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27. Januar 2014

Revere Beach


Der Besuch des Bostoner Stadtstrandes Revere Beach war eines meiner liebsten Erinnerungen an unseren ersten Besuch in Boston im September des Jahres 2011. (Link
Damals herrschte praktisch noch Sommerstimmung und der Strand war voller Leute, die sich an den hohen Atlantikwellen erfreuten.


Dieses Mal, im November, war die Stimmung weniger sommerlich: Die Sonne war zwar vorhanden, doch wollte sich einfach nicht so richtig durch letzte Wolkenschleier bahnen und der kalte Wind brannte im Gesicht.


Daher waren wir nur ganz kurz am Strand um ein paar Bilder zu fotografieren (und wie man sehen kann, waren wir - überraschender Weise - nicht alleine bei diesem Anliegen), die großen Muscheln waren auch alle noch da und dann ging es schnell zurück ins warme, windgeschützte Auto.


Damit endete unser kurze Bostonbesuch und es ging zurück ins winterliche Vermont.

23. Januar 2014

Ein Friedhof aus dem Jahre 1660


Der Granary Burial Ground stand tatsächlich schon bei unserem ersten Besuch in Boston auf dem Programm, doch ich war damals nicht in der Lage ihn zu finden. Laut der Karte lag er irgendwo am äußeren Rand des Boston Commons, doch als wir dort ankamen, sah man nur einen Pavillion auf grüner Wiese.
Da ein Friedhofsumzug nicht sehr wahrscheinlich schien, schoben wir es auf die schlechte Karte, gingen zum nächsten Besichtigungspunkt über und ich vergaß den Friedhof. 
Doch als wir dieses Mal Beacon Hill besuchten, gingen wir ein Stück hinein in die Straße hinter der Park Street Church mit ihrem schönen Kirchturm und standen plötzlich vor dem Friedhofstor des drittältesten Bostoner Friedhofes.

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Es war bereits nach Sonnenuntergang und der Friedhof war dabei zu schließen, so daß wir nur einen kurzen Rundgang machten und uns über die leicht ‚geisterhafte‘ Atmosphäre mit im Wind raschelnden Blättern freuten.
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So richtig gruselig kann es jedoch nicht werden, denn der Friedhof ist von allen Seiten von (z.T. hell erleuchteten) Häusern umgeben und wirkt damit eher wie ein etwas exzentrischer Hinterhof.

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Es fällt schwer sich vorzustellen, wie das Leben in Boston war, damals bei Friedhofsgründung. Wahrscheinlich wurde der Friedhof am Rande der Stadt angelegt, am namensgebenden Beacon Hill, auf dem sich ein Leuchtfeuer befand (und der erst Jahrhunderte später abgetragen wurde) und langsam wuchs die Stadt um den Friedhof herum, so daß er sich heutzutage im unmittelbaren Stadtkern befindet.
Ich vermute einmal, daß ähnliche Friedhöfe irgendwann aufgegeben und die ‚Bewohner‘ umgebettet wurden, doch Granary Ground war der Promi-Friedhof und so blieb er wo er war. Unter den Gräbern befinden sich alleine drei Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, der bekannteste von ihnen ist Samuel Adams und für Bostoner ganz wichtig ist Mary Goose, die Dame, die mit den Mother Goose Kinderreimen in Verbindung gebracht wird.
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Da es zunehmend dunkler wurde, konnten wir nicht mehr allzuviele Grabstätten und Gruften besuchen, wir sahen uns den Obelisk der Franklin Familie an und entzifferten ein paar Kapitäns-Grabsteine in der Nordost-Ecke.
Dann wurden wir auch schon von den Park Rangern hinausgerufen, denn die Friedhofstore wurden für die Nacht geschlossen.

14. Januar 2014

Beacon Hill


Die meisten Leute sehen sich das Bostoner Viertel Beacon Hill bei ihrem ersten Besuch in der Stadt an.
Selbst wenn man in Google nach Boston Bildern sucht, sind die engen Pflasterstraßen mit ihren kleinen Ziegel-Stadthäusern im sog. Federal Style unter den ersten Treffern und doch dauerte es einige Zeit, bis wir endlich selbst im Beacon Hill herum-spazierten.

 Schwarze Türen sind offenbar gerade 'in'.
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Die Straßenlampen erinnern an historische Gaslaternen. 
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Die Gründe dafür sind mir selbst nicht ganz klar, denn bei jedem unserer vorherigen Besuche waren wir jeweils ganz in der Nähe, aber irgendetwas passte nie so richtig.
Doch dieses Mal waren wir nicht alleine unterwegs und so tauchten wir endlich unter fachkundiger Führung - bei unserem vierten Besuch in der Stadt - in das historische Viertel ein.

 Das Haus mit historischem 'lila' Glas - ein Produktionsfehler. 
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 Verwunschener Innenhof

Unsere Freundin konnte uns nicht nur die besten Straßen in Beacon Hill zeigen, sie wusste auch einiges zur Geschichte zu erzählen, führte uns zu dem Haus mit dem violetten Glas, zu ehemaligen Kirchen, dem Haus von John Kerry, Konzertmuscheln und Spezialitätenläden.


Ich war so begeistert von dem Stadtteil, daß meine Fotosausbeute - trotz geringer Zeit und Zwielicht - recht beträchtlich war.

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Vermutlich hätte ich Boston schon von Anfang an so viel besser gefunden, als nur zu sauber und ein wenig arrogant, wenn ich mich schon vor Jahren in Beacon Hill verliebt hätte. Doch so war es eine angenehme Überraschung.

 Der Ausblick auf Beacon Hill von der Cambridger Seite des Charles River, mit der Longfellow Bridge im Vordergrund.  Die goldene Kuppel stammt vom Massachusetts State House.
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Wenn sich einmal die Möglichkeit ergeben sollte, würde ich gerne noch tiefer in das Viertel wandern, das gerade im Herbst so aussieht, als wäre es einem Film entsprungen.
An diesem Tag reichte der erste Einblick und zum Abschluß kehrten wir in einem kleinen Café ein und probierten Biscotti in den seltsamsten Farben :)

11. Januar 2014

Boston Fahrt

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Wann immer wir nach Boston gefahren sind, dann aus einem guten Grund: um uns die Stadt anzusehen, um von dort aus nach Salem zu fahren, um mit Freunden den Silvesterabend zu feiern ... doch dieses Mal im November 2013 fuhren wir einfach nur so. Ein Freund hatte eine eintägige Konferenz in der Stadt und fragte uns, ob wir mitkommen möchten, sein Benzin wurde bezahlt und dann wäre die Fahrt alleine auch nicht so langweilig. 
Es war eine spontane Entscheidung, doch wir überlegten uns, daß es gut wäre so kurz vor dem Winter noch einmal aus Vermont zu entkommen und so waren wir wenige Tage später unterwegs zur großen Stadt am Meer. 
Aufgrund dessen gab es auch kein echtes Programm abzuarbeiten, doch wir wollten Schuhe für A. kaufen, in einem guten indischen Restaurant essen, eine Freundin sehen und ich wollte gerne ein Gurudwara besuchen. 
Was wir nicht wussten (und uns angenehm überraschte) war auch, daß wir in der Jahreszeit zurückreisen würden, denn Vermont war bereits im kalten Spätherbst mit Raureif und blätterlosen Bäumen angelangt, während es in Boston überall noch goldgelbe Bäume zu bewundern galt.
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Kurz vor Mittag erreichten wir Cambridge und lieferten unseren Fahrer bei seiner Konferenz ab, dann ging es zur nächsten Shopping Mall: Cambridge Side Galleria, in der wir auch gleich fündig wurden und den Punkt: Schuhe für den Mann, abhaken konnten.
Danach trafen wir unsere Freundin, besuchten mit ihr Beacon Hill und streiften mit Anbruch der Dunkelheit durch den Granary Burial Ground und Boston Commons.
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 Ich war begeistert von dieser Lampe, die wie ein Origami Schneckenhaus aussah :)
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Am nächsten Morgen besuchten wir das Gurudwara in der Mystic Avenue, ein leeres Bürogebäude, das ich ziemlich enttäuschend fand (ich hatte keinen goldenen Tempel erwartet, aber doch wenigstens ein bißchen was, das nach Gotteshaus aussah.)
Außerdem aßen wir im wunderbaren Mela Restaurant und besuchten den Revere Strand im Norden Bostons... und dann war unsere Zeit auch schon vorbei und es ging zurück ins kalte Vermont. 

27. November 2013

Mela



Vor kurzem waren wir zu einem anderthalb-tägigen Besuch in Boston unterwegs und wollten dabei auch im ‚Mela‘, dem wahrscheinlich besten indischen Restaurant Bostons essen. Diese Einschätzung kam nicht von uns, sondern wurde von verschiedenen indischen Konferenzteilnehmern von Kongressen, die im nahegelegenen Prudential Center über die Jahre stattfanden, gefällt. 
Ich war schon in vielen indischen Restaurants in Boston zu Besuch und bis auf zwei Ausnahmen, lagen die meisten über dem Standard... von daher war ich gespannt, was an diesem Restaurant nun so besonders anders sein sollte. 


Wir wählten das Wochenend-Brunch-Angebot und konnten so viele Speisen ausprobieren.
Ich fand das kleine Restaurant selbst schon sehr schön... die meisten indischen Restaurants sehen eher wie Kantinen aus, mit Metallstühlen und altem Teppich, doch hier wurde sich Mühe gegeben: Es gab weiße Götterbilder und aufgepolsterte Fenstersitze und das Essen präsentierte sich in großen Kupfertöpfen statt der üblichen Aluschale. 


Wie bei jedem Buffet üblich gab es Gewinner und Verlierer... so waren die Samosas schon sehr trocken. Super waren dagegen die gefüllten Dosas und das ‚Paneer mit Paprika‘-Curry habe ich zu meinem neuen Lieblingsgericht erklärt.
Mein Mann war dagegen ganz begeistert von Pani Puri und Pav Baji, denn die finden sich sonst auf (fast) keiner Speisekarte außerhalb Indiens.

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Nach viel zu viel Essen (und dem Eintreffen von weiteren Freunden (Mehrzahl... aber das obligatorische Gruppenfoto ist leider ganz verschwommen) konnte wir beide dem Nachtisch nur noch hinterherlächeln... doch ich bin mir ziemlich sicher, daß der Kheer - Milchreis ebenfalls großartig war.
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Fazit: Das war der beste Restaurant-Besuch des Jahres! :)

16. April 2013

Nähe


Als ich 2008 in Indien war, hatte ich mitunter das Gefühl, daß der Terror mich langsam einholt, Bombenanschläge auf dem Markt in Jaipur, nachdem wir gerade dort waren... Anschläge in Mumbai, nachdem ich dort gelebt habe, es schien immer näher zu kommen. Das änderte sich mit dem Umzug nach Kanada, denn die letzten Jahre verliefen friedlich in Amerika, doch gestern hatte ich dieses nagende, unbestimmte Gefühl zum ersten Mal wiedererlebt. 
Wir waren gerade zum Neujahrswechsel in Boston, inmitten der Menschenmassen auf dem Copley Square und sind die Straße entlanggelaufen, auf der die zwei Splitterbomben explodiert sind. Wenn wir zum Marathon in Boston gewesen wären, hätte man uns sicher auch im Zieleinlauf finden können, obwohl wir vermutlich nicht noch zwei Stunden nach dem Sieg-Läufer dort gestanden hätten. Es ist alles ein wenig seltsam, was diese Anschläge angeht, daß sie nur nach unten splitterten, so daß man überall fürchterliche Bilder von blutigen Knochen sah, die einmal Beine gewesen sind, doch gerade dadurch haben die meisten Leute überlebt, denn es war das Bein und nicht der Kopf.
Aber die Zeit irritiert mich am Meisten, warum sollte jemand eine Bombe zum Marathon zünden und wartet dann noch so lange, nachdem der Sieger im Ziel war und die meisten Zuschauer, die keine Angehörigen und Freunde anfeuerten längst von der Ziellinie verschwunden sind? 
Daß man bisher nichts genaues weiß stört die amerikanischen Medien natürlich nicht zu spekulieren: Ihrer Meinung nach handelt es sich um einen arabischen oder afrikanischen Muslim, der mit Studentenvisa im Lande ist ... super, da kann man doch sofort wieder anfangen, alle Nicht-Weißen aus Rache anzugreifen. Daher hoffe ich sehr, daß sich der Täter als verrückter, weißer Amerikaner herausstellt.
Ein wenig musste ich auch an die Länder denken, in denen so ein Bombenanschlag mit drei Toten es nicht einmal mehr in nationale Medien geschafft hätte und wo die Zahl der Verwundeten, die versterben sehr viel höher ist, da adäquate Hilfe eben nicht sofort zu erhalten ist ... 
Wir haben sämtliche Freunde erreichen können und auch wenn teilweise deren Verwandte verletzt wurden, sind alle davongekommen, die wir persönlich kennen ... immerhin etwas.

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