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6. März 2018

Auf Wiedersehen, Donostia

Taubenbad 


Ich mochte die Landschaften und Temperaturen in diesem weniger bekannten Gebiet Spaniens - natürlich hatte man keine Sonnengarantie, aber die täglichen Regenschauer waren in der Regel schnell wieder vorbei.
Wir hatten am Anfang einiges lernen müssen - und würden, falls wir noch einmal zurückkehren, immerhin nicht bei null anfangen, sondern wüssten wann die Supermärkte geöffnet sind, wie man Wein bestellt, was Toilette auf Baskisch heißt und wo es die besten Croissants zu kaufen gibt :)
In meinem letzten Sommerurlaub, in Kroatien, hatte ich sehr unter der Hitze zu leiden, das war im Baskenland überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, ich würde gerne zurückkehren und dort noch viel mehr Wandern gehen, denn die felsige Küste und das grüne Hinterland sind einfach spektakulär und wunderschön. 

Das größte SUP board, das ich je gesehen habe. 
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Während Pelota nur mit der Hand gespielt wird, nutzt man bei Paleta einen Holzschläger.

Mit den - eigentlich uns gegenüber sehr freundlichen - Menschen vor Ort konnten wir dagegen nicht wirklich warm werden: Da waren zum einen die Verständigungsprobleme, denn kaum jemand spricht etwas Englisch (oder selbst Französisch, Deutsch) und wir sprechen kaum Spanisch und kein Baskisch; zum anderen gibt es gewisse Vorbehalte den Touristen gegenüber, es finden Anti-Touristen Demos statt und ‚Tourist Go Home‘ Graffitis findet man in der gesamten Stadt.
Angesichts der gewaltsamen Vergangenheit des Baskenlandes machte es mich zumindest etwas nervös, auf dem Status des ‚neuen Bösen‘ neben dem spanischen Staat natürlich, zu stehen.
Während man solche Entwicklungen nicht völlig ignorieren kann, würde ich trotzdem uneingeschränkt einen Urlaub in San Sebastian empfehlen: Um die grünen Landschaften, die in der Saison vollen, aber nicht überfüllten Strände und Innenstadt zu erleben - und einfach ein ganz anderes Spanien kennenzulernen.
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Das sind noch einmal alle Artikel zu unserem Urlaub in San Sebastian / Donostia. Diese findet man auch auf meiner Europa Seite: Link.

 

1. März 2018

Kurzbesuch in Bilbao


Nach Bilbao, der größten baskischen Stadt, sind wir ab San Sebastian mit dem Bus gefahren.
Am Anfang hatten wir überlegt, ob wir nach Biarritz oder nach Bilbao fahren sollten. Ich dachte, daß in Bilbao eben nicht viel mehr ist als das Guggenheim Museum - und A. vermutete, daß Biarritz, San Sebastian zu ähnlich wäre - quasi die gleiche Geschichte, nur in Französisch: ehemaliges Fischerörtchen, dann mondänes Seebad und heutiger Surfer-Ort.
Da war Bilbao zumindest anders, als einst reiche Industriestadt, dann der Verfall und danach die Auferstehung als Stadt der Kunst und Architektur - obwohl die Probleme nicht alle überwunden sind und die Stadt nachwievor jährlich Einwohner verliert. Das überzeugte mich jedenfalls, und so buchten wir unsere Bus Tickets nach Bilbao. Das kann man ganz bequem am Automaten machen, der sogar ins Englische übersetzt. Der Busbahnhof liegt direkt neben dem Bahnhof von San Sebastian - es fahren auch Züge nach Bilbao, aber die brauchen länger für die Fahrt und kosten mehr.
Im Vorfeld hatte ich in anderen Blogs gelesen, daß Bilbao nicht so der Hit war, weil es die ganze Zeit regnete - deswegen freute ich mich, daß wir bei strahlendem Sonnenschein losfuhren. Aber ca. eine Stunde später begann leichter Nieselregen, der sich beim Erreichen des Busbahnhofs in Bilbao in ergiebigen Landregen verwandelt hatte. Wir hatten uns an die kurzen, heftigen Regengüsse in San Sebastian gewöhnt und wurden von diesem Wetter doch überrascht. Also ging es erst einmal zum Mittagessen in einem wunderbaren Restaurant, wo man sich als echte Ausnahme, auch sehr gut in Englisch verständigen konnte.


Danach ging es durch den Regen in die Innenstadt und zum Guggenheim Museum. Neben dem Museum ist auf den ehemaligen Industriebrachen einiges mehr entstanden, von der Universität im Glasbau, über spektakuläre Brücken über den Nervión, Statuen und selbst interessanten Wohnanlagen - aber der Star bleibt natürlich das Guggenheim Museum.
Selbst bei Regen schien das golden-schimmernde Dach noch zu leuchten und irgendwelche Sonnenstrahlen zu reflektieren, während vor dem Eingang der Blumen-Welpe von Jeff Koon einen freundlichen Farbtupfer setzte.


Bei besserem Wetter und entsprechender Zeit, wären wir bestimmt auf den nächsten Hügel gestiegen, um uns Museum und Stadt aus der Höhe anzusehen … so aber gingen wir lieber schnell hinein. 
Mit einer gewissen Erheiterung registrierten wir dann, daß die derzeitige Ausstellung Baselitz Bilder aus dem Frankfurter Städel Museum waren. Nun - ich bin kein großer Fan und hatte die wichtigsten Bilder ohnehin schon gesehen. Also gingen wir nicht in die Ausstellung, sondern sahen uns nur die öffentlichen Bereiche des Museums an - danach ging es schnell zurück zum Busbahnhof, denn so konnten wir einen Bus eher zurückfahren - und bei der Ausfahrt aus der Stadt, schien plötzlich die Sonne :)

Nach diesen wenigen Stunden in der Stadt, habe ich nichts gefunden, was mir die Stadt näher brachte (außer gutem Essen), aber vielleicht bekomme ich einmal Gelegenheit zurückzukehren um mehr zu erfahren und zu entdecken.

27. Februar 2018

Auf dem Jakobsweg nach Pasaia


Vor kurzem habe ich einige Artikel zum Thema Wandern auf dem Jakobsweg gelesen, die Vorfreude auf neue Wanderungen weckten.
Manche Leute wanderten dabei auf dem Camino del Norte, der in Irun beginnt. Auf diesem Weg sind wir im Sommer ein winziges Stückchen gewandert - und zwar entgegen dem Lauf der Pilger, die Richtung Santiago unterwegs waren.
Da ich das hier bisher nicht im Blog beschrieben habe (und es gerade so schrecklich kalter Winter ist), hole ich es nun nach und vervollständige auch die bisher noch fehlenden Spanien-Beiträge, so daß es dann bald mit Italien weitergehen kann :)
Eigentlich hatten wir einige längere Wanderungen ab San Sebastian geplant (deswegen hatte ich auch meine Wanderstiefel dabei), aber dann wanderten wir hauptsächlich in und um die Bucht herum in Sneakers und die Tage vergingen recht schnell.
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An unserem Geburtstag jedoch, wollten wir endlich auf dem Jakobsweg wandern und suchten uns den landschaftlich hochgelobten Streckenabschnitt nach Pasaia heraus, der die gesamte Zeit an der Küste (und weit weg von irgendwelchen Straßen) entlangführt. 
Ab unserer Unterkunft war das eine Strecke von ca. 10 km:
Zuerst ging es durch San Sebastian, am Surferstrand Zurriola entlang - bis wir zum Aufstieg auf den Mount Ulia kamen. Die 180 m hoch über Treppen waren das einzig Anstrengende an diesem Tag. Nur dort verliefen wir uns auch einmal, denn der Weg ist in Marschrichtung der Pilger ausgeschildert und dadurch haben wir die gelben Pfeile einmal falsch gedeutet. Aber das war letztlich kein Problem und danach haben wir uns öfter einmal umgedreht und geschaut, wie man das in Pilgerrichtung sehen würde.
Pilger begegneten uns natürlich auch den ganzen Tag, stets erkennbar an ihren Jakobsmuscheln und Sonnenzeichen am Gepäck, aber es gab auch genügend Tagestouristen wie uns, die den Weg in beide Richtungen nutzten.


Es war kein anstrengender Wanderweg, er war problemlos ohne Wanderschuhe begehbar - was ich mir vorher hätte denken können: Ein Pfad, der seit Jahrtausenden von Pilgern aus ganz Europa genutzt wird, ist vermutlich nicht der wildeste der Welt. 
Selbst die Baumwurzeln, über die man steigen musste, waren geradezu blankpoliert von den vielen Schuhen, die im Laufe der Jahre über sie gestiegen sind.
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Wie an der baskischen Küste üblich, hatten wir auch an diesem Tag wechselndes Wetter und rechneten mit Regen, aber stattdessen wurde es immer besser. Auf dem ersten Teilstück hatte man das Gefühl in Irland zu sein, aber plötzlich kam die Sonne heraus und man wähnte sich eher in weit südlicheren Gefilden als Nordspanien. 
Neben der steilen Felsenküste, mit kleinen Buchten kamen wir auch an verschiedenen Ruinen vorbei, die z.T. noch aus der Römerzeit stammten - die Vegetation wechselte derweil zwischen quellenreichen Kiefernwäldern und karger Heidelandschaft.
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Nach einiger Zeit erreichten wir den Silberleuchtturm (Faro de la Plata) und sahen einigen Kletterern zu, bis wir dann den letzten Abschnitt hinunter zum Hafen von Pasaia liefen. Dabei kommt man an einem weiteren, kleinen Leuchtturm vorbei, dem Senokozuloa.
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Über enge Treppen führte der Weg nach unten und wir erreichten Pasai San Pedro. Dort warteten wir auf die winzige Fähre, die uns nach Pasai Donibane übersetzte, einem kleinen baskischen Fischerstädtchen.


Dort hätten wir uns gerne in eines der Lokale am Markt gesetzt, aber es war sehr voll und es gab auch überhaupt keine vegetarischen Optionen für A. 

Also setzten wir uns ein Stück weiter auf eine Bank mit Blick auf die Bucht und aßen den Rest unserer Wegzehrung. Wir hatten nicht viel mitgenommen, da wir eigentlich auf den Einkehrschwung gehofft hatten, aber immerhin man war gesättigt. 
Danach hatten wir schon das Gefühl, daß ein gutes Essen zu einem erfolgreichen Geburtstag dazugehört, also wanderten wir nicht zurück nach San Sebastian, sondern nahmen den nächsten Bus in die Stadt. Leider hatten wir kein Glück, was das Mittagessen angeht, denn wir kamen gerade in die Pause bis zum Abend, wo die meisten Restaurants zwar geöffnet sind, aber kein Essen anbieten. Also liefen wir nach Hause und gingen am frühen Abend in eines der zwei Restaurants um die Ecke. 
Das Essen war dort eher okay, nicht atemberaubend, dazu gab es schlechte Cocktails … aber hey, die Wanderung war wirklich großartig :)

13. Oktober 2017

San Sebastian auf dem Teller

Baskisch zum Üben ^^

 In den meisten Bars hängen die Schinken über der Theke

Ich hatte bereits in meinem ersten Donostia Artikel erwähnt, daß Essen finden und bestellen am Anfang eine schwierige Angelegenheit war, da A. derzeit vegetarisch lebt. Aber auch ich esse eher vegetarisch, mag keinen Fisch und esse sehr selten Schinken. Daher fiel der Großteil des Angebotes gerade bei den Pintxos (baskischen Tapas) weg.
A. hatte mir erzählt, daß er in Barcelona jede Menge vegetarische Tapas fand, gerade auch mit Oliven, Tomaten oder Chilis, doch in San Sebastian fanden wir überhaupt keine vegetarischen Versionen. Also vielleicht gibt es sie schon irgendwo, aber eben nicht in den von Touristen frequentierten Gebieten. 
Demnach aß ich natürlich auch Schinken-Baguette, mit Schinken gefüllte Käsecroquetten und probierte mich durch Combinados: Platten mit verschiedensten Vorspeisen. Ich bestellte auch Lachs, nur um wieder einmal festzustellen, daß es mir danach nicht gut geht. Muscheln kann ich essen, muss aber nicht. 

Ein Milchautomat begeisterte meinen Mann ^^


Gottseidank fand ich meine Liebe für Krabben und Garnelen wieder und dadurch taten sich gesamte Menü-Möglichkeiten von Krabbenpasta, in Öl gebratenen Krabben, frittierten Garnelen usw. auf. Dazu gab es stets ein Glas Weißwein (mit Preisen meist weit unter der 2 € Marke :). 
Danach mitunter ein Törtchen zum Dessert und der Abend war gerettet ^^ 


A. musste etwas länger suchen, fand dann aber Kichererbsensuppe, Pilz-Risotto, wir hatten vegetarische Paella und manchmal gab es eben nur Guacamole oder Hummus mit Brot. Einen Abend machten wir es uns auch ganz einfach und besuchten den Inder - das Restaurant Bollywood
Dazu probierte er sich durch lokale Biersorten, fand auch einige Craft Biere - aber er konnte dabei keinen wirklichen Favoriten benennen.


Sozusagen unser Heimlokal wurde dabei ‚Bar Pepe‘, die in Antiguo quasi um die Ecke von unserem Zimmer lag. Im Laufe der Woche entdeckten wir Urbieta 27, die interessantes Fusion Food aus baskischen und internationalen Küchen anbieten; und in Bilbao fühlten wir uns im ‚Premierk‘ sehr gut aufgehoben.

Zum Frühstück waren wir nur einmal in einer anderen, nicht erwähnenswerten Bäckerei, alle anderen Male besuchten wir ausschließlich ‚Ogi Berri‘. 
Da dort ohnehin kein Tee angeboten wird und weder A. noch ich Kaffee trinken, nahmen wir uns täglich die Croissants und Kuchen mit zum Strand. Wir suchten uns einen schönen Platz auf der Promenade oder unterhalb von Schloß Miramar aus, selbstverständlich mit Meerblick. Tee kam aus der mitgebrachten Thermosflasche und dann kam: Das beste Vollkorncroissant der Welt. Für den perfekten Start und so weiter ... :) 


Adressen:
Ogi Berri - Bäckerei (mit Filialen): Link.
Calle Matia, 6; 20008 Donostia (San Sebastian)

Bar Pepe: Link.
Avenida de Zumalakarregi ,3; 20008 Donostia

Urbieta 27: Link.
Urbieta Kalea, 27, 20006 Donostia

Premierk Bilbao: Link.
Sabino Arana Etorbidea, 41, 48013 Bilbao 



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