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1. Mai 2019

Über den April


Heute ist bereits der erste Mai, und der April schon wieder vorbei. Nachdem A. von seinem Heimaturlaub zurückgekehrt war, hatten wir einen geschäftigen Monat mit einigen Zukunftsentscheidungen, und der Osterreise nach Den Haag / Scheveningen.
Es war wunderschön dort am Strand und zwischen den Dünen, und das Wetter tatsächlich schon Sommer, zumeist warm und jeden Tag sonnig.
Wir sind dieses Mal mit dem Fernbus angereist und werden das sicher so schnell nicht wieder machen, denn sowohl auf der Hin- als auch der Rückfahrt, haben sich die Busfahrer geweigert die Klimaanlage einzuschalten, so daß man in der prallen Sonne gut durchgekocht wurde.
Nach diesem Urlaub ging es für mich einen Tag später, weiter nach Köln, denn mein Schwager war auf Dienstreise, also kam ich zur moralischen Unterstützung zum Spielen mit der fast 12-Wochen alten Nichte, die meistens ziemlich entspannt ist. Der Neffe hat sich mittlerweile auch recht gut damit arrangiert, daß er jetzt ein großer Bruder ist. Die Familie bräuchte zwar dringend eine größere Wohnung, aber die ist in Köln so schwer zu finden, wie in allen Großstädten.
Wir waren u.a. im Rheinpark und im Zoo, und kamen natürlich an keinem Spielplatz vorbei - bis es für mich wieder zurück nach Würselen ging.
Köln per Bahn zu erreichen war kompliziert wie immer, auf der Hinfahrt hieß das Bummelbahn bis nach irgendwohin, dann Schienenersatzverkehr, S-Bahn und Straßenbahn (insgesamt anderthalb Stunden länger als üblich), auf der Rückfahrt Fußballspielbedingte Verspätung der Straßenbahn, Reinquetschen und Luftanhalten bis Stadion, S-Bahn verpasst, trotzdem kam ich letztlich nur eine halbe Stunde später an.

Gesundheitlich ging es mir eher so okay, ich reagiere allergisch auf einige der derzeit blühenden Bäume, warum ich dann aber sofort wieder Bronchitis hatte, war mir ein Rätsel, interessierte die Ärzte jedoch nicht. Ohnehin läuft Allergie meist unter ‚Das ist Pech, aber da kann man nichts machen‘, statt ‚Sie sollten eine Hyposensibilisierung in Betracht ziehen, um Ihre Lebensqualität auch im Frühjahr zu erhalten‘. Nun habe ich nicht zum ersten Mal allergisches Asthma, dennoch kam das nie mit heftiger Bronchitis und regelmäßigen Fieberschüben - als ob, die Bronchitis von Dezember/Januar eigentlich noch da ist.
Wir haben auch unseren 11. Hochzeitstag gefeiert, aber dieses Mal hieß das nur ganz schlicht abends Essen gehen, im neueröffneten Bistro fast um die Ecke, wo es für mich 500 g Spargel gab, perfekt. Auf in den Mai :)
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27. September 2017

Ende September


Derzeit fällt es mir schwer etwas für den Blog zu schreiben. Nicht weil nichts los ist - eher ganz im Gegenteil - es hat sich soviel Schönes angesammelt, was ‚hier,hier‘ ruft, schreib darüber zuerst, daß ich gar nichts mache und versuche alles in einen Zusammenhang zu bringen.
Ich werde wohl in nächster Zeit mit dem Spanien Urlaub weitermachen und die Sache mit der chronologischen Reihenfolge außer Acht lassen... und all die tollen Wanderungen, Städtereisen und Restaurantbesuche erscheinen dann hoffentlich auch bald.
Den Rest dieser Woche bin ich ohnehin unpässlich, weil ich mich mit diffusen Sympthomen einer Erkältung herumschlage, die mir neben ziemlicher Heiserkeit auch Fieber, Übelkeit und zeitweise verschwommene Sicht bescheren ... einfach unangenehm diese Viren. Da mag der Kopf vielleicht nicht immer Artikel schreiben, aber zum Bilder bearbeiten reicht es allemal.
Außerdem gibt es Neuigkeiten was die Anerkennung unserer Ehe angeht, ich möchte es noch nicht beschreien, und es fehlen natürlich immer noch Unterlagen - aber vielleicht, vielleicht sind wir schon am nächsten Montag auch endlich offiziell in Deutschland verheiratet. Daumen bitte ganz fest drücken, damit es klappt.

Die Fotos oben sind übrigens von der Sachsenhäuser Warte. Als wir das Restaurant zum ersten Mal besuchten, nahmen wir zwar die Toreinfahrt, wie alle anderen - aber eigentlich war diese Tür einst der offizielle Eingang.
Mittlerweile ist die Warte geschlossen, die Pächter konnten die von der Stadt geforderten Gelder zur Sanierung und Ausbau in ein Konferenzzentrum nicht auftreiben und so steht das Gebäude nun leer. In einer Stadt voller Konferenzzentren ist es vielleicht auch nicht ganz einzusehen, warum man dringend noch eines mit Blick auf den Südfriedhof benötigt - aber zum verwunschene Bilder fotografieren, ist diese Ecke immer ein dankbares Motiv.

27. Juni 2017

Boppard

Die hufeisenförmige Rheinschleife 'Bopparder Hamm' in ihrer ganzen Pracht. 


Jedes Jahr sind wir an unserem Hochzeitstag essen gegangen, und als wir uns in diesem Jahr an alle Hochzeitstag-Restaurants erinnern wollten, fiel uns nur noch die Hälfte ein. Also wollten wir zum 9. stattdessen einen Tagesausflug unternehmen, an den man sich dann hoffentlich besser erinnern kann.
Übrigens hat das deutsche Konsulat in Mumbai vor kurzem unsere indische Heiratsurkunde für ungültig erklärt - hoffentlich wird nun unsere amerikanische Hochzeit anerkannt :)
Nach Bacharach wären eigentlich Oberwesel oder St. Goar samt Loreley, die nächsten Ziele gewesen, ich wollte aber lieber zur Rheinschleife bei Boppard.
Die Fahrt mit der Bahn wurde an diesem Tag zu einem unerwarteten Abenteuer, denn Bauarbeiten auf der Strecke führten dazu, daß es keine durchgängigen Züge gab, und selbst beim Umsteigen war es nicht sicher, ob der jeweilige Zug warten würde. So ging es z.T. nicht einmal mehr über Frankfurt Hauptbahnhof, sondern zuerst nach Darmstadt, dann Mainz, dann Gau-Algesheim und dann erst waren wir - mit Rennen - im Zug Richtung Köln, der uns sicher bis Boppard brachte. Aber ich wollte ja einen Tag haben, an den man sich erinnern konnte - also bitteschön ^^


In der kleinen Stadt am Rhein angekommen, ging es zügig zur Sesselbahnstation. 
Man kann zwar auch auf einem Klettersteig hinaufklettern, aber an diesem Tag hatte ich keine Lust mich zu sehr mit meiner Höhenangst auseinanderzusetzen - und der Sessellift war da schon aufregend genug. Also fuhren wir über all den Familien in ihren Kletterharnischen hinweg.
Zuerst ging die Fahrt über kleinere Weinberge, dann kam nur noch Fels und alsbald sah man weit in den Hunsrück zur linker Hand und rechts befand sich die Rheinschleife Bopparder Hamm, samt dem gleichnamigen Weingebiet dahinter. Das ist die größte, kilometerlange ‚Kurve‘ des Rhein.
Die beste Aussicht auf Rheinschleife, Boppard und regen Schiffsverkehr hat man oben vom Gedeonsblick kurz hinter der Sesselbahnstation.


Wir liefen auch ein Stück auf dem Rhein-Burgen Weg um den stets beworbenen Vier-Seen Blick zu erreichen. Dabei teilen zwei vorgelagerte Hügel den Rheinblick so, daß man quasi vier Seen sieht. 


Das war jetzt nicht so richtig beeindruckend, also liefen wir zurück und kehrten im Gedeonseck ein.
Für den steten Blick auf den Rhein hätte man draußen sitzen müssen, doch an diesem Tag war es noch empfindlich kühl. Also setzten wir uns ins Kaminzimmer, das wir immerhin für uns allein hatten :)
Aufgrund der doppelt so langen Anfahrtzeiten mit der Bahn hatten wir aber nicht mehr viel Spielraum und so ging es alsbald wieder hinunter in die Stadt. 


Dort kehrten wir im nächsten Getränkeladen ein und kauften lokale Weine von dreien der sieben Lagen am Hamm (ich) und unbekannte Biere (A.). Solcherlei bepackt ging es nun an der Rheinpromenade entlang Richtung Innenstadt. Wir hatten noch 45 Minuten um uns die kleine Stadt anzusehen, bevor der nächste Zug fuhr.
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Solcherlei angepriesenes Wasser verdient natürlich das 'Kein Trinkwasser' Schild darunter ^^

In der Kürze kann man weder das Thonet Museum besuchen, noch auf römische Spurensuche gehen, denn Boppard wurde - wie auch Split - in eine römische Festung hineingebaut, so daß viele der Häuser eine römische Außenmauer haben. 

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Stattdessen setzten wir uns an den Rhein, bestellten noch ein Eis, schlenderten durch einige Straßen der Altstadt und über den Marktplatz. Dann war es Zeit Abschied zu nehmen und mit dreimal Umsteigen erreichten wir glücklich unsere Heimatstation Louisa. 
Und am Abend lud uns unsere Vermieterin zu einem kleinen Abendessen ein, so daß wir sogar noch eine spontane Hochzeitstagsfeier bekamen. Getrübt wurde der Tag jedoch dadurch, daß es A. zu der Zeit nicht gut ging, und das Essen an diesem Tag, war des letzte ‚normale‘ bevor er monatelang auf leicht Verdauliches umsteigen musste - und auch von den mitgebrachten Bieren konnte er selbst nichts trinken.
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13. Juni 2017

Am 13. Juni


Heute hatte ich neben den Katzen auch Lou - die Hündin unserer Vermieter - in meiner Obhut. Offenbar hatte ihr das jemand verraten, denn sie verlangte stundenlange Rundumbetreuung und so waren wir dann alsbald in der Nachbarschaft und dem Wald zum ausgiebigen Herumschnüffeln unterwegs ^^
Am Abend war ich dann einigermaßen überrascht, daß mein Mann mit Blumen, Schokolade und sogar einer Flasche Wein ankam, grundlos einfach so mitten in der Woche. Hatte ich etwas verpasst? Nun, beim gemeinsamen Abendessen in einem Thai-Restaurant nannte er noch ein paar Mal das Datum des heutigen Tages und plötzlich dämmerte es mir: Richtig, es ist der 3. Jahrestag unserer US-Hochzeit :) 

13. Juni 2015

Erster Hochzeitstag


Im letzten Jahr, kurz bevor wir die USA verlassen haben, wurde geheiratet! Ja, ich weiß, daß wir schon seit 2008 verheiratet waren, aber eine US Heirat wird einfacher in Deutschland anerkannt als eine indische und so heirateten wir am 13. Juni 2014 noch einmal, es war ein Freitag.
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Das Ganze hatten wir uns relativ kurzfristig überlegt, wir hatten damals in Kanada schon einmal angefragt, dort ging das nicht - aber in Vermont kann man recht unproblematisch heiraten (selbst wenn man - mit dem gleichen Partner natürlich - bereits verheiratet war). 
Alles was wir brauchten, war irgendeine Form um uns auszuweisen, ein Pass, oder bei uns der Führerschein. Man muss einiges an Papierkram ausfüllen, wo man u.a. versichert weder blutsverwandt noch mit anderen verheiratet zu sein und dann bekommt man eine Hochzeitslizenz. Mit der Lizenz wendet man sich an den Friedensrichter seiner Wahl (uns wurde eine Liste mitgegeben) und kann dann alles Weitere mit diesem bereden.
Wir fanden eine freundliche Friedensrichterin im Norden der Stadt, die ausgerechnet am Freitag, dem 13. noch Termine frei hatte und so wurde das unser Datum ^^

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Die schlichte Trauung sollte in ihrem Wohnzimmer stattfinden, ein Freund begleitete uns als Trauzeuge / Fahrer / Blumenkind / Gast und das funktionierte sehr gut. Wir waren ja auch schon routiniert im Heiraten. 
Ins Stocken kamen wir letztlich aber doch beim Verlesen des Gelübdes. Das mussten wir uns vorher selbst ausdenken und es geriet beim Lesen plötzlich emotionaler und persönlicher als gedacht.
Also der Aufregung und dem 'Zauber' einer Hochzeit - kann man sich selbst beim zweiten Mal und mit vielen Jahren des Zusammenlebens nicht unbedingt verschließen ;)
Dann bekam wir unsere neuen Ringe, dieses Mal nach US Art auf der linken Hand (jetzt bin ich an beiden Händen verheiratet) und es ging ins wohlverdiente Wochenende an die stürmische Küste von Maine.

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Derzeit fehlt uns noch eine Form aus Vermont, aber ich bin bereits mit dem Standesamt in Frankfurt in Kontakt und sie meinten, die Hochzeitsurkunde muss letztlich nicht einmal übersetzt werden, sondern wird im Original anerkannt werden.
Ich warte und bin gespannt ob wir diese lange Geschichte endlich zu einem Happy End bringen können :)

29. April 2012

4. - Die seidene Hochzeit


Im letzten Jahr begannen die Tulpen an unserem Hochzeitstag zu blühen, in diesem Jahr sind sie bereits seit Wochen verblüht (die letzten Hitzetage, als die Temperaturen über 30°C sprangen, machte von einen Tag zum anderen kurzen Prozess mit ihnen) und es schneite erneut.
Im letzten Jahr waren wir im „Farmhouse“ zum Abendessen, in diesem Jahr kochten wir zu Hause ... immerhin gemeinsam.
Der Anfang der gutbesuchten „Restaurant-Week“ (eine jährliche Veranstaltung, in der selbst teure Restaurants 3-Gänge Menüs zu günstigen Preisen anbieten - und häufig eine Tischreservierung nicht möglich ist) machte es relativ unsinnig zu versuchen einen Platz zu bekommen... und selbst wenn das gelungen wäre, dann wäre es wohl eher bei Jahrmarkt-Atmosphäre. 
Es gab aber auch nicht allzuviel zu feiern. In den letzten Wochen machte unsere Beziehung soviele neue Tiefpunkte durch, daß ich vergessen habe sie alle zu zählen... zu dem Punkt, daß ich mir nicht sicher bin, ob wir überhaupt noch eine Beziehung haben. Mein Mann ist nicht mehr glücklich mit mir... es war dieser Satz, der vor mittlerweile drei Wochen fiel (und dann erneut am vergangen Wochenende), der mir buchstäblich den Boden unter den Füßen wegzog. Wie kann man noch an etwas arbeiten, sich ‚bessern’ wenn man selbst als komplette Person in Frage gestellt wird... es ist nicht das Verhalten von dir oder jenes macht mich nicht glücklich... nein, alles was du bist, was dich ausmacht, macht mich unglücklich... ein harter Schlag. Seitdem bin ich mir nicht so sicher welchen Status ich uns geben soll. Es fehlt etwas zum Ende, aber es fehlt auch etwas zum Fortführen der Beziehung ... vielleicht ist es nur Zeit. Vielleicht kann ich in zwei-drei Jahren auf diesen Tag zurückblicken und lachen über all die Unsicherheiten und Kleinlichkeiten, die zu Riesenproblemen aufgeblasen wurden... zumindest hoffe ich das sehr. 

Da mein Mann, mein Mann ist, brachte er natürlich ein Geschenk mit Bedeutung mit... ich bin mir sicher, daß er lange sämtliche Blumen inspiziert hat, bis er die Lilie ergriff, mit vier offenen und einer noch geschlossenen Blüte - ein symbolischer Neubeginn für das 5. Hochzeitsjahr.
Wer weiß, vielleicht geht es trotz aller Probleme irgendwie weiter... 

Ich habe diesen Spruch einst in einem Blog gefunden (den ich seitdem nicht wiederfinde) und fand ihn nachdenkenswert (und ja, ich weiß, daß ich das Komma hinter ‚whole,’ zuviel gesetzt habe:

Flashback Friday +1


Vor vier Jahren hatte ich innerhalb eines halben Jahres in Indien, die drei schwierigsten Tage dazwischen, sie nannten sich „eine einfache indische Hochzeit“... sie begannen mit den Vorbereitungszeremonien am 26. April, der eigentlichen Hochzeit mit religiöser Zeremonie und späterer Präsentation auf der Bühne am 27. April, sowie meinem Lieblingstag, dem ruhigen Besuch in einem kleinen Tempel am 28. April :)

Das sind ein paar z.T. verschwommene Bilder dieser Tage, die es aufgrund ihrer schlechten Bildqualität bisher nicht in diesen Blog geschafft hatten, sowie ein paar alte Bekannte :) 

Und zum Vergleich... ein Bild vom gestrigen Hochzeitstag. 
Wir gingen zum Frühstück zu DunkinDonuts... wie romantisch ^^ da wir etwas spät dran waren und mein Mann von jetzt auf gleich zu einem Meeting musste. Dunkin Donuts feierte Geburtstag und so bekamen wir Doughnuts für 25ct pro Stück.

1. Mai 2011

Statt Sonntagsblumen ...


… möchte ich heute über meinen Hochzeitstag schreiben, der sich am Mittwoch zum dritten Mal jährte. 
Hatte ich im letzten Jahr noch all die schweren Gedanken zu Sinn und Unsinn einer interkulturellen Heirat gewälzt, so war ich in diesem Jahr äußerst entspannt und genoß einen ziemlich tollen Tag (was einen natürlich leise besorgt macht, denn auf so eine Zeit folgt sicher bald darauf das nächste Mißverständnis-Donnerwetter...) Ein bißchen „schuld“ daran hatte auch das Wetter, denn am Dienstag sah Vermont die stärksten Gewitterstürme, die je in einem April verzeichnet wurden - inklusive Menschen, die vom Blitz getroffen wurden, am Donnerstag regnete es ebenfalls aus vollen Kübeln, doch der Mittwoch befand sich im Auge des Sturms. Deswegen war es windstill, drückend schwüle Luft herrschte und das Thermometer zeigte 27°C im Schatten, ungefähr 20°C mehr als zuvor. Seltsamerweise spielte mein Kopf mit, aber ich ging den ganzen Tag wie auf Wolken. 

 Manchmal sieht man überall Herzen...

Wir begannen unseren „Ehrentag“ mit einem Frühstück im Penny Cluse Café, ein Café, das immer voll ist und so saßen wir nur an der Bar um uns Buchweizen-Pfannkuchen mit Bananen gefüllt und großzügigen Ahornsirup-Portionen sowie Zimt-Rosinen French Toast schmecken zu lassen. Es schmeckte wirklich toll, war aber einfach zu warm für den Tag. Danach ging Anand seiner Arbeits’wege, ich ging Lebensmittel einkaufen und entdeckte auf dem Weg dorthin einen verlassenen Friedhof mitten im Industriegebiet (was bereits der sechste Burlingtoner Friedhof ist, den ich kenne...) Außerdem freute ich mich sehr, daß pünktlich zum Hochzeitstag nun endlich die Tulpen vor dem Haus blühten und mit der Sonne um die Wette leuchteten. 

 Vermischt mit dem Osterstrauß

Am Abend kam Anand mit einem Strauß Sonnenblumen, Nelken u.a. an (soviel zur Nachhaltigkeit im Hippie-Supermarkt.... Sonnenblumen im April?) Dann besuchten wir erneut das „Farmhouse“ Restaurant und als wir nach Hause zurückkehrten, stellten wir fest, daß jemand die Tulpen vor dem Haus abgeschnitten und gestohlen hatte. Schade, ich hätte sie zu gerne auch beim Verwelken beobachtet ...
Sehr viel zu meiner Gelassenheit hat in diesem Jahr aber auch die Erkenntnis beigetragen, daß ich nicht allein bin. Zum letzten Hochzeitstagsartikel bekam ich bereits viele aufmunternde Kommentare und im Internet habe ich später eine komplette Blog-Liste entdeckt mit der „westliche“ Frau-indischer Mann Kombination und viele der Probleme kamen mir so unglaublich bekannt vor. Dazu musste ich aber auch einmal mehr feststellen, wie glücklich ich mich schätzen kann, daß ich wenigstens keine Probleme mit meiner Schwiegermutter hatte ... Außerdem gibt es in Facebook seit kurzem eine Gruppe mit deutschen Frauen und ihren indischen Männern, was den unmittelbaren Austausch weiter fördert und es ist mitunter ein gutes Gefühl sich als Teil einer Gruppe fühlen zu können, wenn man im Alltag doch immer auffällt ... gerade im „weißen“ Vermont.
Mich solcherlei mit Schwestern im Geiste verbunden zu fühlen, hat mir sicherlich sehr geholfen, geduldiger mit einem Mann zusammenzuleben, der offenbar wie viele anderen indische Männer, seine Frau liebt, aber seine eigenen Moralvorstellungen und Traditionen für besser, überlegender hält bzw. seiner Frau abspricht überhaupt irgendwelche Moralvorstellungen und Werte zu besitzen ... 

Andere wollen Gold und Diamanten, ich freue mich über einen Birkenrinde-Ring, den die Katzen seitdem irgendwo unter der Heizung verbuddelt haben.

Wir haben ein echtes Paar-Foto Problem, so langsam sollte ich wohl auf ein Stativ bestehen... :))

Noch mehr Tulpen Bilder gibt es hier zu sehen: Link

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