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9. Dezember 2024

Ein Neuanfang


In meinem letzten Blogpost habe ich von meiner Katze Shweta und ihrer schweren Erkrankung geschrieben - und nur einen Monat später starb sie dann an einem schweren epileptischen Anfall. Ihr Bruder Linus lebte noch ein halbes Jahr länger, bis er dann - tatsächlich friedlich - im Wohnzimmer einschlief. Der Tierarzt kam nur noch um den Tod zu bestätigen. 
Nebenbei suchte mein Mann einen neuen Job, weil er nach zwei Jahren Homeoffice für ein Start Up Unternehmen gerne wieder an die Uni- und Institutswelt (und in ein Büro vor Ort mit ‚echten‘ Kollegen) zurückkehren wollte. Und dann wurde erst unser jüngster Kater so schwer krank, daß er auf die Intensivstation musste, weil er aus ungeklärten Gründen immer weiter unterkühlte - er überlebte das zum Glück - und kurz danach hieß es, wir ziehen um - ins Saarland.
Mit Wohnung suchen, finden, Kartons packen, für eine neue Küche entscheiden, Möbel kaufen usw. verging der Sommer und der Herbst. Nach sechs Jahren in Würselen, waren wir natürlich mittlerweile angekommen, hatten unsere Freunde, meine Schwester lebte eine Stunde entfernt in Köln - und jetzt hieß es wieder alles auf Anfang. Ich glaube, ich fand einen Umzug noch nie so belastend und frage mich, wie ich das früher geschafft habe - man wird eben auch nicht jünger. 
Mittlerweile ist es Dezember und wir leben seit Oktober in einem kleinen 3-Parteien Gebäude mit Gartennutzung in St. Ingbert. Bis auf die noch fehlende Eßtischleuchte ist die Wohnung fast komplett eingerichtet, so daß wir unsere Freizeit nicht mehr in Möbelhäusern und Baumärkten verbringen müssen. 
Für unsere beiden anderen Katzen Amiya und Ta’alo war es der erste Umzug mit uns, sie sind derzeit reine Wohnungskatzen, denn nach anfänglichen betreuten Gartenrunden war der Kater gleich wieder krank. An den Garten werden wir sie jetzt wohl erst ab dem Frühjahr gewöhnen. 

 

5. September 2023

Seniorenkatzen

 
Jeden Tag sieht man wie Shweta, die Seniorenkatze etwas weniger wird. Sie ist jetzt 15 Jahre alt, ca. 4 kg schwer mit Tendenz nach unten, hat verschiedene Erkrankungen, die tägliche Medikamente erforderlich machen und doch baut sie täglich weiter ab. Sie hat derzeit Arthrose, Schilddrüsenüberfunktion, chronische Darm- und Blasenentzündungen, Nervenschädigungen wegen der Arthrose und daraus resultierend vermutlich auch epileptische Anfälle, das Horner Syndrom sowie beginnende Demenz. 
Da sie Tierarztbesuche wahnsinnig aufregen und sie sich dann jedes Mal von oben bis unten vollkackt, versuchen wir diese auf ein Minimum zu begrenzen, denn danach braucht sie auch ständig länger um sich davon zu erholen. Unser Ziel ist es, daß sie zum einen so schmerzfrei wie möglich ist, und das zum anderen bei möglichst hoher Lebensqualität. 
Wichtig ist da auch die monatliche Arthrosespritze, denn ohne diese hätte sie selbst mit Ruheschmerz zu kämpfen und außerdem benötigt sie so viel Bewegung wie möglich. Katzen neigen gerne dazu sich im Alter nur noch hinzusetzen und zu schlafen, aber nachdem wir in diesem Jahr mit ihr bei der Physiotherapie waren, versuchen wir gerade Hüftgürtel- und Halswirbelbereich beweglich zu halten, was die Auswirkungen der Nervenschädigungen vermindern kann, denn wenn Nerven in den Gelenken feststecken, kann sie manchmal nur noch im Kreis laufen oder den Kopf nicht drehen und benötigt Kortison. Mit der Bewegung im Garten, wo es manchmal über Stock und Stein und nicht gerade und eben geht, bekommt sie genau das richtige Training, so daß sie sich beim nächsten Anfall zu Hause ausruhen kann und nicht wieder x-mal zum Tierarzt muss wegen Diagnose, Röntgenbild, Blutuntersuchung usw. 
 

Ihrem gleichaltrigen Bruder Linus geht es im Vergleich noch gut, aber bei akuten Anfällen vor allem mit Fieber hat auch er große Probleme sich davon zu erholen. Wie seine Schwester benötigt er monatlich eine Arthrosespritze, außerdem hat er eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, was durch eine Verdauungsergänzungsmittel gemildert werden kann. Dadurch kann er auch sein Gewicht halten.
Gleichzeitig hat er Probleme mit den Nieren, derzeit noch unter Beobachtung, aber da wird auch in Zukunft keine Verbesserung erwartet. Es gibt wohl verschiedenen Stufen der Niereninsuffizienz, er ist gottseidank noch auf der ersten Stufe.
Man hat also so seine Sorgen mit den Katzen und natürlich nimmt es kein gutes Ende, sie werden vielleicht beide nicht mehr die 16 Jahre erreichen, wir müssen damit zurechtkommen und für sie da sein, bis zum Schluss. 

 

26. Juni 2021

Sonnabend, 26.06.2021


Einmal mehr ist viel Leben passiert, seit ich das letzte Mal etwas im Blog geschrieben habe … vielleicht hat sich dieses Format für mich tatsächlich überlebt, vielleicht schaffe ich aber auch doch noch einmal einen Neustart. 
Im letzten Jahr der Pandemie haben wir uns endlich in Würselen eingelebt und eher gefreut in einer Gegend zu wohnen, in der man auf dem Weg zum Supermarkt selten einer anderen Person begegnet - nur ist das Jahr aber auch irgendwie verflogen ohne mir viel Inspiration zum Schreiben zu bieten. Ich habe endlich meine erste Impfung von Biontech erhalten (und der Mann mit AstraZeneca), die zweite wird auch bald erfolgen, aber die Mutationen des Virus stellen diesen Erfolg zunehmend in Frage, denn die viel beschworene Normalität wird wohl so bald nicht risikofrei zu erreichen sein.
Nach meinem Sturz im Dezember, hat meine Zahnärztin nun drei meiner zerbrochenen Zähne behandelt, eines war nur eine herausgefallene Füllung, die zwei Backenzähne aber harte Arbeit, mit Überkronung, Teil-Aufbau, Schnitt in den Kieferknochen usw. was viel Schmerzen, Blut und lange Sitzungen gekostet hat. Ein zerbrochener Zahn hält sich noch, wird aber irgendwann auch überkront werden müssen. Trotzdem bin ich froh, daß es nur diese wenigen Zähne waren, ein Kollege meines Mannes ist im Büro umgekippt und hat dabei fast alle seine Zähne zerbrochen, das möchte ich mir nicht einmal vorstellen wollen. 
July, der kleinen Fundkatze aus dem Wurmtal, geht es immer noch gut und sie sieht auch wieder gepflegt aus, diese kleine Methusalemkatze macht sich trotz der traumatischen Erfahrungen ganz hervorragend. 
 
Den Sommerurlaub werden wir wieder bei meinen Eltern auf der Insel Usedom verbringen zusammen mit meiner Schwester und ihrer Familie. Dann werden wir auch den neuesten Welpen kennenlernen. 
Im Herbst war ein neuer Border Collie Welpe in die Familie gezogen, nachdem der langjährige Partnerhund von ihrem anderen Border Collie leider an Krebs verstorben war. 
Der Welpe kam von einem Familienbauernhof und ist sehr sozial, aber leider ist der alte Border Collie nur ein halbes Jahr später ebenfalls jetzt an Krebs verstorben, was unglaublich tragisch ist, denn er war ein wirklich besonderer Hund, zu dem ich auch trotz dessen, daß ich nur immer mal zu Besuch bin, eine enge Beziehung aufbauen konnte. 
 
Mikey, der verstorbene Hund meiner Eltern, hier in jungen Jahren
 
Den Hund, den sie im Herbst als Welpen bekommen haben, kenne ich so natürlich nur als wilden Minihund, der mir meine Kleidung zerbeißt, es wird interessant sein, ihn nun als ‚Teenager‘ kennenzulernen, der sich mit einem neuen Welpen (der mir vermutlich ebenfalls die Kleidung zerbeißt) zusammenraufen muss. 
 

Unseren drei Katzen geht es hier in Würselen mal so und mal so, manchmal ist monatelang nichts und dann wieder häufen sich die Tierarztrechnungen, bisher war zum Glück nichts Schwerwiegendes darunter. Die Katzen genießen den Sommer und verbringen die meiste Zeit draußen. 
Wir sind auch wann immer es möglich ist, unterwegs, obwohl das Wetter häufig zum Wochenende unbeständig ist, so daß wir keine längeren Wanderungen außerhalb der Umgebung unternommen haben. Außerdem nähe ich noch immer sehr gerne, auch wenn ich das Gefühl habe, derzeit nicht so viel dazuzulernen, was manchmal frustriert.
Aber so plätschert sich auch 2021 durch die Monate, wir haben schon fast Juli, die Tage werden wieder kürzer … und bald ist Weihnachten ^^ 

 

24. April 2021

Update: July


Einen Tag nachdem wir die Fundkatze bei ihren Besitzern abgegeben hatten, bekamen wir bereits telefonisch die Mitteilung, daß es ihr überraschend gut geht. 
In der Woche kam dann die Tochter der älteren Dame vorbei, um sich offiziell mit Blumen und Schokolade zu bedanken und erzählte uns, daß auch die restlichen Tierarzt- und Laborresultate ohne Probleme verlaufen sind, Urin, Blut alles in Ordnung. July hat zwar ungefähr die Hälfte ihres Körpergewichts verloren, aber wenn sie tatsächlich drei Wochen nur im Wurmtal herumgeirrt worden wäre, hätte sie das nicht so überleben können. Sie muss also für längere Zeit von jemanden gefüttert worden sein, und hatte bei Frost und Schnee einen geschützten Unterschlupf.
 
Sie bekommt jetzt eine Aufbaukur, musste mehrere Behandlungen wegen der vielen Zecken über sich ergehen lassen und vorsichtig wird auch ihr Fell entwirrt. Aufgrund ihres hohen Alters, kann man die Katze nicht mehr in Narkose versetzen, um einmal alles abzurasieren, deswegen geht es eben nur so Stück für Stück. Aber alles in allem sieht es so aus, daß der 19jährigen Katze durchaus noch eine gute, und sogar längere Zeit zu Hause bleiben wird. 
 
Danach haben wir darüber nachgedacht, wie sie dort an der Stelle, mitten auf der Halde im Wurmtal gelandet sein kann. Eigentlich dachten wir, daß sie der Gouleystraße gefolgt und irgendwann ins Wurmtal abgebogen ist. Aber die Tochter meinte, daß die Katze nie in die Nähe einer Straße kam, weil sie als Kätzchen den Tod einer Katze erleben musste. Wenn man also die durchaus bestehende Möglichkeit ausschließt, daß jemand sie geklaut hat (und seien es auch nur Kinder, die nicht wussten, daß die halbblinde Katze alleine nicht nach Hause zurückfindet) - dann bleibt nur der Gouleypark, mit vielen gut ausgebauten Wegen und vielen Katzen. 
Ich kenne mindestens drei Leute in der unmittelbaren Nachbarschaft, die immer auch Katzenfutter draußen stehen lassen, teils um eigene Katzen zu füttern, teils, weil sie selbst keine Katzen haben dürfen. Wir füttern normalerweise nicht, aber auch bei uns gibt es zumindest verschiedene Wasserstellen. Und es gibt verwilderte Gärten zwischen Gouleystraße und Gouleypark, mit Schuppen u.ä. die Schutz vor dem Wetter bieten könnten. In einen dieser Gärten ist sogar ein Reh mit Nachwuchs eingezogen, also haben die Nachbarn reagiert und Wildfutter gekauft. 
July könnte also Futter gefunden haben können und einen Wetterschutz, und weil sie natürlich wieder nach Hause wollte oder von anderen Katzen verdrängt wurde, ist sie dann weitergelaufen.
 
Ein freundlicher Blick Richtung Halde

Dennoch ist der Fundort mitten in der Halde das größte Rätsel, denn dort kann man nicht einfach so landen. 
Die Halde der ehemaligen Untertage-Kohlegrube Gouley wurde - nach dem Ende des Kohleabbaus - in Teilen nochmals abgegraben und neu gesiebt dann woanders aufgeschüttet, so daß ein chaotisches System aus tiefen Schluchten und Geröllhügeln entstanden ist, durch die nur wenige Zuwege, teilweise auf einem ehemaligen Bahndamm führen.
Der logischste Weg für eine halbblinde Katze, überhaupt so weit in dieses Gebiet vorzudringen, ist der breite Pferdeweg, den wir letztlich auch genutzt haben und an dessen unteren Ende wir sie in den Brombeerranken verfangen, aufgefunden hatten - aber warum sie überhaupt in diese Richtung gelaufen ist, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.
Jetzt folgt sie jedenfalls ihrer Besitzerin auf Schritt und Tritt, und der älteren Dame geht es auch besser - drei Wochen lang hat sie jeden Tag von der Terrasse aus nach ihrer Katze gerufen und sich gesorgt, während alle sagten - nach der Zeit wird das nichts mehr, doch zum Glück lagen sie falsch :) 

 

19. April 2021

July und der glückliche Zufall …

… oder auch wie wir einen weniger steilen Aufstieg im Wurmtal suchten und eine seit drei Wochen vermisste Katze fanden. 
 

Ich hatte die Geschehnisse gestern bereits in Twitter und Instagram erwähnt, aber hier habe ich vielleicht die Möglichkeit, sie auch für mich endlich gedanklich abzuschließen: 
 
Es begann mit unserer normalen Wochenend-Runde durch das Wurmtal. 
Dieses kleine Naturschutzgebiet ist perfekt für Spaziergänge, aufgrund der Pandemie aber mittlerweile meist so gut besucht, daß wir eher die kleinen versteckten Pfade wählen. 
 

An diesem Tag führte uns ein solcher Pfad jedoch zuerst zu einem wunderschönen Aussichtspunkt und dann in eine Sackgasse, so daß wir umdrehen und letztlich an der Aussichtsplattform der schwarzen Halde, direkt neben den Dinoeiern landeten. Ein echter Besuchermagnet und auch an diesem Tag waren gleichzeitig mindestens 50 Leute und vermutlich ebenso viele Hunde ohne Leine dort unterwegs. 
Ich wollte schnell weitergehen und einen verwunschenen Pfad vorbei an einem Farnfeld hinauf in unser Wohngebiet wählen, aber der Mann war dagegen, denn dieser Pfad ist ganz besonders steil und mein linkes Knie seit einer Entzündung noch nicht wieder vollständig genesen. Also wählten wir einen Pferdeweg, der langgestreckt und gemächlich direkt neben der Aussichtplattform die Halde hinaufführt. Auf den ersten Metern befindet sich ein grob umzäuntes Feuchtbiotop, das den Hunden als Schlammloch dient, um das wir aber herumlaufen mussten, bis wir am Ende des Feuchtgebiets etwas sahen, was einer Katze ähnelte. 
 

Neugierig gingen wir näher und tatsächlich, es war eine arg verfilzte Langhaarkatze, offenbar zu schwach um sich überhaupt noch viel zu bewegen. Kilometerweit weg von den nächsten Häusern, war es sicher nicht unmöglich, daß hier eine Katze ihr Jagdgebiet hatte, aber nicht in diesem Zustand, wir mussten sie mitnehmen.
Also lief A. nach Hause, und holte einen Transportkorb, Futter und Wasser und ich wartete so lange bei der Katze. Zuerst setzte ich mich direkt neben sie, aber als ich sah, daß sie voller dicker Zecken hing und ich kein Zeckenschutz verwendet hatte, stand ich doch lieber wieder auf - redete aber die ganze Zeit mit ihr. Vorher stand sie eher und hörte den Hunden zu, jetzt lag sie stattdessen und war halb am Schlafen, als es anfing leicht zu regnen, schien sie darauf nicht einmal zu reagieren. 
Offenbar war sie damit zufrieden, daß ich mich jetzt kümmerte - und das musste ich auch, als ein kräftiger großer Hund plötzlich auf uns zustürmte, ohne daß ein Besitzer zu sehen war. Zum Glück hörte der Hund auf mich, als ich ihm erklärte, daß er wieder gehen muss, ein kleiner Schäferhundwelpe, der mit ihm spielen wollte, war aber auch viel interessanter als das Fellbündel neben mir.
Ein paar Leute wunderten sich zwar warum ich da mitten im Biotop stand, aber es sprach mich niemand an und ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand sonst die Katze bemerkte oder für bemerkenswert hielt. 
 

Letztlich tauchte A. wieder aufgeregt auf, während meine Gedanken bisher nur ‚Katze - retten‘ waren, hatte er sich schon Gedanken zu Unterbringung, Eigentümersuche, Tierarzt und haben wir jetzt vier Katzen? gemacht. Als erstes schnauzte er ein paar Leute an, daß sie ihre Hunde anleinen sollen, damit wir die Katze fangen können, dann brachte er Korb, Wasser und Futter. 
Das frische Wasser ignorierte die Katze erst einmal, doch das Trockenfutter war der Hit. Wir stellten den Rest vom Trockenfutter in den Korb, in der Hoffnung, daß sie von alleine hineingehen würde und erst dann sahen wir, daß sie das tatsächlich gar nicht konnte, da sich Brombeerranken mehrfach um Hinterbeine und Bauch geschlungen hatten. Sie war komplett gefangen und gar nicht in der Lage sich noch zu bewegen. 
Also stellten wir das Trockenfutter wieder neben sie, sie fraß und ich nutzte die Zeit um mühsam mit dem Schlüssel die Ranken durchzusäbeln. 
Von ihr konnten wir sie ohne Gartenschere nicht entfernen, also hob ich sie samt Ranken in den Korb. Sie wog fast nichts und ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie lange sie hier schon ohne Futter und kaum Wasser gefangen war. 
So schnell es ging, liefen wir zurück nach Hause, sie fraß dabei langsam am Trockenfutter, wann immer das Schälchen leer war, begann sie sich aufzuregen und so füllten wir jeweils eine kleine Menge nach. Natürlich hatte sie großen Hunger, aber nach so langer Zeit ohne Futter kann man eben auch nicht mit großen Portionen beginnen.
Kaum waren wir zu Hause kam unsere Nachbarin an und sie versorgte unseren Fund mit warmen Zuckerwasser, das sie ihr mit der Spritze ins Maul tropfte. 
Dazu gab es etwas kalorienreiches Astronautenfutter von Linus‘ Vorrat (wenn er wegen seiner Zahnschmerzen mal wieder nichts frisst), und etwas weiche Katzenfutter Pastete. Mit vereinten Kräften und der Rosenschere schafften wir es auch, sie vom Großteil der Brombeerranken zu befreien, so daß die Katze zum ersten Mal seit wer weiß wie lange, frei herumlaufen konnte, was sie auch sofort in unserem Gästezimmer ausnutzte.
 
Da erinnerte mich dunkel an einen ‚Katze vermisst‘ Zettel, der an unserem Glascontainer hing, drei Häuser die Straße hinauf, eine alte, halbblinde Perserkatze war verschwunden. 
Auf gut Glück lief A. hin um ein Foto zu machen und mit unserer Fundkatze zu vergleichen und rief sofort an, das sei auf jeden Fall die gesuchte Katze. 
Also riefen wir die Eigentümerin an, eine resolute ältere Dame, die gar nicht glauben konnte, daß ihre Katze so weit weg gefunden wurde und jetzt wieder da war. Ihre ‚July‘ ist 19 Jahre alt, war täglich draußen, saß aber meistens nur direkt neben der Terrasse, bis sie am 26. März plötzlich verschwand. Danach gab es Schneestürme, Anfang April hatten wir überall eine Handbreit Neuschnee, täglich Bodenfrost und doch hat die Katze all das überstanden - eigentlich unglaublich.
Schnell gingen wir mit der Katze im Transportkorb die drei Häuser weiter und überreichten July an ihre überglückliche Besitzerin, die ganz aufgeregt war, wir waren aufgeregt, die Katze miaute ununterbrochen, es war ein emotionaler Moment - natürlich trugen wir dennoch FFP2 Masken. Ich öffnete den Transportkorb, July lief auf ihre Besitzerin zu, da gab es keine Zweifel wo sie hingehörte, und wir wollten uns nur schnell verabschieden und gehen. 
Es war dann aber meine Nachbarin, die den Kontakt vertiefte, sofort das weitere Vorgehen mit der Tochter der Besitzerin besprach, Tierarzt, Rasur, Zeckenentfernung usw. und die Tochter versprach auch uns auf dem Laufenden zu halten, wie es mit July nun weitergeht. 
Ich wäre nicht überrascht, wenn der Tierarzt Nierenschaden, Organversagen usw. feststellt und sagt, daß es eigentlich Quälerei ist, das Tier noch leiden zu lassen - aber hätte irgendwer glauben können, daß eine 19-jährige Katze bei Schnee, Kälte und ohne Futter drei Wochen übersteht? 
Da wünsche ich der kleinen Überlebenskünstlerin viel Glück und noch eine gute Zeit - egal wie lang oder kurz - zu Hause … 
 

 

28. November 2020

Sonnabend, 28.11.2020

 
Gerade geht die Sonne auf, die Wolken erscheinen in einem kräftigen Pink am Himmel … und schon wieder ist eine - dieses Mal recht geschäftige - Woche vorbei. 
Ich hatte meinen Koffer und Umzugskarton voller saisonaler Dekoartikel aus dem Keller geräumt und dann zuerst Diwali weg- und danach Weihnachten herausgekramt. Wie im letzten Jahr war ich auch dieses Mal etwas unschlüssig, wo was hinkommt, aber nachdem gestern die Wohnung aufgeräumt sein musste, weil der Vermieter abends vorbeischauen wollte, half das der Entscheidungsfindung sehr.
Karton und Koffer sind schon wieder im Keller, es gibt zwar noch ein paar Baustellen, aber das bekomme ich schon hin. So muss ich eine Tapete von einer Wand wieder entfernen, die ich vor ziemlich genau 11 Monaten dort angebracht habe, damit unser Weihnachtsbaum-Wandbild wieder einen Platz hat. 
 

Ich mag Tapeten im Holz-oder Ziegellook ganz gerne, aber deswegen möchte ich nicht ständig neu tapezieren. Deswegen messe ich die Wand aus, schneide die Tapete zu, verklebe die einzelnen Stücke miteinander und habe dann quasi ein Wandbild, das ich mit wenigen Tackernadeln an die Wand hefte und so auch schnell wieder entfernen kann … die ungeliebte Raufasertapete bleibt dabei darunter unbeschädigt. 
 
Außerdem musste in dieser Woche langsam die Schmerzmittel-Dosis für den Kater reduziert werden.
Nachdem er sich vor ca. zwei Wochen die linke Pfote bis in den Schulterbereich schwer geprellt hatte, muss er sich schonen, denn gebrochen ist laut Tierärztin glücklicherweise nichts. 
Er kam die letzten Tage aber gut mit der halben Dosis Schmerzmittel aus und ab morgen sehen wir einmal, wie es ohne Medikamente für ihn läuft.
 

Ich bin außerdem auch gerade sehr gesund, was mich als Asthmatiker inmitten einer Pandemie sehr freut, denn in der letzten Zeit war es schwierig ohne Angst auf die Straße zu gehen, nachdem ich mit Absicht angehustet wurde. 
Leider bin ich kein aufmerksamer Beobachter, wenn ich spazieren gehe, achte ich auf Bäume, Häuser, Blumen … aber Menschen nehme ich tief in Gedanken versunken, eher nur so am Rande war, z.B. daß ich mit niemanden zusammenstoße … Als ich an dem Tag durch die wie immer leeren Straßen des Viertels lief, interessierte ich mich eher für den großen Kirschbaum, der vor einem Haus abgeholzt worden war, als dem Fahrradfahrer, der auf der anderen Straßenseite fuhr. Als dieser plötzlich auf meine Seite kam, dachte ich mir immer noch nichts, ja bis er mir direkt ins Gesicht hustete und lachend weiterfuhr. Ich drehte meinen Kopf im letzten Augenblick zur Seite und brauchte trotzdem eine Weile um zu begreifen, was da eigentlich passiert war - und nein außer, Fahrradfahrer, männlich, hätte ich niemanden eine Beschreibung liefern können. 
Zum Glück habe ich immer Desinfektionsmittel in der Tasche, konnte mein Gesicht reinigen, zu Hause gründlich waschen und dann dachte ich kaum mehr an den Vorfall, bis ich ein paar Tage später total heiser war. 
In dem Augenblick hatte ich fast einen Panikanfall und dachte immer nur daran, daß ich jetzt wegen diesem Idioten krank werde, doch A. kochte mir eine starke heiße Zitrone mit so viel Ingwer- und Kurkumawurzel, daß sich mein Hals wie betäubt anfühlte - und am nächsten Tag ging es mir wieder gut. Den Ingwer-Kurkumawurzel Tee bekam ich trotzdem noch zwei Tage lang weiter, aber jetzt fiel mir der bittere Kurkumageschmack doch eher unangenehm auf - aber als Medizin hatte es gut funktioniert :) 
Durch die Straße habe ich mich auch schon wieder getraut, aber darauf, daß Menschen mir nicht zu nahekommen, darauf achte ich jetzt ganz genau … 

 

17. Mai 2020

Sonntagsblumen


Während gerade alles grünt und blüht, ging auch die Gartenarbeit weiter voran. A. hat mir eine Riesenmenge an Blumenerde gekauft und ich bin fleißig am Umtopfen, und dabei überwinterte Pflanzen an das Leben im Garten zu gewöhnen. Dank der kühlen Maitemperaturen heißt das, morgens die Töpfe nach draußen stellen und abends wieder hereinholen.
Leider sind mir mein Schönpolster und die Fuchsie trotzdem quasi auf den letzten Metern eingegangen (und der vietnamesische Koriander), während der Basilikum, den ich unvorsichtigerweise schon nach draußen zur Tomate gepflanzt hatte, die nächtlichen Temperaturen in Bodenfrostnähe gut überstanden hat.

Jetzt freuen wir uns wieder auf wärmeres Wetter, heute sollen es annähernd 20 Grad werden und damit steht auch dem Frühstück Brunch im Garten kein eiskalter Ostwind mehr im Weg :)



25. April 2020

Sonnabend, 25.04.2020


Ostern kam und ging, reihte sich ein in die stete Abfolge gleichbleibender, ruhiger Tage. Ein bißchen wehmütig dachten wir an die schönen Oster-Tage in Scheveningen im vergangenen Jahr am Strand zurück, aber was soll man machen.
Mittlerweile ist der Osterstrauch mit den sorgsam bemalten, aus Jahren gesammelten Ostereiern wieder abgeschmückt und es geht weiter im Alltagstrott… 


Wir haben in der Woche einiges im Garten erledigt, ich habe zum ersten Mal in diesem Jahr Rasen gemäht, den hatten wir teilweise im letzten Jahr lang wachsen lassen, weswegen man jetzt viel trockenes Stroh herausziehen musste.
Seitdem wird der Rasen jeden zweiten Tag gewässert, damit er in der derzeitigen Trockenphase nicht verbrennt - und er darf vermutlich wieder lang wachsen.


Ab Montag gilt eine Maskenpflicht in NRW, für Geschäfte und ÖPNV, deswegen habe ich in dieser Woche auch wieder einiges genäht. Ich habe immer das Gefühl, wenn man die Nähmaschine eine Weile nicht benutzt, fängt man vielleicht nicht bei null an, aber es dauert etwas um sich wieder damit vertraut zu machen und Masken sind nicht gerade groß oder mit schönen langen Nähten. Deswegen brauchte ich wahrscheinlich viel zu lange für die etwas komplizierter zu nähenden, aber einfacher zu tragenden Modelle. Aber Zeit habe ich ja genug ^^
A. begleitet meine Mundschutznähversuche kritisch, denn bisher konnte ich kein Modell nähen, daß ihm beim Sprechen nicht von der Nase rutscht. Wir haben es mit verschiedenen Größen, Modellen, Metallbügeln, Trageversionen versucht, bisher ohne Erfolg. Vielleicht werde ich an diesem Wochenende das Schnittmuster an sein Gesicht anpassen, das Kinn mit einarbeiten, Metallbügel oben (und unten?) und Elastikband für die Ohren sowie Kordel zum hinten am Kopf befestigen. Wir werden sehen …
Ansonsten ging es mir gesundheitlich in dieser Woche sehr gut, die Lungenschmerzen sind nicht komplett weg, aber wenig störend und auch der Pollenflug war nicht zu dramatisch für mein Asthma. A. musste dagegen zum Arzt, wegen Schmerzen, aber sämtliche Befunde waren bisher unauffällig - wir versuchen es jetzt mit mehr Bewegung, vielleicht ist es manchmal so einfach. 

13. April 2020

Kirschblütenzeit


Im Winter ist Linus, unser großer Kater, eher selten im Garten unterwegs. Es ist meistens zu windig und ungemütlich, da geht er lieber gleich die Nachbarn besuchen.
Alternativ läuft er um das Haus herum, und dort im Vorgarten treffen sich alle Katzen der Umgebung, während auch vorbeilaufende Menschen, die Schönheit der versammelten Katzen ausgiebig bewundern können.


Sobald es wärmer wird, ist der Garten mit seinen ausgeprägten Schattengebieten jedoch plötzlich ein großer Vorteil, denn zu viel Sonne kann der Kater überhaupt nicht leiden. 
Und so erkundet er wieder sein (Garten-)reich von unten und von ganz oben, lädt Freunde ein und wundert sich etwas über die Blütenblätter, die die verwilderte Süßkirsche auf sie herabregnen läßt.
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In diesem Jahr ist es zwar durch das wild spielende Kätzchen etwas weniger geruhsam, zum Glück läßt sich der Kater aber auch dadurch nur wenig aus der Ruhe bringen …


4. April 2020

Sonnabend, 04.04.2020


Und schon wieder ist eine Woche vergangen, derzeit kommt es mir immer ein wenig wie endlose Weihnachtsferien vor … A. ist zu Hause (gut, wesentlich beschäftigter mit seiner Arbeit als sonst) und man muss sich ständig überlegen, was es zum nächsten Essen gibt. 
Mittagessen war bisher meine am meisten vernachlässigte Mahlzeit des Tages, die häufig nur aus einem Stück Käse und ein paar Paranüssen bestand, jetzt ist das eben anders … und man gewöhnt sich daran, pünktlich zur nächsten Mahlzeit knurrt der Magen ^^

Gesundheitlich geht es mir in dieser Woche viel besser als in den vergangenen zwei, ich habe wieder mehr Energie und auch meine Rippen/Lungenschmerzen stören kaum noch. 
Sie sind nicht weg und wenn ich einen Asthmaanfall bekomme, dann ist es immer noch etwas schwieriger als vorher die Kontrolle zurückzubekommen, aber ich glaube derzeit nicht, daß ich unterstützend weitere Medikamente benötige. (Ich habe mir aber trotzdem die Liste geben lassen, was möglich wäre, für den Fall, daß Pollenallergie oder eine weitere Erkältung die Lunge zusätzlich belasten.)


In dieser Woche hatte ich stattdessen Probleme mit Langeweile, denn außerhalb des Internets, sind die Inspirationen und Anreize eher wenige, man ist täglich seit Wochen im gleichen Haus, dem Mann, den Katzen - der Höhepunkt der Woche war ein spätabendlicher (21:30 Uhr) Besuch im Supermarkt mit Mundschutz, Brille und Einmalhandschuhen. 

Man kennt die Wanderwege der nahen Umgebung: Restaurantbesuche, Stadtbummel, Museen, Wanderwege in schönerer Gegend - all das fällt aus, auch der Besuch bei meiner Familie, und wann dieser geplante Abend mit den Nachbarn je stattfinden wird …
Das Internet bemüht sich natürlich sehr diese Lücke zu schließen, ich war in Lavaröhren auf Hawaii unterwegs und bin mit dem Pferd durch Bryce Canyon geritten, ich habe einige Live-Konzerte gehört, Yoga besucht und zugesehen, wie ein Bild gemalt wird (und hätte mitmalen können) - das ist auch alles absolut großartig und ich wünschte es würde mir reichen … vielleicht wird es das auch irgendwann. Es ist nur schwer, weil man die damit kontrastierenden Nachrichten zum Verlauf der Pandemie und die weltweite Überlastung der Gesundheitssysteme, Wirtschaftsniedergang, Aushebelung demokratischer Prozesse usw. natürlich nicht ausblenden kann.
Nun denn, auf in den April - das Homeoffice des Mannes dauert auf jeden Fall noch bis zum 20.4. (Verlängerung nicht ausgeschlossen), das Wetter wird immer wärmer und die Tage länger, hurra Frühling :) 



28. März 2020

Homeoffice


Mein Mann hat zwar seinen eigenen Schreibtisch, aber am Liebsten arbeitet er auf der Couch sitzend, gerne bis tief in die Nacht. Deswegen war der Schreibtisch zwar immer Abstellfläche für was auch immer u.a. den Drucker, ansonsten aber Deko. Darunter steht das Zweit-Katzenklo für Amiya, weil sie nicht so lange warten kann, wenn jemand das Bad zu lange blockiert. Außerdem ist es abends wichtig, wenn wir die Katzengruppe trennen, so daß Linus und Shweta in Ruhe schlafen können, während Amiya richtig aufdreht und ganz viel spielen muss.

Jetzt aber  - im Zuge der Pandemie-Lebensveränderungen - ist das Homeoffice plötzlich zum echten Arbeitsplatz aufgestiegen: Mein Nachttisch ist nun der ‚Beistelltisch‘ für den Drucker, damit auf dem Schreibtisch mehr Platz ist und hinter den Schreibtisch haben wir eine Gardine an die Decke getackert, damit A. immer einen neutralen Bildschirmhintergrund bei seinen Video-Anrufen hat. 
Ihn würde auch der normale Wohnzimmerblick überhaupt nicht stören, aber ich kam mir doch etwas seltsam vor, mitten in (ziemlich langen) Besprechungen durch das Bild in die Küche zu tapsen.
Eigentlich haben wir auch noch ein Gästezimmer, aber in diesem Anfang-90er Stahlbeton-Decke, Massivbau-Gebäude ist der beste Wlan Empfang eigentlich nur direkt neben der Fritzbox garantiert (unser Repeater ist gerade durchgeschmort).
Und weil Amiya auch diese Videohintergrund-Gardine mitten im Wohnzimmer total spannend findet, wird die Gardine zu ihrer eigenen Sicherheit bei Nicht-Nutzung aufgerollt. 


20. März 2020

Leben und Pandemie


In dieser Woche durfte auch A. endlich ins Homeoffice gehen, was mich sehr beruhigt ihn hier bei mir zu wissen. Natürlich ist das nicht völlig problemlos, weil wir unser beider Alltag an diese Situation anpassen müssen, aber immerhin er muss in keinem Bus mehr zur Arbeit in der Stadt pendeln.
Seine Uni rechnet bereits damit, daß sie womöglich das gesamte Semester online unterrichten müssen. Jetzt wird versucht so schnell es geht, die technischen, datenschutzrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, so daß die Arbeit für alle weitergehen kann und auch die Studenten kein Semester verlieren.


Für mich geht es dagegen ganz normal weiter, eigentlich hatte ich ‚social distancing‘ ja schon seit Dezember betrieben, um gesund durch die Erkältungszeit zu kommen und dafür sogar meinen traditionellen Januar Urlaub bei den Eltern auf der Insel Usedom auf Ende März verschoben.
Daraus wird nun auch nichts, denn die Inseln sind zum Schutz vor dem Virus abgeriegelt worden und ich kann nur hoffen, daß diese Vorsorge Wirkung zeigt, denn vor Ort gibt es dort kein Krankenhaus.
Hier in Würselen, kann ich dagegen zur Not zu Fuß das nächste Krankenhaus erreichen und hoffe natürlich, daß das nicht notwendig sein wird. Lieber ärgere ich mich mit allen anderen wegen des fehlenden Toilettenpapiers ^^
Lange Zeit sah es so aus, als wenn diese Form der Sammelwut nur am Wochenende stattfindet, in der Woche konnte man selbst beim Discounter noch alles bekommen - doch seit Schließung der meisten Läden, ist auch hier überall alles leer. Nun denn, ich habe einst in Indien gelernt, wie es auch ohne geht - und so ist es nur eine von so vielen Sachen der letzten Wochen, mit denen man sich eben arrangieren muss.
Die Leute hier im Ort sind sehr vernünftig, man sieht nirgends Menschenaufläufe, der Kinderspielplatz ist leer und auch die Jugendlichen treffen sich nicht zu irgendwelchen Parties im Park.
Gleichzeitig ist es für mich jedoch sehr wichtig in die Natur zu kommen und zumindest jeden zweiten Tag Lunge und Kopf einmal auszulüften und den Sorgen (und auch Trauer) für eine Weile zu entkommen. Wir haben Glück, daß unsere Straße direkt ins Wurmtal führt, so daß man immer schnell im Wald sein kann - aber auch dort muss man aufpassen, daß man keinen Menschen begegnet, so daß ich an sonnigen Tagen lieber um ein Feld laufe, als anderen aus dem Weg gehen zu müssen.



27. Februar 2020

Donnerstag, 27.02.2020


Gerade fällt den zweiten Tag hintereinander in diesem Winter Schnee(regen), ich dachte schon wir bekommen gar kein Weiß zu sehen - und dann so kurz vor Frühlingsanfang fällt doch noch etwas. Es bleibt jedoch nicht so viel liegen.
Nachher muss ich mit Amiya noch zum Tierarzt, damit sie ihre letzte Impfung bekommen kann (dann ist sie mit allen Impfungen durch, die ein Kätzchen so benötigt) und ich hoffe sehr, daß der Wintereinbruch nicht zum Schneechaos auf den Straßen führt.


In der letzten Woche fand auch bei uns Karneval statt, am Donnerstag sah ich mir die Rathauserstürmung zwecks Schlüsselübergabe in Würselen an, außer den Leuten, die vor Ort sein mussten, waren noch ein paar Rentner mit Rollator gekommen, alle anderen feierten den Beginn des Straßenkarnevals lieber woanders, in Aachen oder gleich in Köln.
Zum Glück gab der Bürgermeister nicht so schnell auf, sondern der Schlüssel wurde versteckt und musste gefunden werden, während ein Mitarbeiter der spärlichen Menge erklärte, daß man heutzutage Chipkarten und gar keine Schlüssel mehr für das Rathaus benötigt ^^
Am Sonntag dann sahen wir uns bei Sturm und Regen die kleine Parade im Ort an, und bekamen dabei Unmengen an ‚Kamelle‘ zugeworfen, ohne darum gebeten zu haben :) In Würselen werden gerne ganze Schokoladentafeln verteilt, die zu durchaus schmerzhaften Wurfgeschossen werden können. Am Rosenmontag hatten A. und ich dann keine Lust uns den Umzug in Aachen anzusehen, es regnete einfach zu viel und zu lange.
Am Veilchendienstag ging es dann jedoch wie schon im letzten Jahr nach Köln, zum Stadtteilumzug in Junkersdorf mit meiner Schwester und ihren Kindern. Das Wetter war trocken und sonnig, und die Kamelle flog auch hier zahlreich, verteilt von den vielen Schul- und Vereinsgruppen, die vorbeimarschierten. Wer weiß, vielleicht werden wir hier schon im nächsten Jahr dem Neffen zujubeln, statt mit ihm am Straßenrand zu stehen.

Jetzt sind die tollen Tagen vorbei und wir sorgen uns alle um das Coronavirus, was in immer mehr Nachbargemeinden auftaucht. Ich vermute, daß es auch in unserer Stadt längst angekommen ist, nur noch nicht mit so schwerem Verlauf, als daß es jemandem aufgefallen wäre.

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