27. Juni 2012

Mount Philo


Unsere zweite Bergwanderung des Sommers führte uns zum Burlingtoner Hausberg Mount Philo
Mount Hunger war ein schwer zu ersteigender, anstrengender Berg, Mount Philo dagegen ein leicht zu besteigender Nicht-Berg (der Weg hinauf dauerte 20 Minuten zu Fuß, inklusive Fotopausen), denn mit unter 300 Metern ist Hügel das angebrachtere Wort. 
Zum ‚Mount’ wird er nur dadurch, daß er mitten im Champlain Tal steht und dadurch höher ist als alles andere drumherum. Damit wird er jedoch nicht einzigartig, denn eine ganze Reihe dieser Felshügel befinden sich entlang des Lake Champlain. Viele hatten früher Grand Hotels an der Spitze, damals als die Ostküsten-Bewohner aus ihren Industriestädten noch zu Luftkurorten per Zug pilgerten. 
Die meisten der Hotels sind mittlerweile verschwunden, wer Urlaub in New England macht, wohnt im eigenen Ferienhaus neben einem See, doch die Faszination der Hügel mit Rundumblick auf See und Berge blieb erhalten (sowie die Straßen auf die jeweiligen Gipfel.)
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Mount Philo hatte kein Grand Hotel an der Spitze, sondern einen Gasthof, der 1924 samt Berg an das Land Vermont gespendet wurde. Daraus entstand ein kleiner Campingplatz, Picknick und Grillgelände, sowie ein Haus für die Parkverwaltung. 
Der Berg ist so beliebt, da er der nächstgelegenste Gipfel von Burlington aus ist und so finden sich täglich Brautpaare zum Fototermin ein, Kletterer sind im Devil’s Chair unterwegs, einer offenen Quarz-Sandsteinformation und Vogelbeobachter fotografieren die Falken- und Habichtfamilien, die den Gipfel umschweben...
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Unser Gruppe bestand aus Wanderern, die sich an den ‚schwierigen’ Aufstieg wagten und den Faulen, die einfach nur mit dem Auto hochfuhren. Diejenigen wurden dazu beauftragt schon den Grill anzuwerfen, während wir uns auf den Weg machten. 
Der Park kostet normalerweise Eintritt, doch wir kamen an einem freien Tag, so daß wir uns die 3$ sparen konnten. Nach kurzem Weg durch den Wald erreichte man die ersten freien Ausblicke und wenig später hatte man den ‚hohen’ Gipfel erreicht und konnte die tatsächlich tolle Aussicht genießen :)
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Überall gab es fest installierte Grills, neben Aussichtspunkten und Picknickbänken unter schattenspendenen Bäumen, doch wir fanden unsere Gruppe nicht. Letztlich sahen wir sie dann, direkt neben dem Parkplatz, umgeben von Autos, dichten Laubbäumen und ohne Aussicht stand ebenfalls ein Grill, das war es natürlich.

 Grillen geht auch nur mit Handy...

Etwas sauer verbrachte ich die restliche Zeit beim Grillen, doch immerhin war die Parkplatz-Wiese groß genug, so daß die Jungs mit Frisbees und Beachball spielen konnte, ohne Angst zu haben, daß die Bälle auf Nimmerwiedersehen den Berg herunterfliegen würden.

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Später ging es an den Abstieg, der mir sehr schwer fiel, denn ich hatte mir am Vortag den kleinen Zeh am rechten Fuß gebrochen und während das beim Aufstieg unproblematisch war, so ist beim Hinablaufen eben der Schwerpunkt auf dem Vorderfuß, so daß ich alsbald nur noch humpelte. Da ärgerte ich mich, daß ich nicht mit dem Auto gefahren war, aber so etwas weiß ich immer erst hinterher. 
Seitdem sind unsere Wandertouren zu einem vorläufigen Ende gekommen, denn derzeit bekomme ich den Fuß in kein festes Schuhwerk und nur in Flipflops ist man eben doch nicht so gut unterwegs. Aber sobald alles wieder verheilt ist, geht es weiter, denn jetzt bin ich sogar stolze Besitzerin von Wanderstöcken :)

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