10. Juni 2013

Das Hotel


Das sind ein paar Bilder vom Mount Vernon Hotel, im Stadtteil Mount Vernon, was in früherer Zeit ein christliches Heim für junge Männer war, jedoch schon 1907 als Hotel eröffnet wurde.

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Die letzte Renovierung muss Anfang der 1990er Jahre stattgefunden haben und leider war es eines der Hotels, deren Standard nicht erhalten wird, sondern wenn irgendwann alles hinüber ist, wird komplett saniert. So besaß unser Zimmer eine ganze Ansammlung zerbrochener, oder nur mit großer Vorsicht (offene Leitungen) zu benutzene Möbel und Lampen.
Leider war das Frühstück ebenfalls schlecht, so daß es wirklich keinen Grund gab auch nur eine Minute länger im Hotel zu verbringen... aber dann waren wir auch nicht in die Stadt gekommen um unsere Zeit zu verschwenden...

Baltimore - Tag 1

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Ich wollte schon längst über unsere Abenteuer in Baltimore,MD berichten, doch irgendwie schreckte mich die schiere Masse an Bildern ab, die ich dort geschossen hatte. Also verblieben die Fotos im März-Ordner und gerieten langsam in Vergessenheit. Das möchte ich nun endlich ändern, auch wenn meine damalige Freude über den Frühling, der in der Stadt bereits begann, während Vermont noch verschneit oder im grau-braunen Modder da lag, nicht mehr so aktuell ist. 
Baltimore hatte mich als Stadt mehr berührt, als ich das von einer ehemaligen Industrie- und Hafenstadt, die nach Schließung der Industrie um ihre Identität kämpft, erwartet hatte. Es ist eine gefährliche Stadt, eine Stadt im Wandel, wobei noch nicht definiert wurde, wohin dieser Wandel führen wird... nach oben oder nach unten, mit Stadtteilen, die man auch am Tage nicht besuchen sollte, doch auch mit unglaublich viel Geschichte und interessanter Baustruktur (zumindest wenn man über das Geschäftsviertel hinwegsehen kann, deren Wolkenkratzer in jeder amerikanischen Großstadt irgendwie gleich aussehen.)
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Unsere Tour nach Baltimore begann am Flughafen von Burlington, mit einem letzten Blick auf die verschneiten grünen Berge und die Adirondacks auf New Yorker Seite, dann nahm das kleine Flugzeug (das wir uns u.a. mit beiden Senatoren von Vermont teilten: Patrick Leahy und Bernie Sanders) Kurs auf den Ronald Reagan Flughafen in Washington D.C., den wir nach anderthalb Stunden erreichten.
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Dort fielen mir als erstes die frühlings-grünen Wiesen auf und das weithin sichtbare Washington Monument. Wir gingen jedoch in den schlecht-ausgeleuchteten Untergrund und fuhren mit der U-Bahn ab Flughafen zur Union Station. Von dort ging es mit dem Regionalzug weiter bis Baltimore Penn Station, dem Hauptbahnhof der Stadt. 
Auf dem Weg dorthin konnten wir bereits einen Blick auf Baltimore-West werfen (eines der Stadtteile, das man meiden sollte), das eher nach Arbeiter-Reihenhaussiedlung aus England aussah, als amerikanischer Vorstadt. Seit den Rassenunruhen der 1960er Jahre, die besonders stark in der Stadt wüteten, haben diese Ghettos kaum Märkte und Läden vor Ort, denn aus Angst in ‚weißen Stadtteilen‘ niedergeschossen zu werden, zerstörte die ansässige Bevölkerung ihre eigenen Läden, die häufig nicht wieder aufgebaut wurden. 
Ab Penn Station nahmen wir einen der kostenlosen Busse der Stadt in Anspruch und erreichten unser Hotel, welches sich 10 Minuten vom Konferenzzentrum entfernt befindet. Mein Mann hatten einen Vortrag auf einer Physikkonferenz zu halten, und so würde ich in den nächsten Tagen alleine die Stadt erkunden. 
Nach Erreichen des Hotels wurde uns gesagt, daß es kein Zimmer mehr gibt, obwohl wir schon bezahlt hatten... es war überbucht. Gottseidank konnte schnell Ersatz gefunden werden. Wir mussten zwar in den nächsten Stadtteil umziehen, doch 20 Minuten Fußmarsch bis zum Konferenzzentrum waren immer noch machbar.
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Nach Einchecken im Mount Vernon Hotel ging es schnell zur Konferenz, A.s Chef wartete bereits und danach beendeten wir den Tag in einem irischen Restaurant mit Hafenblick und idyllischem Landregen.

9. Juni 2013

Sterling Pond 2013


Wir sind schon wieder einen Berg hinaufgestiegen, dieses Mal handelte es sich um den Sterling Mountain. Es war sogar ein höherer Berg und nicht wie beim Snake Mountain nur ein besserer Hügel.
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Mit unseren Gästen wollten wir an diesem Feiertags-Montag eigentlich mit dem Auto oder der Gondel bequem auf den höchsten Berg Vermonts gelangen, doch aufgrund des späten Schneefalls Ende Mai waren beide Anlagen geschlossen worden (was bei der Gondel eigentlich keinen Sinn macht). Daher fuhren wir weiter in den Smuggler’s Notch State Park und stiegen hinauf zum Sterling Teich. Die Wanderung hatten wir bereits im Herbst 2010 absolviert und so wussten wir, daß es ein steiler, doch einfacher und letztlich schneller Aufstieg werden würde. 
Der Weg ist einer der gepflegtesten der Region und wann immer es auch nur im Ansatz schwierig wird, wurden Treppen in den Stein geschlagen und die zu nassen Stellen mit Holzpfaden überbaut. Wie bereits erwähnt hatte es in den Tagen zuvor geschneit und so hofften wir auf ein paar dekorative Schneereste auf der Bergspitze, doch stattdessen standen wir sobald wir den Weg betraten im ersten Schneematsch.
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Später wurde der Weg verschneiter und aufgrund des warmen Sonnenscheins matschiger, so daß man irgendwann aufgab und hinnehmen musste, daß die Schuhe nicht nur nass waren, sondern auch glucksende Geräusche mit jedem Schritt machten. Dadurch kamen wir langsamer voran als gedacht, denn unter dem Schnee konnte man Baumwurzeln und Felstreppen nicht mehr so gut erkennen und musste sich mitunter vorsichtig weitertasten.
Die Sonne schien und schien derweil mit aller Kraft und die Situation war fast surreal, grünes Frühlingsgrün, die ersten Blumen, mein Mann in Shorts und wir stehen im Schnee.

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Bald war das jedoch geschafft und wir standen am Ufer des stillen Sterling Ponds, der sich auf dem Gipfel des Sterling Berges befindet. 
Für eine kurze Zeit erwogen wir weiterzulaufen und den Gipfel des nächst-höheren Bergs gleich mitzubewandern (dann könnte man von dort auf den Sterling Teich hinunterblicken) doch dort oben schien der Schnee noch höher zu liegen und dafür hatte keiner die passenden Schuhe dabei. 
Also ging es wieder an den Abstieg, der etwas schwieriger wurde, da abschmelzender Schnee in der Zwischenzeit viele kleine Wasserfälle auf dem Weg errichtet hatte ... zum Glück waren unsere Schuhe eh schon nass.
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Nach erfolgreichem Abschluß der Wanderung ging es mit dem üblichen Touristenprogramm weiter. Wir besuchten zuerst eine überdachte Brücke und danach die Ben & Jerry’s Eisfabrik in Waterbury (zum zweiten Mal in einem Monat) und ärgerten uns, daß es im Souvenirshop zwar Socken zu kaufen gab, aber keine Schuhe... zumindest Ben & Jerry’s Flipflops sollten dringend ins Sortiment aufgenommen werden, vorallem um nassfüssigen Bergwanderern eine Alternative zum Barfuss-Schicksal zu bieten.
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Danach besuchten wir die Alchemist-Brauerei in einer Parallelstraße von Waterbury und tranken nach einem Jahr erneut das derzeit weltbeste Büchsenbier: Heady Topper. 
Wie bereits bei der Otter Creek Brauerei handelt es sich um ein hochprozentiges, hochhopfiges, weitgehend bitteres Bier, was einfach nicht mein Geschmack ist. Doch viele Gäste kamen in die Brauerei und kauften ganze Paletten des Bieres, das man sonst nur in einem 130 Meilen Radius um die Brauerei in den Läden und Restaurants käuflich erwerben kann. Ich vermute, daß das Bier praktisch nicht außerhalb Vermonts erhältlich ist, ist Teil des großen Erfolgs und des „weltbest“ Prädikats. 
Nach Eis und Bier waren wir nun wirklich hungrig auf etwas ‚Richtiges‘ zu essen und so ging es zum Abschluß zurück nach Burlington ins mexikanische „El Gato - Cantina“ wo bei Enchilada, Tostada und Chile Relleno (gefüllte Paprika) die Ereignisse des Tages ausführlich bewertet und mit bunten Margaritas betrunken wurden.

8. Juni 2013

Flashback Friday

Ich habe diese Rubrik etwas einschlafen lassen und möchte das nun mit dem folgenden Bild ändern. Es zeigt meinen Großvater als jungen Mann in offenbar idyllischer Natur (im Garten) und er ist natürlich für den Tag perfekt gekleidet... anders hätte ich es auch von ihm nicht gekannt.

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Er ist mittlerweile schon seit vielen Jahren nicht mehr, meine Großmutter folgte ihm im letzten Jahr, damit verschwand ein großer Teil meiner Kindheit für immer.
Ich vermisse die beiden sehr und freue mich doch, daß ihr Haus in der Familie bleiben konnte und ich zumindest immer wieder an den Ort meiner Sommerferien zurückkehren kann :)

7. Juni 2013

Noch mehr Regen

Während ich die Entwicklung der Hochwasserlage in Deutschland im Fernsehen mitverfolge (dank ARD Mediathek) sind auch in Vermont einmal mehr sieben Regentage angesagt worden. Vor manchen Häusern und Zäunen stehen eh noch die Sandsäcke und Schutzwände von den letzten Fluten, die können dort also gleich stehen bleiben. 
Meine Probleme sind da schon geringer im Vergleich wenn auch schmerzhaft für mich, denn einer meiner Backenzähne brach und so ging es seit zwei Tagen darum einen schnellen Notfalltermin beim Zahnarzt zu ergattern. Heute kam ich dann in einer Obdachlosenklinik unter und da meine Versicherung keine Röntgenaufnahmen und Zahnfüllung am gleichen Tag bezahlt, wurde ohne zu röntgen verfüllt... das ging auch und war mit ca. 15 Minuten die schnellste Füllung, die ich je bei einem Zahnarzt verpasst bekommen habe... hoffentlich hält das nun auch :) Derzeit genieße ich noch die Folgen der Anästhesie, nach drei Tagen endlich keine Schmerzen mehr, keine scharfen Kanten im Mund gegen die man ausversehen kommen kann - das Leben ist doch schön.

5. Juni 2013

Jazz Fest 2013


Wie bereits in den vergangenen Jahren so beginnt auch 2013 der Sommer in Burlington mit dem Jazz Festival. Die meisten Studenten sind im Heimaturlaub und die Touristen übernehmen die Stadt.

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Für den ersten Freitag des Musikfestes spielten auf drei Bühnen verschiedenste Bands von 19 Uhr bis Mitternacht, während die meisten Restaurants ihre eigenen Bands gebucht hatten.

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Wie immer war Jazz dabei als sehr freier Begriff zu verstehen: Wer Angst hat stundenlangen Improvisationen eines in sein Instrument verliebten Bassisten zuhören zu müssen, konnte erleichtert aufatmen, Jazz vereint hier u.a. die klassische Rockband, mit Gypsymusik bis hin zur Salsagruppe ... und ja, Free Jazz gibt es trotzdem :)

2. Juni 2013

Snake Mountain, VT


Vor zwei Wochen bestiegen wir unseren ersten Berg der Saison, den Snake Mountain im Addison County, Vermont. 
Wie bereits bei Mount Philo handelt es sich genau genommen nur um einen besseren Hügel, doch es wird zum Berg aufgrund der isolierten Lage als freistehende Erhebung im Champlain Tal. Das alleine würde vielleicht noch nicht so viele Leute zur Wanderung auf den Gipfel ermutigen, doch eine wunderbare Aussicht auf den See dient hier als schlagendes Verkaufsargument. Außerdem hatten wir einige Leute in der Gruppe, die noch nie auf irgendeinen Berg geklettert waren und nicht sofort abgeschreckt werden sollten.


Es gab zwei Wanderwege hinauf zum Gipfel, einen etwas schwierigeren und einen leichten, der einem ehemaligen Straßenverlauf folgt. Wir entschieden uns für den schwierigeren Weg und landeten (irgendwie) trotzdem auf dem leichten Straßenpfad.
Auf gepolsterten Waldboden ging es mehr oder weniger bergan, bis wir nach 45 Minuten eine Anhöhe erreichten. Die Grand View Terrasse ist der Gipfel des Snake Mountain und dort befand sich früher das Grand View Hotel, von dem man nur nach das Fundament sehen kann.

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Leider war die Aussicht auf See und Otter Creek an diesem Tag nicht die Beste, denn ein kommender Gewittersturm kündigte sich bereits an, mit kalten Böen und tiefdunklen Wolken. Also gab es nur ein kurzes Picknick und dann gingen wir zurück in den Schutz des Waldes, bevor wir zu sehr auskühlten. 
Auf dem Rückweg nahmen wir nun den etwas anspruchsvolleren Weg entlang der Bergkante und einem kleinen hochgelegenem Teich, doch bergab ist das natürlich überhaupt kein Problem.
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Ein Teil der Gruppe fuhr dann sofort nach Hause, während wir die Otter Creek Brauerei in Middlebury besuchten.
Im Tasting Room bekamen wir äußerst großzügige Probiergläser mit Bier der Marken Otter Creek, dem gefeierten The Shed und dem Bio-Bier Wolaver ausgeschenkt.

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Das erste Bier ein leichtes VT Special Sommer, war etwas zu bitter für meinen Geschmack (ich sage nur Beck’s) es war aber noch erträglich, doch alle Biere danach wurden noch bitterer. Ich probierte mich tapfer durch Hafer-Dunkel, braunes Dunkel, Bier mit Löwenzahnauszügen usw. ... doch selbst mit steigendem Blutalkohol-Wert, der erste Schluck eines neuen Biers war jeweils bitterer als zuvor... des Braumeister’s liebste Zutat scheint wahrlich Hopfen zu sein. Da die Biere außerdem hochprozentig sind, erreichte ich alsbald meine Grenze und gab auf. 
Im hauseigenen Pub bestellten wir danach deftige mit Käse überbackene Nachos und eine Hummusplatte und solcherlei gestärkt, hatte der Bitterbier-Ausschank wenigstens keine bleibenden Folgen.

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