4. Dezember 2010

Zwischenbericht aus Burlington: Nicht so einfach, dieses Grün

Da die Adentszeit begonnen hat, dachte ich, daß ich so wie in jedem Jahr ein wenig Tannengrün käuflich erwerben würde, um damit diverse Blumenvasen zu befüllen. Außerdem wollte ich etwas echtes Grün zwischen Türkranz, Adventsgesteck und Türgirlande stecken um die Plastiknadeln auch etwas natürlicher aussehen zu lassen. Gesagt, getan wollte ich eben dieses Tannengrün kaufen, als ich an den diversen Standorten bemerkte, daß man es eben nicht kaufen kann, denn die Möglichkeit kleine Äste zu kaufen gibt es hier nicht. Entweder man kauft den fertigen Kranz oder einen Weihnachtsbaum (alles Made in Canada) oder Nichts. Einige Zeit überlegte ich, ob ich in einen Kranz investieren sollte und den dann auseinanderpflücke, aber Preise die bei 14 $ für den einfachsten Kranz anfingen, schreckten mich davon ab. Also kam ich in meiner Verzweiflung auf die Idee Tannengrün zu stehlen, doch selbst das war kompliziert, denn die meisten Vorgärten haben nur Zedern oder Eiben im Angebot, die sich zwar gut als Friedhofsgrün machen aber eher schlecht in der Adventsvase (ja, ich weiß, daß es militante Lebensbaum - Befürworter gibt, die das anders sehen). Nun war guter Rat teuer, denn ich wollte auf meine Vasen nicht verzichten... hatte ich doch sogar eine neue metallene, unkaputtbare und nahezu katzensichere Vase gekauft und die sollte nun endlich in Einsatz kommen.
Da erinnerte ich mich an das Waldstück inmitten von South Burlington, wo ich auf meinen ersten Streifzügen durch den Ort der sog. Marktstraße folgte und plötzlich in einem ziemlich wüsten Stück Wald stand. Dorthin begab ich mich also vorgestern. Die wenigen Kiefern in dem eigentlichen Laubwald waren bereits sehr hoch gewachsen und so konnte man nicht einfach etwas abreißen oder schneiden, aber der letzte Sturm hatte ein paar Ästchen abgebrochen, die ich fleißig aufsammelte. Da ich nicht wußte wem der Wald gehörte und ob man überhaupt etwas aus dem Wald mitnehmen durfte, nahm ich nur soviel, wie ich in meine Tasche stopfen konnte, ich mußte schließlich mit dem Bus zurück fahren und so war meine Ausbeute eher kläglich. Gestern nun fand ich hinter dem Gebäude der „Sisters of Mercy“ (katholische Einrichtung der ‚Gnadenschwestern’) ein kleines Kiefernwäldchen. Mittlerweile geübt im Entwenden von Tannengrün, aber nicht ohne Skrupel ließ ich mich von den zahlreichen „Nicht Betreten“ - Schildern irritieren und nahm nur ein paar ganz wenige Kiefernstämmchen von dem von herrlichen Kiefernästen übersähten Waldboden mit. Aber an der Grundstücksgrenze der Sisters befand sich eine kleine, dunkle (echte) Tannenreihe ohne erkennbare Grundstücks/ Besitzzuordnung. Dort lagen ebenfalls viele Ästchen am Boden, nicht ausreichend für eine Vase, aber perfekt für Gestecke und obwohl ich dort Slalomhüpfen durch endlose Hundehinterlassenschaften veranstalten musste, war ich nun endlich zufrieden und stapfte nach Hause zurück. Im Überschwang meines Glückes fand ich auf dem Rückweg wunderschöne Tannenzapfen auf einem Grundstück, die ich sogleich aufsammelte, nur um dann zu sehen, daß direkt vor mir drei Polizeiwagen am Straßenrand standen. Gottseidank interessierten sich die Herren Polizisten nicht für gestohlene Tannenzapfen und so ging ich mit meinem nicht versteckbaren grün-nadligen Tannenastbündel, möglichst unauffällig aussehend an den Polizisten vorbei und machte drei Kreuze als ich endlich zu Hause war... nun kann das Schmücken endlich anfangen.

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