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2. Februar 2015

Was fehlt …

Nachdem man vier Jahre an einem bestimmten Ort gelebt hat, wird man natürlich einige Lebensmittel und sonstige Dinge vermissen. Das ist eine kleine, eher zufällige Auflistung dessen, was mir aufgefallen ist: 
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Secondhand Läden - Ich bin ein begeisterter Fan von Secondhand Kleidung und das System Thrift oder Charity Store gibt es so eigentlich überhaupt nicht in Deutschland. Natürlich findet man hin und wieder einen größeren Oxfam Shop, aber es lässt sich nicht vergleichen. Humana Läden haben häufig einen sehr strengen Eigengeruch. 
Billige Avocados… und das in mehr als einer Sorte. 
Bulkware … man möchte Tahini Öl nur einmal ausprobieren, und nicht gleich eine ganze Dose kaufen? Dann sehe in der Bulk Abteilung nach und kaufe nur so viel wie Du benötigst. Bring dein eigenes Glas mit und lasse es zuerst an der Kasse wiegen, dann entsteht auch kein Verpackungsmüll. 
Drogerien / Apotheken - verschreibungspflichtige Tabletten werden für Dich in der verschriebenen Menge zusammengestellt und damit genau abgezählt in einer kleinen Dose ausgehändigt. Dadurch entsteht weniger Medikamentenabfall. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente bekommt man in der Drogerie (oder Supermarkt, Tankstelle etc.) und bezahlt nur einen Bruchteil der deutschen Preise. 
Man kann sich auch überall gegen Grippe impfen lassen, ich bin z.B. gerne am Sonntag in die Drogerie gegangen, dann gab es garantiert keine Wartezeiten - die Krankenversicherung hat das genauso übernommen wie bei einem regulären Arztbesuch. 
Mirco Breweries - Minibrauereien, die ständig neue Biersorten erfinden, manche wunderbar, manche echt schlimm, aber eben nie Massenware. 
Diese Lebensmittel:

1. ‚So delicious Coconut Milchgetränk‘ ist das beste Milchersatzgetränk, das ich finden konnte. Ich habe mich schon durch einige deutsche Varianten probiert, doch die meisten sind zu süß und zu wässrig. 
2. Bio-Suppe aus dem 1L Karton, die perfekte Grundlage für Soßen- bis Pfannengerichte. Überhaupt konnte man von fertiger Hühner- Rinder, bis Gemüsebrühe usw. … alles im Tetrapak kaufen. 
3. Three Twins Cardamom Eis … eine meiner Lieblingssorten. 
4. Brown Cow Joghurt mit Sahnehaube… warum nur sind selbst sog. milde deutsche Joghurts immer noch so sauer? 
5. Xoxo Schokolade, in diesem Jahr gibt es von Rittersport eine Salz & Mandel Variante, aber diese Version von xoxo mit relativ grobkörnigen Seesalz bleibt mein Favorit.
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Die Katzen vermissen natürlich ihre ‚Greenies‘ Zahnpflegesnacks… aus irgendeinem Grund gibt es in Deutschland nur die Hundegreenies zu kaufen, aber nicht die Katzenversion. 
Mein Mann hätte gerne Abercrombie & Fitch in der Stadt (obwohl es immerhin schon Hollister gibt) und wenn mir jemand sagen könnte, wie ich jetzt an Pumpkin pie, apple cider doughnuts und maple creemee komme, wäre ich nicht unglücklich ^^

31. Oktober 2014

Flashback Friday - Halloween

 Minion Kürbis :)
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Halloween ist zwar einer der wichtigsten amerikanischen Feiertage, dennoch fand er bei uns nie so richtig statt. Sicher wir gingen auf Halloween Partys und erfreuten uns an den aberwitzigen Dekorationen, aber es klingelten niemals Kinder an unserer Tür.
Da wir in einer größeren Stadt wohnten, klingelten die Kinder nur an Türen, die ihre Eltern als sicher ansahen und das waren zumeist die Türen befreundeter Familien.

 Die 'Hexen' sitzen mit ihren Süßigkeiten auf der vorderen Terrasse... der 'Front Porch' und empfangen ihre Gäste.
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Wie toll ist bitteschön das Quallenkostüm?
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Doch im letzten Jahr nahm mich meine Nachbarin mit zur Halloweenfeier im Dorf ihrer Mutter und dort war alles dann so, wie man es aus den Filmen kennt: Alle Häuser in dem Ort waren gruselig geschmückt und die Kinder liefen von Haus zu Haus um sich ihre Süßigkeiten abzuholen. Und auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz, denn gleich nebenan gab es auch Bier vom Fass… so hatte jeder seinen Spaß ^^
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Das sind ein paar Bilder von diesem Abend im Vorjahr und von weiteren Dekorationen, die ich in Burlington und Winooski entdeckt habe.

8. März 2013

Americana: Die doppelte Eingangstür


Wenn man in den USA eine Haustür zu einem Wohnhaus öffnet (sowohl Einfamilienhaus als auch Mietwohnungen) dann öffnet man zuerst eine Tür mit großen Einsätzen für entweder Glas oder Moskitonetze und danach öffnet man eine zweite Tür und mitunter fragt man sich dann: Warum ist das so? 


Diese Türen werden je nach verwendetem Material Sturm- bzw. Screentüren genannt und sind eng mit der Geschichte der ersten Siedler verknüpft. 
Sturmtüren (die ersten bestanden nur aus Holz) waren nötig, um in den garstigen Nordost-Wintern einen zusätzlichen Zugluftschutz zu gewähren und die Wärme im Haus zu lassen. Die meisten Türen in den Neu-England-Staaten sind nachwievor Sturmtüren, auch wenn mittlerweile viele einen großen Glaseinsatz haben. So kann man im Winter die Haustür öffnen, etwas Licht ins Haus lassen und dennoch über eine geschlossene Tür verfügen. 


Die Geschichte der Moskitonetz-Türen (obwohl der Zweck offensichtlich ist) war dagegen eine etwas längere... die ersten Häuschen der neuen Siedler hatten zumeist keine Fensteröffnungen, denn Glas musste aus England importiert werden und so gab es nur kleine Rauchabzüge und Mini-Fensterhöhlen, die im Sommer geöffnet wurden, aber ansonsten mit Holzläden verschlossen waren. 
Die Luft innerhalb dieser Häuser, die aus Holz, Lehm und Stroh bestanden, war feucht und faulig und um die Räume auszulüften, musste daher die Vordertür geöffnet werden. 
Doch wenn die Tür offen war, konnten Insekten, Mäuse, Hühner, Koyoten und sonstige Tiere (die Siedler waren meist in Waldnähe und Stacheldraht war noch nicht erfunden worden) ungehindert in die Häuser vordringen, während Kleinkinder ungehindert nach draußen gehen konnten. Den Siedlern fiel dazu vorerst keine Lösung ein -außer gut aufpassen, doch als sie niederländische Siedler kennenlernten (die in der Gegend um Neu-Amsterdam, heute New York siedelten) übernahmen sie schnell die holländische Eingangstür. Mit diesen Dutch-Türen konnte man die untere Hälfte geschlossen lassen und damit Tiere am Eintreten hindern, Lieferungen entgegen nehmen, mit den Nachbarn reden und Kinder konnten das Haus nicht ohne weiteres verlassen - aber es bot keinen Schutz vor den zahlreichen Insekten. 


Im Jahr 1887 wurde daher die Moskitonetz-Tür erfunden, von Hannah Harger aus Iowa (das ist die einzige Information, die man darüber im Internet findet).

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Leider verschwand dadurch die holländische Tür völlig aus dem Straßenbild (ich finde sie eigentlich ziemlich praktisch) und sie wurde durch die Screentür ersetzt, die es mittlerweile in unzähligen Varianten gibt: Die meisten bestehen aus einem leichten Aluminumprofil, doch es gibt auch aufwendig geschnitzte Holztüren, Rolltüren oder Schwingversionen. Ganz Unentschlossene können sogar eine Tür kaufen, deren obere Hälfte aus (Plexi-)Glas besteht und die untere ein Moskitonetz enthält. Das hilft dann zwar weder vor einem Wintersturm, noch um laue Lüftchen an heißen Tagen ins Haus zu lassen, doch alle Wetter-Eventualitäten sind irgendwie abgedeckt.  
Gemeinsam ist den meisten Screen- und Sturmtüren jedoch, daß sie jeweils von innen abschließbar sind und nur als Ergänzung zur eigentlichen Haustür dienen.

31. Januar 2013

Americana: Soffit

Ich möchte mit diesem Artikel eine neue Rubrik einführen: Americana.
Darin schreibe ich über die kleinen Unterschiede zwischen dem Leben in den USA und dem Leben in Deutschland... von doppelten Türen, amerikanischen Betten bis öffentlichen Toiletten :) Den Anfang macht das Küchen - Soffit.


Ein Soffit ist ein geschlossener Überbau zwischen Decke und Schrank in einer Küche. Dadurch kann man auf seine Küchen-Oberschränke nichts mehr stellen – schlecht bei so einer kleinen Küche wie meiner. Es kann aber auch nichts schmutzig werden, denn über den Schränken ist es schwierig regelmäßig alles sauber zu halten. 

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Bei meinen Nachforschungen zum Thema Soffit, ließen sich zwei Hochperioden des Einbaus feststellen. Die erste in den 1940er Jahren und die zweite genau 40 Jahre später in den 1980ern. 
In den 1940er Jahren bildete sich langsam die Einbauküche heraus, so wie wir sie dem Stil nach heute noch kennen, es gab jedoch einen großen Unterschied... alles wurde aus massivem Holz gebaut. 
Das war kein Problem für die Unterschränke, doch die Oberschränke brauchten zusätzliche Verstärkungen um nicht aus der Wand zu brechen. 
In den Jahrzehnten zuvor wurden verzierte Holzträger in L-Form unter die Schränke gesetzt (das macht man z.T. heutzutage wieder so, wenn man eine Country-Küche haben möchte...) doch ab den 1940ern baute man stattdessen eine Holzbox ein, die fest mit Wand und Decke verschraubt war und an die wiederum die Oberschränke geschraubt wurden. Dadurch waren die Schränke mit Wand und Decke verbunden und somit gesichert. 
Das ist auch der Fall in unserer Küche. Die massiven Holzschränke- und Schubladen sehen nostalgisch aus, doch ein Nachteil ist der feine Holzstaub, der bei der ständigen Reibung von Holz an Holz (gerade in den Schubladen) entsteht. Da hilft nur regelmäßiges Auswischen und Überstreichen, sonstwie Abdecken wo immer es geht.
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In den darauf folgenden Jahren änderte sich die Qualität des verwendeten Küchenbau-Materials. Es wurde leichter und der Einbau von Soffiten waren nicht mehr nötig. Häufig wurden die Küchenschränke der 1950er Jahre (und später) bis unter die Decke gezogen und darüber kam nur noch eine Abschlußleiste zur Decke hin. So konnte der Platz in kleinen Küchen optimal genutzt werden. 
Ab den 1980er Jahren wurden jedoch Soffits wieder eingebaut. Der Grund lag häufig darin, daß der Überbau eine nachträglich eingebaute zentrale Klimaanlage verstecken konnte. Und so gab es eine neue Generation an Hausbesitzern, die sich Gedanken darüber machen konnten, wie dekoriert man einen Soffit... mit Tellern, mit Dekotüren, die aussehen, als wären sie Teil der Küche... streicht man es in der Farbe der Küchenschränke oder in der der Wände, denn wenn man nicht aufpasst, kann so ein Soffit einen kleinen Raum ziemlich erdrücken. 
Gerade in Mietswohnungen wurden Soffits in allen Jahrzehnten regelmäßig eingebaut. Das ersparte es den Vermietern jedesmal das Öl von den Schränken kratzen zu müssen, wenn neue Mieter einzogen.

So sieht übrigens unsere Herdplatte aus... das Standardmodell der amerikanischen Elektroherde, so einen hatten wir schon in Kanada. Die offene Heizspirale sieht schön aus, doch alles zu reinigen ist eine Qual. Es gibt zwar Aluminium-Einlageschalen zum Wegwerfen wenn schmutzig, doch der richtig fiese Dreck scheint immer unter die Aluschalen zu laufen. Da man solche Wegwerfschalen nicht reinigt und nur hin und wieder auswechselt, ist dann schon einiges eingetrocknet und noch schwerer zu entfernen. Deswegen koche ich derzeit ohne Aluschutzschale und wische sofort nach... blutige Hände von den scharfen Kanten inklusive.

Ich weiß nicht, wie regelmäßig ich in dieser Rubrik schreiben werden. Alle weiteren Beiträge kann man jedoch unter dem neuen Label „Americana“ finden :)

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