16. September 2011

Flashback Friday


Es ist schon wieder eine Woche vergangen und wie man an diesem und dem Teodeco Blog unschwer erkennen kann, bin ich immer noch ohne Internet unterwegs. Am Sonntag versuchte ich mich an einem der Internet-Hotspots der Stadt und veröffentlichte den Konzert-Artikel. Da man dort aber alle 5 Minuten wieder herausgeworfen wird und sich neu einloggen muss, dauerte es insgesamt 30 Minuten um einen bereits geschrieben Artikel ohne Bilder endlich in den Blog zu stellen. Das frustrierte mich so sehr, daß ich von weiteren Versuchen mit den wireless Angeboten der Stadt absah und lieber auf Internet zu Hause wartete. Der Servicemitarbeiter von FairPoint sollte am Montag, Dienstag, Donnerstag und nunmehr heute zwischen 8-17Uhr kommen... Anand befindet sich im Dauergespräch mit den Damen vom Callcenter, die aber auch nur unzureichend erklären können, warum der Herr Servicemitarbeiter es nie zu uns schafft und auch nie einen Termin absagen kann, obwohl er meine Handynummer hat. Meine Geduld ist zu Ende und wir werden wohl den Anbieter erneut wechseln müssen um endlich wieder im Netz zu sein.
Sehr erfreulich war dagegen ein Überraschungspaket meiner jüngeren (aber größeren) Schwester voller Mitbringsel aus dem Istanbul Urlaub. Wir sind jetzt stolze Besitzer von Istanbul T-Shirts, blauen Augen zum Umhängen, Hinhängen und bösen Blicken vertreiben, einem runden Diagramm Spielzeug, das Ela möglicherweise für sich selbst gekauft hat(?) und ich habe das tollste schwarze T-Shirt mit weißen Katzen und Polka Dot Muster darauf... (Damit bin ich auf jeden Fall die Einzige in Burlington, die so ein T-Shirt besitzt... ;)
Das Flashback Foto ist dementsprechend ein weiteres aus der Geschwister Reihe, diesmal in Räuberuniform... damals hatte ich noch eine kleinere Schwester (höm). Die Schaukel im Garten meine Großeltern wurde jedoch schon langsam zu klein für uns beide ... :)

P.S. Ich arbeite an den Boston Bildern, ich arbeite daran. Ehrlich! Manchmal.

11. September 2011

Konzert

Am Freitag abend war es einmal mehr so weit: Ein Konzert der sich langsam etablierenden ‚Church Street Concert Series’ lockte uns in die UU Kirche.
Dieses Mal spielte Michael Arnowitt, der vermutlich bekannteste (und fast blinde) Pianist aus Vermont unter dem Programmpunkt ‚From East to West’. Das beinhaltete westliche Komponisten, die von östlicher Musik beeinflußt wurden, wie z.B. Debussys ‚Pagodas’ von indonesischer Musik und Gustav Mahlers ‚Der Einsame im Herbst’ von chinesischer Lyrik, östliche Komponisten aus Japan und der Türkei, die wiederum vom Westen beeinflußt wurden sowie russische Komponisten, die diese Ost-West Gegensätze zusammen mit slawischen Deutungen allesamt in sich vereinigen. Darunter natürlich Alexander Scriabin, der wie schon von Kawai Chan so auch von Arnowitt als verrückt aber genial (ein-)geschätzt wurde.
Die Kirche war zum ersten Mal recht gut gefüllt, die Gäste lachten zu den Nicht-Witzen des Pianisten und dem frenetischen Applaus nach jedem Stück zu folgen verbarg sich dahinter eine aktive Verehrerinnen-Gemeinde.
Michael Arnowitt ist der erste Pianist der Reihe, der ausschließlich als Konzertpianist arbeitet und nicht nebenbei noch Lehrer, Professor, Klavierstimmer, Klavierbauer usw. ist, gleichzeitig schien er aber auch das größte Allgemeinwissen neben der Musik zu besitzen. Seine Idee für das Programm kam z.B. von einem Erlebnis seines Vaters, der als Physiker einen indischen Kollegen zu einer Beethoven Symphonie begleitete, wo sich selbiger Kollege dezent langweilte und vorallem die Rythmen zu vorhersehbar fand. Das führte zu einem Interesse für klassische indische Musik und letzlich zu diesem Programm. Ohne Frage war Anand damit sehr zufrieden und freute sich auf einen Abend der musikalische mit intellektueller Herausforderung kombinierte, sowie über den berühmten Tellerrand klassisch- europäischer Musik hinausschaute.
Das erste Stück des Abends Peter Feuchtwangers ‚Tariqa 1’ war von iranischer Musik inspiriert und funktionierte irgendwie nicht. Wo man sich aufgrund der Melodie bärtige Herren auf dem Boden sitzend auf Trommeln und Sitar-ähnlichen Instrumenten musizierend vorstellt, kann das Klavier nicht mithalten. Eine Taste vereint einfach nicht die Klangvielfalt einer freischwingenden Saite. Danach folgte Mozarts Rondo alla turca, was der Pianist erstaunlich leise und punktiert spielte. Aber es lag offenbar nicht in seiner bescheidenen, vergeistigten Persönlichkeit, den üblichen Boom-Boom Faktor zum gloriosen Ende auszuspielen.
Claude Debussys ‚Pagodas’ war genau die träumerische Wohlfühlmusik, die man sich unter so einem Titel vorstellt, Toru Takemitsu folgte dem mit ‚Rain Tree Sketch’. Danach kam das Werk „Black Earth“ des türkischen Komponisten Fazil Say. Die Komposition war von der Poesie eines blinden, osmanischen Dichters inspiriert und vereinte traditionellen türkische Elemente mit Jazzmusik. Alles was bei Feuchtwangers Werk nicht funktionierte war nun vorhanden und um die traditionelle Musik darzustellen, wurden Teilstücke direkt in den Saiten des Flügels gespielt. Der Effekt war so sehr im Kontrast zu allem was traditionelle Klaviermusik ausmacht, daß sich alle einig waren gerade das beste Stück des Abends gehört zu haben.
Nach der Pause ging es weiter mit Gustav Mahler, was dem Pianisten sehr viel bedeutete, aber er konnte das Interesse daran nicht so ganz in seinem Publikum wecken. Ein Teilstück aus einer chinesischen Oper folgte und war wunderschön gespielt. Es ist offenbar problemlos möglich traditionelle chinesische Musik auf einem Klavier darzustellen.
Für Scriabins ‚Sonata No.9 - Schwarze Messe’ wurde es dunkel im Raum. Fast ohne Licht versuchten wir uns auf die Besonderheiten dieser musikalischen Geisterbeschwörung zu konzentrieren, aber gegen 10 Uhr abends funktioniert das mit dem Konzentrieren bei mir nicht mehr so richtig gut und ich wurde einfach nur sehr müde.
Drei kurze Jazzstücke von Nikolai Kapustin weckten mich zwar wieder auf, aber ich war danach kein bißchen traurig, daß der Abend vorüber war. Dieses monumentale Programm forderte nicht nur den Pianisten sondern auch einiges von seinen Zuhörern.
(Beim Hinausgehen verabschiedete uns der Kirchenverantwortliche mit einem freundlichen „Na dann, bis zum nächsten Mal“ offenbar gehören wir bereits zum Inventar... )
Mit dem Gefühl etwas vollbracht zu haben, setzen wir uns in die nächste Bar. Diese war aufgrund eines Polizeieinsatzes äußerst leer und so hatten wir keine Probleme Sitzplätze an einem Freitag Abend zu bekommen. Nach einem Glas ‚Switchback’ (dem einzigen Vermonter Bier, das nur vom Fass kommt) und einer kurzen ‚Das-Beste-war’ Diskussion fühlten wir uns dann ausreichend für den 5-minütigen Heimweg gestärkt... :)

Mehr zu Michael Arnowitt findet man in Wikipedia sowie auf seiner Homepage: www.MAPiano.com

Das nächste Konzert der Reihe findet am Freitag, dem 23. September 2011, 20:00 Uhr statt. Dann mit einem Pianisten aus Wisconsin, dessen Namen ich leider vergessen habe.

9. September 2011

Flashback Friday

Ab nächsten Montag werde ich (hoffentlich) wieder online sein, bis dahin heißt es abwarten und Tee trinken. Ich wollte die offline Zeit zu so vielen organisatorischen Dingen nutzen, sei es Bilder in Ordnern zu sortieren, lange vergessene Artikel endlich zu schreiben und stattdessen habe ich den Computer fast nie eingeschaltet. Die Faszination des Internets wirkt offenbar nur solange ich unmittelbaren Zugang dazu habe, sobald ich irgendwohin gehen muss um meine e-mails zu lesen oder Facebook Aktualisierungen zu verfolgen, fallen mir hundert Dinge ein, die viel wichtiger wären... Bücher/Zeitungen lesen, das Kissen endlich zu Ende nähen, neue Bilder malen, rahmen und an die Wand hängen usw. Gerade plane ich eine Neudekoration des Wohnzimmers um die Orangeakzente endlich durch Braun- und Beige/Weißtöne zu ersetzen.


Neben einer Tour in die Adirondacks zum Ausable Chasm und Lake Placid, waren wir für vier Tage in Boston unterwegs und da mich die Stadt sehr an Hamburg erinnerte, stammt mein heutiges alberne Geschwister-Flashback Foto aus eben dieser ehrwürdigen Hansestadt.
Boston ist genauso sauber, von Wasserläufen durchzogen, hat Geschichte und dessen Bewohner sind auf gleiche Art freundlich, reserviert und auf eine leicht arrogante Art stolz darauf, wer sie sind.

3. September 2011

Nach Irene - Teil 2

Es ist fast eine Woche her, daß Hurrikan Irene Vermont erreichte, die Wetterexperten können aber erst jetzt so langsam erklären, wie es zu der Flut - Katastrophe kommen konnte.
Eine vollständige Analyse wird wohl noch Monate dauern, aber einiges ist mittlerweile klar: Die geringere Geschwindigkeit des Sturms spielte eine Rolle.
Der Hurrikan war dermaßen gewachsen, daß er langsamer und langsamer wurde und letztlich zum Zyklon herabgestuft wurde. Das Zentrum des Sturms erreichte uns nicht um 14:00 Uhr sondern gegen 16:00 Uhr und da es so langsam war, wurde es wie die meisten normalen Regengebiete zwischen den Green Mountains und den Adirondacks in New York (westlich von Vermont) ge“sandwich“t, eingezwängt und verblieb dort anstelle sofort weiterzuziehen. Statt dem vorhergesagten Doppelten des Monatsmittels fiel so in manchen Landesteilen das Vierfache des Monatsmittels in 12 Stunden und die Katastrophe war da.
Selbst wenn man auf einem Berg wohnte und daneben ein kleines, meistens trockenes Rinnsal durch den Garten führte, das Haus 150 Jahre alt war und noch nie überflutet wurde, hatte man ein Problem. Städte, die 1927 zum letzten Mal überflutet wurden und deren älteste Brücken von 1928 stammten, hatten ein Problem und meistens bedeutete das, daß sie zum Ende des Sonntags von der Außenwelt abgeschnitten sein würden, da alle Wege in die Orte zerstört wurden. 11 Ortschaften waren selbst zwei Tage später nicht erreichbar, das am Schlimmsten getroffene Wilmington, VT selbst am Tag drei nach der Katastrophe einzig über ausgespülte Waldstraßen erreichbar, die man nur mit Traktoren sicher befahren konnte. Mittlerweile gab es drei bestätigte Todesfälle für Vermont, eine Person wird noch vermisst.
Während am vergangenen Sonntag in Wilmington, Brattleboro, Rutland, Stowe, Woodstock, Richmond, Waterbury, Montpelier usw. die Menschen damit beschäftigt waren Hab und Gut aus den Fluten zu retten ohne dabei selbst mitgerissen zu werden, sehen mussten wie historische Brücken für immer verschwanden, Autobahnbrücken eingedrückt wurden, 400 Urlauber im Ferienresort Killington festsaßen, die Flüsse Wasserstände über doppeltem Flutlevel führten, hunderte im Wasser treibene Propangastanks zu gefährlichen Schleudern wurden, die nicht nur eine riesige Umweltverschmutzung verursachten, sondern Kraft ihres Gewichts auch mindestens eine der historisch - überdachten Brücke selbst ausknockten, wurde bei CNN, ABCNews und sämtlichen anderen Fernsehsendern weiter nur von den völlig überzogenen Evakuierungsmaßnahmen für NYC berichtet, und daß der Sturm doch eigentlich keinerlei Auswirkungen hatte.
Merke: Wenn man gerade die Regierung für totalen Blödsinn verantwortlich machen will, darf nicht plötzlich doch eine Katastrophe stattfinden, nur eben ein bißchen nördlich von der Großstadt. Und: Wo kein Fernsehteam, da keine berichtenswerte Begebenheit. (Ab Montag fand Vermont dann zwar langsam in nationalen und internationalen Nachrichten statt, aber nur aufgrund der vielen privaten Fotos und Videos...)
Gottseidank verließ sich die föderale Katastrophen-Koordination von FEMA nicht auf diese Nicht-Nachrichten, denn sie saßen direkt an der Quelle. Seit der Lake Champlain Überflutung vom Frühjahr, befanden sich die FEMA Büros in Burlington und nachdem das Gebäude der Vermonter Fluthilfe in Waterbury überflutet wurde, kam es ebenfalls in dem Büro unter. Bereits am Montag früh erreichten so die FEMA Trucks Vermont und konnten mit der Arbeit beginnen: Wasser, Nahrung, Medizin, trockene Kleidung für die isolierten Orte, Aufbauarbeiten von Hilfsbrücken.... auf das irgendwann eine Art von Normalität wiederhergestellt werden kann.
Die Burlingtoner konnten derweil ebenfalls mit-anpacken, da die Überflutung des Intervales zeitlich verzögert stattfand (die Flutwelle des Winooski Flusses brauchte eine Weile um Burlington zu erreichen) konnten sie noch am Montag bei der Not-Ernte der Kleinbauern im Intervale helfen bevor alles im Wasser verschwand. Die Kürbisernte wird in diesem Jahr traurig ausfallen, denn die meisten Kürbisse waren noch nicht ausgereift, aufgrund des späten Starts nach der langen See-Überflutung zur Schneeschmelze. Ich wage einfach einmal zu behaupten, daß das auch das Ende einiger Farmen an diesem Ort sein wird.

Zum menschlichen Faktor: Die Klimaerwärmung spielt natürlich eine Rolle bei solchen Wetterereignissen. Es gab auch vorher Hurrikane, die Vermont erreichten... aber zwei Flutkatastrophen, ein Rekordschneewinter und eine Hitzewelle alles in einem Jahr? Das Klima verändert sich und auch wenn das nicht bedeutet, daß es spürbar wärmer werden wird, so sind die Auswirkungen... extreme Wettermuster werden immer mehr zum Normalfall, für alle sichtbar. Während also die Entstehung und der Verlauf von Irene sehr viel mit der Gier der Menschen zu tun hat, so wurde die eigentliche Katastrophe für Vermont durch dessen geografische Lage bedingt.

1. September 2011

Rakhi - Bowling - Mond


Unsere ständig wachsende Anzahl an indischen Freunden führte derweil zu einigen Unternehmungen, so wurde ich unter der Woche zu meinem ersten Hausfrauen-Treffen überhaupt eingeladen :o und nach den Raksha Bandhan Festlichkeiten ging es am Wochenende in großer Gruppe zum Bowling.


Wie immer habe ich kein Problem mit großen Gruppen, wenn man nicht einfach nur herumsitzt und gar nichts macht, sondern es einen (bereits festgelegten, nicht weiter Diskussions-bedürftigen) Zweck gibt... der bestand darin nicht mit der Kugel auf die Bowling-Bahn zu geraten (immer noch meine Spezialität) und nach der sportlichen Betätigung, die möglicherweise verlorenen Kalorien mit wesentlich mehr Energiezugabe wiederum aufzufüllen.
Da das Tiny Thai, erwartungsgemäß an einem Samstag Abend überfüllt war, bestellten wir Essen zum Mitnehmen und setzen uns auf die Picknickbänke neben den Wasserfällen.
Zum perfekten Coconut-Curry gab es nur Cola zu trinken, was mir überhaupt nicht bekam. Also liefen wir von Winooski die halbe Stunde zurück nach Burlington (statt im Auto mitzufahren,) neben einem riesigen Vollmond, der über dem Winooski Fluß erschien. 


Wenn mir nicht so schlecht gewesen wäre, hätte ich den Romantik Faktor vielleicht besser würdigen können. Wir sahen auch einen Skunk aus dem Wald kommen und hielten respektvollen Abstand, bis er sich dazu entschieden hatte über die Straße zu watscheln... manchen Erlebnissen geht man doch lieber aus dem Weg.

Es gab einiges worüber ich in diesem Sommer in Burlington bereits hier berichtet habe, manche Dinge wurden ausgelassen... alle Bilder sind jedoch in diesem Album versammelt: Link.

31. August 2011

Geburtstagsfeier


Wir hatten einen wunderschönen Abend im India House-Restaurant.
Die Entscheidung für ein Restaurant direkt neben der Uni war goldrichtig, denn alle Neustudenten strömten hinunter Richtung Innenstadt und wir hatten den Platz fast für uns alleine... wir bekamen soviele Geschenke u.a. Bekleidung, Schmuck, Tasche, Schwarze Katze-Riesling usw. es war wie Weihnachten. 


Gegen 22 Uhr waren wir völlig gesättigt von Samosas, Pakoras, Naan, Kebab, Curries, Rice und der Geburtstagstorte und beschlossen den Abend zu beenden... 
Anand wollte mit Freunden noch einen Trinken gehen, aber es war nicht einmal ein Stehplatz in den völlig überquellenden Pubs zu finden, also tranken sie einen gepflegten Whiskey zu Hause, während ich mich bereits ins Reich der Träume aufmachte... :) 


29. August 2011

Nach Irene

Das Wichtigste zuerst: es geht uns gut. Wir konnten einen Tag lang dem Regen und Sturm vor den Fenstern zusehen, der Strom flackerte aber ging bisher nicht aus (anders als im südlichen Teil der Innenstadt...) Der einzige kritische Moment war, als am Nachmittag große Äste von den Hinterhof-Bäumen abbrachen, jeder selbst so groß wie ein mittlerer Baum. Da wir wissen, daß die alten Ahorn-Bäume hohl sind, war das keine große Überraschung... aber die Äste fielen weder auf die Gebäude noch auf Autos... :)

Für den Rest von Vermont sieht es dagegen nicht so gut aus, der Monstersturm hatte trotz weniger Wind einfach einen Riesenbauch voller Wasser und verteilte das Ganze sorgfältig über dem Grüne-Berge Staat. Aus Bächen und kleinen Rinnsalen wurden reißende Flüsse, die zu Stadtüberflutungen in weiten Teilen Vermonts führten, Häuser wurden mitgerissen, zahlreiche Brücken, bisher 12 stabile Autobahnbrücken wurden zerstört, eine Frau ist tot, einige andere werden vermisst, die Liste der nicht-benutzbaren Straßen ist unendlich.
Die größten Überflutungen kommen noch, denn all das Wasser muss erst die großen Flüsse erreichen. Der Winooski Fluß z.B. soll ab Mitternacht höher fließen als selbst in den Zeiten der Frühjahrsflut, fieberhaft wird in den betroffenen Gebieten evakuiert, werden Rathäuser, Kirchen, Sporthallen zu Notunterkünften... hoffen wir, daß die Nacht schnell vorbeigeht und der versprochene Sonnenschein uns morgen wieder mit der Welt versöhnt... :)


Ein Kommentar zum Hurrikan war: Irene mag viel Zerstörung in anderen Bundesstaaten angerichtet haben, aber sie war der erste Hurrikan, der soviel in Vermont zerstörte.

27. August 2011

Irene Update


Die letzten Berechnungen für Vermont besagen, daß es sehr stürmisch sein wird von 8 Uhr morgens am Sonntag bis 8 Uhr morgens am Montag, aber nicht so stürmisch wie zuerst berechnet. Der Sturm war zwischenzeitlich Kategorie 4, die zweitstärkste Stufe und entwickelte sich nun zum Kategorie 1 Wirbel-Stürmchen (nun gut, ein im Durchmesser 820 km langes „Stürmchen“). Dennoch reichen die Windgeschwindigkeiten aus um Bäume und Stromleitungen am Sonntag zu fällen...
Irgendwann in dieser Zeit, wahrscheinlich am frühen Nachmittag wird das Zentrum des tropischen Monster-„Stürmchen“s mitten durch den östlichen Nachbarstaat New Hampshire Richtung Kanada ziehen.
Das westliche Ende des Zentrums soll laut Experten den meisten Regen bereithalten und dieses Westende wird sich morgen nachmittag an der Grenze zwischen den Staaten Vermont und New York befinden, also direkt über unserem Kopf. Gerechnet wird mit dem Doppelten an der Regenmenge, die sonst in einem Monat fällt, in weniger als 24 Stunden. Das wird wohl zu blitzartigen Überflutungen von tiefergelegenen Straßen, Unterführungen usw. führen... aber wir wohnen ja auf’m Berg :)
Und während der Green Mountain Club nun eine Warnung herausgab, daß Wandern am Hurrikan Tag nicht die beste Idee sei... (ach wirklich?) sollte es den meisten Leuten gut gehen, zwar ohne Strom aber dafür sicher im hoffentlich stabil gebauten Haus. Solange sie nichts Dummes anstellen, wie z.B. der Versuch youtube videos von „Ich und Irene“ zu drehen... 
So blöd ist keiner? 
Nun, am Dienstag beginnen alle Klassen für das neue Semester, Tausende von gerade noch Highschool Schülern sind jetzt Freshmans im College und da für Sonntag und Montag sämtliche geplanten Veranstaltungen und Festakte abgesagt wurden, sind das jetzt Tausende von Neu-Collegestudenten, die nichts zu tun haben und deren einzige Bevorratung wahrscheinlich alkoholisch bzw. drogentechnischer Art sein wird... Die Uni fühlte sich jedenfalls bereits bemüßigt erneut auf das Kerzenverbot auf dem Campus hinzuweisen.
Die Jalousie-Richtlinie, über die ich mich im letzten Post lustig gemacht habe, wurde mir auch erklärt. Also, in der Theorie bricht das Fenster und die davor gespannte Jalousie verhindert, daß die Glassplitter sich im gesamten Raum verteilen. In der Praxis konnte mir keiner erklären warum ein Fenster brechen sollte, aber die Rollos bleiben gerade davor hängen als wären sie aus Beton und würden nicht im gleichen Windhauch ebenfalls verweht...
Nun, während einige in Vermont also der Meinung sind (wir), daß sie keine große Angst um sich zu haben brauchen, blickt die Hälfte der Physik Fakultät bange nach Long Island. Auf dieser überdimensionalen Sandbank-Insel vor den Toren von New York steht nämlich das Brookhaven Nationallabor mit dem UVM kollaboriert und Schäden an den Maschinen dort könnte auch die Forschung der Leute hier empfindlich stören bzw. unmöglich machen. ö_Ö 
Morgen Abend wissen wir mehr... 

Die Wetteraussichten für den Montag? Sonnig, 22°C, ab Nachmittag leichte Winde... perfektes Aufräumwetter also... :)

Zur Geschichte der Wirbelstürme, die Vermont beeinträchtigten (in englisch): Link.

26. August 2011

Flashback Friday: Geburtstagsausgabe


Ich hätte zwar alte Geburtstagsfotos aus den Jahren 1991/92 zur Hand, entschied mich dann aber doch für die unteren relativ neuen Bilder vom 26.08.2007:


Das war das erste Jahr, daß ich in großer Runde mit meinem späteren Mann zusammen feierte, in einem kleinen indischen Restaurant inmitten von Kreuzberg. Damals arbeitete ich noch in Rostock, so daß wir uns nur jedes zweite Wochenende oder einmal im Monat sahen... und dann veränderte sich die Schuhanzahl im Studenten-Zimmer immer ganz gewaltig... ^^ 

 Zum Vorher-Nachher Effekt

Wie hätte ich ahnen können, daß das auch meine letzte Feier für die nächste Jahre war, 2008 saßen wir im Flugzeug nach Kanada, 2009 hatte mein Mann keine Lust zu feiern und 2010 waren wir gerade nach Vermont umgezogen und kannten noch niemanden.
In diesem Jahr sollte alles anders werden, es war mir scheibenhonig-egal, daß mein Mann seinen Geburtstag wie immer nicht feiern wollte, ich wollte meinen feiern und zwar so, daß das nicht bedeutete, daß wir den ganzen Abend in der Küche stehen würden um drei indische Hauptgerichte und vier Vorspeisen zuzubereiten... Also geht es nun mit sechs Freunden ins indische Restaurant (man muß Rücksicht auf die vielen Vegetarier unter uns nehmen...) als Ausgleich schenkten wir uns dafür jeder nur ein kleines Geschenk und ich hoffe sehr auf einen möglichst drama-freien Abend... :)

Überwältigt war ich von den vielen Meldungen in Facebook... Ich hatte mit 10-12 Meldungen gerechnet und es wurden bis jetzt 56 Glückwünsche angezeigt (ich habe das Bild nicht aktualisiert), das mag wenig klingen für viele andere, aber ich bin nicht so ganz der kommunikative Typ und vergesse Geburtstagsglückwünsche selbst an vielen Tagen... insofern vielen, vielen Dank; digitales Juchhu zurück ... soviele hatte ich noch nie... :) 

Meine Geburtstags-Sonnenblume ist mir übrigens über den Kopf gewachsen, aber immer noch nicht ganz aufgeblüht... ich hoffe das wird noch etwas, bevor Hurrikan Irene am Wochenende möglicherweise alles plattwalzt.
Überhaupt Hurrikan. Es hängt ein Hauch von Panik, Weltendstimmung in der Luft ... erst Erdbeben nun Wirbelsturm heißt es allerorten, aber wie man sich richtig vorbereiten kann weiß keiner. Der letzte Hurrikan, der in der Gegend erst an Land kam ist schon 28 Jahre her. Wir sind zu weit von Küsten entfernt um überflutet zu werden und die Berge mögen den Sturm abmildern, so daß Fenster sichern möglicherweise nicht notwendig ist.
Die Universität schreibt den Angestellten vor, daß man nicht nur die Fenster schließen, sondern auch die Jalousien herunterlassen soll, wozu? Damit Irene nicht durchs Fenster guckt? 
Wie auch immer... better safe than sorry... heute habe ich schon unseren Wasservorrat aufgestockt und jede Menge Müsliriegel eingekauft... Sonntag Nachmittag kann kommen und ich hoffe auf möglichst wenig böse Überraschungen... :)

Oh ja, der Herbst kommt ebenfalls und zwar im Sauseschritt und falls wir heute Abend noch nicht wissen wohin, dann auf zu der Standardband der Fußgängerpassage, diesmal im Radio Bean... Ich überlege noch, ob ich das Plakat klauen sollte... das Datum darauf ist natürlich toll, hihi.

23. August 2011

Erdbeben

Als ich letztes Jahr zum ersten Mal ein Erdbeben miterlebte, war ich mir nicht so sicher was denn nun wirklich passierte, dieses Mal wusste ich dagegen sofort: Die Erde bebt und ich mit ihr.
Sofort danach rief ich Anand an, es ging ihm gut und da überall vor Nachbeben gewarnt wurde, schnappte ich mir meine beiden Katzen und wir besuchten unseren Hinterhof.
Wie schon im letzten Jahr waren mir meine Haustiere überhaupt keine Hilfe, von wegen sie fühlen irgendwelche sensorischen Schwingungen und warnen ihre Besitzer schon vor dem Beben... Nein, meine Katzen schliefen und wachten erst auf, als alles schon durchgerüttelt wurde. Linus guckte sich verwundert die Schranktüren an, die vom Beben auf- und zuschlugen, fand das gespenstisch und verschwand unter dem Bett. Das Holzhaus in dem wir derzeit wohnen ist wesentlich älter als die Wohnung in Ottawa und deswegen rüttelte es wohl auch mehr. Jedenfalls sah ich wie sich der Fußboden bewegte und auch die Schallschutzdecke im Wohnzimmer, die aus einzelnen, losen Segmenten in einem Metallgerüst liegend besteht, machte einen Höllenlärm...
Die Fakten: Es war ein 5.9 Beben auf der Richterskala, in 1 km Tiefe... das Epizentrum befand sich in Virginia in der Nähe von Washington D.C.

Ansonsten geht es mir wieder gut, ich habe nur bedingt durch die Tetanus-Diphterie-Keuchhusten Kombi-Impfung einen mittlerweile ärztlich bestätigten allergischen Schock erlitten.
Ich kam erst nicht darauf, daß meine seit einer Woche anhaltenen starken Atembeschwerden auch mit der Impfung zusammenhängen könnte (so wie schon die Übelkeit) und dachte eher an eine Verschlimmerung meiner Katzenhaarallergie. Mein Fall kommt wohl auch nur in 1 Person auf 1 Mio. Impfungen zustande (Übelkeit im Vergleich 1 in 10 Personen) und ich muß außer doppelten Cortisondosen, die mich gerade wie ein Wasserballon aufgehen lassen auch noch eine (Vaccine Adverse Event Reporting System) Form des Gesundheitsamts ausfüllen. Klassischer Fall von gehe nie gesund zum Arzt und die Grippeimpfung werde ich mir wohl auch in diesem Jahr wieder klemmen...


So sieht übrigens mein Internet aus, laut Firefox Test
Dort habe ich freiwillige Daten zu meinem Internetkonsum (preisgegeben) ausgefüllt und als Belohnung ein buntes Bildchen bekommen. Fein :))
Apropos Internet. Hier ist jetzt Schluß mit Sense, bis zum 12.09. haben wir kein Internet zu Hause und deshalb werde ich mich bis dahin wohl nur sporadisch melden...

21. August 2011

Sonntagsblumen - Intervale


In dieser Woche möchte ich erneut ein paar Bilder vom Intervale vorstellen, einer kleinen Landwirtschaftszone inmitten der Stadt. Da die Gegend regelmäßig vom weit mäandernen Winooski-River überflutet wird, kann man dort nicht wohnen, aber fast wie am Nil, bringt diese nasse Regelmäßigkeit schwarzen, fruchtbaren Boden zu Tage auf der gut ein Duzend Minifarmen Obst, Gemüse und Blumen für die Bauern- und Biomärkte der Stadt produzieren. 


Neben dem Intervale-Center in dem regelmäßig Sommerfeste stattfinden, hat es mir dabei der Gartenmarkt angetan. 
In dem großen Schaugelände von Gardener’s Supply, das nahtlos aus den Gemeinschaftsgärten des Intervales in die Verkaufsausstellung übergeht, kann man (zumindest halb-)stundenlang schauen und staunen. Die Strauch- und Staudenabteilung ist riesig, die Clematisvarianten vorhanden, die Rosenabteilung ärmlich und die Rezeptbeete eine gute Idee. 


Kaufen kann ich dagegen nicht allzuviel, denn in meinem kleinen Vorgarten, in dem die Hälfte der gepflanzten Blumen eh wieder gestohlen wird, kann ich mir keine teuren Anpflanzungen leisten. So kostet z.B. eine einfache Herbst-Chrysantheme im Lowe Baumarkt 1,50 $ und im Gardener’s Supply 7 $. 
Aber gucken kostet nichts... :)

Das ist übrigens die sonnigste Ecke meines „Gartens“. 
Die Koniferen und der Rhododendron sind die Ursprungsbepflanzung, alles weitere schleicht sich heimlich von mir geplanzt dort hinein. Ich freue mich besonders über die Sonnenblumen, denn ich habe sie erst Ende Juni gesäet und fast nicht mit so einem Längenwachstum gerechnet. 
Vielleicht haben wir Glück und sehen die erste Sonnenblume zu unserem Geburtstag blühen, bevor sie in der Vase irgendeines Blumen(diebes)-liebhabers verschwindet. Wenn wir sehr viel Glück haben, können wir vielleicht sogar die Kerne reifen sehen und wie die Vögel irgendwann daran knappern... :)

Hier ist sind noch Fotos zum Drachenboot Festival (übrig), zu denen ich keine Lust habe etwas zu schreiben: Link.

20. August 2011

Flashback Friday: Hansa Edition


Nachdem meine Schwester mir heute am Telefon erzählte, daß sie auf dem Weg zum Hansa Spiel sei, fiel mir die Flashback Auswahl recht einfach... FC Hansa Rostock.
Mein Vater sah sich gerne Fußballspiele an, meiner Mutter und mir war jedwede Art von Sport angucken relativ schnuppe, aber meine Schwester war begeisterter Sportler (Segeln, Jogging, Handball, Volleyball, Fußball, Basketball usw. usf.) und fanatischer Hansa Fan... :)
In ihrer Hansamission schaffte sie es selbst erfolgsverwöhnte Bayern Fans zu leidensfähigen Hanseatikern umzuwandeln... nur zu Hause stieß ihre Hansaliebe auf etwas Unverständnis. Aber da wir alle das ein oder andere absurde Hobby pflegten, konnten wir einen Fußballfan durchaus darin einordnen. 


Ich konnte mit Fußball zwar wenig anfangen, aber um überhaupt Gesprächsthemen mit meiner Schwester zu haben, begann ich mein Wissen zu erweitern... folglich wurde der Sportteil der Ostsee-Zeitung nicht mehr ausgelassen, ich las über Trainerwechsel, Verletzungsprobleme... lernte vereinsinterne Probleme zu bewerten und kannte die Tabelle... Mit meiner Schwester saß ich in Zügen zum Hansaspiel, die gerade von Hooligans auseinandergenommen wurden, suchte Parkplätze neben dem Ostseestadion, versuchte bei Fan-Naziliedern so gut es eben ging wegzuhören und wurde während des Spiels von allen nur möglichen Winkeln mit Bier überschüttet.
Das Einzige was mir nie gelang, war ein echtes Interesse für das Spiel zu entwickeln. Ich bewunderte die Intensität mit der die Leute dem Ballgeschehen folgen konnten, die Emotionen, die fast schon religiös-archaischen Rituale mit Verkleidung, Bier und Trommeln (,Feuer) und Fanaufrufen... doch der Grund für all das kam mir öde und langweilig vor. Während auf den Plätzen um Sieg und Niederlage gezittert wurde, sah ich mir das Wirken der Polizeihunde an, zählte Einsatzstaffeln, guckte was die Chearleader gerade machten (gibt’s die eigentlich noch?), überlegte ob das Grün des Rasens auch in diesem Fall eine beruhigende Wirkung ausstrahlte und versuchte dem nächsten fliegenden Bier-Plastikbecher zu entgehen ... 

Trotzalledem, viel Glück in der 2. Liga, Hansa... :) 

19. August 2011

Ekel

Manche Menschen haben Probleme nach Impfungen, daß sie Fieber bekommen oder ihnen der Arm weh tut in den gespritzt wurde, das passiert mir nicht, aber dafür wird mir schlecht.
Solange sich mein Körper mit der jeweiligen Impfung herumschlagen muss (und diesmal gab es einen Tripleshot mit Tetanus, Diphterie und Keuchhusten) reagiert mein Magen sehr empfindlich und auch sämtliche Gerüche scheinen nur in Richtung, Oh Gott, jetzt wird mir noch schlechter ... zu funktionieren. Die gute Nachricht ist, daß ich so ziemlich gut Diät halten kann, denn abends weiß ich gar nicht, wie ich Abendessen überhaupt noch runterkriegen soll, die schlechte, daß schon ein Gang entlang sommerlich heißer Mülltonnen zur Tortur wird... Dazu kamen ein paar Erlebnisse der Woche, die direkt ins Bilde passten:
Vorgestern wollte Anand meine Armband-Uhr Doris geben (unsere 96 oder so Jahre alte Nachbarin) da ihre kaputt war, was ich verhinderte, da ich nur eine Uhr habe und irgendwie eine Möglichkeit haben muß die Busfahrt-Zeiten einhalten zu können, während Doris den ganzen Tag zu Hause sitzt, zusätzlich eine Wanduhr besitzt und die ganze Zeit Nachrichten guckt. Verständlicherweise war Anand darüber sehr aufgebracht, schließlich hatte er ihr meine Uhr schon versprochen und außerdem zeige das einmal mehr meinen schlechten Charakter (es zeugt natürlich von besonderer Charakterstärke, wenn man jemanden Dinge verspricht, die einem nicht selbst gehören...) und so wurde ich gestern losgeschickt eine neue Uhr zu kaufen. Als Beispiel wurde mir die alte Leder-Uhr mitgegeben, bei deren Anblick ich mich fast übergab. Ich möchte nicht in die Hautfetzen-Details gehen, aber dreckig ist gar kein Ausdruck und es stank, ich wusste gar nicht, daß Uhren so stinken können. Natürlich kann Doris nichts dafür, sie ist so gut es geht unabhängig und stolz darauf, da fällt Sauberkeit eben unter den Tisch (nicht wortwörtlich.)
Die Aufgabe hieß: Finde eine $25 Uhr aus Leder, wasserdicht mit klassischem Ziffernblatt und egal wohin ich fuhr, es war nicht möglich, die billigsten wasserdichten fangen ab $40 an... letzlich kaufte ich eine $9 Uhr bei K-Mart und beichtete das nicht-wasserdicht Problem... aber ich sollte mir keine Sorgen machen, sie plane nicht in naher Zukunft mit Wasser in Berührung zu kommen.
Während ich bei dem Gedanken noch innerlich erschaudere, setzte ich mich für einen Moment auf die Stufen unseres Hauses und begegnete Steve. Steve ist einer der örtlichen Drogenhändler, ca. 40 Jahre, lange ungekämmte Haare und er hält auch nicht viel von Hygiene... Leider hält er wesentlich mehr von mir und versucht jedes Mal ein krampfhaftes Gespräch, bei dem ich um Atem ringend verschiedenste „Nein“Varianten durchprobiere und dabei so verzweifelt aussehe, daß sich mitunter der Nachbar vom Nebenhaus drohend neben mir aufbaut. Leider hilft das nicht viel, denn ich werde Steve noch ein paar Mal am Tag in der Innenstadt aus dem Weg gehen müssen ... Wenn, ja wenn nicht wieder die Hand des Grauens hinter mir auftaucht... der junger Mann im Rollstuhl hat von langjährigen Meth-Konsum so schlimme Hautprobleme bekommen, daß der Unterarm vom ständigen Aufkratzen schwarz und borkig geworden ist und ihm jeder schnell einen Dollar gibt, damit er nicht etwa auf die Idee kommt einen nochmals anfassen zu wollen. Ich flüchte mich nach Hause, renne dabei fast die geistig schwergestörte alte Dame um, die sich beim Gehen ständig zwischen den Beinen kratzen muss und mir schon einmal ihr (benutztes) Toilettenpapier als Geschenk präsentieren wollte, laufe in die Wohnung, Ruhe. Zu Hause. In Sicherheit... dann sehe ich, daß sich eine der Katzen wieder übergeben hat... immerhin auf den Fliesen.
Ich weiß, daß wir alle älter werden und keiner vor Krankheiten, Problemen, Zusammenbrüchen gefeiht sein wird... aber manchmal kapituliere ich vor der Masse menschlicher Probleme direkt vor unserer Haustür und der Ausdruck für manche der hier aufgeführten Leute als „white Trash“ weißer Müll, ist mitunter genauso diskriminierend als auch passend...

17. August 2011

Entlang des Weges


Das sind ein paar der Impressionen vom Auto auf der Strecke Littleton, NH nach Burlington, VT: Ein Blick auf Scheunen, Brücken und Berge entlang der Straße, sowie dem Beginn der Feiern zum Unabhängigkeitstag in Montpelier, VT ... 

 Überdachte Brücke

 Die goldene Kuppel des Vermont State House


Die Fotos sind leider alle leicht verwackelt.

 Tipi

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