und Mandeln). 


Danach rollten wir uns vom Tisch um ein wenig Pictionary und später Taboo zu spielen, wobei ich nach Pictionary aufgab, da meine Stimme beim besten Willen nicht mehr sprechen wollte (die Erkältung hat mich immer noch fest im Griff.) 


Überhaupt versuchte ich mich so weit wie möglich von allen fernzuhalten, denn ich wollte niemanden anstecken. Ishviene hatte mir zuvor gesagt, daß ich mir zumindest um die Katzen keine Sorgen machen brauchte, sie sind nie da, wenn Gäste kommen, leider hatte sie vergessen, das auch den Katzen zu sagen.. und so war zumindest eine der Katzen immer direkt um uns herum, während die Hündin fröhlich zu unseren Füßen schlief.
Labradore sind irgendwie wie Golden Retriever, es ist fast unmöglich sie nicht zu mögen. Gleiches gilt für das Haus, mit seinen hundert kleinen, sehenswerten Details, dem großen roten Gasofen, der das Haus heizt und aussieht wie ein alter Bollerofen, der Lampe in Teekannenform, dem hellblauen Kühlschrank, den Blockhauswänden und sichtbaren Ziegelwänden; es ist ein Haus, das eine besondere Wärme ausstrahlt :) 


Zu lange dauerte der Abend jedoch nicht, die Wirkung von Alkohol und dem im Truthahn enthaltenen Tryptophan sorgte für eine lähmende Müdigkeit (besser bekannt als Food Coma), so daß wir noch vor 22 Uhr wieder zu Hause waren, um sofort in einen tiefen traumlosen Schlaf zu versinken. 

Zu Thanksgiving: Das Fest wird traditioneller Weise zum absoluten Ende der Erntesaison gefeiert. Deshalb findet es z.B. in Kanada aufgrund der kürzeren Wachstumsperiode einen Monat eher statt als in den USA. Jahrelang hatte jeder Staat dort ein eigenes Thanksgiving Datum, bis es 1941 zum Feiertag erklärt wurde und von nun an jährlich am vierten Donnerstag im November stattfand.
Truthahn ist dabei eher eine moderne Beigabe, denn bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren Truthähne so zahlreich vorhanden, daß man die Vögel ganzjährig verspeiste und sicher nicht als Besonderheit ansah. Traditonelles Erntefest-Essen waren Schweine-Rippchen, denn Schlachtzeit war ebenfalls im Herbst. 

Alle Fotos stammen von Ishviene.

Boston - Abreise


Nach den erlebnisreichen Tagen in der großen Stadt ging es für uns am „Labor Day“ per Bus zurück nach Vermont.
Für den letzten halben Tag in Boston hatte ich eigentlich überlegt, ob man mit der Fähre nach Salem fahren könnte, aber das wäre zeitlich nicht zu schaffen gewesen und so warten die „Hexen von Salem“ ein anderes Mal auf unseren Besuch. Stattdessen fuhren wir in ein großes Einkaufszentrum und stellten überrascht fest, daß sämtliche Hosen von „Target“ A. wie angegossen passten. Perfekt! Da spare ich mir das Hosen umnähen. (Daraus kann ich eigentlich nur schließen, daß für die meisten Männer Target-Hosen zu kurz sind.)


Nach einem kurzen Rundgang durch das Geschäftsviertel Bostons und der letzten Quesadilla vom Bahnhof hieß es für uns „Auf Wiedersehen Boston“, und drei-einhalb Stunden später „Hallo Burlington.“


Als wir unsere Wohnung erreichten sahen wir, daß Ishviene, nicht nur auf die Katzen aufgepasst hatte, sondern in der Zwischenzeit auch zu uns gezogen war. Sie hatte sogar gekocht um uns diese Nachricht möglichst schonend beizubringen. Aber wir wussten, daß sie ständige Probleme mit der alten Dame hatte, bei der sie wohnte, insofern waren wir nach kurzer Schrecksekunde nicht allzusehr überrascht:
Sie hatte fast ein Jahr lang bei einer Seniorin aus dem Punjab gewohnt, sie zum Arzt begleitet, für sie eingekauft usw. und dafür wurde ihre Miete von einer Sozialeinrichtung bezahlt.
Das funktionierte recht gut, bis die Tochter der Dame meinte mehr Geld herausholen zu müssen. Nun erfand sie ständige Gründe warum die Mietzahlungen nicht ausreichten, so musste Ishviene alsbald extra Gelder für Strom, Wasser, Heizung, Toilettenpapier-Nutzung usw. bezahlen, sie durfte die Küche nach 9 Uhr nicht mehr benutzen (zu der Zeit kommt sie zumeist erst aus dem Labor) und als ihr Ehemann nicht mehr zu Besuch kommen durfte (er arbeitet in New York), endete alles im Eklat und sie wurde aus dem Haus geworfen. Leider ist es für zu viele indische Frauen der älteren Generation nachwievor normal jüngere Frauen äußerst schlecht zu behandeln, schlichtweg weil sie auch bereits schlecht behandelt wurden und es daher eben so sein „muß“.
Unter Androhnung von Polizei usw. gelang es uns am Folgetag den Zugang zur Wohnung zu erzwingen und Ishvienes Sachen auszuräumen.
Sie fand auch sofort ein neues Zimmer. Ein lesbisches Paar hatte gerade die einzige Tochter ans College in Hawaii „verloren“ und untervermietete ihr Zimmer. Sämtliche Bedenken, die diese für Inder eher ungewöhnliche Lebenssituation hätte hervorrufen können, wurden von der Freude verdrängt zum Semesteranfang überhaupt ein Zimmer gefunden zu haben und so wurde Ishviene quasi an Tochters statt in das fröhliche Familienhaus eingegliedert, zu dem neben einer Labradorhündin auch zwei Katzen gehören ... Ente gut, Allet gut :)
 .

Noch einmal alle Bilder und ein paar mehr, findet man im "Boston Fotoalbum Teil 2": 

Boston - Part 2

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails