3. Juni 2010

Zum Tagesgeschehen…. (Eingestellt am 02.06.2010)

... während in weiten Landesteilen, so auch in Ottawa die Proteste gegen Israel weitergehen - nachdem israelische Soldaten eine Hilfsflotte für den Gaza-Streifen in internationalen Gewässern überfallen und dabei zehn Menschen getötet haben (um dann als gefundene Waffen gerade mal ein paar Küchenmesser und einen Hammer präsentieren zu können) - sieht man auf den Demonstrationen auch immer mehr Juden unter den Protestern. Dabei frage ich mich unwillkürlich... kann man als Semit eigentlich auch Antisemit sein? 


Wie dem auch sei... all die Proteste lenken ein wenig von einem Thema ab, das mir wichtiger gewesen wäre, die heutige Anhörung vor dem Human Rights Tribunal: Kanada gegen 40 000 indianische Kinder, die sich grundlos im System der Jugendfürsorge befinden und aus ihren Familien entnommen wurden. Die kanadische Regierung vertritt dabei die Position, daß man sie schon per se nicht wegen Menschenrechtsverletzungen verklagen kann, da es sich bei dem „First Nations Child Service“ nicht um einen Service handeln würde (daher der Name) und damit nicht um eine verklagbare Person.
Außerdem hat man die Live-Berichterstattung von dem Prozeß verboten mit der Begründung, daß dies das Verhältnis zwischen Regierung und Stämmen schädigen könnte, was ein bißchen seltsam ist, denn viel schlechter kann das Verhältnis kaum noch werden: In der letzten Zeit wurden die Gelder für indianische Einrichtungen, die Überlebende der früheren, berüchtigten gefängnisähnlichen Internatsschulen betreuten, gestrichen. Der Ruf nach mehr Aufklärung für Morde an indianischen Frauen, die prozentual die größte Opfergruppe bilden und gleichzeitig die geringste Aufklärungsquote haben, blieben unbeantwortet. Nachwievor gelten für die Stämme veralterte Gesetzgebung und sind die Reservatsbewohner von vielen Grundrechten ausgeschlossen, so können Frauen z.B. nicht erben. Und erst kürzlich, inmitten der größten Schweinegrippekrise stockte die Regierung die Tamiflu-Vorräte für die Landesbewohner auf, doch die Reservate bekamen nur eine extra große Ladung an Leichensäcken geschickt. Soviel also zu dem guten Verhältnis zwischen den Stämmen und der kanadischen Regierung... aber das interessiert doch niemanden, laßt uns alle zusammen Israel kritisieren... das ist so schön weit weg und so kompliziert, da muss man gar nichts machen ... .

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