7. Januar 2011

Flashback Friday


Das ist ein ca. 20 Jahre altes Bild, vor dem Haus meiner Großmutter in Ahlbeck, mit den von ihr gefütterten Streunern. Besonders als der Sandberg hinter dem Haus noch existierte (dort steht jetzt die Ostseetherme) und eine gute Seele ein paar Häuser weiter immer ein Kellerfenster offenließ um Obdach zu geben (dort wohnt jetzt niemand mehr konstant, denn es sind alles Ferienwohnungen) gab es auch eine Gruppe wilder Hauskatzen an diesem Ort.
Es waren stets verschiedene Lieblinge und Pflegefälle unter den Katzen, in Revier- und Rangkämpfen gab es ebenfalls so manches Opfer zu beklagen, doch zumindest für Futter war immer gesorgt. Sobald eine Katze an der Tür stand, machte meine Oma sich auf um denjenigen zu versorgen (oder zu verarzten, je nachdem was notwendig war), etwas was sich bis auf den heutigen Tag nicht verändert hat auch wenn die wilden Katzen mittlerweile nur noch zu zweit sind und in den verlassenen Gebäuden des ehemaligen Mansfeld Kombinat Ferienheims leben.
Nur eine der Katzen schaffte je den Aufstieg zur Hauskatze, aber da sie den Umgang mit Menschen nicht gewöhnt war, genoß sie zwar das angenehme Leben in Wärme und Komfort, doch blieb sie dem Verhalten nach stets eine wilde Katze, die bei fremden Besuch sofort das Weite suchte. Ich erinnere mich noch, wie ich durch das Haus geschlichen bin, angestrengt zur anderen Seite blickend, um der Katze zu versichern, daß ich ganz bestimmt nicht sehen würde, daß sie sich gerade dort auf den Stuhl gesetzt hatte und schon wieder zur Flucht bereit war und selbst wenn sie einem in späteren Jahren auf den Schoß sprang, so war das auch kein Vergnügen, denn eine Schmusekatze war sie sicher nicht.
Doch nicht nur Katzen genossen diese spezielle Versorgungseinrichtung, über von zu Hause ausgerissenen Hunden, Tauben, das Silbermöwenpaar, Krähen, wahrscheinlich ein paar Igel usw. wer immer vorbei kam, ging nicht mit leerem Magen und als die Katze einmal eine lebende Maus mit hineinbrachte und zu faul zum Weiterspielen war, wohnte die Maus eine Weile hinter der Anbauwand und wurde dort - natürlich - gut versorgt. 


1 Kommentar:

  1. Diesen Eintrag hatte ich übrigens den Katzen gewidmet, da mir eine Bekannte am Tag zuvor erklärt hatte, daß sie ihre Katze wegen gesundheitlichen Gründen abgeben musste. Ich werde zwar immer etwas ungehalten, wenn jemand sich zuerst eine Katze anschafft und dann aus welchem Grund auch immer nicht mehr in der Lage ist sich darum zu kümmern, aber ich sehe ein, daß es manchmal nicht anders geht, wenn man umzieht und schlichtweg keine neue Wohnung findet die Katzen erlaubt, oder wenn man soviel arbeitet, daß man weder sich noch der Katze in irgendeiner Form gerecht werden kann. Viele Leute glauben zwar immer, daß Katzen gerne alleine sind, aber nur weil sie nicht wie Hunde die ganze Wohnung zerlegen, heißt das noch lange nicht, daß es ihnen Spaß macht den Tag über auf ihre Besitzer warten.
    Nun, als ich jedenfalls nach den gesundheitlichen Problemen fragte, meinte sie, daß ihre Mutter (!) Atemprobleme bekommen hätte. Ein Allergietest wurde zwar gemacht, aber vor dem Ergebnis, hätte sie schon gehandelt. Ich erzählte ihr zwar, daß ich ebenfalls allergisch auf Katzenhaare bin und nur mit Katzen im Haus und der ständigen Auseinandersetzung mit den Erregern fast keine Symptome habe, aber davon wollte sie gar nichts wissen. Okay dachte ich, dann also eine faule Ausrede um die Katze loszuwerden. Als sie nun aber noch erzählte wie schwer es ihr fiel ihre Katze wegzugeben, hörte es bei mir auf. Zuerst gibt man seine Katze aus fadenscheinigen Gründen weg, okay, muß man mit sich selbst ausmachen... sich dann aber noch als Held darzustellen ... grrr. Anand hält mir zwar immer vor, daß ich so unsozial sei und deswegen nur wenige Freunde hätte, aber ehrlich, auf manche Freundschaften kann ich auch getrost verzichten.

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