18. Juni 2015

Timmendorf / Strand


Durch die geschützte Lage in der Wismarer Bucht, fühlt sich die Insel Poel manchmal gar nicht wie eine Ostseeinsel an. Breitling und Kirchsee sind eher Boddengewässer- als echtes Salzwasser und häufig muss man weit laufen, um mehr als knietiefes Wasser zu erreichen. Daher sind die Strände so familientauglich und auch für Wassersportler gut geeignet. 
Wer es etwas wilder mag, der fährt nach Timmendorf /Strand (nicht mit dem Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein zu verwechseln ^^). 
Dort treffen die typischen Westwinde auf die Öffnung der Insel zum offenen Meer hinaus zusammen. Von daher ist es auch kein Wunder, daß der kleine Hafen durch eine Mole vor dem Meer geschützt werden muss. Weithin sichtbar ist auch das Wahrzeichen des Ortes, der 21 Meter hohe Leuchtturm aus dem Jahr 1872.

 Ich finde Kitesurfen ist echt toll anzusehen, habe aber immer etwas Angst plötzlich einen der Surfer auf mich zurasen zu sehen. Eine Böe stärker und ich krieg so ein Board an den Kopf ^^ 

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Mehr Informationen findet man hier: Link.

16. Juni 2015

Sonnenuntergang


Da die Insel Poel bis auf einige kleine Küstenwäldchen waldlos und zudem sehr flach ist, wird der Himmel zur eigentlichen Attraktion. 
Am Tage sieht man dem Schauspiel der meist schnell vorbeiziehenden Wolken zu und am Abend wartet man auf den Fototapeten Moment, wo der Himmel in seiner Vielzahl von rot-orangenen Farbtönen und mit rosa-violetten Wölkchen über den Salzwiesen erstrahlt. (Dieses Mal wolkenlos ;)

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‚Hach wie schön‘ - Ausrufe sind dabei nicht unüblich, aber optional … denn ein friedliches Anschweigen des ausklingenden Tages ist mindestens genauso verbreitet. 
Richtig dunkel wird es so kurz vor Mittsommer aber nicht mehr: Wenn der letzte Streifen der Abenddämmerung verschwunden ist - beginnt im Osten schon längst wieder der Morgen :)

13. Juni 2015

Erster Hochzeitstag


Im letzten Jahr, kurz bevor wir die USA verlassen haben, wurde geheiratet! Ja, ich weiß, daß wir schon seit 2008 verheiratet waren, aber eine US Heirat wird einfacher in Deutschland anerkannt als eine indische und so heirateten wir am 13. Juni 2014 noch einmal, es war ein Freitag.
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Das Ganze hatten wir uns relativ kurzfristig überlegt, wir hatten damals in Kanada schon einmal angefragt, dort ging das nicht - aber in Vermont kann man recht unproblematisch heiraten (selbst wenn man - mit dem gleichen Partner natürlich - bereits verheiratet war). 
Alles was wir brauchten, war irgendeine Form um uns auszuweisen, ein Pass, oder bei uns der Führerschein. Man muss einiges an Papierkram ausfüllen, wo man u.a. versichert weder blutsverwandt noch mit anderen verheiratet zu sein und dann bekommt man eine Hochzeitslizenz. Mit der Lizenz wendet man sich an den Friedensrichter seiner Wahl (uns wurde eine Liste mitgegeben) und kann dann alles Weitere mit diesem bereden.
Wir fanden eine freundliche Friedensrichterin im Norden der Stadt, die ausgerechnet am Freitag, dem 13. noch Termine frei hatte und so wurde das unser Datum ^^

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Die schlichte Trauung sollte in ihrem Wohnzimmer stattfinden, ein Freund begleitete uns als Trauzeuge / Fahrer / Blumenkind / Gast und das funktionierte sehr gut. Wir waren ja auch schon routiniert im Heiraten. 
Ins Stocken kamen wir letztlich aber doch beim Verlesen des Gelübdes. Das mussten wir uns vorher selbst ausdenken und es geriet beim Lesen plötzlich emotionaler und persönlicher als gedacht.
Also der Aufregung und dem 'Zauber' einer Hochzeit - kann man sich selbst beim zweiten Mal und mit vielen Jahren des Zusammenlebens nicht unbedingt verschließen ;)
Dann bekam wir unsere neuen Ringe, dieses Mal nach US Art auf der linken Hand (jetzt bin ich an beiden Händen verheiratet) und es ging ins wohlverdiente Wochenende an die stürmische Küste von Maine.

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Derzeit fehlt uns noch eine Form aus Vermont, aber ich bin bereits mit dem Standesamt in Frankfurt in Kontakt und sie meinten, die Hochzeitsurkunde muss letztlich nicht einmal übersetzt werden, sondern wird im Original anerkannt werden.
Ich warte und bin gespannt ob wir diese lange Geschichte endlich zu einem Happy End bringen können :)

10. Juni 2015

Einfach lieb


Ich finde es niedlich, wie dieses Kalb immer ganz dicht am Zaun steht, nach Möglichkeit direkt neben dem: Vorsicht freilaufender Bulle, Lebensgefahr, Schild … als würde es sagen, macht aber nix, Äpfel kann man auch so rüberreichen ^^ 
Wie man an dem Foto relativ unschwer erkennen kann, bin ich einmal mehr auf der Insel Poel gelandet und bleibe auch noch bis zum Ende diesen Monats - bevor es zurück in die Großstadt geht :)

19. Mai 2015

Impressionen …

… vom Mainufer.
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 Mainnova Heizkraftwerk West - seit 1894 steht an diesem Standort ein Elektrizitätswerk. 
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Gestern bin ich einmal mehr auf gut Glück los spaziert und habe letztlich den Main wiedergefunden.
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Da ich noch nicht zu den Menschen gehöre, die auf Knopfdruck über ständiges Internet verfügen, war die Gefahr sich zu verlaufen schon vorhanden und meine Tendenz in jede Straße zu laufen, die interessant aussieht, ist sicher auch nicht nur hilfreich.

Ob das noch schwimmt?


So landete ich letztlich wesentlich weiter westlich im Stadtteil Niederrad, als ich beabsichtigt hatte - konnte aber dafür auch einige neue (für mich), häufig noch industriell genutzte Main-Abschnitte bewundern.

8. Mai 2015

Pilgerfriedhof


Den schönsten Blick auf die Elisabethkirche hat man vor einer kleinen Kapelle auf dem Pilgerfriedhof.
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Alle Pilger die während ihrer Wallfahrt nach Marburg verstarben, wurden auf dem Friedhof der St.Michaeliskapelle bestattet. 
Diese Kapelle - im Volksmund Michelchen genannt - wurde 1268 vom Deutschen Orden errichtet.


Mit der Reformation und dem Ende der Pilgerbewegung verfiel die Kapelle und wurde erst später wieder aufgebaut. Ab 1530 wurden hier Marburger Bürger beigesetzt. Die letzte Beisetzung fand 1888 statt. 
Viele der Damen schienen dabei Variationen meines eigenen Vornamens zu tragen, so gab es neben etlichen Dorotheas, auch eine Theoda - die Version war mir neu :)

 Mein Mann war überrascht, daß diese Dame tatsächlich 80 Jahre alt wurde, obwohl sie im 18.Jahrhundert lebte. Ich erklärte ihm, daß es am guten Namen läge ^^

 Erkennt hier noch jemand einen Vogel mit Schal im Wappen und einen mit Hut auf dem Wappen? - 'Put a bird on it' im 17. Jahrhundert

 Schlüssel, Hammer, Engel und Krone ... das sieht nach Handwerker aus?

Sanduhr und Schädel sind wohl eher Standards auf solchen Grabsteinen. Aber wer weiß, vielleicht bilden diese ungewöhnlichen Kringel ein geheimes Muster, das einen wenn entschlüsselt zum Schatz eines mangels Piraten Raubritters führt ^^

Der Weg, der an der Kapelle vorbei weiter in die Lahnberge führt, ist auch der Ausgangspunkt verschiedener naher und längerer Wanderwege.

7. Mai 2015

Elisabethkirche


Bei unserem Besuch in Marburg besuchten wir natürlich auch die Elisabethkirche am Fuße des Schlossberges. 
Sie wurde ab 1235 errichtet, nur Monate nach der Heiligsprechung der Elisabeth von Thüringen. 
Ich habe mich in der Geschichte von Elisabeth (und ihrer Tochter Sophie von Brabant - der ‚Mutter‘ von Hessen) festgelesen, daher dieser längere Text.
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Wer die Geschichte schon kennt, wird z.B. das Rosenwunder vermissen, das wird heutzutage aber einer anderen heiligen Elisabeth zugeschrieben :)
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Elisabeth wurde 1207 in Ungarn geboren, kam aber bereits als Vierjährige an den thüringischen Hof, da sie den ältesten Sohn der Familie, Hermann heiraten sollte. Der verstarb jedoch vorher, doch der Nächstälteste Ludwig heiratete sie stattdessen (da war sie 14) - trotz des Fehlens einer standesgemäßen Mitgift. 
Die Beiden bemühten sich sehr das Leben der armen Bevölkerung zu verbessern, doch bald entwickelte Elisabeth ein Interesse an der religiösen Armutsbewegung um Franz von Assisi. 
Sie folgte zuerst einem Laienprediger, später kam einer der ersten Inquisitoren des Papstes - Konrad von Marburg an den Hof. 
Konrad hatte kurz vorher langwierige Prozesse gegen Ketzer abgeschafft, als Ein-Mann Kommando konnte er Leute zum Tode verurteilen und schreckte auch vor Adeligen nicht zurück. Er überredete Elisabeths Mann an den Kreuzzügen teilzunehmen, was dieser nicht überlebte. 
Dann erklärte er Elisabeth, daß sie die Schulden, die ihr verstorbener Mann mit der Vorbereitung zum Kreuzzug aufgenommen hatte, nun abarbeiten müsse. Wie jeder gute Sadist religiöse Fanatiker begann er danach mit der absoluten, gewalttätigen Kontrolle ihrer Person. Er schränkte außerdem ihr Essen ein, für den Rest ihres Lebens lebte sie hauptsächlich von Wassersuppe (was immer das beinhaltete), ihre drei Kinder wurden ihr vorenthalten, sie wurde von ihren Freundinnen isoliert und lebte in völliger Askese. 
All das diente offenbar schon damals dem Ziel - eine spätere Heiligsprechung Elisabeths vorzubereiten, denn als hoher Kirchenmann gab es keine bessere Karrierechance als einer Heiligen als Beichtvater und Vormund gedient zu haben. 
Konrad versuchte natürlich auch die Erbansprüche auf Thüringen nicht zu gefährden, wurde jedoch zusammen mit seinem Mündel vom Hof verbannt.
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In Marburg gestattete er Elisabeth, daß sie von ihrer Witwenrente ein Spital errichten durfte, in dem sie sich hingebungsvoll um Alte, Kranke und insbesondere Schwangere und Kinder kümmerte. Dabei umging sie häufig die Vorschriften Konrads und wurde dafür ausgepeitscht. 
Die Jahre der Mangelernährung, Arbeiten mit Kranken, Askese usw. forderten alsbald ihren Tribut und so starb Elisabeth fünf Jahre nach dem Tod ihres Mannes. Sie wurde 24 Jahre alt. 


Ein halbes Jahr nach ihrem Tod begann Konrad mit der Vorbereitung der Heiligsprechung (hauptsächlich dem Sammeln von ‚Wundern‘ und Heilungen an Elisabeths Grab), ihm schwebte wohl ein Wallfahrtsort nach französischem oder spanischem Vorbild vor. 
Die deutschen Herrscher begannen jedoch seine Macht einzuschränken, so sollte Marburg in Zukunft dem Deutschen Orden unterstellt werden. Er reagierte darauf, indem er einen sehr einflussreichen Herrscher versuchte als Ketzer zu verurteilen, das misslang, stattdessen wurde Konrad von Marburg erschlagen und niemand war so richtig traurig ob dieser Tatsache.
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Dadurch verzögerte sich jedoch die Heiligsprechung Elisabeths etwas (fünf Jahre sind heutzutage eine sehr kurze Zeit, aber damals war das bereits nach einem Jahr möglich), doch 1235 war es vollbracht und der Deutsche Orden begann mit der Errichtung der Elisabethkirche. Dazu wurde ihr geliebtes Spital abgerissen und ihre Gebeine in einem goldenen Schrein verwahrt. Manche Knochen wurden auch als Reliquien an anderen Elisabethkirchen- und Kloster vergeben.
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Die entstandene Wallfahrts-Kirche war die erste komplett gotische Kirche in Deutschland. 
Es gab frühere Kirchen, die bereits die Abkehr von der Romanik zeigten und gotische Elemente aufwiesen - doch erst in der Elisabethkirche fand die Gotik in Deutschland zu ihrer reinen Form und war Vorbild für viele weitere gotische Kirchen.
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Der Deutsche Orden war jedoch für die Leitung eines Wallfahrtsortes denkbar ungeeignet, handelte es sich doch um einen militärisch-geführten Ritterorden, der Wundern eher kritisch gegenüberstand, so daß die Pilgerströme schon bald und noch vor der Reformation ausblieben. 
Nachdem die Landgrafen von Hessen (und Nachfahren von Elisabeth) zum lutherschen Protestantismus übertraten, vergruben sie die sterblichen Überreste ihrer Ahnin an einem unbekannten Ort. 
Den goldenen Schrein konnte man zwar weiterhin besuchen, doch jetzt war er leer. 

Wenn man sich heutzutage die schlichten Wände und Innenausstattung der Kirche ansieht, fällt es einem schwer sich vorzustellen, wie sie zu ihrem Höhepunkt, in Prunk und Glanz als katholische Wallfahrtskirche ausgesehen haben mag. 
Aber möglicherweise würde es Elisabeth so auch besser gefallen, selbst wenn sie ein Krankenhaus vermutlich sinnvoller finden würde.

 Das Fotografieren im Landgrafenchor wurde sehr durch eine strahlend blaue Sackkarre erschwert ^^
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