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10. Dezember 2024

Weihnachtsmarkt St. Wendel


Um Weihnachtsmärkte zu besuchen, haben wir festgestellt, daß wir eigentlich im Saarland recht gut angebunden sind, denn im zwei Stunden Tagestour-Radius kann man einige bekannte deutsche Märkte erreichen, sei es nun an Rhein, Mosel oder Neckar, aber auch Nancy, Metz und Luxemburg sind nicht weit weg. 
Am letzten Sonntag waren es dann aber nur 17 Minuten ab Neunkirchen, bis wir mit dem Zug in St. Wendel (Saarland) ankamen. Der Weihnachtsmarkt in der kleinen Stadt gilt als einer der schönsten im Saarland. 
Da A. schon einmal für eine Fortbildung vor Ort war, konnten wir am Bahnhof auch gleich die Anfängerfehler der anderen Besucher vermeiden und steuerten zielstrebig auf die Unterführung zu, um kurz darauf in der kleinen barocken Innenstadt anzukommen. Auf der Brücke über die Blies konnte man sehen, daß diese kurz vor Hochwasser-Level stand und braune Wassermassen schnell vorbeiflossen, der Regen der letzten Tage hat offenbar nicht nur die Felder in Sumpflandschaften verwandelt.
 

Und wenige Schritte weiter befanden wir uns bereits auf dem Mittelaltermarkt. 
Da es fast noch Mittagszeit war, begannen wir den Besuch mit dem Verzehr eines Hanf-Brotes, mit Gemüse und Feta gefüllt, ehe wir die Krippe mit echten Ziegen, Schafen und den so typischen Weihnachts-Alpakas (?) bewundern konnten. Dann ging es an der Schlittenbahn mit Schneeresten vorbei, weiter in die Innenstadt und dem Markt rund um die Wendalinusbasilika. 
 
 
Ich verliebte mich spontan in einen kunstvoll geschnitzten Baum, aber der Mann beteuerte, so viel Glühwein kann er gar nicht trinken um das Teil mitschleppen zu wollen - also ging es erst einmal in die Basilika: eine spätgotische Pilgerkirche mit den Reliquien des heiligen Wendelin hinein. 
Dort irritierten mich einige Mariendarstellungen, mit sehr männlichen Gesichtern, ehe es zurück auf den Markt ging. 
 
Im Menschengedränge erreichten wir den Zwergenwald, sehr niedliche Zwergendarstellungen wo sich die Kinder über die Strafarbeit in der Zwergenschule amüsierten und die Erwachsenen über den Spanner auf dem Saunadach, während sich alle bei der Zwergenklinik wundern konnten, was das für Gestalten sind, die da aus den Dachfenstern herausstarrten. 
 
 
Danach trank der Mann einen Jagertee, und ich ein ‚Schneeflittchen‘ warme Puddingcreme mit unnötigerweise vier verschiedenen Sorten Alkohol. Da das hungrig machte, kauften wir noch eine Tüte heiße Maronen, und überlegten kurz ob es sich lohnt für den grünen Winzerglühwein anzustehen. 
Wir entschieden uns dagegen und fuhren lieber mit dem nächsten RB zurück nach Hause. Mittlerweile herrschte eh ein fieser Nieselregen bei niedrigen Temperaturen, da war es in der warmen Wohnung doch viel schöner.
 

13. Dezember 2021

Montag, 13.12.2021


Gestern waren wir am verkaufsoffenen Sonntag in der Stadt, denn uns fehlten schon noch ein paar Geschenke. Vorher dachten wir nur, an einem Adventswochenende kann man auf keinen Fall einen Laden betreten (wir wollten eigentlich zum Gartencenter weiterfahren), aber es war ruhig und erinnerte fast an einen normalen Wochentag. 
Natürlich wurde man überall kontrolliert und trug seine Maske, aber es gab kein Gedränge, keine langen Schlangen, es war fast entspannt. In den Regalen fehlte zwar einiges an Waren, aber diese Lieferschwierigkeiten kennt man mittlerweile selbst von den Supermärkten, wo Aktionsware erst Wochen später auf den Verkaufstischen landet.
Ein paar Punkte konnten wir tatsächlich von der Liste streichen und vor der Tür gab es noch eine Portion Churros mit Vanillesauce für A. und eine Portion Maronen für mich auf die Hand, ehe es mit dem Bus zurück nach Hause ging. Aufgrund des mittlerweile sehr milden Regenwetters waren Winterjacke, Schal und warme Stiefel zwar kein Vergnügen mit FFP2-Maske im ÖPNV, aber auch das konnte letztlich bewältigt werden. 
 
Zu Hause las ich mir noch die neuesten Einschätzungen zur neuen Corona-Variante Omnikron durch, offenbar kann die Welle gar nicht mehr gestoppt werden und wird die beherrschende Variante bis Ende Dezember. Die Anpassung im Impfstoff wird frühestens im März zur Verfügung stehen, d.h. also - alles war bleibt ist der Booster, denn damit können laut ersten Studien bis zu 75% der Symptome vermieden werden, nur der Infektion selbst wird kaum mehr einer entkommen können.
Omnikron gilt als relativ milde Version, so daß sich erste Hoffnungen darauf richten, daß es sich um die sog. Exitwelle handeln könnte, wonach diese Pandemie zur harmlosen Erkrankung wird, die (fast) alle überleben können. 
Bis dahin wird es aber noch einmal sehr viel schlimmer werden, denn relativ mild und sehr, sehr ansteckend heißt, daß alle zur gleichen Zeit erkrankt sein werden - und von Wirtschaft bis Gesundheitswesen wird es Ausfälle in riesigem Ausmaße geben, ehe es dann hoffentlich endlich besser werden wird. 
Natürlich werden in diesen Hoffnungen gewisse Punkte nicht berücksichtigt, z.B. wie es bei Omnikron mit Long Covid aussieht, bzw. ob weitere Mutationen auch wieder weniger mild sein könnten, und natürlich ob es überhaupt noch in nennenswertem Umfang Pflegepersonal und Ärzte geben wird, die bereit sind sich im Jahr 3 der Pandemie weiter aufzuopfern. 

 

26. Juni 2021

Sonnabend, 26.06.2021


Einmal mehr ist viel Leben passiert, seit ich das letzte Mal etwas im Blog geschrieben habe … vielleicht hat sich dieses Format für mich tatsächlich überlebt, vielleicht schaffe ich aber auch doch noch einmal einen Neustart. 
Im letzten Jahr der Pandemie haben wir uns endlich in Würselen eingelebt und eher gefreut in einer Gegend zu wohnen, in der man auf dem Weg zum Supermarkt selten einer anderen Person begegnet - nur ist das Jahr aber auch irgendwie verflogen ohne mir viel Inspiration zum Schreiben zu bieten. Ich habe endlich meine erste Impfung von Biontech erhalten (und der Mann mit AstraZeneca), die zweite wird auch bald erfolgen, aber die Mutationen des Virus stellen diesen Erfolg zunehmend in Frage, denn die viel beschworene Normalität wird wohl so bald nicht risikofrei zu erreichen sein.
Nach meinem Sturz im Dezember, hat meine Zahnärztin nun drei meiner zerbrochenen Zähne behandelt, eines war nur eine herausgefallene Füllung, die zwei Backenzähne aber harte Arbeit, mit Überkronung, Teil-Aufbau, Schnitt in den Kieferknochen usw. was viel Schmerzen, Blut und lange Sitzungen gekostet hat. Ein zerbrochener Zahn hält sich noch, wird aber irgendwann auch überkront werden müssen. Trotzdem bin ich froh, daß es nur diese wenigen Zähne waren, ein Kollege meines Mannes ist im Büro umgekippt und hat dabei fast alle seine Zähne zerbrochen, das möchte ich mir nicht einmal vorstellen wollen. 
July, der kleinen Fundkatze aus dem Wurmtal, geht es immer noch gut und sie sieht auch wieder gepflegt aus, diese kleine Methusalemkatze macht sich trotz der traumatischen Erfahrungen ganz hervorragend. 
 
Den Sommerurlaub werden wir wieder bei meinen Eltern auf der Insel Usedom verbringen zusammen mit meiner Schwester und ihrer Familie. Dann werden wir auch den neuesten Welpen kennenlernen. 
Im Herbst war ein neuer Border Collie Welpe in die Familie gezogen, nachdem der langjährige Partnerhund von ihrem anderen Border Collie leider an Krebs verstorben war. 
Der Welpe kam von einem Familienbauernhof und ist sehr sozial, aber leider ist der alte Border Collie nur ein halbes Jahr später ebenfalls jetzt an Krebs verstorben, was unglaublich tragisch ist, denn er war ein wirklich besonderer Hund, zu dem ich auch trotz dessen, daß ich nur immer mal zu Besuch bin, eine enge Beziehung aufbauen konnte. 
 
Mikey, der verstorbene Hund meiner Eltern, hier in jungen Jahren
 
Den Hund, den sie im Herbst als Welpen bekommen haben, kenne ich so natürlich nur als wilden Minihund, der mir meine Kleidung zerbeißt, es wird interessant sein, ihn nun als ‚Teenager‘ kennenzulernen, der sich mit einem neuen Welpen (der mir vermutlich ebenfalls die Kleidung zerbeißt) zusammenraufen muss. 
 

Unseren drei Katzen geht es hier in Würselen mal so und mal so, manchmal ist monatelang nichts und dann wieder häufen sich die Tierarztrechnungen, bisher war zum Glück nichts Schwerwiegendes darunter. Die Katzen genießen den Sommer und verbringen die meiste Zeit draußen. 
Wir sind auch wann immer es möglich ist, unterwegs, obwohl das Wetter häufig zum Wochenende unbeständig ist, so daß wir keine längeren Wanderungen außerhalb der Umgebung unternommen haben. Außerdem nähe ich noch immer sehr gerne, auch wenn ich das Gefühl habe, derzeit nicht so viel dazuzulernen, was manchmal frustriert.
Aber so plätschert sich auch 2021 durch die Monate, wir haben schon fast Juli, die Tage werden wieder kürzer … und bald ist Weihnachten ^^ 

 

19. April 2021

July und der glückliche Zufall …

… oder auch wie wir einen weniger steilen Aufstieg im Wurmtal suchten und eine seit drei Wochen vermisste Katze fanden. 
 

Ich hatte die Geschehnisse gestern bereits in Twitter und Instagram erwähnt, aber hier habe ich vielleicht die Möglichkeit, sie auch für mich endlich gedanklich abzuschließen: 
 
Es begann mit unserer normalen Wochenend-Runde durch das Wurmtal. 
Dieses kleine Naturschutzgebiet ist perfekt für Spaziergänge, aufgrund der Pandemie aber mittlerweile meist so gut besucht, daß wir eher die kleinen versteckten Pfade wählen. 
 

An diesem Tag führte uns ein solcher Pfad jedoch zuerst zu einem wunderschönen Aussichtspunkt und dann in eine Sackgasse, so daß wir umdrehen und letztlich an der Aussichtsplattform der schwarzen Halde, direkt neben den Dinoeiern landeten. Ein echter Besuchermagnet und auch an diesem Tag waren gleichzeitig mindestens 50 Leute und vermutlich ebenso viele Hunde ohne Leine dort unterwegs. 
Ich wollte schnell weitergehen und einen verwunschenen Pfad vorbei an einem Farnfeld hinauf in unser Wohngebiet wählen, aber der Mann war dagegen, denn dieser Pfad ist ganz besonders steil und mein linkes Knie seit einer Entzündung noch nicht wieder vollständig genesen. Also wählten wir einen Pferdeweg, der langgestreckt und gemächlich direkt neben der Aussichtplattform die Halde hinaufführt. Auf den ersten Metern befindet sich ein grob umzäuntes Feuchtbiotop, das den Hunden als Schlammloch dient, um das wir aber herumlaufen mussten, bis wir am Ende des Feuchtgebiets etwas sahen, was einer Katze ähnelte. 
 

Neugierig gingen wir näher und tatsächlich, es war eine arg verfilzte Langhaarkatze, offenbar zu schwach um sich überhaupt noch viel zu bewegen. Kilometerweit weg von den nächsten Häusern, war es sicher nicht unmöglich, daß hier eine Katze ihr Jagdgebiet hatte, aber nicht in diesem Zustand, wir mussten sie mitnehmen.
Also lief A. nach Hause, und holte einen Transportkorb, Futter und Wasser und ich wartete so lange bei der Katze. Zuerst setzte ich mich direkt neben sie, aber als ich sah, daß sie voller dicker Zecken hing und ich kein Zeckenschutz verwendet hatte, stand ich doch lieber wieder auf - redete aber die ganze Zeit mit ihr. Vorher stand sie eher und hörte den Hunden zu, jetzt lag sie stattdessen und war halb am Schlafen, als es anfing leicht zu regnen, schien sie darauf nicht einmal zu reagieren. 
Offenbar war sie damit zufrieden, daß ich mich jetzt kümmerte - und das musste ich auch, als ein kräftiger großer Hund plötzlich auf uns zustürmte, ohne daß ein Besitzer zu sehen war. Zum Glück hörte der Hund auf mich, als ich ihm erklärte, daß er wieder gehen muss, ein kleiner Schäferhundwelpe, der mit ihm spielen wollte, war aber auch viel interessanter als das Fellbündel neben mir.
Ein paar Leute wunderten sich zwar warum ich da mitten im Biotop stand, aber es sprach mich niemand an und ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand sonst die Katze bemerkte oder für bemerkenswert hielt. 
 

Letztlich tauchte A. wieder aufgeregt auf, während meine Gedanken bisher nur ‚Katze - retten‘ waren, hatte er sich schon Gedanken zu Unterbringung, Eigentümersuche, Tierarzt und haben wir jetzt vier Katzen? gemacht. Als erstes schnauzte er ein paar Leute an, daß sie ihre Hunde anleinen sollen, damit wir die Katze fangen können, dann brachte er Korb, Wasser und Futter. 
Das frische Wasser ignorierte die Katze erst einmal, doch das Trockenfutter war der Hit. Wir stellten den Rest vom Trockenfutter in den Korb, in der Hoffnung, daß sie von alleine hineingehen würde und erst dann sahen wir, daß sie das tatsächlich gar nicht konnte, da sich Brombeerranken mehrfach um Hinterbeine und Bauch geschlungen hatten. Sie war komplett gefangen und gar nicht in der Lage sich noch zu bewegen. 
Also stellten wir das Trockenfutter wieder neben sie, sie fraß und ich nutzte die Zeit um mühsam mit dem Schlüssel die Ranken durchzusäbeln. 
Von ihr konnten wir sie ohne Gartenschere nicht entfernen, also hob ich sie samt Ranken in den Korb. Sie wog fast nichts und ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie lange sie hier schon ohne Futter und kaum Wasser gefangen war. 
So schnell es ging, liefen wir zurück nach Hause, sie fraß dabei langsam am Trockenfutter, wann immer das Schälchen leer war, begann sie sich aufzuregen und so füllten wir jeweils eine kleine Menge nach. Natürlich hatte sie großen Hunger, aber nach so langer Zeit ohne Futter kann man eben auch nicht mit großen Portionen beginnen.
Kaum waren wir zu Hause kam unsere Nachbarin an und sie versorgte unseren Fund mit warmen Zuckerwasser, das sie ihr mit der Spritze ins Maul tropfte. 
Dazu gab es etwas kalorienreiches Astronautenfutter von Linus‘ Vorrat (wenn er wegen seiner Zahnschmerzen mal wieder nichts frisst), und etwas weiche Katzenfutter Pastete. Mit vereinten Kräften und der Rosenschere schafften wir es auch, sie vom Großteil der Brombeerranken zu befreien, so daß die Katze zum ersten Mal seit wer weiß wie lange, frei herumlaufen konnte, was sie auch sofort in unserem Gästezimmer ausnutzte.
 
Da erinnerte mich dunkel an einen ‚Katze vermisst‘ Zettel, der an unserem Glascontainer hing, drei Häuser die Straße hinauf, eine alte, halbblinde Perserkatze war verschwunden. 
Auf gut Glück lief A. hin um ein Foto zu machen und mit unserer Fundkatze zu vergleichen und rief sofort an, das sei auf jeden Fall die gesuchte Katze. 
Also riefen wir die Eigentümerin an, eine resolute ältere Dame, die gar nicht glauben konnte, daß ihre Katze so weit weg gefunden wurde und jetzt wieder da war. Ihre ‚July‘ ist 19 Jahre alt, war täglich draußen, saß aber meistens nur direkt neben der Terrasse, bis sie am 26. März plötzlich verschwand. Danach gab es Schneestürme, Anfang April hatten wir überall eine Handbreit Neuschnee, täglich Bodenfrost und doch hat die Katze all das überstanden - eigentlich unglaublich.
Schnell gingen wir mit der Katze im Transportkorb die drei Häuser weiter und überreichten July an ihre überglückliche Besitzerin, die ganz aufgeregt war, wir waren aufgeregt, die Katze miaute ununterbrochen, es war ein emotionaler Moment - natürlich trugen wir dennoch FFP2 Masken. Ich öffnete den Transportkorb, July lief auf ihre Besitzerin zu, da gab es keine Zweifel wo sie hingehörte, und wir wollten uns nur schnell verabschieden und gehen. 
Es war dann aber meine Nachbarin, die den Kontakt vertiefte, sofort das weitere Vorgehen mit der Tochter der Besitzerin besprach, Tierarzt, Rasur, Zeckenentfernung usw. und die Tochter versprach auch uns auf dem Laufenden zu halten, wie es mit July nun weitergeht. 
Ich wäre nicht überrascht, wenn der Tierarzt Nierenschaden, Organversagen usw. feststellt und sagt, daß es eigentlich Quälerei ist, das Tier noch leiden zu lassen - aber hätte irgendwer glauben können, daß eine 19-jährige Katze bei Schnee, Kälte und ohne Futter drei Wochen übersteht? 
Da wünsche ich der kleinen Überlebenskünstlerin viel Glück und noch eine gute Zeit - egal wie lang oder kurz - zu Hause … 
 

 

7. März 2021

Sonntag, 07.03.2021


Guten Morgen neues Jahr 2021, nach meinem Sturz im letzten Jahr bin ich eine ganze Weile abgetaucht und auch immer noch nicht wieder ganz. Meine Zahnreparaturen, von Zähnen, die beim Sturz beschädigt wurden, beginnen erst in der nächsten Woche und auch sonst mache ich vieles immer noch in Etappen, Fenster putzen z.B. Da habe ich gelernt nach Möglichkeit aufzuhören bevor es anfängt zu schmerzen.  
Und auch wenn mir das Nähen an meinen zwei Nähmaschinen nach wie vor sehr viel Spaß macht - auch wenn ich stets weiterlernen muss -, kann ich nicht tagelang nähen. Also wird alles aufgeteilt und zum Glück funktioniert das gut.
Gestern sind wir den kleinen 7 km Rundweg durchs Wurmtal gewandert, den wir im Vorjahr ziemlich genau zur gleichen Zeit kaum bewältigen konnten. Neben der extremen Erschöpfung begannen damals die Lungenschmerzen und Probleme, die mich noch weit bis in den Sommer hinein begleiten sollten.   
Gestern war es nun einfach nur ein schöner kleiner Spaziergang - und trotzdem nicht einfach, da zumindest ein recht steiler Anstieg, wieder heraus aus dem Wurmtal und hinauf zur Burg Wilhelmstein, dabei war. 
Ich hoffe sehr, daß ich in dieser Wandersaison wieder mehr Spaß am Wandern haben werde, als die Plackerei, mit der ich letztes Jahr häufig zu kämpfen hatte. 
 
 
 

27. Dezember 2020

Sonntag, 27.12.2020


Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen, draußen braust ein Sturm und in der Eifel wird es heute schneien - hier erwartet man dagegen nur Regen. 
Gestern haben wir endlich unsere Geschenke ausgepackt, vorher sind wir nicht dazu gekommen. Es gab einige Bücher, 2 m wunderschönen Stoff mit passendem Bündchen, aber auch zwei Paar Ohrringe, die ich sogar mochte. 
Unser Weihnachtsfest war ohnehin schon immer sehr eingeschränkt, was die Personenzahl anging, so daß wir daran auch im Coronajahr nur wenig ändern mussten: Am Heiligabend haben wir meine Schwester in ihrem zwei Erwachsene - zwei Kinder unter 14 Jahren Haushalt besucht, und am ersten Weihnachtsfeiertag kamen sie zu uns. Nur das stündliche Stoßlüften wurde neu eingeführt.
 

In unserer Nachbarschaft haben dagegen so einige ihre Terrassen und Balkone so gut es geht winterfest gemacht und bei Temperaturen um null Grad in eisigen Windböen ihre Gäste draußen bewirtet. 
Das sah selbst mit dem extra aufgestellten Windschutz nicht so richtig gemütlich aus. 
 

Zum Jahresende fange ich eigentlich auch mit dem Bloggen wieder etwas ernsthafter an, vor allem in meinem Teodeco-Blog, aber in diesem Jahr machte mir ein Sturz im Bad einen Strich durch die Rechnung, denn ich fiel ungünstig auf den rechten Ellenbogen und Kiefer. 
Gebrochen war zum Glück nichts, aber ich habe seitdem noch Schmerzen im Arm und der Hand, so daß vieles nur in Etappen erledigt werden kann, z.B. Fensterputzen oder gar nicht: Klavier spielen, war bisher noch nicht schmerzfrei möglich. 
Insofern fasse ich mich hier auch kurz, kommt gut und leise ins neue Jahr 2021 und ich hoffe, die Weihnachtsfeiertage waren wunderschön und vielleicht sogar etwas entspannend :) 
 

 

5. September 2020

Eifelsteig Etappe 4


Nachdem wir im letzten Jahr Etappe 1 und in diesem Sommer bereits Etappe 2 gelaufen sind, wollten wir zu unserem Geburtstag in zwei Tagen Etappe 3 und 4 des Eifelsteigs laufen, mit einer Übernachtung in Einruhr. Am ersten Tag sollte es von Gemünd nach Einruhr (Etappe 4), und am zweiten dann die schwierige Etappe 3 von Einruhr nach Monschau, gehen.
Diese Wanderung entgegen der angegebenen Richtung passte besser um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren zu können, und sie gab einem außerdem viel Zeit für die längste Etappe - aber dann kam alles ganz anders. Sturm Kirsten fegte am ersten Tag durch die Lande und vom Betreten des Nationalparks wurde dringend abgeraten, auch aufgrund des hohen Totholz-Bestands (dank Borkenkäfer). Die Einkehrmöglichkeiten am Weg waren ebenfalls alle geschlossen und selbst die Schiffahrt auf dem Obersee wurde auf ein Minimum beschränkt.
 
Also fuhren wir statt frühmorgens, erst kurz vor Mittag los, bis dahin waren die meisten Straßen, auf die Bäume gefallen waren, auch schon wieder geräumt worden.
Nach Umstieg in Simmerath, ging es über die Lande von Schule zu Schule, wurden Kinder wieder nach Hause gebracht, bis wir Einruhr erreichten. Dort nahmen wir die letzte Schiffstour des Tages und sahen uns in zwei Stunden an, wo wir am nächsten Tag wandern würden. Die Wälder sollten auch am nächsten Tag noch gemieden werden, deswegen entschieden wir uns Etappe 4 (jetzt richtig herum) zu wandern, denn diese führt lange Zeit über eine Hochfläche mit wenig Baumbestand.
Abends machten wir uns auf die Suche nach Abendessen, aber das war gar nicht so einfach, die meisten Restaurants hatten bereits geschlossen - und es war 19:35 Uhr. Unser Hotel durfte wie viele andere sein Restaurant wegen der Hygienebestimmungen nicht öffnen und servierte nur Frühstück für die eigenen Gäste. Zum Glück gab es im größten Hotel vor Ort noch eine Möglichkeit - die einzige - etwas zu essen zu bekommen (denn einen Supermarkt gibt es hier auch nicht und der einzige Kiosk war ebenfalls bereits geschlossen…).  
 


Am nächsten Morgen ging es nach einer nicht so geruhsamen Nacht eine Stunde später los als gedacht, immerhin, das Frühstück war reichhaltig gewesen und ersetzte damit auch das Mittagessen.
Die Strecke war ca. 22 km lang, und wird als mittelschwer klassifiziert. 
 

Gleich nach Einruhr ging es steil nach oben, anders als bei ähnlichen Strecken blieb man jedoch nicht oben, sondern es ging den ganzen Tag bergauf, bergab (letztlich liefen wir ‚125 Etagen‘ laut Handy), war mich ganz schön schlauchte, denn so konnte ich mich kaum auf ein Tempo einstellen. 
Nach dem ersten Anstieg bei Einruhr, ging es also wieder hinunter an den See, dann zur Urftstaumauer wieder steil bergauf. Dort hatten wir unsere einzige Einkehr, aber wir waren noch so satt vom Frühstück, so daß wir nur etwas zu trinken bestellten und die Staumauer bestaunten ^^ 
 

Nach der Mauer ging es noch steiler bergan, bis wir die Dreiborner Hochfläche erreichten, dort sahen wir zu, wie eine Schafs- und Ziegenherde getrieben wurde und erreichten nach einiger Zeit den ehemaligen Ort Wollseifen. 
 

 
Dieser Ort wurde stark im zweiten Weltkrieg umkämpft, als die Einheiten um den See (und die Gefahr einer Sprengung der Staumauer) kämpften und wurde später Teil eines Truppenübungsplatzes. Nachdem das eigentliche Dorf weitgehend zerstört war, wurde eine Straße mit weißen Blöcken errichtet, in der bis 2005 der Häuserkampf geübt wurde. 
 
 
Seitdem haben die Kirche und die Reste der Schule ein Notdach erhalten und die ehemaligen Dorfbewohner bemühen sich sehr, das Andenken an ihren Ort wachzuhalten. 
 

Nach Wollseifen ging es hinunter ins Tal, zur ‚Ordensburg Vogelsang‘ der ehemaligen Nazischule wieder bergan. Wie alles an Nazi-Architektur waren auch diese Gebäude überdimensioniert riesig, eine Mischung aus Amphitheater und Kaserne. 
Die meisten Wanderer beendeten ihre Wanderung dort am Forum in Vogelsang, und ich war auch sehr versucht, aufzuhören, denn meine Füße wollten keinen Schritt weiter bergan gehen, die Sonne war mittlerweile herausgekommen, es war heiß und es wehte kein Lüftchen, aber irgendwie packte mich der Ehrgeiz und es ging weiter. Nach drei Kilometern leicht bergan durch Wald und Wiese, erreichten wir die Eingangstore von Vogelsang und danach ging es wieder in die Hochfläche mit weiten Ausblicken auf unser Etappenziel Gemünd mit vorgelagerter Kläranlage. 

Im letzten Dorf auf der Hochfläche, in Morsbach verliefen wir uns dann prompt, weil die Schilder in die falsche Richtung zeigten. Mithilfe eines kleinen Mädchens und ihrer Oma fanden wir aber nach 15-minütiger Ortsbegehung auf unseren Weg zurück.
Offenbar fanden an dem Weg gerade Straßenbauarbeiten statt und die Bauarbeiter hatten die Schilder wohl abgebaut und danach irgendwie, nur leider in die falsche Richtung zeigend, wieder aufgestellt. Als wir gerade in den Pfad nach Gemünd einbogen, sahen wir andere Wanderer falsch laufen, wir versuchten über die Strecke noch durch Handbewegungen auf uns aufmerksam zu machen, aber es war zu spät. Es waren zwar nur noch wenige Wanderer unterwegs, aber von denen haben sicher einige den Rundweg Morsbach mitgemacht. 
 

Nun ging es durch ein sehr ansprechendes Tal, zuerst hinunter dann hinauf, dann wieder hinunter zum Ortseingang von Gemünd, wo A. nur noch geradeaus zur Bushaltestelle laufen wollte. Ich überzeugte ihn, den Eifelsteig bis zum Ende zu laufen, der uns wieder aus der Stadt herausführte, hinauf und in großem Bogen durch den Wald zum Etappenziel geleitete, ein wirklich langweiliger, überflüssiger Wegteil - aber wir waren bis zum Ende tapfer geblieben und hatten es geschafft.
In Gemünd hatten wir nun leider überhaupt keine Zeit mehr den schönen Ort an der Urft zu bewundern, statt 6, waren wir 8 Stunden unterwegs gewesen und unser Bus fuhr in zehn Minuten, die wir durch Kurpark und Hauptstraße bis zur Bushaltestelle entlanghetzten. Von dort ging es mit dem Bus, über die Rurtalsperre bis Heimbach, mit dem Zug bis Düren, dort mit dem nächsten Zug bis Aachen Rothe Erde, mit dem Bus zum Hansemannplatz, mit dem nächsten Bus bis Eulershof und dann letztlich mit dem Bus nach Brückweg und damit nach Hause … die Rückfahrt, ca. 45 Minuten mit dem Auto, dauerte etwas mehr als drei Stunden. ÖPNV im Autoland NRW war wie immer eine Herausforderung.
Insgesamt war es eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke mit Wald - und offener Landschaft, sowie toller Fernsicht- und ich war sehr froh, daß wir nicht die längere Etappe 3 gelaufen sind, denn dafür werde ich wohl noch meine Kondition etwas aufbauen müssen :) 
 

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