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26. Januar 2020

Ludwig Forum

Werbung ohne Auftrag, wegen Orts- und Markennennung.


Gestern waren wir bei gleichbleibend grau-trübem Himmel, einmal mehr in einem Museum in Aachen. Für mich war es der dritte Besuch im Ludwig Forum, für A. der erste.
Das Ludwig Forum für Internationale Kunst ist an seinem derzeitigen Ort - in einer ehemaligen Schirmfabrik nach Bauhaus- Entwurf - seit 1991 ein Museum für moderne Kunst, welches Bilder aus der Sammlung Ludwig ausstellt. 


Das Ehepaar Peter & Irene Ludwig, Aachener Industrielle von Trumpf Schokolade (& Lindt in deutscher Lizenz) sammelten ab 1952 zeitgenössische Kunst, die sie letztlich in weltweit 19 Museen zeigten. Darunter befinden sich äußerst bekannte Werke insbesondere des Pop Art, Hyperrealismus und insgesamt US-amerikanischer Kunst ab 1960. 


Leider hat die Stiftung die Förderung des Museums weitgehend der Stadt Aachen überlassen, was in den Zeitungen gut dokumentierte finanzielle Probleme verursacht: So wechseln die Leiter häufig, selbst Preise, die die Ausstellungen oder sogar Angestellte des Museums gewinnen, werden wiederum von der Förderung abgezogen - was offenbar in Deutschland nur in Aachen so gehandhabt wird. 
Das Resultat ist ein Museum mit fantastischer Kunst, die man teilweise nur aus Büchern kennt und völlig erstaunt ist, daß diese in Aachen und nicht z.B. im Moma hängt - das Haus ist ebenfalls eine tolle alte Fabrik, aber alles drumherum ist etwas traurig. Der Museumsgarten z.B. ist vernachlässigt, die dort ausgestellten Kunstwerke sind mit Grünspan überzogen oder die Farbe abgeplatzt, und das Museumscafé habe ich persönlich seit 2018 noch nicht geöffnet erlebt. 


Dennoch ist es immer wieder einen Besuch wert, um sich die wechselnden Ausstellungen anzusehen - und aufgrund der Lage am Rande der Innenstadt, begegnet man dort auch nicht zu vielen Besuchern. 

19. Januar 2020

Auf ins Museum


Gestern versprach die Wettervorhersage Dauerregen und so beschlossen wir, am späten Nachmittag nach Aachen zu fahren, das historische Rathaus zu besuchen (eines der städt. Museen) und danach früh zu Abend zu essen, denn laut A. fahren wir abends nie nach Aachen, weil ich immer zu müde bin. Das mag schon stimmen, schließlich werde ich dank tatkräftiger Katzenhilfe jeden Tag gegen 5 Uhr wach, aber die schlechte Anbindung mit dem öff. Nahverkehr von Würselen nach Aachen spielt ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle.
Das Wetter wurde dann doch besser als erwartet, aber wir hielten an unseren Plänen fest, so konnte A. am Tag bei Sonnenschein noch etwas für die neue Woche vorarbeiten, bis unser Ausflug begann.
In Frankfurt haben wir gerade in den Wintermonaten häufiger Museen besucht, ich hatte sogar eine Jahreskarte für die 35+ Museen aus städtischem und Stiftungsbesitz. 

In Aachen gibt es sechs städtische Museen, von denen ich bisher zweimal im Ludwig-Forum für moderne Kunst war, hauptsächlich, weil nur dort jeden Donnerstag freier Eintritt ist. A. war noch in keinem der Aachener Museen und so entschieden wir uns für das Gesamtpaket aller sechs Museen.
Normalerweise hat man ein halbes Jahr Zeit um alle Museen einmal zu besuchen, weil eines der Häuser derzeit umgebaut wird, gilt das Angebot sogar für 12 Monate. 
Es gibt ein ähnliches Angebot für den Euregio-Kreis, wir werden erst einmal sehen, wie lange wir für die sechs Museen brauchen werden, denn das zweite Angebot umfasst 28 Museen.
Das historische Rathaus konnten wir aufgrund einer Veranstaltung dann nicht besuchen und so gingen wir in das ‚Centre Charlemagne‘ direkt daneben an der Längsseite des Katschhofs. 


Trotz des fancy Namens, geht es dort nicht nur um Karl den Großen, sondern es ist im Wesentlichen ein Stadtmuseum, wo der alte Karl natürlich eine wichtige Rolle spielt, so wie auch die Römer und natürlich Couven, der wichtigste Barock-Architekt nach dem großen Stadtbrand von 1656. 
Wie bei den modernen Museen üblich, gibt es viele Möglichkeiten Wissen mit Touch Screens und Kopfhörern zu vermitteln, genauso üblich ist es, daß nicht alles davon auch funktioniert.
Die derzeitige Sonderausstellung handelt vom Leben im Nachkriegs-Aachen. Die Amerikaner kamen bereits Ende 1944 nach Aachen, so daß vieles, was später auf ganz Deutschland ausgeweitet wurde, wie z.B. Organisation, demokratische Umerziehung - aber auch Versorgung der Bevölkerung, Wiederaufbau, Schutz der Museen usw. zuerst in Aachen erprobt wurde.


Nach dem Museumsbesuch gingen wir in ein kleines koreanisches Lokal zum Abendessen und danach in eine gemütliche Gaststätte mit langer Bar, auf ein Bier und eine Crème caramel, bevor es mit dem Bus zurück nach Hause ging. 

18. Dezember 2019

Mittwoch, 18.12.2019

Werbung ohne Auftrag wegen Verlinkung und Markennennung. 


Das gute Wetter hielt sich auch heute noch, so daß ich den mittlerweile vierten Tag in Folge meine täglichen 10 000 Schritte (ungefähr 7 km) problemlos bewältigen konnte :)
In der letzten Woche war das bei Dauerregen manchmal etwas schwer, deswegen muss ich jetzt ein wenig Strecke aufarbeiten um meinen Monats-Durchschnitt zu halten ^^
Es ist jedoch immer noch so warm, bei den Obstbäumen sind es schon längst nicht mehr einzelne Blüten am Blühen - das kann für die Bäume nichts Gutes bedeuten, denn im Januar wird es sicher noch einmal richtig kalt.
Heute bin ich wieder in ein paar Straßen von Würselen gelandet, die ich noch nicht besucht hatte. Es ist gut, daß der kleine Ort auch nach einem Jahr noch ein wenig Neues zu bieten hat, selbst wenn es nur eine kleine Gasse am Rande zum Wurmtal ist, in der ich vorher noch nicht war :)


Morgen muss ich noch einmal nach Aachen in den Weihnachtsgeschenke-Streß, es fehlte doch noch die eine oder andere Kleinigkeit. 
So richtig freue ich mich nicht darauf und überlege, ob ich gleich zur Ladenöffnung am Vormittag in der Stadt sein sollte um meine Besorgungen schnell zu erledigen. Wenn ich dann noch nicht k.o. bin, könnte ich mir noch die derzeitigen Kunstausstellungen im Ludwig-Forum ansehen, denn morgen ist (wie jeden Donnerstag) Zentis Tag und damit freier Eintritt. 


9. Juli 2018

Römerkastell Saalburg

Haftungsausschluß: Dieser Artikel enthält Links und es wurden Orte benannt, doch ich wurde nicht bezahlt um diese Webseiten oder entsprechenden Gebiete zu bewerben. 
 
 Vor der Porta Praetoria


Zwei Freiluft-Museen im Taunus, die wir schon seit unserem Umzug nach Frankfurt besuchen wollten, sind die Saalburg sowie der Hessenpark (in einem weiteren Artikel). 
Beide befinden sich in der Nähe von Bad Homburg, man kann mit dem Bus hinfahren, es gibt einen Wanderweg, der die Museen verbindet - wir waren jedoch bequem mit unseren Freunden per Auto unterwegs :) 

30. November 2017

Goethe-Haus


Eines der Museen, die die meisten Frankfurter wohl nur besuchen, wenn sie bereits als Schulkinder einen Ausflug dorthin unternahmen, ist das Goethe-Haus. Ansonsten ist es ausschließlich den Touristen vorbehalten. 


Ich hatte im letzten Jahr das Glück dank Museumsuferkarte, die meisten Museen der Stadt besuchen zu können und so schaffte ich es letztlich auch ins Goethe-Haus. 
Es war eigentlich von Anfang an auf meiner Liste, aber die großen Häuser kamen mir ständig mit interessanten Sonderausstellungen dazwischen.
Außerdem - und das hat mich tatsächlich immer etwas gehindert - handelt es sich zwar um Goethes (im 2.Weltkrieg zerstörtes und wieder aufgebautes) Geburtshaus, aber die Einrichtung war bereits seit Museumsgründung nicht orginal erhalten. Die Familie zog irgendwann aus und verkaufte ihre Möbel. Die Gegenstände, die man heutzutage im Haus sehen kann, wurden ab 1863 von einem Bürgerverein gesammelt und in dem Haus ausgestellt. Zum Teil versuchte man sich an Goethes Erzählungen zu orientieren, aber z.T. wurde wohl auch durchaus romantisiert.
Ich weiß nicht, ob ich erklären kann, warum es mich gestört hat, aber vielleicht funktioniert es an einem Beispiel: Als ich 2008 das Mani Bhavan in Mumbai besuchte, konnte man die original erhaltene Bibliothek von Gandhi besuchen, man sah die Bibel, die er gelesen hat, neben dem Koran, neben dem Manifest von Marx usw. - und es war in gewisser Hinsicht spürbar, das waren seine Bücher, seine Ordnung sogar. Man konnte dadurch mehr über eine Person erfahren, als das in einem Museum möglich ist, wo die Leute 30 Jahre nach dem Tod Goethes damit anfingen hübsche Bücher zu sammeln, um sie in den schönen Bücherschrank der Bibliothek zu stellen.


Nichtsdestotrotz, an einem Vorweihnachtstag folgte ich endlich dem steten Besucherstrom, ignorierte die Bedenken und sah mir das Museum an.
Zu meiner Freude konnte ich dabei feststellen, daß die Räume weihnachtlich geschmückt waren. Mit viel Liebe zum Detail wurden die Feiertage bei Goethes erklärt und gezeigt. 


So erfährt man etwas über Lieblingsspeisen, Gebäck und sogar Weihnachtsgeschenke, die Goethe als Kind bekommen hat. Orginal erhalten ist so z.B. ein Puppentheater, das die Großmutter Cornelia Goethe 1753 zu Weihnachten schenkte.


Da viele Touristen einer zeitlich eng begrenzten Tour folgen, sehen sie sich ausschließlich das eigentliche Goethe-Haus an - es gibt jedoch in einem Nebengebäude weitere Ausstellungen, so z.B. eine Gemäldegalerie mit Bildern und Motiven, die Goethe beeinflusst haben. Wenn das neue Romantikmuseum nebenan fertig gebaut ist, wird diese Ausstellung umziehen, doch bis dahin ist sie ein echter Geheimtipp im Museum, denn dort ist man nahezu alleine unterwegs.
Wer also noch so überhaupt keine Lust auf Weihnachten, Besinnlichkeit und Streß hat, dem sei ein Besuch im Goethe-Haus empfohlen - die Ausstellung könnte dem Abhilfe schaffen, und der Weihnachtsmarkt wartet schon (fast unmittelbar) vor der Tür :)
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P.S. Ich rede die ganze Zeit von ständigen Besucherströmen, aber auf den Fotos sieht man kein Person - nun dafür musste ich auch eine ganze Weile warten und hatte manchmal nur einen Augenblick Zeit um den menschenleeren Ausschnitt fotografieren zu können :) 





6. Juni 2017

Kloster Eberbach


Als wir nach Hessen zogen, standen zwei Orte sehr schnell auf unserer Besuchsliste: Höchst in Frankfurt und Kloster Eberbach im Rheingau. In Höchst waren wir seitdem schon sehr oft unterwegs, zum Kloster Eberbach schafften wir es jedoch erst im Frühling diesen Jahres.
Wer nicht hinwandern möchte - was wahrscheinlich eine wunderbare Idee ist, denn der Rheinsteig führt am Kloster vorbei, kann mit Zug und danach Bus das Kloster erreichen, bzw. einfacher mit dem Auto. 
Als unsere Freunde, mit denen wir schon in Miltenberg und Michelstadt waren, fragten, ob wir einmal mehr etwas unternehmen wollten, schlugen wir Kloster Eberbach vor und hatten danach eine bequeme Anreise bis zum kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Klostereingang. Außerdem begleitete uns an diesem Tag ein junger Kollege von A. 


Wenn man sich die Online-Bewertungen zu dem Kloster ansieht, dann liegen diese teilweise sehr weit auseinander. Entweder ist man im Rahmen einer Führung, oder eines Festivals in den Räumlichkeiten des Klosters unterwegs und findet alles großartig, oder man läuft durch die leeren Hallen und findet es enttäuschend, überteuert und Beamtenmentalität beim Personal. 

 Der Schlafsaal war übrigens zur aktiven Zisterzienser Zeit (wie das gesamte Kloster, außer Küche und einer Wärmestube) stets unbeheizt. Im Film 'Der Name der Rose' war das die 'Werkstatt' in der antike Bücher kopiert wurden. 


Nun, unsere Erfahrungen lagen irgendwo dazwischen. Es ist natürlich ein stolzer Eintrittspreis von 9 € für weitgehend leere Räume, eine leere Kirche und einen leeren Schlafsaal - selbst wenn einmal ein Teil von ‚Der Name der Rose‘ in dem Kloster gedreht wurde. 
Man weiß zwar, daß es sich um eines der bedeutensten Zisterzienser Klosteranlagen in Deutschland handelt - das auch so zu sehen, erfordert jedoch Phantasie. 


Wenn man in wikipedia gelesen hat, wieviel diese Anlage durchstanden hat - seit ihrer Gründung im Jahre 1136: Von Zerstörung im 30-jährigen Krieg, der Umgestaltung der romanisch-gotischen Teile im barocken Stil, der dann wiederum im historisierendem Rheinromantik Stil entfernt wurde, bis hin zur Nutzung als Gefängnis, kann man sich wahrscheinlich auch gut vorstellen, warum nicht mehr viel vorhanden ist. 
Irgendwo hier müsste auch noch der Name Graf von Katzenelnbogen fallen, doch gerade fällt mir keine gute Überleitung ein. 


Jedenfalls läuft man recht schnell durch diese Leere, das kleine Museum kann nicht lange fesseln und schon steht man in der langen Halle der alten Weinpressen und hat eigentlich alles gesehen. 


Ein letzter Stop ist der - bei Tripadvisor monierte - ‚verschimmelte‘ Weinkeller, bei dem wir uns immerhin denken konnten, daß Schwarzschimmel und Weinfass in einer Verbindung stehen. 
Der Cabinetkeller ist außerdem der Ursprung des Wortes ‚Kabinett‘ für Qualitätswein in Deutschland. 
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In der Vinothek wurden wir dagegen, anders als online beschrieben, bei der Weinprobe sehr nett und aufmerksam bedient. 
Das Staatsweingut Kloster Eberbach produziert auf einer riesigen Fläche Wein, in Rheingau und an der Bergstraße - da muss man nach dem eigenen Lieblingswein erst einmal suchen.  Ich entschied mich letztlich für einen 'anspruchsvollen Alltagswein' in der 1L Flasche ^^.


Der gesamte Besuch im Kloster dauerte nicht allzu lange, deswegen hatten wir danach noch genug Zeit - und wie bereits in Teodeco (Link) beschrieben - um in Erbach in einem gutem Restaurant zu Mittag zu essen (und Wein vom Erbacher Honigberg zu probieren).
Unsere letzte Station war dann Eltville, zum Eisessen - bis wir den Ausflug am Rheinufer beendeten - natürlich nicht ohne ein Glas Eltviller Wein vom dortigen Weinprobierstand zu kosten. Mehr Wein brauchte ich dann an dem Tag auch nicht mehr :)


Fazit: Wenn man sich wirklich nur die Klosteranlangen ansehen möchte, sollte man es im Rahmen einer Führung tun (es gibt manchmal sogar Nachtführungen mit Kerzen) bzw. beim Rheingauer Musikfestival und ähnlichen Festlichkeiten. 
Ansonsten bieten sich zahlreiche Wandermöglichkeiten an, bei denen das Kloster eine kurze Rastpause oder Einkehrschwung auf dem Weg darstellen kann. So kann man z.B. mit Lamas dorthin wandern; und wie bereits erwähnt, führt die dritte Etappe des Rheinsteigs von Kiedrich nach Johannisberg (Link) direkt am Kloster entlang.


16. Mai 2017

Steinau an der Straße

 Die empörten sieben Zwerge, nachdem der Prinz ihnen Schneewittchen geklaut hat ^^

Vor kurzem habe ich einmal gelesen, daß es nur an einem selbst liegt, wie man einen Ort wahrnimmt, und wie dieser Ort dann auf einen reagiert. 
Insofern war es also nur mein Problem, daß ich nicht so richtig zu Steinau fand, und nicht etwa die erfrischend seltsame Stadtumgehung, die zuerst in großem Bogen von der Innenstadt weglenkte; oder die absolut märchenhaft - unheimlichen Unmengen an Fliegen, die an diesem Tag überall herumsurrten. 


Das war der erste Ort, den ich mit der RheinMain Card besuchte. Das ist ein neues touristisches Angebot für den gesamten Rhein-Main Verbund (‚rmv‘ einem Großteil von Hessen, rund um Frankfurt). Man bezahlt 22 € pro Person (bzw. 46 € für fünf Leute) und kann damit nicht nur zwei Tage lang auf sämtlichen Strecken und Verkehrsmitteln im rmv Gebiet unterwegs sein, sondern bekommt auch Vergünstigungen in einigen Museen, Thermen usw.
Allerdings war dieses Angebot noch so neu, daß der Schaffner im Zug ersteinmal überzeugt werden musste, daß ich damit wirklich fahren darf - ihm fiel dann ein, daß er doch irgendwann mal davon gehört hatte; im Brüder Grimm Museum in Steinau musste erst der Leiter geholt werden, der mir ein Kinderticket ausstellte und später meinte, er hätte mir 50 Cent zu wenig berechnet - und mit einem Bus probierte ich es dann lieber erst gar nicht aus.
Mittlerweile ist das schon wieder einen Monat her, also vielleicht haben jetzt die meisten mehr Erfahrungen mit dieser Karte gemacht, so daß die Anlaufschwierigkeiten überwunden sind. Ansonsten rechnete sich der Preis jedoch schon auf dieser ersten Strecke und der zweite Tag war dann quasi von oben ^^.


Steinau liegt an der einst bedeutsamen ‚Via Regia‘, die dort die Messestädte Leipzig und Frankfurt miteinander verband. Dadurch passierten jede Menge bekannte Reisende den kleinen Ort; Armeen zogen allerdings ebenfalls in schöner Regelmäßigkeit durch. Am Bekanntesten machte jedoch die Familie Grimm den Ort, denn die Brüder (und eine Schwester) Grimm verbrachten einen Teil ihrer Jugend in Steinau.
Nachdem ich am Bahnhof ankam, führte mich jedenfalls ein ca. 2 km langer, ausgeschilderter Weg, (unter Umgehung der Innenstadt), direkt zum Schloss Steinau. Dieses Schloss wurde einst zur Sicherung der Via Regia erbaut und diente später häufig als Witwensitz der Gräfinnen von Hanau.


Nach einem kurzen Stadtrundgang durch Fachwerkgassen und vorbei an märchenhaften Szenen, wie einem bemaltem Fachwerkhaus; Märchenbrunnen; und Schneewittchen neben einem alten Wassermühlenkanal - erreichte ich dann das 'Brüder Grimm' Museum.
Draußen, direkt neben den Kutschen befand sich auch ein großer freier Bücherschrank und im Vorgarten sah man ein Stück Rekonstruktion der namensgebenden Straße von Steinau - denn direkt neben dem Grimm Haus befindet sich auch das Via Regia Museum (und die Eintrittskarte gilt für beide Museen).


Das Grimm Museum ist eines dieser modernen Museen, die mir bereits in Warschau so häufig begegnet sind, wo man nur noch selten Objekte mit Bildunterschriften studiert, sondern es gibt Flachbildschirme und Tonaufnahmen. Im oberen Geschoss können sich Kinder auch märchenhaft verkleiden und es gibt einen kleine Bühne. Dennoch herrscht im gesamten Museum Fotografierverbot, was nicht ganz nachvollziehbar erscheint.
Als Kind habe ich natürlich auch viele Grimm‘sche Märchen erzählt bekommen und selbst gelesen, von denen ich dachte, daß sie tatsächlich so oder so ähnlich abends vor dem Ofen in den Stuben der Spinnerinnen und Weberinnen erzählt wurden; später dachte ich, daß eh alles nur von Perrault abgeschrieben war. 
Die Wirklichkeit präsentierte sich da etwas komplizierter, denn die Brüder und Sprachforscher Grimm (sie selbst bezeichneten sich nie als ‚Gebrüder‘) hatten zu den meisten Märchen eine Vielzahl an europäischen Quellen, und manche Märchen wurden ihnen auch tatsächlich erzählt. 
Nach dem Besuch im Museum, lief ich zurück zum Bahnhof. Dieses Mal folgte ich einfach der Straße durch die Innenstadt. Mein nächster Stop war dann die Barbarossastadt Gelnhausen

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