23. Januar 2014

Ein Friedhof aus dem Jahre 1660


Der Granary Burial Ground stand tatsächlich schon bei unserem ersten Besuch in Boston auf dem Programm, doch ich war damals nicht in der Lage ihn zu finden. Laut der Karte lag er irgendwo am äußeren Rand des Boston Commons, doch als wir dort ankamen, sah man nur einen Pavillion auf grüner Wiese.
Da ein Friedhofsumzug nicht sehr wahrscheinlich schien, schoben wir es auf die schlechte Karte, gingen zum nächsten Besichtigungspunkt über und ich vergaß den Friedhof. 
Doch als wir dieses Mal Beacon Hill besuchten, gingen wir ein Stück hinein in die Straße hinter der Park Street Church mit ihrem schönen Kirchturm und standen plötzlich vor dem Friedhofstor des drittältesten Bostoner Friedhofes.

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Es war bereits nach Sonnenuntergang und der Friedhof war dabei zu schließen, so daß wir nur einen kurzen Rundgang machten und uns über die leicht ‚geisterhafte‘ Atmosphäre mit im Wind raschelnden Blättern freuten.
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So richtig gruselig kann es jedoch nicht werden, denn der Friedhof ist von allen Seiten von (z.T. hell erleuchteten) Häusern umgeben und wirkt damit eher wie ein etwas exzentrischer Hinterhof.

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Es fällt schwer sich vorzustellen, wie das Leben in Boston war, damals bei Friedhofsgründung. Wahrscheinlich wurde der Friedhof am Rande der Stadt angelegt, am namensgebenden Beacon Hill, auf dem sich ein Leuchtfeuer befand (und der erst Jahrhunderte später abgetragen wurde) und langsam wuchs die Stadt um den Friedhof herum, so daß er sich heutzutage im unmittelbaren Stadtkern befindet.
Ich vermute einmal, daß ähnliche Friedhöfe irgendwann aufgegeben und die ‚Bewohner‘ umgebettet wurden, doch Granary Ground war der Promi-Friedhof und so blieb er wo er war. Unter den Gräbern befinden sich alleine drei Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, der bekannteste von ihnen ist Samuel Adams und für Bostoner ganz wichtig ist Mary Goose, die Dame, die mit den Mother Goose Kinderreimen in Verbindung gebracht wird.
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Da es zunehmend dunkler wurde, konnten wir nicht mehr allzuviele Grabstätten und Gruften besuchen, wir sahen uns den Obelisk der Franklin Familie an und entzifferten ein paar Kapitäns-Grabsteine in der Nordost-Ecke.
Dann wurden wir auch schon von den Park Rangern hinausgerufen, denn die Friedhofstore wurden für die Nacht geschlossen.

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