28. Juni 2017

Wanderungen an der Nahe

Kleine Hütte im Weinberg am Fuß des Rotenfels. 


Als ich vor einem Jahr diesen Blog Artikel (Link) entdeckte, sah ich zum ersten Mal die Felsen an der Nahe und beschloss, daß wir unbedingt Bad Münster am Stein besuchen sollten.
Das wurde als Idee vor mir hin und her getragen, bis unsere Vermieterin mit einer Freundin, samt Hund, wandern gehen wollte und ich die Nahe vorschlug. Mein Mann konnte leider nicht mitwandern, da es ihm noch nicht so gut ging, doch einen Monat später ging es ihm schon viel besser, so daß wir nochmals an die Nahe fuhren und uns zumindest die Hälfte der Strecke erwanderten.
Das sind jetzt also sowohl Bilder vom Besuch Anfang Mai zur ersten Rundwanderung, und vom zweiten Besuch Mitte Juni.
Beide Male orientierten wir uns an der perfekt ausgeschilderten Tour Natur (Link): Man muss nur den grünen Ahornblatt-Schildern folgen, was eine Wanderkarte eigentlich überflüssig macht. Das ist übrigens kein normaler Ahorn, sondern eine Bergahornart, die normalerweise nur in Italien vorkommt, aber auf dem kargen Vulkangestein an der Nahe perfekte Wachstums-Bedingungen fand.

Eines der zahlreichen Gradierwerke im Salinental


Die Wanderung beginnt im Salinental am Rande von Bad Kreuznach, wo linkerhand der stetige, aber nicht zu steile Aufstieg in den bewaldeten Felsen beginnt. Letztlich erreicht man auf dem Felsrücken ‚Gans‘ einen ersten Aussichtspunkt auf die Gradierwerke im Salinental und damit auch den höchsten Punkt der Wanderung. 
Weiter geht es entlang des Schloss Rheingrafenstein, durch bewaldete Abschnitte mit ersten Ausblicken auf die Burg Ebernburg, bis man die Burgruine Rheingrafenstein erreicht. 


Von dieser Burg ist außer der spektakulären Lage auf nahezu freistehenden Felsnadeln nicht viel übrig geblieben. Das Meiste davon steht wohl nur noch, weil die Baumeister den Fels nutzten und Treppengänge, Aussichtspunkte usw. direkt in den Stein trieben. Aber, daß es möglich war an dieser Stelle überhaupt einmal eine Burg zu bauen, ist bereits überraschend und zeugt vom Können früherer Generationen.
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Unter der Burg ging es in steilen Treppen bis hinunter an die Nahe. Hier zeigte sich, daß es sinnvoll war der Richtungsempfehlung der Tour zu folgen, denn diese Treppen hochzusteigen ist garantiert kein Vergnügen.


An der Nahe wartete eine kleine hangezogene Fähre, die uns sicher nach Bad Münster am Stein übersetzte.
Der Wanderweg folgte dann dem Lauf der Nahe, so daß man den Ort völlig außen vor ließ. Dadurch gab es auch keine Möglichkeit einmal die Wasserflaschen aufzufüllen, was sich in der Folgezeit als leichte Schwierigkeit heraustellte. 
Wenn man anderen Wanderwegen folgt, kommt man zwangsläufig auch an Einkehrmöglichkeiten vorbei, hier muss man den Weg bewusst verlassen, bzw. man muss von Anfang an genug Wasser mitbringen (wie ich es beim zweiten Mal machte). Selbst für Hunde gibt es auf der gesamten Strecke - außer der Nahe - keine Teiche, Bachläufe, nicht einmal Pfützen... das ist eine wirklich trockene Gegend.


Erst als ich bei diesem zweiten Besuch mit A. zum Bahnhof von Bad Münster fuhr um unsere Wanderung zu beginnen, sah ich überhaupt die kleine Innenstadt des Kurortes, die offenbar schon bessere Tage gesehen hat.
Man lief an ehemaligen, jetzt leerstehenden Hotels (oder Kurkliniken?) vorbei und hatte das Gefühl, daß es Bad Münster gut getan hätte, wenn der Wanderweg ein Stück durch die Stadt führen würde als nur außen herum.


So konnte der Hund immerhin ausgiebig in der Nahe baden, bis wir zum spektakulärsten Teil der Wanderung kamen, dem Rotenfelsmassiv. 


Dabei handelt es sich um die höchste Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien. Aber während man es in einer Bergregion wahrscheinlich als normal ansieht, daß es auch Steilwände gibt, steht man hier davor, sieht die bewaldeten Hügel der Gegend und denkt nur: Wow, ich bin in einem Canyon! ^^
Wo immer es möglich ist, schmiegen sich kleine Weinberge an den Fels, obwohl Steinschlag wahrscheinlich bei der Arbeit im Berg ein ständiges Problem darstellen könnte.


Wie schon bei unserem Wandereinstieg in Bad Kreuznach, führte uns die Tour jedoch in einem weniger steilen Winkel auf das Massiv. 
Dazu liefen wir bis Norheim, dann ging es durch die Weinberge, bis der Weg tatsächlich einmal nur über Felsen und karge Steppenlandschaft führte, bis wir den Hangweg oben auf dem Rotenfels erreichten. 


Von dort konnte man weit in die Landschaft blicken und entdeckte außer den bereits besichtigten, noch mehr Burgen und Schlösser in der Ferne.

Beweisbild kurz nach dem Aufstieg... ich sehe echt fertig aus ^^

Nach einiger Zeit verließen wir die Felswand und aus der Steppe wurde Wiesen und wenig später Wälder u.a. mit Esskastanienplantagen. 


Diesem Wald folgten wir bis zum Anfang unserer Wanderung in Bad Kreuznach, wo es in einem Serpentinenweg zurück hinunter zur Nahe ging. 
Bei der ersten Wanderung stand dort das Auto (mit dem wir dann nach Bad Kreuznach fuhren, um im Weinpavillon einzukehren).
Bei der Wanderung mit A. mussten wir noch bis zum Bahnhof von Bad Kreuznach weiterwandern und suchten so einen Weg, um auf Waldwegen bis in die Innenstadt zu kommen. Das gelang nicht so wie ich es mir vorstellte, aber dennoch überquerten wir die Nahe erst auf der Fußgängerbrücke beim Quellenhof. Ich hätte gerne noch einen Umweg zum Teepavillion unternommen, aber es reichte doch für diesen Tag.
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Wenig später saßen wir im Zug Richtung Frankfurt. Da am Abend noch gegrillt wurde, wollten wir den Einkehrschwung dieses Mal lieber auslassen :) 

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