4. Mai 2015

Marburg

 Das Schloß auf dem Berge
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Am vergangenen ersten Maiwochenende besuchten wir (mein Mann, ein Kollege von ihm und ich) die kleine Stadt Marburg an der Lahn. 
Ich wollte diese Stadt schon besuchen, als wir im Herbst zum ersten Mal mit dem Zug vorbeifuhren, so malerisch an einem Berg gelegen, gekrönt von einem imposanten Schloss, sah sie aus. 
Nun war es endlich so weit, die Lokführer streikten auch einmal nicht und so konnten wir mit dem RE in weniger als einer Stunde von Frankfurt nach Marburg fahren. 
Dort sahen wir uns zuerst die Elisabethkirche an und danach ging es über steile Wege und unzählige Treppen hinauf in die Oberstadt. 

Der Wolf und vier der die sieben Geißlein ... Die Gebrüder Grimm haben nicht nur in Marburg gewohnt sondern viele ihrer Geschichten auch in der Gegend angesiedelt. Sogar der Illustrator der Grimm Geschichten kam aus einem Nachbarort. 
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Alleine waren wir dabei bestimmt nicht, die Stadt war voller Tagesbesucher und Touristen und selbst in den Nebenstraßen wurde es nicht unbedingt ruhiger.
Aber dann braucht es auch nicht so viele Leute um die engen Straßen zu überfüllen. 
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Wir ließen uns von dem Gedränge jedoch nicht entmutigen, schließlich hatte man auch genug damit zu tun bei all dem Treppensteigen nicht aus der Puste zu kommen. Manche Leute hatten schlauerweise ihre Wanderstöcke mitgebracht, das schien zu helfen. 
Irgendwer hat einmal behauptet, daß Marburg mehr Treppenstufen auf den Wegen als in den Häusern hat. Nachdem ich die Stadt nun bewandert habe, glaube ich, daß da durchaus was dran sein kann. Andererseits ersparen sich die Leute hier wahrscheinlich das Fitness-Studio. 

 Einen Lieblingsgarten entdeckt :)
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Nach einiger Zeit erreichten wir eine Ebene vor der Marienkirche und waren in etwa auf Dachhöhe mit den umliegenden Häusern. 
Wenn man hier wissen möchte, was der Nachbar gerade macht, steigt man offenbar nur ein paar Treppen nach oben und sieht nach. Auch wir konnten uns nicht verkneifen in fremde Häuser und Gärten zu schauen, so ganz verhindern konnte man es ohnehin nicht. 
Dann richteten wir den Blick jedoch auf die sanften Bergketten um die Stadt und es war wunderschön.
Mit einer Woche Zeit könnte man sich hier jede Menge Burgen, Ruinen und mittelalterliche Dörfer erwandern. Aber wir hatten nur ein paar Stunden und so ging es weiter den Schlossberg hinauf. 

 Die letzten Treppen bis zum Schloss
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Am Landgrafenschloss angekommen, waren wir eigentlich nur sehr müde, sahen uns aber dennoch das darin untergebrachte Museum an.
Es war ein bisschen wenig Museum für so viel Schloss, aber dafür waren 4 € Eintritt auch vergleichsweise billig. 
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Danach musste ich die Jungs schon dazu überreden, wenigstens einmal ums Schloß zu laufen, schließlich wollte ich den Hexenturm sehen. 
Wir verpassten die Samstagsführung, aber so unbedingt wollte ich den Kerker ohnehin nicht von innen besichtigen.
Interessant fand ich jedoch, daß viele der Hexenverfolgungen nicht im 'finstren' Mittelalter stattfanden, sondern die sog. Hysterie zum Beginn der Neuzeit vor allem im Barock angesiedelt war. Die beginnende Industrialisierung und neuen Erkenntnisse stellten die Macht der Kirche immer weiter in Frage und diese wehrte sich offenbar mit einem massivem Anstieg von Hexerei-Anschuldigungen.

Das alte Rathaus
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Nun waren wir wirklich geschafft, auf schnellstem Wege ging es zurück zum Marktplatz, für mich zu Tee und Apfelstrudel, während die Herren sich schon einmal ein gepflegtes Nachmittagsbier gönnten. Gerne hätte ich danach noch die alte Universität besucht, immerhin eine der ältesten und Marburg ist zuerst als Universitätsstadt ein Begriff, doch meine Mitstreiter hatten genug.
Also liefen wir durch manch enge Gasse, vorbei am alten Botanischen Garten und entlang des Flusses zurück zum Bahnhof und erreichten alsbald wieder Frankfurt, wo wir den Tag bei einem wunderbaren Abendessen im Saravana Bhavan ausklingen ließen.

Holzschnitzkunst an den Häusern

25. April 2015

Höchst


Ich habe bereits von meinem Besuch in der kleinen - seit 1928 eingemeindeten - Stadt Höchst berichtet. Das sind ein paar weitere, nicht sonderlich geordnete Fotos aus der Altstadt von Höchst. Der Name ist dabei Programm, denn die Stadt liegt hoch auf einem - vor Überschwemmungen sicherem - Plateau über dem Main, direkt am Nidda-Zufluss. 
Diese Gegend lag so strategisch günstig, daß sie bereits zur Jungsteinzeit besiedelt wurde. Während der Römerzeit befand sich dort ein Kastell und der eigentliche Ort wurde 790 erstmals als ‚Hostat‘ urkundlich erwähnt. 
Bevor die Stadt zum Frankfurter Vorort wurde, gehörte sie zum Erzbistum Mainz und war in erster Linie Zollstation auf dem Weg Richtung und aus Frankfurt.
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Der Burgfried des Alten Schlosses wurde einst mit einer barocken Haube versehen und seitdem sieht er eher nach Leuchtturm aus. 
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Die meisten Fachwerkhäuser der engen Altstadtgassen sind nach dem großen Stadtbrand von 1586 entstanden. 

Die Stadt hat heutzutage einen Ausländeranteil von 39%, was ich erst ein wenig verwirrend fand, da man sich in einer Art deutscher Märchenstadt befindet, nur eben ohne (sichtbar) Deutsche im Straßenbild.
Doch dann bemerkt man, mit wieviel Liebe und Aufwand diese Stadt gepflegt wird - und kommt bald zu der Erkenntnis, zum Deutsch sein, muss man offenbar nicht Deutsch sein ^^

 Straßenseite des 'Neuen Schloß'

20. April 2015

Bolongaropalast


Der Bolongaropalast befindet sich in der kleinen Stadt Höchst, die seit 1928 zu Frankfurt gehört. 
Dieser barocke Palast wurde für die Gebrüder Bolongaro erbaut (ab 1772), die in Frankfurt als Schnupftabak-Fabrikanten reich wurden, aber aufgrund ihres katholischen Glaubens nicht Bürger der Stadt werden durften. Also bot ihnen der Kurfürst von Mainz an, sich stattdessen im katholischen Höchst anzusiedeln. 
Tatsächlich wohnten sie aber nur sehr kurz selbst in dem Palast und nach dem Tod des einen Bruders konnte die restliche Familie plötzlich doch Frankfurter Bürgerrechte erhalten - auf die Steuergelder wollte man offenbar nicht verzichten.
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Anfang November 1813 verbrachte Napoleon Bonaparte seine letzte Nacht auf deutschem Boden in dem Palast, nachdem er in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen wurde. 
Danach ging es mit dem Palast bergab, er wurde zum Fabrikgebäude umfunktioniert - so entstanden dort u.a. Gasleitungen und Bettfedern, bis man ihn ab 1907 aufwendig restaurierte. 
Seitdem dient der Bolongaropalast hauptsächlich der Stadtverwaltung - durch das darin integrierte Standesamt wird die Palastkulisse jedoch täglich ausgiebig gewürdigt.
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Als ich den Palastgarten an einem frühen Märztag bewunderte, fiel es mir schwer, sich hinter den Mauern Büros und Beamte vorzustellen, das gesamte Gelände scheint wie gemacht für eine künstlerische Nutzung, sei es nun Museum oder (Hoch)-Schule. 
Aber selbst Stadtangestellte haben sicher das Recht auf einen schönen Arbeitsplatz …

18. April 2015

Waldspaziergang

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Das sind noch einige Bilder mehr von dem Ausflug in den Wald, an dem ich nicht nur den Pinkelbaum fotografiert habe, sondern auch die Bilder für diesen Teodeco Artikel entstanden sind: Link.
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Die weitläufigen Stufen im Wald sind etwas mysteriös, sie gehören zu einem dahinter gelegenen kleinen Stausee und führten möglicherweise zu weiteren, schon lange nicht mehr genutzten Abflüssen des Sees.
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 Mandarinenten auf dem Jacobiweiher
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Der! Baum


Wer mir auf Instagram folgt, wird bereits ein kleines Video des Pinkelbaums gesehen haben, es ist jedenfalls ein großer Spaß für alle Kinder den Bewegungsmelder auszutesten.

Mein Mann hat herausgefunden, daß es nur eines von vielen Objekten der komischen Kunst im Grüngürtel der Stadt ist und seitdem halten wir die Augen offen, um auch die übrigen Kunstwerke von der Eule im Norwegerpullover, bis zu überdimensionalen Spechten und Raupen zu erspähen.
Und wenn wir die dann gefunden haben, können wir auch noch historische Orte im Stadtwald aufsuchen, wie z.B. dem Platz an dem Schiller eine Nacht verbracht hat; wo Mendelssohn ein großes Picknick veranstaltete; oder auch wo sich der Mörderbrunnen befindet.

14. April 2015

Wieder mal


Mein Blog ist einmal mehr zum Erliegen gekommen und ich weiß nicht warum eigentlich. Ich schreibe Artikel, die ich dann nicht veröffentliche, nach einiger Zeit überarbeite, weil nicht mehr aktuell… und dann wieder nicht veröffentliche, bis ich sie irgendwann komplett lösche.
So geht das nun schon eine Weile und ich versuche zu verstehen, wo diese letzte Konsequenz fehlt um meine Sachen ins Netz zu stellen.
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Die letzten Monate in der Stadt waren eigentlich sehr interessant, wir haben viel unternommen, Museen und Gärten besucht, waren u.a. eritre-isch und kolumbianisch essen, feierten St. Patrick’s Day in Alt-Sachsenhausen; und die Monet Ausstellung im Städel.
Ich lerne sehr viel über den angrenzenden Stadtwald mit seiner langen Geschichte und zahlreichen Sagen kennen, war in der nächstgelegenen Hugenottenstadt unterwegs und besuchte die kleine Stadt Höchst mit ihren Palästen und Schlössern am Mainufer.
Seit Ostern kämpfe ich nun mit einer Erkältung und wie bei Asthmapatienten üblich, ist das eine eher langwierige Angelegenheit. Ich hätte mir zwar Antibiotika verschreiben lassen können und damit vermutlich eine Woche abkürzen, aber das ist auch jedes Mal ein Schock fürs System und Nutzen/Schaden halten sich da wohl in etwa die Waage. Meinen Mann hat es auch erwischt, aber er hält sich tapfer.
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Heute waren wir mit unseren Katzen zum ersten Mal beim Tierarzt in der neuen Stadt. Wir folgten der Empfehlung unserer Vermieterin (sie hat ihre Katzen beim gleichen Arzt) und suchten daher nicht nach einer speziellen Katzenpraxis, wie wir es in Ottawa und Burlington gemacht haben, sondern waren in einer normalen Kleintierpraxis. Besonders große Unterschiede konnten wir in der Behandlung nicht feststellen, aber immerhin unsere Katzen sind gesund und jetzt wieder up-to-date mit allen empfohlenen Impfungen. Dank der amerikanischen 3- Jahresimpfung gegen Tollwut, brauchten wir uns in der Hinsicht vor 2016 keine Gedanken machen.
Mir fällt gerade kein richtiger Schluss für diesen Artikel ein, aber ich veröffentliche ihn trotzdem lieber ganz schnell, bevor er wieder monatelang nur im Ordner herumliegt ;)

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