13. Mai 2019

Im Mai


Es ist mittlerweile der Beginn der dritten Woche in meinem derzeitigen ‚Bronchitis mit Fieber‘ -Zyklus, der auch bereits der dritte in diesem Jahr ist.
Das Atmen fällt manchmal noch schwer, die Stimme ist weiterhin etwas gereizt, aber insgesamt geht es mir sehr viel besser als in den letzten 14 Tagen. Leider werde ich mit jeder Runde etwas schwächer und habe Probleme damit meine Kondition zwischen den Schüben wiederaufzubauen. Daher kann ich derzeit kein Fahrrad fahren und bin eher zu Fuß unterwegs (wenn das Wetter es zuläßt).


Im Dezember habe ich mich noch über Bardenberg amüsiert, jetzt ist es ein gutes Ziel, denn ich kann schnell wieder zu Hause sein, falls nötig und kann dennoch ein wenig im alten Ortskern mit Schildkrötenteich und den schönen Bruchstein-Bauernhöfen herumstöbern.
Außerdem befindet sich dort ein Krankenhaus, das derzeit zur Hälfte leer steht, mit einem verwilderten Park. Also perfekt zum Fotografieren.


Morgen habe ich einen Termin bei einem neuen Arzt. Ich möchte dieses Mal keine Arztbriefe mitnehmen, denn das hat dazu geführt, daß z.B. der Pulmologe schlichtweg die bestehende Diagnose übernommen hat, und damit wurde der Besuch letztlich sinnlos.
Es geht morgen jedenfalls zu einem HNO Arzt, vielleicht ergeben sich durch diese andere Spezialisierung auch andere Blickwinkel um diese Dauergeschichte endlich loszuwerden. Ich hoffe es jedenfalls sehr.

1. Mai 2019

Über den April


Heute ist bereits der erste Mai, und der April schon wieder vorbei. Nachdem A. von seinem Heimaturlaub zurückgekehrt war, hatten wir einen geschäftigen Monat mit einigen Zukunftsentscheidungen, und der Osterreise nach Den Haag / Scheveningen.
Es war wunderschön dort am Strand und zwischen den Dünen, und das Wetter tatsächlich schon Sommer, zumeist warm und jeden Tag sonnig.
Wir sind dieses Mal mit dem Fernbus angereist und werden das sicher so schnell nicht wieder machen, denn sowohl auf der Hin- als auch der Rückfahrt, haben sich die Busfahrer geweigert die Klimaanlage einzuschalten, so daß man in der prallen Sonne gut durchgekocht wurde.
Nach diesem Urlaub ging es für mich einen Tag später, weiter nach Köln, denn mein Schwager war auf Dienstreise, also kam ich zur moralischen Unterstützung zum Spielen mit der fast 12-Wochen alten Nichte, die meistens ziemlich entspannt ist. Der Neffe hat sich mittlerweile auch recht gut damit arrangiert, daß er jetzt ein großer Bruder ist. Die Familie bräuchte zwar dringend eine größere Wohnung, aber die ist in Köln so schwer zu finden, wie in allen Großstädten.
Wir waren u.a. im Rheinpark und im Zoo, und kamen natürlich an keinem Spielplatz vorbei - bis es für mich wieder zurück nach Würselen ging.
Köln per Bahn zu erreichen war kompliziert wie immer, auf der Hinfahrt hieß das Bummelbahn bis nach irgendwohin, dann Schienenersatzverkehr, S-Bahn und Straßenbahn (insgesamt anderthalb Stunden länger als üblich), auf der Rückfahrt Fußballspielbedingte Verspätung der Straßenbahn, Reinquetschen und Luftanhalten bis Stadion, S-Bahn verpasst, trotzdem kam ich letztlich nur eine halbe Stunde später an.

Gesundheitlich ging es mir eher so okay, ich reagiere allergisch auf einige der derzeit blühenden Bäume, warum ich dann aber sofort wieder Bronchitis hatte, war mir ein Rätsel, interessierte die Ärzte jedoch nicht. Ohnehin läuft Allergie meist unter ‚Das ist Pech, aber da kann man nichts machen‘, statt ‚Sie sollten eine Hyposensibilisierung in Betracht ziehen, um Ihre Lebensqualität auch im Frühjahr zu erhalten‘. Nun habe ich nicht zum ersten Mal allergisches Asthma, dennoch kam das nie mit heftiger Bronchitis und regelmäßigen Fieberschüben - als ob, die Bronchitis von Dezember/Januar eigentlich noch da ist.
Wir haben auch unseren 11. Hochzeitstag gefeiert, aber dieses Mal hieß das nur ganz schlicht abends Essen gehen, im neueröffneten Bistro fast um die Ecke, wo es für mich 500 g Spargel gab, perfekt. Auf in den Mai :)
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2. April 2019

Katzenprobleme


Zuerst werde ich wütend anmiaut und dann verzieht sich der Kater beleidigt auf den Sessel, auf dem sonst immer Shweta sitzt - sicher ist sicher.
Das Problem ist jeden Tag das Gleiche - der offenbar gruselige ^^, elektrische Rasenmähroboter der Nachbarn (liebevoll Shaun, das Schaf getauft) dreht seine Runden und verhindert so, daß mein Kater das offene Küchenfenster der Nachbarn inklusive Extrasnacks erreichen kann. Also muss er warten, bis Shaun seine Tagestour beendet hat und erst dann gehört ihm wieder der gesamte Garten :)
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Unser eigener Rasen wächst sich derzeit zur Krokus-und Gänseblümchenwiese aus - irgendwann muss ich da sicher einen Formschnitt reinbringen, aber das hat noch mindestens zwei Wochen Zeit.
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Ich hatte auf Instagram gefragt, was ich mit dem leeren Gang hinter der Couch machen kann und Teppichläufer / mehr Pflanzen waren die häufigsten Antworten.
Den großen Teppich, der mir vorschwebt, habe ich noch nicht gefunden - derweil habe ich aber diesen runden Teppich mitgebracht, der sich auch prima als Kratzunterlage verdient.
Meine Pflanzen hatte ich schon überall sonst stehen, jetzt wurden sie etwas dichter gruppiert, zum Großteil umgetopft und müssen einfach weiterwachsen. Obwohl ich stark annehme, daß in der Zukunft mehr Pflanzen dazukommen werden, denn ich habe gestern ein riesiges, wunderschönes Gartencenter in Aachen besucht. 

31. März 2019

Mit dem Fahrrad im Wurmtal


Gestern schien die Sonne bei 18°C, es war fast nicht windig und perfekt zum Fahrrad fahren. Der März war bisher entweder dauerverregnet und/ oder zu stürmisch - und dementsprechend ist meine Kondition immer noch auf dem Nach-Bronchitis Niveau. 
Da es im Wurmtal häufig steile Auffahrten gibt, war es eigentlich kein Vergnügen im leichtesten Gang völlig außer Atem dort herumzueiern, aber der schöne blaue Himmel und die langsam erwachende Landschaft halfen natürlich auch.

Der gesprengte Bunker war einst Teil des Westwalls, dessen Spuren man überall um Aachen sehen kann.

Ich war auf dieser Strecke vorher nur einmal im Herbst unterwegs gewesen, und erinnerte mich daran, daß ich sie zu der Zeit auch bereits als komplizierter und länger erfuhr, als die reine Luftlinie (6 km bis Aachen) es vorgibt. 
Das kleine Flüßchen Wurm gräbt und mäandert sich jedenfalls ganz schön durch die Gegend und die letzten Überschwemmungen hatten auch wieder teils heftige Uferabbrüche zur Folge.

An einer anderen Stelle wird der Uferbereich derzeit durch tausende Sandsäcke gesichert, um das Abrutschen eines Abwasserkanals zu verhindern.
Der Baum mit Mut zur Lücke ...


Die logische Schlußfolgerung ist natürlich, daß ich jeden brauchbaren Tag konsequent nutzen sollte um mich durchs Wurmtal zu quälen, damit ich bald wieder Spaß am Radfahren habe und nicht nur die reine Kraftanstrengung bewältigen muss. 
Erst dann kann ich auch wieder längere Touren in Angriff nehmen, denn die steilen Auffahrten gibt es hier überall in der eigentlich nur lieblich hügeligen Gegend (wenn man die Eifel außen vorlässt).
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Buschwindröschen gibt es nur sehr vereinzelt ... und nicht in dichten Teppichen, wie ich es aus Frankfurt gewohnt war. Ich weiß nicht, ob das an dem zu trockenen, vergangenen Sommer liegt, oder ob sie insgesamt hier eher selten anzutreffen sind.


30. März 2019

Fast schon April


In einer Woche kommt A. bereits aus seinem dreiwöchigen Heimaturlaub zurück und die Zeit ist auch für mich viel schneller vergangen, als ich es erwartet hatte. Ich hatte in der Würselener Wohnung noch nie alleine geschlafen, die teilweise ebenerdig ist und war auch etwas in Sorge aufgrund der hohen Einbruchsrate in unserer unmittelbaren Nachbarschaft / Hausflur.
Zum Glück haben wir aber Außenjalousien und die seelenruhig dahinschlummernden Katzen helfen natürlich auch, wenn man nachts einmal hochschreckt. (Auch, wenn sie regelmäßig wenig schlummern und mich gerne so gegen 2 Uhr wachmachen, und spätestens um 5 aus dem Bett werfen ^^).
Ich hatte ein Bild, das dringend gemalt werden musste und um diesen Zeitplan organisierte ich mir den Tag - bis das Bild dann endlich fertig war und in Köln bei der mittlerweile 8 Wochen alten Nichte abgegeben werden konnte. Die zeigte sich natürlich völlig unbeeindruckt von derlei Bemühungen, aber dafür mag sie Spiegel, in der Gegend umhergetragen werden, laute Geräusche und Sport.

A. verbrachte derweil seine Zeit mit seiner Familie im mit 43°C lauschig warmen Mumbai (da würde ich vermutlich nur in klimatisierten Räumen existieren können) und besuchte die üblichen Hundertschaften an Freunden und Bekannten, für die wir vorher Geschenke besorgt hatten.
Die Fotos oben zeigen den Schlafzimmer-Ausblick vom Besuch 2016, aber 2008 sah es dort genauso aus und ich wachte mit dieser Aussicht fast 6 Monate lang auf :) - auch jetzt hat sich vermutlich wenig verändert. Mein Mann sieht dennoch die Veränderung in der Stadt, von Gegenden, die entlang der Bahnhöfe explodieren, aber auch riesigen Vorstädten, die im ehemaligen Sumpfland entlang der Highways entstehen, wo das Auto mittlerweile zum vorrangigen Fortbewegungsmittel wird. Ein wenig wiederholt sich damit die Entwicklung, die auch die Eltern erlebt haben, als sie in dem kleinen Vorort Dombivli ankamen - damals gab es einige Bauprojekte, aber auch noch Gewächshäuser, Felder und Bauern, die plötzlich reich wurden, nachdem sie Bauland verkaufen konnten. Mittlerweile ist eine 1,3 Mio. Stadt entstanden, die sich dennoch noch das Rathaus mit der Nachbarstadt Kalyan teilt.
Die letzte Woche wird A. bei seinem Bruder in New Delhi verbringen, bevor er dann am 6. April hoffentlich gesund und munter wieder in Düsseldorf landet :)

14. März 2019

Sturmtag

Bisher hatten wir in dieser Woche einen Sturm/Regentag nach dem anderen, sogar Schnee und Hagel war dabei - gestern musste ich dann aber doch endlich einmal das Haus verlassen, um einzukaufen. Ich nutzte eine Regenpause und fuhr mit dem Fahrrad zum nächsten Supermarkt, um schnell wieder nach Hause zu kommen, denn Regenpausen sind heutzutage nur sehr kurz.
Tatsächlich fing es bereits wieder an zu nieseln, als ich den Markt verließ und dementsprechend beeilte ich mich zurück zu fahren. 


Ich rettete noch ein paar Sturmopfer (Zweige) von einer Korkenzieherweide und kam rechtzeitig mit dem Beginn eines heftigen Graupelschauers zu Hause an. 


Nach kurzer Zeit war der Spuk wieder vorbei und ich sah mir bei fast Sonnenschein, das beeindruckende Wolkenschauspiel an. 
Man kann es dem Foto nicht richtig ansehen, aber ganz oben gab es drei kleine Nasen, die sich wie Tornados benahmen, drehten, verwirbelten - nur eben zu weit oben um für irgendwen gefährlich zu werden. Dachte ich zumindest, bis ich kurz darauf erfuhr, daß ein Tornado durch Roetgen gezogen war, eine halbe Autostunde von uns entfernt. 

11. März 2019

Es ist März


Offenbar neige ich in diesem Jahr dazu nur einmal pro Monat etwas zu schreiben - aber immerhin, gesundheitlich geht es mir wieder gut. Die monatelange Erkältung samt Nach- & Nebenwirkungen ist völlig genesen und auch wenn ich noch nicht die Kondition hatte, die im letzten Jahr normal war, so baue ich diese doch wieder auf. Im überraschend warmen Frühlingswetter des Februars, haben wir eine erste Eifel - Wanderung unternommen, der Rundkurs von 14 km war dabei kein Problem - auch wenn ich sicher langsamer als sonst üblich unterwegs war.
Wir hatten mehrmals Freunde zu Besuch, ohnehin haben wir bereits viele Leute hier in Würselen empfangen - selbst Kollegen von A. aus Frankfurt zu denen er eher eine rein professionelle Beziehung hatte, nutzten einen Ausflug nach Düsseldorf, um auf dem Rückweg in Aachen vorbeizuschauen.

Am vergangenen Wochenende hatten wir einen Freund zu Besuch, den ich stets zu meiner ‚Frankfurter Familie‘ gerechnet habe und neben vielen anderen Dingen, kamen wir auch auf meine Kreativität bzw. das völlige Fehlen derselben seit dem Umzug nach Würselen zu sprechen, er fragte, was ich derzeit malen würde - nämlich nichts - sowie, daß mein Klavier eher eingestaubt und manche Tasten schwer zu spielen waren, natürlich spiele ich auch kaum noch. Seitdem denke ich über diese Fragen nach - manchmal braucht man dazu offenbar den Anstoß von jemand anderen - denn ich hatte immer etwas zu tun, ich habe gemalt, gebastelt, genäht, fotografiert, gelesen, Klavier gespielt. Das völlige Fehlen dessen hat mit mir nicht mehr viel zu tun. 
Vielleicht ist es Teil einer generellen Interessenlosigkeit, mit der ich seit einem halben Jahr kämpfe - vielleicht hat jeder Mensch nur einen begrenzten Vorrat daran sich an neue Situationen zu gewöhnen und irgendwann ist dieser leer und dann war der letzte Umzug einer zu viel. Oder die lange Zeit der Kinderwunschbehandlung, samt der diversen Hormonhochs- und Tiefs fordert ihren Tribut. Wir haben immer noch zwei komplette Kryobehandlungen auf Lager, aber vertagen diese von Monat zu Monat ohne diesbezüglich zu einer Entscheidung zu kommen. Es spielt dabei keine Rolle, daß ich im August 40 Jahre alt werde, denn nur bei den eigentlichen IVF Behandlungen bezahlt die Krankenkasse die Hälfte solange man unter 40 ist, Kryo muss man ohnehin komplett begleichen. Von weiteren IVF Behandlungen wurde mir aus gesundheitlichen Gründen abgeraten, denn es gelingt den Ärzten nicht meine Hormonstörung auszugleichen, so daß ‚potenziell lebensbedrohliche Situationen‘ (Arztdeutsch) entstanden sind.

Ich lasse mich auch sehr von Schönheit inspirieren, ich bin am Meer groß geworden und brauche den Kontakt zu möglichst großen Wasserflächen, was etwas schwierig ist, denn Aachen/Würselen ist die erste Stadt in der wir leben, die nicht einmal einen Fluß besitzt - und schön ist Würselen, die in großen Teilen geplante Bergarbeitersiedlung/ Einfamilienhaus-Vorort sicher nicht. 
Aachen ist natürlich interessanter, aber nicht so einfach zu erreichen - obwohl ich versuche mindestens einmal pro Woche in die Stadt zu kommen, weil ich merke, daß es mir gut tut. Im Englischen gibt es diesen Begriff des ‚Disconnected‘ und so kann ich derzeit meine Stimmung am besten beschreiben, es interessiert mich vieles nicht und ich fühle mich nur wenigem verbunden. 

12. Februar 2019

2019: Bisher nur erkältet


Häufig wird eine Erkältung so charakterisiert: drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie. So ähnlich verlief es auch bei meiner Erkrankung, nur daß es statt Tagen, Wochen waren. Am 18. Dezember begann meine Erkältung, die sich zur schweren Bronchitis, Rippenfellentzündung, und beidseitigen / mehrmaligen Mittelohrentzündungen entwickelte. 
Und nur so zur Beschäftigung meines gestressten Immunsystems bekam ich nebenbei auch noch eine Nierenentzündung, sowie heftige Neurodermitis… Beim Arzt wurde ich ein häufig gesehener Gast, die letzten Untersuchungsergebnisse von Herzmuskel und Nieren stehen noch aus, die Ohren mucken weiterhin herum - doch so langsam atme ich auf, nach dieser mittlerweile zweiten Woche mit nur noch sehr geringen Einschränkungen.
Gleichzeitig komme ich endlich wieder dazu, mir den traurigen Zustand meiner Blogs anzusehen. Zwischendurch hatte ich schon überlegt komplett aufzuhören, denn seit wir nach Würselen gezogen sind, hatte ich häufig das Gefühl, daß es hier schlichtweg nichts gibt über das ich schreiben möchte. Aber dann habe ich auch viel Schönes erlebt, wir waren auf einem Höhlen-Weihnachtsmarkt in den Niederlanden, und zusammen mit den Katzen zu Besuch in Frankfurt. Im Januar war ich wieder auf der Insel Usedom - was dieses Mal aufgrund meines Gesundheitszustandes leider weniger schön war. Meine Kondition muss ich jetzt erst wiederaufbauen, beim Belastungs-EKG schnaufte ich jedenfalls schon nach kurzer Zeit wie eine Dampflokomotive und auch meine kreative Seite ist in den tiefsten Winterschlaf verfallen: Immerhin - heute habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr wieder Klavier gespielt. Also, langsam aber geht es voran :) 

23. November 2018

Weltstadt Bardenberg


Wie allerorts üblich, bekommen wir die wöchentliche kostenlose Zeitung jeden Sonntag in den Briefkasten gestopft. Neben dem gefühlten Kilo an Werbematerial, findet man darin einiges an Nachrichten, Veranstaltungshinweisen aus der Region, aus Herzogenrath und Alsdorf, und natürlich aus den unterschiedlichen Stadtteilen von Würselen. Am Liebsten liest der Mann dabei Nachrichten aus Bardenberg. Dieser Stadtteil von Würselen war einst ein eigenständiges Dorf, ist aber mittlerweile mit dem Nachbar-Stadtteil Morsbach zusammengewachsen, eine Tatsache, die von den Bardenbergern gerne ignoriert wird.
Die Nachricht, die den Mann einst zutiefst belustigte, war dabei der Bericht eines Herrn, der aus Morsbach nach Bardenberg zog (also wenn es hoch kommt vielleicht 500 Meter weiter nördlich), da seine Frau von dort kam und nach zwanzig Jahren in Bardenberg, gelang es ihm tatsächlich auch neue Freunde zu finden - eine wahre Erfolgsgeschichte.

In dieser Woche nun wurde die Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Bardenberg gefeiert, mit einem Foto auf dem man vier Buden und einige ältere Herrschaften sehen konnte, dazu die Bildunterschrift: Der Bardenberger Weihnachtsmarkt hat in den vergangenen Jahren unzählige Anhänger aus Nah und Fern gefunden. Der Mann ist begeistert und fragt sich ob unzählig mehr als drei sind. 
Da die niederländische Grenze nur ein paar Kilometer entfernt ist, verirrt sich bestimmt auch der ein oder andere Holländer auf den Markt, warum also nicht gleich Internationaler Weihnachtsmarkt von und zu Bardenberg? - Aber Spaß beiseite, wir freuen uns natürlich über jeden Weihnachtsmarkt egal ob groß oder klein, nur an diesem Wochenende schaffen wir es sicher nicht nach Bardenberg, denn Morgen geht es für einen Tagesausflug nach Brüssel und der Sonntag ist ebenfalls verplant. 
Ideen und Vorschläge was man in der belgischen Hauptstadt auf gar keinen Fall verpassen sollte, sind deswegen äußerst willkommen :)

17. November 2018

Radtour nach Alsdorf

Burg Alsdorf

Gestern habe ich eine kleine Fahrradtour in eine Nachbargemeinde unternommen. Ich möchte mich gerne schon aus gesundheitlichen Gründen, nur noch auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel beschränken, aber das ist hier gar nicht so einfach. 
Durch die Landschaft verlaufen tiefe Einschnitte, wie z.B. das Wurmtal, neben dem wir wohnen und selbst wenn man dieses ‚Loch‘ (wie die Anwohner es nennen) vermeidet, so sind ähnliche Täler bei jedem Bächlein vorhanden und machen mir das Bergauffahren (oder Schieben) gerade als Asthmatiker schwer.


Nach Alsdorf war die Strecke jedoch recht angenehm, es ging langsam und gemächlich nach unten, bis man die Talsohle und den Broicher Bach erreichte.
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Dieser wurde in verschiedenen gefälligen Weihern aufgestaut, um die sich die Gehege des Alsdorfer Tierparks gesellten. Eintritt bezahlt man nicht, dafür lässt man sein Geld am Futterautomaten, denn vom ‚aggressiven‘ Mufflonschaf-Widder (mit extra Warnschild) bis zur niedlichen Zwergziege, sind alle wahnsinnig hungrig :)
Die Stadt selbst ist eher schlicht, so wie auch die Gebäude in Würselen, wenngleich ein wenig städtischer. Eine typische Arbeiterstadt, in der das Geld sicher nicht zu Hause war.


Im Gegensatz zu Würselen versucht man in Alsdorf jedoch sehr viel stärker, die Bergbautraditionen im Gedächtnis zu behalten. Ein alter Förderturm der Grube Anna wurde nicht abgerissen, sondern steht unter Denkmalschutz und die riesigen Bergehalden hinter dem Annapark, geben der Stadt ohnehin ein unverwechselbares Aussehen.
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Langhaus - ehemalige Gasturbinenhalle, jetzt Kultur- und Bildungszentrum

Die Halde Anna I ist die älteste und höchste der Halden. An den Seiten ist sie mittlerweile stark bewachsen, im Innern sorgen eine Vielzahl an Schwelbränden für Probleme mit der Standsicherheit.

Vergessen werden soll auch nicht das größte Grubenunglück im Aachener Kohlerevier, denn 1930 starben bei einer Schlagwetterexplosion in der Grube Anna, 299 Menschen. 


Nach diesem Ausflug in die jüngere Vergangenheit und einem Besuch in der ‚Kohle‘-Bäckerei ging es weiter zum eigentlichen Ziel meines Ausflugs. 
In der Altstadt befindet sich nämlich eine kleine ehemalige Wasserburg, die heutzutage der Stadt gehört und in deren Park gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wurde. 


Einst gehörte diese Burganlage samt Ländereien zum Herzogtum Brabant, was insofern erstaunlich ist, als alles in der Gegend sonst entweder ein Teil von Limburg oder Jülich war.
Im Gewölbekeller der Remise wurden im Jahre 1775, übrigens 12 der sog. Bockreiter gefangen gehalten und warteten auf ihre Verurteilung.
Bevor wir nach Aachen gezogen sind, habe ich nie etwas über die Folklore / Sagen der Bockreiter gehört, seitdem begegnet sie mir jedoch sehr häufig. Es ist eine Art der Hexenverfolgung: Menschen, die möglicherweise zu einer Diebesbande gehörten und deswegen beschuldigt wurden, nachts auf einem teuflischen Ziegenbock fliegend in die Gebäude ihrer Mitmenschen einzubrechen. 
Wie auch bei den Hexenverbrennungen wurden auf die Art in erster Linie unliebsame Nachbarn, Länderstreitigkeiten u.ä. ‚geregelt‘, insofern ist es schwer zu sagen, ob jemals eine Bande bestand oder Einzelpersonen zu den Bockreitern zusammengefasst wurden.
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Nach einem kleinen Rundgang durch den Burgpark und angrenzendem kleinem Friedhof, ging es dann für mich zurück nach Würselen. 
Noch lange Zeit im Blick hatte ich dabei die drei Bergehalden, bis ich sie hinter mir ließ. Diese unterstehen immer noch der Bergwerksaufsicht und dürfen daher nicht betreten werden.


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