14. April 2011

Das Wort zum Donnerstag

Man merkt wirklich wie der Frühling immer mehr Einzug hält. Die Tulpen vor dem Haus arbeiten täglich ein wenig daran endlich aufzugehen. Man kann bereits erkennen, daß sie rote Blüten haben werden und die ersten Narzissen habe ich auch schon gesehen (wenn auch nicht fotografiert, denn es regnete.) 


Die Katzen sind ungeduldig wenn sie nicht nach draußen gehen können und rollen sich vor Freude auf dem Boden, wenn es endlich einmal trocken genug dazu ist. (Und natürlich muss man regelmäßig verhindern, daß sie dabei nicht die Tulpen zerstören ...) Mein soziales Leben, im Winter fast völlig zum Erliegen gekommen, erholt sich auch und so waren wir die ganze Woche beschäftigt. Das ist sehr gut für Anand, während ich das Gefühl habe, daß mir die Winter-Einsiedlerei ebenfalls liegt... Nun am Montag dachte ich nachdem das Wäsche Waschen erledigt war, kann ich etwas für den Blog schreiben, stattdessen kam mein Mann eher nach Hause um mich zu einem Kollegen mitzuschleppen, der Selbstaufbaumöbel gekauft hatte und kein eigenes Werkzeug besaß. Die Aufbaupläne waren kein Problem, schwieriger war es, daß das Holz in sich verzogen war und so waren wir bis gut in den späten Abend damit beschäftigt das Holz so geradezudrücken und zu halten, daß wir die Schrauben an die richtigen Stellen setzen konnten. 
Am Dienstag dann der große Tag... es ging auf zur Handtherapie am Ende der Stadt und endlich kam der lange erwartete Spruch: Die Schiene darf jetzt weggelassen werden und nur bei besonders rutschigen Wegen oder dem Heben von schweren Dingen, sollte ich sie auch in den nächsten Monaten noch zur Vorsicht tragen. Nächste Woche steht noch der Abschlußbesuch bei der Ärztin an und dann hoffe ich, daß das Thema Krankenhaus sich erledigt hat. Bei strahlendem Sonnenschein machte ich auch wieder einen kleinen Spaziergang in der Klinikgegend, über die Hausruine hinaus zur Nachbarsfarm. Dort sah ich eine wilde Truthhahnfamilie und jede Menge Kaninchen, die vor mir aus dem Feld sprangen. Ein paar der Bilder werde ich bald im Teodeco Blog zeigen, denn ich glaube dieser Blog hatte bereits genügend der Ruine-und Windrad Bilder im Angebot. 


Außerdem war Frei-Eis-Tag bei Ben & Jerrys (free cone day) doch die langen Warte-Schlangen vor den Läden schreckten mich ab. Anand sagte mir zwar, daß es an der Uni ziemlich schnell ging bis er sein Gratis Eis in der Hand hielt, da sie fünf extra Servierer vor Ort hatten für die eishungrige Meute. Aber in der Innenstadt standen sie die gesamte Straße hinunter und die Schlange schien sich nicht sonderlich vorwärts zu bewegen.
Gestern nun wartete ich einmal mehr vergebens auf den Hausmeister. Sein Ankündigungsschreiben lautete, daß er mit einem Banker die Modernisierungsmaßnahmen der Wohnungen besichtigen wollte, was zu hektischen Saubermachaktionen führte und dann wartete ich umsonst. Eigentlich muß ich nicht in der Wohnung sein, da Hausmeister und Vermieter die Wohnung auch ohne mich betreten dürfen und in Ottawa habe ich mich auch nicht so sehr darum gekümmert. Aber hier reagieren Linus und Shweta noch ziemlich panisch auf unangemeldete Besucher und vorallem der Hausmeister ist für sie jemand der nur unangenehme Geräusche wie Hämmern, Bohren, Rütteln etc. zur Folge hat.
Am Abend besuchten wir dann zum ersten Mal den deutschen Stammtisch, der einmal monatlich im „Das Bierhaus“ stattfindet. Wir hatten uns das bereits seit einer Weile vorgenommen, aber es kam aus verschiedensten Gründen nie dazu. Der Anfang war etwas turbulent und wir hatten ehrlich gesagt nicht erwartet, daß das eine solch große Veranstaltung à la Stehparty mit (+) 30 Gästen, die meisten weiblich und Deutsch-Muttersprachler werden würde. Es war schwierig den Überblick zu behalten und wir konnten auch nur mit einigen Leuten reden. Während wir mitten in der Gruppe an der Bar sitzend unser Abendessen aßen (Bratwurst mit einem Klacks Bratkartoffeln und Senf für 9 $, auweia...) kam die eigentliche Organisatorin der Gruppe und fragte jemand anderen, wer den nun eigentlich zum Stammtisch gekommen war. Diejenige deutete daraufhin auf uns und sagte laut auf deutsch: „Die Beiden gehören sicher nicht dazu.“ Ich konnte förmlich sehen, wie Anand zusammenzuckte und zu mir meinte: „Das ist bestimmt nur wegen mir... :(“ Ich fand das sehr unangenehm und wenn man die vielen leeren Tische im Raum sah, an denen wir als Nicht-Dazugehörige hätten sitzen können auch wenig durchdacht. Nun ja, als Resultat würde ich sagen, daß es sicher schön war einmal deutsch zu reden und ich wollte auch ein Gegengewicht zur indischen Studentenvereinigung haben, die bisher unser soziales Leben in Burlington dominiert. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob Anand nochmals mitkommen mag, was den zusätzlichen Sinn der Veranstaltung für uns, nämlich, daß er seine Deutschkenntnisse nicht verliert etwas untergräbt. Ich glaube unsere Gruppe in Ottawa, die zumeist aus Deutsch Lernenden bestand, war in der Hinsicht etwas offener. Doch vielleicht spielte mir auch nur einmal mehr meine soziale Unfähigkeit mich in großen Gruppenveranstaltungen wohl zu fühlen einen Streich.
Heute habe ich einen weitesgehend freien Tag, den ich dazu nutzen wollte mir die mit Schmelzwasser tobenden Wasserfälle in Winooski anzusehen. Aber nun ist alles wolkenverhangen, so daß ich nicht weiß was da noch an Regen nachkommen kann. Freitag und Samstag sind bereits ausgebucht mit unterschiedlichen Programmpunkten für tagsüber und abends, ich freue mich auf den nächsten bisher unverplanten Tag: Sonntag :)

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