18. März 2011

Flashback Friday


Das Bild ist vom 1.Mai 1999 zum Ende meiner kurzen Zeit bei den JuSos. Trotz erster Anzeichen von Politikverdrossenheit war ich sehr froh, daß ich zur Maifeier am Alten Markt in Potsdam mitgekommen war, denn neben der üblichen Politprominenz sprach auch Regine Hildebrandt. Wenn es irgendjemanden gab, den ich als politisches Vorbild bezeichnen könnte, dann war es sicherlich sie, unbeugsam, ehrlich, direkt, wenn es sein musste auch mit dem Kopf durch die Wand... all das sind nicht unbedingt Attribute, die man Politikern zuschreiben kann, sie machte so sogar politische Karriere und starb leider viel zu früh ...
Zurück zu den Jusos... Nachdem ich 1998 zum ersten Mal wählen durfte und mithalf die Kohl Ära zu verabschieden, wollte ich sehen wie es weiterging mit der Partei, die nach langen Jahren plötzlich nicht mehr Opposition war. Der Vater meiner Klavierschülerin erzählte mir außerdem von seiner Zeit bei den Jusos in Kiel, wie sie sich zusammensetzten und alles diskutierten von Freiheit bis Revolutionen, man wollte zu allem eine Meinung haben und ich fand das toll, ich wollte auch über Freiheit diskutieren. Meine ersten Treffen mit den JuSos waren eher ernüchternd, es ging um Lokalpolitik, dazu Verhaltensregeln wer mit wem sprechen darf und wen grad alle furchtbar doof finden, was man trinken darf (Rotwein) was für Musik man hört (Rosenstolz, kein Witz)... Die SPD war in Brandenburg ebenfalls an der Macht und die Jusos im Stadtparlament. Also sprachen wir über Straßenverläufe und Fragen wie: Sind die Jusos für eine Brücke am Alten Markt oder wollen wir einen Tunnel (wir konnten uns nicht einigen), wenn Denkmalschutz mit Naturschutz kollidiert, was hat Oberhand (Denkmalschutz). Es war nicht nur langweilig, ich lernte viel über die Geschichte der Stadt, sprach mit Jann Jakobs, dem Bürgermeister und späteren Regierenden Bürgermeister. Ich lernte etwas über die Sichtachsen-Problematik mit der sämtliche Baugeschehen der Unesco Welterbe-Stadt umgehen mussten, vom Baum im BUGA Park bis zur Farbgestaltung der Plattenbauten in der Breiten Straße.
Einmal ging es um Kindergärten und sofort holte jeder seine traurigsten Kindergarten - Erlebnisse heraus, von schlechtem Essen bis fiesen Erzieherinnen... Bei der Abstimmung dann das Ergebnis: Jusos sind gegen Kindergärten... Wie bitte?! Wir fuhren zum Parteitag in Cottbus, wo über die Frage diskutiert werden soll, ob Jusos eigentlich Jungsozialisten/innen oder Jungsozialdemokraten/innen heißt. Aber der Parteitag kam nicht zu Stande, da in einigen Gremien die Frauenquote nicht erfüllt wurde. Der Bildungspolitiker, der sprechen sollte und deswegen umsonst in die Provinz gefahren war, behauptete, daß das nur gegen ihn gerichtet war... es würde mich nicht wundern, der Kerl war ein arrogantes A., der selbst mich einmal niedergemacht hat. (Wir hatten einen Stand am Lindenpark und ein paar Kinder hatten Kondome erbeutet (wir hatten sie ihnen sicher nicht gegeben, ich hatte eher deren Eltern in Verdacht), um daraus Luftballons zu machen... er fand, daß wir an alle Kindern Kondome verteilt hatten, um ihn lächerlich zu machen. Danach habe ich selbstverständlich Kondome an Kinder verteilt, bei den Werbeartikeln unbekannten Alters konnte man so wohl noch am ehesten Schaden abwenden...)
Einmal sollte ich einen Vortrag zu einer kleinen Grundrechtsänderung halten... ich mochte Grundrechte, sie vereinbarten zwei meiner Leidenschaften: Freiheitsdiskussionen und Aufsätze verfassen, während meines Studiums war ich deswegen wahrscheinlich nur während meiner Grundrechtsklausuren richtig gut (na gut, außerdem in Rechtsgeschichte und allem was das Abstraktionsprinzip durchbrach - einer extremen Anti-Herr Z. Reaktion) Aber mein Vortrag wurde für zu langweilig befunden, stattdessen sprachen wir darüber, wie sehr wir gegen einen möglichen Brückenausbau neben dem Park Babelsberg über Klein-Glienicke wären. Das war interessant. Danach hielt ich keine Vorträge mehr.
Bald ging ich nur noch sehr selten zu einem Treffen und dachte, das Thema würde sich leise entschleichen. Doch zum echten Bruch kam es, als man mich ebenfalls als Quotenfrau für ein Gremium haben wollte, ich sollte dabei ausdrücklich keine eigene Meinung haben, hatte ich schon lange nicht mehr, könnte dafür im Gegenzug schnelle Karriere machen... Was mir als unwiderstehliches Angebot unterbreitet wurde (wahrscheinlich sahen diejenigen das tatsächlich so), machte mich schlichtweg wütend und seitdem war Politik für mich erledigt. Ich akzeptiere, daß es den Beruf des Politikers geben muß, möchte damit aber selbst nichts zu tun haben. Ich bin Nichtwähler. So richtig weiß ich auch nicht, was ich wählen soll, denn rechts von der SPD ist mir alles zu konservativ und an sich sympathisiere ich mit den Ideen der Grünen. Aber deren Programme klingen manchmal zu sehr nach Umwelt-Utopie und setzen voraus, daß alle Menschen einsehen, daß wir die Erde nicht weiter zerstören dürfen... Tja, leider interessiert das aber erstaunlich viele überhaupt gar nicht und so halte ich es wohl eher mit Charles Bukowski: „Menscheit, du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu.“ Sieht man sich all den Kampf, Chaos und hausgemachte (Nuklear-)Probleme dieser Welt an, kann ich dazu wohl nur sagen: Amen.

17. März 2011

Tierrettung


Ich habe lange Zeit über diesen Beitrag nachgedacht und ob ich ihn überhaupt schreibe, denn im Zeichen der nuklearen Katastrophe, dem Leid der Menschen angesichts all des Elends von Erdbeben, Tsunami und Verstrahlung ... wie kann ich dann an die zahlreichen Haustiere denken, sollte mir deren Elend nicht egal sein, gäbe es nichts Wichtigeres? Aber je mehr Berichte ich lese von Menschen, die mit ihren Tieren im japanischen Winter ausharren, da man Tiere nicht in die Evakuierungscenter läßt, desto mehr habe ich das Gefühl darüber schreiben zu müssen. 
Als der Hurrikan Katrina 2005 New Orleans verwüstete, war dies zum ersten Mal Thema. Damals starben Menschen, da sie mit ihren Tieren nicht in die Center durften und das internationale Rote Kreuz versprach die Regeln zu ändern und Käfige Teil der normalen Evakuierungspakete zumindest in den Industrieländern werden zu lassen. Nun, die nächste große Katastrophe in einem Industrieland und wir stehen vor dem gleichen Problem.
Ich sehe drei Szenarios... 1. Tsunami, man rennt um sein Leben, läßt Tiere, Menschen hinter sich und hofft, daß jeder irgendwie durchkommt. Danach muß man sehen, wie es den Hinterbliebenden geht und begibt sich damit in Gefahr. Gesetzliche Regelungen zur Tierrettung wären hier vonnöten.
2. Man kommt mit seinem Tier zu einem überfüllten Evakuierungscenter und wird abgelehnt. Das ist auch in Ordnung, dann sind in den Centern sicher nur Ältere und Kinder während es vor den Türen Zweitlager gibt.
3. Man überlebt zusammen mit Hund und Katze die wohl schlimmste Katastrophe seines Lebens, hängt buchstäblich aneinander, hält sich, wird vielleicht sogar zusammen aus dem Geröll ausgebudelt, kommt zu dem Schutzraum, nur um an der Tür zu hören... Na, das müssen Sie jetzt aber einsehen, daß Menschenleben wichtiger sind. Hops, geben Sie Ihrem Tier einen Fußtritt, das kommt schon klar... Wie frage ich mich nur, sollen Tiere, die in ihrem ganzen Leben noch nie selbst für ihr Futter sorgen mussten klarkommen und wichtiger, wie können wir, die wir Tiere als vollwertige Familienmitglieder aufgenommen haben, sie in dieser Situation verlassen? Ich würde sicher meine Katzen nicht verlassen. 


Für alle Menschen, die Tierrettung nicht als das Überflüssigste auf der Welt ansehen, gibt es die Koalition der japanischen Tierschutzorganisationen und der Welttierarztorganisation zur Koordinierung aller Tierrettungsbemühungen. Spenden werden hier gesammelt: Link, auch wenn es derzeit eher darum geht, überhaupt an die notwendigen Materialien wie Käfige, Futter, Benzin zu kommen.
Die Rettungsfahrten müssen halblegal und teilweise sogar offiziell verboten stattfinden und stützen sich auf Anrufe von Tiersichtungen in den Tsunami Gebieten. Derzeit geht es darum genug Kanister zu sammeln, damit Benzin für längere Fahrten in die Katastrophengebiete unternommen werden können. Außerdem muß der Status der Katzeninsel geklärt werden. Die Insel mit Katzentempel wird von ca. 100 älteren Einwohnern und einer ungleich höherer Zahl an Hauskatzen bewohnt und liegt direkt im Tsunamigebiet.

Herzzerreißendes Video von einem Hund, der versucht Hilfe für seinen verletzten Freund zu finden:

Derweil bebte gestern hier die Erde. Ein kleines Erdbeben der Stärke 4.3 erschütterte weite Teile Ontarios, Quebecs und wurde auch in Vermont registriert. Die dabei freigesetzte Energie war jedoch um 500 Millionen Mal geringer als das Beben in Japan. Ein wenig stand auch einmal mehr die Sicherheit der mit Fukushima I baugleichen Vermont Yankee Nuclear Power Plant auf dem Programm. Das Atomkraftwerk macht seit Jahren Schlagzeilen, da die umliegenden Gewässer immer stärkere Radioaktivität aufweisen und in einem immer größer werdenden Radius um das Werk das Fischen nicht mehr erlaubt ist. Aber die Energielobby ist in den USA so stark, daß man seine Besorgnis gerne zum Ausdruck bringen darf, es herrscht schließlich Meinungsfreiheit... aber Abschalten des vor sich hinrottenden Werkes... Ach, i-wo, warum denn?

Happy St.Patrick’s Day


Wie an jedem 17. März zieht heute jeder in Nordamerika seine grünen T-Shirts über, hängt sich die grüne Plastikperlenkette mit Plastikkleeband um den Hals, greift zum grünen Bierglas Made in China um somit nach eigener Meinung in einen waschechten Iren verwandelt, das zu tun was Iren - eigener Meinung nach - tun: sich sinnlos zu besaufen. Ich dagegen weiß, daß ich um Kneipen heute einen großen Bogen machen werde und nur zu Hause so zum Spaß ein klein wenig irische Volksmusik hören werde... The Dubliners natürlich, dann Sharon Shannon & Steve Earle und das Video dieses Herren, das ich kürzlich bei youtube entdeckt habe: 


Und wem all das nicht ausreicht, dem empfehle ich die Auswahl von Accu Radio Celt
Alles Gute zum Ehrentage Mr. Irischer Nationalheiliger Patrick, denn dein Tag ist die einzige offizielle katholische Ausnahme (in Irland) in der Fastenzeit nach Herzenslust zu essen und zu trinken ... :) 
Pünktlich zum St. Patricks Day hört man nicht nur die Wildgans-Scharen auf dem Weg nach Kanada über uns hinwegschnattern, sondern bei unserem vorösterlichen Gestrüpp in Vase zeigt sich das erste zaghafte Anzeichen von frischem Grün... schön :)


Das Essen zum Tag: Palak Paneer (Spinat mit indischem mozarella-ähnlichem Käse) Avocados puristisch nur mit schwarzem Salz, Leinöl und grünblättrigem Gartensalat... das ist sogar LowCarb (nur meine Hello Kitty Eßstäbchen fallen aus dem Rahmen ;)


15. März 2011

Disneyland: Animal Kingdom


Das Königreich der Tiere ist der neueste (1998) und größte der vier Parks und ist den Erhaltungsprogrammen insbesondere der afrikanischen und asiatischen Tierwelt gewidmet.

       ^ Ich mag diese Uniform

Der Park mit seinen 250 Tierarten ist Teil der amerikanischen Zoovereinigung und muss somit dessen Ansprüche an Schulung, Forschung und Naturschutz erfüllen. In der Planungsphase gab es viel Protest von Tierschutzorganisationen, der mittlerweile verstummt ist. Stattdessen ist der Park für seine Erfolge in den Zuchtprogrammen von weißen Nashörnern (teilweise zur Auswilderung in Uganda bestimmt), Elefanten und Giraffen bekannt.


In der Mitte des Parks befindet sich der Baum des Lebens, das Wahrzeichen des Parks und selbst äußerst unlebendig mit giftgrünen Kunststoffblättern. Von dort kann man die anderen Bereiche des Tierkönigreiches: Camp Mickey, Afrika, Asien und Dinoland besuchen. Wir entschlossen uns für den Afrika - Asien Doppelschlag, die aufgrund ihrer hohen Fotodichte, jeweils einen Extra Foto-Artikel in diesem Blog bekommen.

13. März 2011

Sonntagsblumen




Letzte Woche hatte ich diese Bilder vom japanischen Garten zur Seite gelegt um damit eine Extraedition Sonntagsblumen zu füllen, nichtsahnend, daß das Thema Japan plötzlich eine solche Brisanz bekäme. Anand hatte sogar etwas mit unbegründeten Schuldgefühlen zu kämpfen, hatte er sich doch bei seinem Besuch in Boston mit einem japanischen Wissenschaftler unterhalten und gemeint, daß sie ständig kleine Erdbeben hätten, bei denen aber nie etwas passiere und ihn gefragt, wie dieser denn damit klarkäme, wenn er sich plötzlich in einem nicht-schwankenden Teil der Welt aufhält... Nun genau einen Tag später war es derselbe Wissenschaftler, der ihm mitteilte, daß es das größte Beben in der Geschichte Japans gegeben habe. Bescheuert wie die Amis sind, haben sie nun die groteske Idee, daß das japanischen Beben „Erd-Rache“ Gottes für Pearl Harbour war, da muss man sich wirklich wundern für was der 11.September alles Erd-Rache gewesen sein muß und was da noch an Nachholbedarf offen steht ... Nun, bevor ich wieder einen Tag lang n-tv gucken, die auch nicht wissen ob und wieviele Reaktorkerne nun wirklich geschmolzen sind, kehre ich lieber zurück zum Garten. 



Wie in den meisten japanischen Gärten, gibt es auch hier wenig Blüten, dafür sind aber alle anderen Bestandteile vorhanden, von Wasser, Brücke, Laternen bis zu den Kieseln. Mein Haupt-Augenmerk lag dennoch bei den roten Kamelien, während Anand die Koi-Karpfen und diese Konstruktion am interessantesten fand...
animated gif maker


12. März 2011

Die Welt - Teil 2


Weiter geht es mit unserer Reise um die Welt, nächster Stop: die USA... 


Eine Kolonialstadt mit Seebühne samt Mayflower Kopie erwartete uns, natürlich als die „Hauptattraktion“ der Welt beschrieben, was zu spontanen Ach Nö und schnell weiter-Reaktionen führte ...




Auf nach Italien. Der italienische Abschnitt bestand aus Venedig samt Gondolas, Markusturm und Dogenpalast, florentinischen Häusern und römischen Denkmälern. Da Anand schon überall in Italien gewesen ist, fand er das langweilig, ich fand es kamaradschaftlich wie ich war auch langweilig und bestand nur auf eine klitzekleine Pause in einem der windgeschützten Innenhöfe zwecks Sonne tanken und Mittagessen.




Ohne die Alpen passieren zu müssen, ging es nun direkt nach Deutschland. Außerhalb des deutschen Dorfes befindet sich eine große Modelleisenbahn mit begeisterten Trauben von Kleinkindern auf der Suche nach dem sich jeweils gerade bewegenden Zug. Ist es nicht seltsam, daß gerade Modelleisenbahnen so typisch deutsch sind?
Ansonsten könnte die Dorf-Architektur jeder südwestdeutschen Stadt entnommen worden sein, mit darüber trohnender Festung. Das deutsche Dorf enthält ein paar Läden z.B. für Steiff Tiere und Weihnachtsartikel und das riesige Oktoberfest - Restaurant. Weitere Attraktionen waren zwar geplant, konnten aber nicht gebaut werden, da die deutsche Regierung die Disney Version nicht sponsorn wollte.


Neben Deutschland befindet sich ein kleiner afrikanischer Themenbereich, der keinem bestimmten Land zugeordnet wurde. Danach passiert man eine Brücke und ist in China.


China wartete mit dem Fototermin für eine Geisha auf, was mich leicht verblüffte und bestand aus der üblichen Mischung aus Tempel, Museum, Läden und Restaurants. Es wurde ebenfalls nicht vom entsprechenden Land gesponsort.



Das verhält sich ganz anders bei Norwegen, ein Land auf das Disney wohl sonst auch nicht so ohne weiteres gekommen wäre. Das norwegische Dorf wurde 1988 mit 30 Mio. US $ norwegischer Investoren errichtet, von Harald V. eingeweiht und bis 2002 jährlich mit 200 000 US $ der norwegischen Regierung gesponsort. Es enthält vier verschiedene norwegische Baustile, Stabkirche und eine Bootstour im dunklen Maelstrom. Dafür bekommt man aber auch überall unser Land hier und Traditionen, Wikinger, Trolle, tolle Ölplattformen da um die Ohren gehauen und kommt sich wie in einem Werbefilm vor.



Das letzte Land der Welt, (oder das erste je nachdem, wie man um den See herumläuft) ist den südlichen Nachbarn: Mexiko vorbehalten. 


Mexiko findet in einer mesoamerikanischen Pyramide statt. Dort befindet sich der stets nächtliche Plaza de los Amigos mit einem mexikanischen Markt auf dem man vom Sombrero, bemalten Holzobjekten bis zum Frida Kahlo Outfit alles kaufen kann was Mexiko dem Touristen zu bieten hat, ergänzt durch vier Restaurants und einer kleinen Bootsfahrt samt Donald Duck, die wohl eher etwas für die ganz jungen Parkgäste ist.


Und damit haben wir das Ende unsere Welttournee ereicht: Nächster Stop: Animal Kingdom.

Die Welt - Teil 1

Wir kehren in unserer Wochenberichterstattung zurück in den Disney Epcotpark zum Worldshowcase. 



Die Welt begann mit dem unmittelbaren Nachbarn: Kanada und so sahen wir uns eine Mischung aus Westküsten Architektur der traditionellen Langhäuser der Ureinwohner, sowie franco-kanadischen Gebäuden an. Ursprünglich sollte Französisch Kanada vom Rest durch eine Straße getrennt werden, ich bin jedoch froh, daß Disney sich über diese Idee der kanadischen Regierung hinweg gesetzt hat.




Direkt neben Kanada befindet sich logisch, Großbritannien. Jedes Haus der zwei englischen Dorfstraßen mit Parkanlagen repräsentiert ein originalgetreues Abbild von einem Jahrhundert britischer Baugeschichte. Dazu kann man Beatles Fanartikel und Tee kaufen und der beste Ort für Fish and Chips ist der Rose & Crown Pub (genau genommen auch der einzige Ort für Fish and Chips.)



Man muß nur eine kleine Brücke passieren um von Großbritannien nach Frankreich und da natürlich nach Paris zu gelangen. In Paris hatte ich einen kleinen Unfall mit einem Springbrunnen und es führte kein Weg zum Eiffelturm. Der war nämlich nur Dekoration. Da die Straßen außerdem sehr voll waren, liefen wir lieber die paar Schritte bis nach Marokko weiter.



Marokko schien Anand und mir am Besten gefallen zu haben, zumindest haben wir dort einen Riesenberg an Bildern produziert (siehe morgigen Extrapost im Decoblog). Ich erinnere mich noch, wie wir im letzten Jahr beide jeden Freitag gebannt vor dem Fernseher saßen um uns mit Feast Bazaar die marokkanische Reise- und Kochshow eines australischen Kochs anzusehen. 


Das marokkanische Restaurant war leider viel zu teuer, aber es reichte noch für ein wenig Baklava und Kaffee im Orangengarten vor dem Tangerine Café. Marokko wurde vom gleichnamigen Königreich gesponsort und sollte an eine mittelalterliche Stadt erinnern. 


Diese wurde von marokkanischen Architekten entworfen. Wir machten einen Rundgang durch die authentisch engen Gassen, bewunderten das Lichterspiel der Buntglasfenster, die Fliesen und Mosaike im Badehaus und die Läden mit ihrem Angebot an Glaslaternen, Türklopfern, Teppichen und Bekleidung und wunderten uns ein wenig, ob hier jemals etwas verkauft wurde. Insgesamt eine etwas teure Tourismuswerbung, aber sicher eine wirksame, denn zumindest ich war danach der Meinung, daß ich mir einmal im Leben ganz dringend Marokko ansehen muß.



Der Schritt von Marokko nach Japan ist etwa schlecht erklärbar, aber so ist das eben in der Welt... ein paar Schritte entlang der Lagune und man erreicht die von der Mitsui Gruppe gesponsorte japanische Festung mit Tempel, Sushi-Restaurant und Garten. Seit den 1970er Jahren überlegt man größere Attraktionen in Japan unterzubringen, wie z.B. einer Godzilla-Achterbahn nach dem Vorbild von Disneyland Tokyo. Aufgrund der japanischen Beteiligung am zweiten Weltkrieg wurde jedoch bisher alles als anstößig abgelehnt und so besteht Japan nur aus drei Restaurants und einem Laden.

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