14. Juli 2009

Thea unter Drogen?


Diese kleine Tüte mit Hanfsamen beschäftigt mich nun schon eine ganze Weile.
Bekommen habe ich sie aus unverdächtiger Quelle: Die Mutter eines Kollegen von Anand war zu Besuch in Kanada und hatte diese Samen ihrerseits vom ehemaligen (bengalischen) Professor ihres Mannes -mit den Worten: probier das mal, das tut dir gut - erhalten. Der Herr dürfte mittlerweile in seinen 80er-Lebensjahren sein. Sie behauptete, dass sie etwas davon gegessen hatte und dann die ganze Nacht nicht schlafen konnte, aber da sie aus der Türkei nach Kanada kam, hätte die Schlaflosigkeit der quirligen Frau auch andere Gründe (z.B. der Zeitunterschied) haben können.
Nun, dem Kollegen war das Thema etwas peinlich und so gab er uns die Tüte, denn so ganz wohl war ihm nicht dabei, seine Mutter auf dem Rückflug damit durch die Polizeikontrollen am Flughafen gehen zu lassen.

Anand brachte die Tüte zwar mit nach Hause, war aber eigentlich für sofortiges Wegwerfen, denn sicher ist sicher.
Ich las mich ersteinmal durch alles was im Internet zu dem Thema erhältlich ist, denn es gibt eine ganze Reihe von legalen Hanfprodukten und generell werden das gesunde Öl und die Verbesserungen für das Wohlbefinden hervorgehoben und gelobt. Davon berichtete ich Anand an mehreren Abenden, was seine Besorgnis nur noch steigerte: Du bist schon jetzt davon abhängig, meinte er zu mir... könne ich doch von nichts anderem mehr reden.
Nun mit dieser beruhigenden Aussicht dachte ich, dass es an der Zeit sei, die Saat auch endlich auszuprobieren. Da sie wie Sesamsaat aussah, streute ich einfach etwas über den Salat, so wie ich es gelegentlich mit Sesam mache – zur Sicherheit bekam auch Anand etwas, wenn schon abhängig, dann aber wir beide – und dann passierte ...nichts.
Die Hanfsaat ging etwas auf, so dass sich um das eigentliche Saatkorn ein kleiner geleeartiger Ring bildete, war aber ansonsten geschmacklich nicht feststellbar und irgendeine Wirkung stellte sich auch nicht ein.

Dementsprechend etwas ernüchtert (ich hatte wohl innerlich auf ein natürliches Schmerzmittel gehofft) war die Tüte für mich plötzlich nicht mehr halb so interessant, bis ich eines Tages Hunger bekam und dabei auf die Idee kam, einfach eine halbe Handvoll Hanfsaat in den Mund zu werfen. Plötzlich wurde mir tatsächlich so schwindlig und leicht im Kopf, wie es sonst nur passiert, wenn während einer Kopfschmerzattacke endlich die Medikamente anfangen zu wirken. Man spürt die Schmerzen zwar noch, aber für eine Weile leidet man nicht darunter und hat eher das Gefühl durch die Gegend zu schweben, so leicht ist der Kopf plötzlich, der nur kurz vorher noch mit allem wütete was Synapsen und Nervenbahnen herzustellen bereit waren. Nun wunderte ich mich.. ist das ein Zeichen dafür, dass ich mir so sehr einbilden konnte Drogen zu schlucken, dass ich letztlich eine Wirkung spürte? Oder handelt es sich tatsächlich um illegales Saatgut, welches eben nur bei entsprechender Dosierung wirkt oder ist es eher legales im Bioladen erhältliches Saatgut, und die gefühlte Wirkung selbiges geschilderte Wohlbefinden?

Einen Drogentest würde ich vermutlich genausowenig wie nach dem Genuss von Mohnkuchen bestehen.. aber da ich noch nie mit dem Thema in Berührung gekommen war (im Alter von 13 Jahren “Wir Kinder vom Bahnhof-Zoo” zu lesen, hilft ungemein um Drogen einen verdammt weiten Bogen zu machen) konnte ich die eingebildete/gespürte Wirkung auch nicht einschätzen. Nachdem Anand nochmals seine Besorgnis geäußert hatte 'Wenn du abhängig wirst, dann weiß ich noch nicht mal, wo ich solche Saat herbekommen soll', fiel ihm plötzlich das Totschlag-Argument ein: In Indien so erzählte er mir, werden Hanfsamen zur Appetitanregung gegesssen, für Leute, die nichts essen wollen.. Boahh, für mich, die ich wie soviele Frauen auf diesem Planeten in den Fängen einer erfolglosen Dauerdiät stecke, ein Verdachtsgrund, der ausreicht, die Tüte nunmehr entgültig in die hinterste Ecke des Küchenschrankes zu pfeffern, aus dem sie bisher noch nicht wieder herausgeholt wurde... Aber an der Stelle, frage ich mich doch und euch auch.. stimmt das überhaupt? Angenommen es handelt sich um legale Saat, hat irgendjemand damit schon einmal Erfahrungen gesammelt? Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen und derweil vertreibe ich mir die Zeit und bringe meinen Katzen etwas Katzenminze mit (... die aber nur Shweta mag.)

P.S. Betrunkener Dachs löst Polizeieinsatz im Harz aus....

1 Kommentar:

  1. Ach ja, wer sich wundert, was das graue Getränk in den Gläsern ist (auf dem Bild). Es nennt sich Degue und ist eine Spezialität aus dem Kongo. Es besteht aus fermentierter Milch mit einer Art grauem Getreide und ist ein westafrikanisches Dessert. Es schmeckt eigenartig, aber wenn man sich an den Geschmack gewöhnt hat, kann es sogar etwas gefallen... :-)

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