10. Oktober 2010

Sterling Pond



Wie bereits in der letzten Woche versprochen, geht es heute weiter mit dem Tag in den Bergen, der mit der Parade in Stowe begann und einen vorläufigen Höhepunkt beim Mittagessen in der Trapp Lodge fand. Nach diesem Programmpunkt fuhren wir mit dem Auto eine enge gewundene Straße in den Smuggler’s Notch Nationalpark.
Smuggler’s Notch bedeutet in etwa Schmugglers Pass durch die Berge und bezeichnet genau diese Straße, die jahrelang im unzugänglichen Grenzgebiet zu Kanada lag und sich mit einer Vielzahl an Höhlen im felsigen Untergrund sehr gut zum Schmuggeln eignete. Während des Unabhängigkeitskrieges wurden auf diesen Weg Waren nach Kanada geschmuggelt, später fanden sich entflohene Sklaven auf dem gleichen Weg in die kanadische Freiheit wieder und während der Prohibiton wurde umgekehrt Alkohol aller Arten von Kanada in die USA verbracht. Nun ist das Ganze ein Nationalpark, der mit seinen Bergen Mansfield, Madonna und Sterling im Sommer die Bergsteiger anzieht und im Winter die Skifahrer. Ein Teilstück des „Long Trail“s der Vermonter Version des Rennsteigs führt ebenfalls durch den Park.
Wir wollten uns den Sterling Teich ansehen, der etwas unterhalb des Sterling Berggipfels liegt und laut Karte einen kurzen Aufstieg versprach. Ich war etwas besorgt was das Aufwärtsklettern anging, denn fast genau zwei Jahre vorher musste ich an ähnlicher Stelle im Gatineau Park aufgeben, da mein Asthma mir buchstäblich keine Luft zum Atmen ließ. 



Diesmal waren wir jedoch nicht mit Supersportlern unterwegs, die den Berg hinaufhetzten, sondern wir hatten viele Pausen um neue Kräfte für den weiteren Aufstieg zu sammeln. Es gab sogenannte „Treppen“ die man mit Hand und Fuß erklettern musste und dazwischen ebene Wegstrecken und Plateaus, in denen sich mein Atem fast schon wieder normalisierte. Geübte „Hiker“ schaffen die Strecke in 20 Minuten, wir brauchten ungefähr eine Stunde, kamen dafür aber auch guten Mutes am Teich an. 
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Wenn man die unberührte menschenleere Bergwelt sucht um vielleicht auch einmal ein Reh oder Elch zu erspähen, dann ist man an einem Samstag am Sterling Pond sicher an der falschen Adresse, es gab viele Familien, jede Menge Hunde im Wasser und der Geräuschpegel war beträchtlich. Was vereinte war die gemeinsame Kraftanstrengung letzlich am Teich angekommen zu sein. 



Nach einer längeren Pause machten wir uns auf den Rückweg, denn durchgeschwitzt wie wir waren, kühlte man am Wasser ziemlich schnell aus. Die professionellen Wanderer machten sich stattdessen auf den weiteren Aufstieg zum Madonna - Gipfel.
Der Rückweg war obgleich bergab etwas beschwerlicher, denn hoch in den Bergen hatte es geregnet. Vom Regen waren wir zwar verschont geblieben, aber das Wasser kam den Berg hinunter und durchweichte die Wege, die sehr rutschig wurden. Aber wir meisterten auch diese Schwierigkeit und wateten durch die entstandenen Mini -Wasserfälle zurück zum Auto. Nach der unseligen Felssturz - Episode meiner Kamera, machten wir uns dann auf den Rückweg nach Burlington.


Auf dem Weg kamen wir an der Ben & Jerry’s Eisfabrik in Waterbury vorbei und beschlossen spontan auf ein Eis einzukehren. Man kann dort Fabriktouren buchen, aber jeder erklärte uns, daß man ausser blankgeputzen Stahlbehältern nichts zu sehen bekommt und so verzichteten wir dankend. Da Anand sich diesmal für meine Lieblingssorte „Weltfrieden“ mit Schokoladen-Peacezeichen entschied (ich mag es einfach, zum Stand zu gehen und „Einmal Weltfrieden, bitte“ zu verlangen), nahm ich stattdessen das karamellige „Fischfutter“ (oder „Phish food“) mit Schokofischchen... und so beschlossen wir den langen Tag inmitten der bunten Touristenschar, ein Eis essend, für das es eigentlich schon viel zu kalt war :)

Das Picasa Fotoalbum zum gesamten Tag:
Stowe - Smuggler's Notch

Mini - Video am Teich:

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