7. Januar 2017

Sturm an der Küste


Wie bereits im letzten Jahr, fuhr ich in der ersten Januarwoche an die Küste. Wahrscheinlich kann man bald vom traditionellen Januarurlaub auf der Insel Usedom sprechen. Zeitgleich mit mir traf auch der Sturm Axel ein, der vorher ordentlich die Ostsee aufgewühlt hatte. 
Einen Tag später war der stürmischste Teil des Sturms bereits durchgezogen, doch erst jetzt erreichte das aufgewühlte Ostseewasser die Küste.


Während des Tages konnte man beobachten, wie immer mehr Strand in den Wellen verschwand, und ich fragte mich schon, ob die Dünen in Ahlbeck Probleme bekommen würden, wenn der Scheitelpunkt der Flut (mitten in der Nacht) erreicht werden würde.
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Das Volleyballfeld ist etwas nass geworden ... 

Am nächsten Morgen konnte man sehen, daß die Wellen nur den Fuß der Dünen erreicht und der Ahlbecker Strand keine weiteren (sichtbaren) Schäden erlitten hatte - aber dafür war jede Menge Holz und Unrat angespült worden. Denn besonders die Steilküstenabschnitte der Insel hatten gelitten, und all die entwurzelten Bäume, Strandaufgangsplanken, Pfosten usw. wurden dort abgetragen und in Ahlbeck wieder angespült.
Natürlich waren auch die Bernsteinsammler emsig am Sammeln, aber bei den eisigen Winden konzentrierte ich mich lieber auf das Fotografieren und verließ den Strand schnell wieder.
Auf der Promenade sorgte der kleine Küstenwald dann sofort dafür, daß der Wind nicht mehr ganz so einschneidend war.


2. Januar 2017

Kaputt


Die ersten Scherben des neuen Jahres entstanden übrigens durch meine zerbrochene weiß-blaue Teetasse von Ikea, die aufgrund meiner Tee-Abhängigkeit nicht nur unverzichtbar, sondern zudem in vielen meiner Sieben Sonntagssachen auf Teodeco zu sehen war. 

Als ich heute morgen meinen Tee gerade aufgebrüht hatte, öffnete ich den Küchenschrank um den Kurzzeitwecker in Katzenform herauszunehmen, als plötzlich von der obersten Ablagefläche eine volle Flasche Sekt geflogen kam. Die Flasche hatten wir zum Einzug vor zwei Jahren geschenkt bekommen, und da wir beide kein Sekt trinken, stand sie seitdem im Küchenschrank ... bis sie eben heute - und tatsächlich wie aus heiterem Himmel - in meinen Tee fiel. 
Die Teetasse zersplitterte in tausend winzige Einzelteile. Meine Weingläser zerspringen immer in relativ praktische zwei bis drei Teile, allerdings wurden diese auch noch nie von einer vollen Sektflasche zermalmt. Und den Großteil des frisch aufgebrühten Tees bekam ich ab, was dazu führte, daß ich meine verbrühten Beine eine Weile mit nassen Handtüchern kühlte. Zum Glück war es nicht ganz so schlimm, es brennt noch, aber ich trinke jedenfalls schon wieder Tee ^^ 
Mein Mann wurde von dem Lärm wach, übernahm dankenswerterweise den größten Teil der Aufräumarbeiten, was ihn so schaffte, daß er danach noch zwei Stunden schlafen musste - und das allergrößte Glück war, daß die Sektflasche heil blieb (sie leckte, deswegen haben wir sie jetzt geöffnet und weggeworfen)... Das nennt man wohl einen dramatischen Anfang.

1. Januar 2017

Jahresrückblicks-Stöckchen 2016


Nach mehreren Jahren Pause beantworte ich einmal mehr diese Fragen an mich selbst, die vorherigen Jahresrückblicke kann man hier finden: Link.

Zugenommen oder abgenommen? 
Dank der Schilddrüsenhormone zuerst sehr viel zu, soviel wie ich noch nie in meinem Leben gewogen habe, seitdem langsam wieder ab: mit Stolpersteinen im Indienurlaub, Weihnachten und ständiger Erhöhung der Schilddrüsentherapie. Aber ich werde nicht aufgeben :)
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Haare länger oder kürzer? 
In etwa gleich geblieben, nur von mittelbraun auf dunkelbraun gefärbt… in 2017 überlege ich in eine etwas rötlichere Richtung zu wechseln.

Mehr ausgegeben oder weniger
? 
Mehr: Indienurlaub.

Mehr bewegt oder weniger? 
Mehr bewegt, hauptsächlich mit dem Fahrrad. Ich kaufe auch im Winter keine Monatskarte mehr, sondern versuche soweit es geht beim Fahrrad fahren zu bleiben - natürlich nicht bei Glatteis oder Starkregen.

Die gefährlichste Unternehmung? 
Das einzige Mal wirklich unsicher habe ich mich im Mehrauli Archeological Park in Delhi gefühlt. Der Park ist wunderschön voller Mughal Grabmäler, Treppenbrunnen und sonstiger Gebäude; und wird von den Touristen völlig ignoriert. 
Aber wenn man plötzlich auf den Wegen von Jugendlichen / jungen Erwachsenen eingekesselt wird und weiß, daß Hilfe weit weg ist, dann bekommt man schon ein etwas mulmiges Gefühl. Zum Glück ist nichts passiert, aber ich würde den Park trotzdem nur im Rahmen einer Gruppenführung empfehlen.

Die teuerste Anschaffung? 
Flüge nach Delhi und zurück.
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Das leckerste Essen? 
Da gab es mehrere, aber ich würde sofort loslaufen um noch einmal Pierogi bei Zapiecek zu essen.

Das beeindruckendste Buch? 
Vielleicht nicht sonderlich beeindruckend, aber ich mochte Robin Sloans ‚Zeitgeist‘ Buch: ‘Die sonderbare Buchhandlung des Mr.Penumbra‘.

Der berührendste Film? 
Da fällt mir leider nichts ein, entweder habe ich mich einfach gut unterhalten gefühlt, oder bei manchen Filmen (Arrival) war ich nur genervt.
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Die beste CD/mp3/audio file? 
Selbst nachdem es im Radio zu Tode wiederholt wurde, mochte ich noch: Coldplay - Hymn for the Weekend. 
Ich mochte auch sehr gerne Kat Wright - All About You, habe es dann aber selbst zu häufig gehört, so daß ich dort derzeit eine Pause eingelegt habe ^^

Das schönste Konzert? 
Auf dem Empfang der Graphene Konferenz im wunderschönen Großen Theater in Warschau. Es gab genug Wein und Bier für alle und der Violinist gab sein Bestes um die hungrigen Wissenschaftler (ohne Abendessen) bei Laune zu halten.

Die meiste Zeit verbracht mit …? 
Der munteren Katzenschar: Shweta, Linus, Fricka, Klio und Kali.

Die schönste Zeit verbracht mit …? 
Anand, am Ahlbecker Strand; und mit mir ganz alleine auf Erkundungstour durch Warschau.
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2016 zum ersten Mal getan? 
Warschau besucht. 
Maronen auf dem Weihnachtsmarkt gekauft, gegessen (und gemocht).
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2016 nach langer Zeit wieder getan? 
Ein Cewe Fotobuch gestaltet und bestellt. 
Ein Fernsehgerät zu Hause aufgestellt. 
Meine Ferien in Ahlbeck verbracht. 
Indien besucht.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? 
Der Tod von Loki. 
Die sofortige Entwertung indischer Geldnoten, während wir in Indien unterwegs waren und plötzlich bargeldlos dastanden. 
Trump.

Das schönste Geschenk, das ich / wir jemandem gemacht habe? 
Zeit mit unserem zweijährigem Neffen verbracht, TheaAnand ist bei ihm ein Wort :)
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Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? 
Ich habe mir in diesem Jahr praktische Dinge gewünscht und freue mich immer noch, daß ich sie bekommen habe. Das schönste Kleid kaufe ich lieber selber, aber ein Laserdrucker, Kameraobjektiv; und ein Fleischwolf für das Spritzgebäck? Ja, bitte.

Nachricht des Jahres? 
Oh je, da gibt es soviele… aber ja, die Präsidentenwahl in den USA und das Ergebnis, waren wahrscheinlich die schockierenste Nachricht, mit dem höchsten Unsicherheitsfaktor i.S. von Krieg?
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2016 war mit einem Wort (für mich selbst) …? 
... harmonisch.
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Eine Sache, die ich hier nicht unterbringen konnte, betrifft die Weiterentwicklung meiner Kopfschmerzen: Ich bin seit meinem 12. Lebensjahr Schmerzpatient - in diesem Jahr kamen heftige Spannungskopfschmerzen dazu, wann immer ich mich zu sehr auf etwas konzentriere: Seien es Streits, wo man gerade dringend gute Argumente benötigt, seien es Bastel-, Näharbeiten oder sogar während ich weltvergessen an Bildern male... Meinem Kopf gefällt es, sich selbst zu sabotieren.
Also darf ich die Entspannung, die Pausen nicht vergessen: Hilfe gibt es außer den üblichen Ibuprofen - mit Pfefferminzöl an den Schläfen, und Hitzecremes für den Nacken, so daß selbst kleinste Verspannungen vermieden werden können. 

Im letzten halben Jahr 2016 habe ich auch meinen Smartphone Konsum eingeschränkt, vielleicht nicht so radikal wie ich es geplant habe - aber zu sehen, wie Facebook in der Prioritätenliste des Safari Browsers immer weiter nach hinten rutscht, zeigt mir zumindest, daß ich auf dem richtigen Weg bin. 
Damit weiterzumachen, lieber mit dem Laptop Blogeinträge zu schreiben, als Likes mit dem Smartphone zu verteilen... das ist wahrscheinlich mein einziger guter Vorsatz für das neue Jahr 2017 :) 






23. Dezember 2016

Gedanken zum Terror


Als wir im Dezember 2015 Paris besuchten, waren die dortigen Anschläge nur ein paar Wochen vergangen, unser Hotel befand sich sogar in Sichtweite des Stadiums. Überall in den Straßen liefen Soldaten in voller Kampfmontur herum, das Maschinengewehr in der Hand und man fühlte sich dadurch eher noch unsicherer. Was genau sollte denn ein Soldat mit Maschinengewehr machen wenn sich jemand vor ihm in die Luft sprengt - ihn erschießen?
In den Monaten danach geschahen die Anschläge von Brüssel, Nizza, Berlin. Mittlerweile ist man nicht mehr entsetzt oder geschockt, sondern akzeptiert das Schockierende als etwas Häßliches, das eben dazugehört, so wie Autounfälle. Meine Gedanken, Gefühle dazu schweifen regelmäßig ab, aber ich komme in den vergangen Tagen nicht ganz davon los.

Als ich in Potsdam studierte, war das ‚meine‘ Ecke von Berlin. Mit der RB von Potsdam West war man in 15 Minuten am Bahnhof Zoo, dann ging es zu Fuß weiter, bis hoch zum KaDeWe und zurück wurde der Weg über den Breitscheidplatz abgekürzt - im Idealfall hatte man dann alle Weihnachtsgeschenke zusammen. - Ich kannte den Namen des Platzes nicht einmal, oder hatte ihn wieder vergessen, das war eben die Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche und fertig. Es gab dort einen Weihnachtsmarkt, er war nicht sonderlich bemerkenswert - aber wenn man von A nach B wollte, kam man zwangsläufig an dem von zwei Hauptstraßen flankiertem Platz vorbei.
Im Fernsehen sieht es auch so aus, als wenn man überall hätte langfahren können, aber es gibt dort eigentlich Treppen, die hinauf und hinunter führen. Man musste sich den Platz vorher ansehen, sonst könnte man auch leicht im Treppenaufgang zu den Toiletten steckenbleiben und keiner würde einem glauben, daß man gerade einen Anschlag durchführt.

Kann man einen Anschlag oder dessen Folgen verhindern? Gestern wurde im hr Fernsehen von einer Gasexplosion berichtet, die ein Haus zerstörte, die Wände fielen zur Seite weg, das Dach auf’s Nachbargrundstück und die beiden Leute, die sich im Haus aufhielten, ein Heizungsmonteur und die Eigentürmerin des Hauses wurden nicht verletzt.
Das erinnerte mich an den Anschlag am Brüsseler Flughafen, bei dem die meisten Leute durch herabstürzende Glasscheiben verletzt / getötet wurden und nicht so sehr der Explosion selbst... kann man Häuser also so bauen, daß sie ähnlich wie eine Knautschzone am Auto auch, Energie aus einer Explosion ableiten können? Oder den Innenausbau von öffentlichen Gebäuden so gestalteten, daß was auch immer herunterfällt vielleicht weh tut, aber nicht tötet? Es gibt z.B. in Erdbebengebieten Schulen und Häuser, die aus Karton errichtet wurden und wo selbst ein Zusammenbruch des Daches höchstens ein bißchen unangenehm ist.
Im deutschen Fernsehen wurde auch berichtet, daß man nicht alle Plätze mit Betonpollern schützen kann - aber warum eigentlich nicht? Es gab einmal einen dieser seltsamen Gerichtsprozesse in den USA, wo man die Schadenersatzforderung zuerst nicht verstehen kann. Eine Person verwechselte das Gaspedal am Auto, raste ungebremst auf das bis zum Boden reichende Fenster eines Schnellrestaurants und tötete dabei ein Kind. Die Familie verklagte das Restaurant und gewann. Warum? So eine Art von Unfall kann jeden Tag passieren, also muss das Restaurant dafür Sorge tragen, daß kein Auto das Glas erreichen kann - es müssen Betonpoller aufgestellt werden. Selbst ein ‚normaler‘ Unfall mit einem LKW kann Menschenleben kosten, was wenn der polnische Fahrer stattdessen ‚nur‘ einen Herzanfall gehabt hätte?

Ich habe noch weitere Gedanken hier formuliert, aber wieder entfernt, weil ich zu verärgert oder aufgebracht war. Wann immer ich mit zuviel Gefühl schreibe, trete ich mittlerweile lieber einen mentalen Schritt zurück und denke nach. Letztlich war ich nicht dort, und in der Natur der Medien liegt es nur ein einseitiges Bild der Lage zu zeichnen.


18. Dezember 2016

Rothenburg ob der Tauber

 Auf dem Weg vom Bahnhof in die Stadt 
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 Marktplatz und Rathhaus

Wie ich bereits in meinem Teodeco Blog berichtete, waren wir am vergangenen Wochenende in Rothenburg ob der Tauber - der Heimat von Käthe Wohlfahrt: Dort wo man das ganze Jahr über Weihnachtsschmuck kaufen kann. 
Wir hatten vorher überlegt, ob wir für eine Nacht ein Hotelzimmer in der Stadt mieten sollen, fanden das dann aber zu kompliziert und entschieden uns für einen Tagesausflug. Dazu fährt man zwar ca. drei Stunden pro Strecke ab Frankfurt (mit dem Zug) - aber so schlimm ist das auch nicht und man ist dafür am Abend wieder zu Hause. Damit sich das überhaupt lohnt, muss man natürlich früh losfahren und so erreichten wir noch vor der Mittagszeit Rothenburg. 
Es war auch mein erster Besuch im Freistaat Bayern - obwohl Franken nur kurz hinter Frankfurt beginnt klingt logisch, hatten wir die Gegend bisher noch gar nicht besucht.
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Sobald man vor den Stadttoren von Rothenburg steht, begreift man auch den Namen, denn ob steht offenbar für über, schließlich thront die Stadt wie ein Adlerhorst über dem Tal durch das sich die Tauber schlängelt.
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Da die Stadt als Weihnachtsort so bekannt ist, erwarteten wir natürlich auch Menschenmassen an diesem Adventswochenende, aber obwohl es sehr voll war, konnte man doch noch treten und die Nebenstraßen waren völlig leer. 
Es hilft offenbar, daß derzeit überall Weihnachtsmärkte stattfinden, denn damit kann Rothenburg tatsächlich nicht mithalten: Man kann zwar in fast jedem Laden Weihnachtsartikel kaufen, doch von den typischen Weihnachtsmarktbuden gibt es nur eine Handvoll auf dem Marktplatz. 
Wir folgten jedenfalls dem steten Menschenstrom vom Bahnhof in die Innenstadt, wunderten uns über die vielen Trumps in der Stadt, Trump (mit einem p) waren die Bäcker - Trumpp: Metzger; tranken sehr furchtbaren Glühwein, aßen viel besseren Lebkuchen und fanden dann unseren Weg zum Burggarten. 
Am Bahnhof konnte man eine kleine Stadtkarte bekommen, aber eigentlich findet man sich auch so problemlos zurecht.
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Vom Burggarten (die dazugehörige Burg gibt es schon seit 1356 nicht mehr) hatte man einen großartigen Ausblick auf das Taubertal und auch die Stadt selbst. 
Wenn man bedenkt wie wenige Städte noch Stadtmauern haben, meist ist es höchstens noch ein kleines Stück hier und da - und dann sieht man in Rothenburg die gesamte Stadt-Festungsanlage inklusive sämtlicher Tore und Türme vollständig erhalten - dann fragt man sich staunend wie sie das geschafft haben. 
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Einige Zeit später liefen wir an der langen Schlange vor dem Weihnachtsmuseum vorbei - das hätte mich zwar schon interessiert, aber so lange anstehen mag ich dann doch nicht, bis wir das Kriminalmuseum erreichten. Dort gab es ein schönes Café in dem wir erstmals die Spezialität der Stadt: Schneeballen probieren konnten.
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Danach sahen wir, daß jeder Bäcker der Stadt diese in unterschiedlichsten Varianten anbot und kauften weitere Bällchen als Souvenir ^^ Einen neuen Kühlschrankmagneten gab es aber auch; und dann sahen wir uns weitere schöne Häuser und sonstige Postkarten-Ansichten der Stadt an. 
Dabei fanden wir auch einen weiteren Käthe Wohlfahrt Laden in der Nähe des Plönlein, der weniger voll aussah als alle anderen, und dachten uns, wenn schon in Rothenburg... als wir den Laden betreten wollten, wurden wir aber auf eine 5 minütige Wartezeit hingewiesen - doch kurz danach konnten andere Leute hinter uns den Laden ohne Wartezeit betreten und ohne, daß jemand das Geschäft verlassen hatte. Offenbar sahen wir weniger kaufwütig aus, oder noch schlimmer wir wollten bestimmt nur gucken. Nach dieser Erfahrung hatten wir keine Lust mehr auf Käthe Wohlfahrt und besuchten einige andere Läden.


Nachdem der Mann mich aus dem Mittelalterladen herausbugsiert bekam, ohne daß ich etwas kaufen konnte, wurde ich dann in einem kleinen Laden mit kleinem Ladenhund fündig und beschloss meine Sammlung an Zinnornamenten endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Jetzt werde ich jedes Jahr einen Zinnanhänger dazu kaufen.
Dort gab es auch sehr schöne handgemalte Holzanhänger von einem Künstler aus der Stadt - doch die Beschwerden der Verkäuferin, daß sie diese Anhänger ständig wieder zusammenkleben muss (sie klebte auch gerade eins) waren nicht gerade verkaufsfördernd. 
Dem knurrenden Magen folgend, fanden wir wenig später ein erstaunlich leeres Restaurant - dessen Küche jedoch gerade geschlossen war, es gab nur noch Flammkuchen. Da wir keine Lust hatten weiterzusuchen, wussten wir schon, was wir bestellen würden.


Nach einer längeren Pause in dem gemütlichen Restaurant, wurde es langsam Zeit zum Bahnhof zurückzukehren.
Auf dem Rückweg sahen wir ein Schild, daß den Weg zu Holzschnitzern wies, dem wir nicht widerstehen konnten. Also besuchten wir ein wahrlich mittelalterlich aussehendes Haus, stiegen ausgetretene, schiefe Stufen empor und siehe da, im ersten Stock waren die Holzschnitzer bei der Arbeit. Ihre Werke konnte man im Laden im Erdgeschoß kaufen, doch da wir nun wirklich los mussten, blieb es bei einem flüchtigen Blick. Wenn man lokales Handwerk bewahren möchte, sollte man sicher hier etwas einkaufen, denn vor allem die unbemalten Figuren sahen geradezu wie Kunstwerke aus.
Nun hieß es für uns ‚Auf Wiedersehen Rothenburg‘, wir kommen bestimmt noch einmal her, und bringen weitere Gäste mit.
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Und kaum waren wir zu Hause angekommen, meinte unsere Vermieterin, daß sie gerade Glühwein zubereitet hatte, aus frisch gepresstem Orangensaft und Primitivo, und ob wir auch etwas davon trinken wollten. Wir wollten: Zuerst den schlechtesten - dann den besten (roten) Glühwein am gleichen Tag zu trinken - das muss man auch erst einmal hinbekommen :) 

9. Dezember 2016

Schnee von gestern


In den vergangenen zwei Wintern, war es in Frankfurt meistens warm. Schnee fiel zwar hin und wieder, hielt sich aber nie bis zum Mittag des jeweiligen Tages… Das war sehr gut für die Katzen, denn eigentlich mögen sie Schnee, nur die damit einhergehenden kalten Temperaturen gefallen ihnen gar nicht. 
Frankfurt - und damit der beginnende Rheingau (der Weinberg in Frankfurt zählt schon dazu) sind durch die umliegenden Mittelgebirgsketten gut vor schlechtem Wetter abgeschirmt und deswegen ist der Weinbau überhaupt möglich. 
Umso erstaunter war ich demnach, als es Anfang der Woche nicht nur (unangekündigt) anfing zu schneien, sondern der Schnee auch ganze drei Tage liegen blieb. Es waren zwar nur eins, zwei Zentimeter, aber nach zwei schneelosen Wintern in der Stadt, zählte das schon als Sensation.


Also nahm ich mir mein Fahrrad und fuhr in den Stadtwald; sah mir den zugefrorenen Jacobiweiher an (der auch in den letzten zwei Jahren nicht einmal gefroren war) und erfreute mich an den leicht verschneiten Buchenwäldern. 
Da unter dem Schnee kein Eis lag, konnte man übrigens noch sicher Fahrrad fahren - und da der Winterwald mir so gut gefiel, fuhr ich bis zum Goetheturm weiter. So konnte ich mir auch einmal den Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt (samt einsamen Schaf in der Krippe) ansehen.
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Doch dort angekommen sah ich, daß in diesem Bereich des Waldes (wie auch im Rest der Stadt) gerade einmal ein Hauch von Schnee gefallen war… der ‚echte‘ ^^ Schnee lag nur rund um die Oberschweinstiege und dem Lerchesberg. 
Gestern Nacht stiegen die Temperaturen jedoch plötzlich, und bei durchschnittlich 1°C ist kaum noch etwas von all dem Weiß übrig.

5. Dezember 2016

Weihnachtsmarkt

 Auf dem Römer ... und (unten, links) My Zeil

Eine Woche lang habe ich versucht weiter an meinen Indien Artikeln zu schreiben…doch jetzt lege ich eine Pause ein. Mir ist gerade nicht nach Palmen in der Sonne, sondern eher nach Weihnachtsbäumen in der Kälte. 
Aus dem letzten Jahr ist auch noch unser Weihnachtsausflug nach Luxemburg, Paris, Brügge und Amsterdam ‚übrig‘ - ich glaube es ist an der Zeit vier kurze Artikel dieser Städtetour zu widmen, die thematisch gerade gut in die Vorweihnachtszeit passt. 


Doch jetzt besuche ich erst einmal die Weihnachtsmärkte der Region. In diesem Jahr waren wir bisher nur in Frankfurt unterwegs (u.a. auf dem Markt der schwedischen Gemeinde) - im letzten Jahr, waren wir außerdem in Wiesbaden und Mainz. 
Der Grund ist etwas kurios, denn damals wurde gerade die kleinere Ausgabe der Bild-Zeitung eingeführt und um diese zu bewerben konnte man mit einer bestimmten Samstagsausgabe im Dezember, ein Wochenende lang quer durch Hessen fahren, also für 90 Cent pro Person. 


Unsere Freunde sprachen zwar keine Deutsch, wohnten aber neben einem Zeitungskiosk und konnten so - zur Belustigung des Kioskinhabers - vier Ausgaben kaufen. 

Daraufhin fuhren wir nach Wiesbaden und sahen uns den kleinen Markt in der Landeshauptstadt an, und besuchten natürlich auch die Innenstadt und den Kochbrunnen. Dabei fiel mir auf, wie wunderschön Wiesbaden wirklich ist. Frankfurt hat zwar auch solche Gebiete mit Stadtpalästen und reich verzierten Wohnhäusern, doch Wiesbaden hat eine ganze Innenstadt voll, statt das ein oder andere schöne Haus.


Mit dem Einbruch der Dunkelheit ging die Fahrt weiter nach Mainz. 


Das gehört zwar nicht zu Hessen, aber zum RheinMain Gebiet und war demnach in unserem ‚Ticket‘ enthalten. In Mainz beeindruckt natürlich der Dom, aber auch die kleinen Gässchen hinter dem eigentlichen Markt. Und es lohnt sich immer nach den Mainzelmännchen Ausschau zu halten ^^ 
In Frankfurt gibt es viele kleine Weihnachtsmärkte, die über die Stadt verstreut sind - in Mainz ist es dagegen ein großer Markt für Alle - was mich spontan an den Rostocker Weihnachtsmarkt erinnerte.
Am Sonntag hätten wir weiter in Hessen unterwegs sein können, doch Winterreisen finde ich irgendwie immer sehr anstrengend, so daß wir stattdessen einen ruhigen Tag einlegten. Eigentlich wollten wir eine der Schlossweihnachten besuchen… so wurde es dann aber nur ein Besuch im Stadtwald. 

Mal schauen, welchen Markt wir in diesem Jahr noch erkunden werden: Der Mann hat nämlich Rothenburg ob der Tauber ins Auge gefasst und ich würde gerne nach Rüdesheim zum Markt der Nationen :)



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