21. Dezember 2010

Rostocker Einkauf


Während meiner Tage in Rostock zeigte sich das Wetter von seiner besten November - Seite: es regnete und regnete und regnete ununterbrochen, nur am Abreisetag zeigte sich ganz zaghaft ein wenig Sonnenschein, den wir sofort zu einem Spaziergang an der Kaikante entlang nutzten. Aufgrund des Dauerregens fielen alle weiteren Programmpunkte wie z.B. der obligatorische Ausflug nach Warnemünde buchstäblich ins Wasser bis auf einen: Einkaufen. 


Also strich ich mit meiner Schwester im Schlepptau (oder andersherum, je nach Laden und Kaufinteresse) durch die Geschäfte, ich erledigte 90 % meiner Weihnachtseinkäufe und sie kaufte sich nach reiflicher Überlegung und dreitägiger Besichtigung ein Paar Stiefel. Außerdem war ich zum ersten Mal in Rostocks IKEA.. :) Ich hatte mich solange auf die Eröffnung eines Ikeas in Rostock gefreut und als es dann endlich soweit war, war ich nicht mehr da. Nun nach mittlerweile fast drei Jahren ist der Einrichtungsgigant schon längst Alltag in der Hansestadt und so konnte ich mir ohne Menschenmassen zu befürchten, das erste Ikea mit Gewächshaus ansehen und den üblichen Stilmix des reduziert skandinavischen Designs bewundern. Der Effekt ist nicht mehr ganz so berauschend, als mein erster Ikea Besuch überhaupt in Jönköping, SE. Damals war ich 16 und dachte ich hätte eine komplett neue (Design-)Welt entdeckt in der alles hell und freundlich ist und nach frischem Holz duftet. 
Mittlerweile habe ich mich an die kastenförmigen Designmodelle gewöhnt, bin vielleicht sogar gedanklich aus Ikea herausgewachsen (oder erwachsen) und bevorzuge lieber alte Möbel, die ich mir herrichten kann. Aber das heißt nicht, daß ich völlig immun gegen die Schauwohnungen der ersten Etage geworden bin und in eine ähnliche Schauwohnung kam ich, als ich zum ersten Mal die neue Wohnung meiner Schwester betrat. Sie bewohnt mit ihrem Freund die niedlichste kleine 2 - Zimmer Dachwohnung, die man sich in der KTV vorstellen kann, teilweise mit hohen Decken und niedrigen Decken, Nischen, Minibalkon, es ist sonnig und ruhig und sie hat ihre Wohnung mit sehr viel Geschmack (und Ikea) sowie reduzierter, natürlicher Farbgebung in weiß-braun-beige eingerichtet (zumindest Letzteres hat alle etwas überrascht, hatte ihre vorherige Ein-Raumwohnung doch ungefähr fünf oder mehr Farben auf engstem Raum versammelt.) Da sie sieben Jahre alleine gelebt hatte und einige seltsame Eigenarten was das Zusammenleben mit anderen Menschen angeht entwickelt hat, fragt sich meine Familie immer noch staunend und neugierig wie das denn nun läuft mit ihrer Beziehung, kann er gut genug für sie sein, kommt sie mit seinen Eigenarten aus, kommt er mit ihren aus, wen muß man bedauern oder sollte es ihnen einfach nur gut gehen? Auf diese Fragen sollte ich umfassende Insiderberichte liefern (so eine Art Kulackleaks...:D) Nun, nach drei Tagen muß ich sagen, bin ich so schlau als wie zuvor, offenbar ist das bei Ärzten einfach etwas schwierig einzuschätzen, denn der eine sagt Gute Nacht und kommt von seinem Dienst, während die andere Guten Tag sagt und zur Nachtschicht übergeht... insgesamt kann ich aber sagen, daß die Beziehung meiner Schwester sehr gut tut, sie ist so ausgeglichen und freundlich geworden, weitaus weniger gestresst und unsicher und - ich dachte nicht, das jemals über meine kleine Schwester zu sagen - richtiggehend erwachsen.
Als ich wieder meine Sachen packte, bekam ich sogar ein Kompliment von ihr... „Thea“, meinte sie, „man kann sich direkt an dich gewöhnen“ ... :) 


Ansonsten kann ich weitere Veränderungen in Rostock nicht beurteilen, dazu habe ich nur zu wenig Teile des Ganzen gesehen... Nun H&M ist umgezogen, in dessen ehemaligen Gebäude hat sich der deutsche Ableger von TJMaxx/Winners TKMaxx eingenistet (nicht mit der maximalen Techniker Krankenkasse zu verwechseln ;) insgesamt hat sich der Haupteinkaufstrom in der Innenstadt etwas vom Rathaus entfernt und konzentriert sich mehr um das Kröpeliner Tor und die KTV hat immer noch die besten kleinen Läden in Rostock (wie z.B. Herzallerliebst und Liebreiz.) Und dann brachte mich die Bahn sicher zurück nach Wismar... (da lag ja auch noch kein Schnee :D... )


20. Dezember 2010

...

Nachdem mir Anand lange genug erklärt hatte, daß mein Profilbild immer so traurig aussieht, dachte ich, daß es an der Zeit ist auf ihn zu hören und ein neues Bild professionell (also mit der Webcam) zu erstellen... das habe ich gemacht, es hat eine Menge Versuche gebraucht, wie man in dem unteren GIF sehen kann, aber immerhin dieses Bild mit derzeitigem Lieblingsschal gefiel mir und passend zum Winter kann ich nun die nächsten Monate fröhlich vor mir hinfrieren... :D 

gif animator

Das sind außerdem ein paar unsortierte Poel- Bilder, die nicht so recht in irgendeine Kategorie passen wollen und die ich zwar schön oder interessant oder sonst irgendwie bemerkenswert finde, aber jedes für sich doch zu wenig ist um einen Artikel darüber zu schreiben.... 

Da wären dann also mein 2008 gebauter Gartenweg zwei Jahre später, 

 ein Steinstrand - Stilleben von Wangern 



und drei Bilder von einem grauen Novembertag an der Steilküste bei Gollwitz, die jedes Mal wenn ich sie sehe ein wenig höher zu sein scheint. (Was zwar normal ist, denn Steilküsten verändern sich ständig, das heißt aber nicht, das einem diese Veränderungen normalerweise auffallen würden.)

Sonntagsblumen (sozusagen)


Heute, am 4. Advent haben wir uns in den Geschenkeeinkauf- Wahnsinn gewagt um vier kleine Geschenke für Freunde zu kaufen und wurden prompt so frustriert, wie man sich das an diesem Tag nur vorstellen kann. Denn es gibt zwar theoretisch jede Menge Sonderangebote, praktisch aber überall viel mehr Menschen als Waren, so daß manche Läden quasi leergekauft waren. Deswegen waren wir zwar Stunden unterwegs, konnten unsere Aufgaben aber nicht erledigen und hoffen nun auf Warennachlieferungen in der nächsten Woche... 
Mit den Sonntagsblumen sieht es ähnlich traurig aus, denn die schlafen nun allesamt seelig und in Ruh unter der Schneedecke, während über ihnen die Langlaufskier hinwegfahren. Das sind noch ein paar Bilder aus der Anfangszeit des Winters, Blumen habe ich zwar auch nicht zu bieten, aber dafür einen Rotkardinal, der obwohl hier heimisch eher selten in der Stadt anzutreffen ist. 



17. Dezember 2010

Flashback Friday

 Damals, als meine Schwester noch kleiner war als ich... ;)


Die Bilder für den heutigen Freitag ergaben sich fast von selbst, denn es ist bereits so kurz vor dem vierten Advent, also Zeit für das Weihnachtsprogramm. 
Jedes Jahr würden meine Schwester und ich ein kleines Programm einstudieren (mitunter mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mutter) und dann kurz vor Weihnachten vor Freunden der Familie aufführen. Das, darin waren wir uns einhellig einig, war immer der peinlichste Moment der ganzen Übung, aber irgendwie dann doch schön. Und so setzten wir uns jedes Jahr zusammen, holten die selbstgeschriebenen, gemalten Weihnachtsprogramme der vergangenen Jahre heraus um nicht immer die gleichen Lieder zu spielen oder zu singen (zumindest versuchten wir einen zwei-Jahres Rhythmus einzuhalten) und stellten eine Auswahl der Stücke vor, die wir während des Jahres in der Musikschule gelernt hatten. Dabei hatte ich immer das Gefühl, daß wir in der Vorweihnachtszeit am Meisten lernten, schlichtweg, weil wir so viel übten. 
Nach dem Programm ging es zum gemütlichen Teil über und nach gutem Essen holte mein Vater meist die Gitarre heraus um sozusagen ein wenig außer Konkurrenz zu spielen...


 
Man beachte die tollen Hausschuhe.

15. Dezember 2010

Wismar - Die Kirchen

 Ausstellung in der Nikolaikirche

 Details

 Fenster und Altarbild in der Heilig-Geist Kirche

Am Sonntag hatte ich mir vorgenommen jeden Tag einen neuen Urlaubs - Artikel zu schreiben, so daß ich am Ende der Woche damit durch bin und wieder in der Jetztzeit ankomme. Nun ist jedoch bereits Mittwoch und ich habe noch gar nichts geschrieben. Ein wenig liegt das daran, weil ich seit genau einer Woche tägliche Kopfschmerzen habe (keine starken Anfälle, die meisten Tage komme ich sogar ohne Medikamente aus, aber eben immer nagend im Hintergrund) und mich höchstens noch auf kurze Artikel im Decoblog konzentrieren kann (für das gute Gefühl wenigstens etwas getan zu haben.)
Deswegen wollte ich heute versuchen nicht mehr ganz so ausschweifend zu schreiben, um diese Artikel wenigstens noch in Würde hinzubekommen, bevor ich zu viel vergesse.
Also, nicht über das Flugwesen, aber über die Kirchen von Wismar geht es in diesem Artikel. Diese sind sehr hoch, sehr alt und allesamt aus roten Ziegelsteinen errichtet, weswegen sie so wie andere Gebäude dieser Zeit, der norddeutschen Backsteingotik (wie kommt es eigentlich, daß der Wikipedia Artikel völlig ohne Wismar überhaupt zu nennen auskommt, dann aber die Wismarer Ausstellung dazu als einzigen externen Link angibt) zugerechnet werden.
Als Kind war ich von diesen Riesenbauten, die die Stadtkulisse beherrschen, eingeschüchtert. Ich hätte sogar schwören können, daß der Marienkirchturm immer dann zusammenzustürzen drohte, wenn ich genau davor stand. Aber dann gewöhnte ich mich daran... die Kirchen standen da, standen auch morgen noch da, standen immer da, wurden renoviert, darin fanden Konzerte statt, Gottesdienste, aber ohne mich, manche waren schön, die meisten kalt... Kirchen eben. Auf diesem Status wären sie wohl für mich für immer verharrt, wenn ich nicht nach Kanada gezogen wäre. Denn nun sah ich mir die Kathedralen, Basilicas usw. dort an und sie waren so winzig. Niedliche kleine Kirchlein, mit bemalten Holzdecken, nur unwesentlich größer als die umliegenden Häuser der „Altstädte“ mit hochtrabenen Namen. Als ich nun zurück nach Wismar kam... und durch einen verpassten Bus eine Stunde in der noch immer bitterkalten – und neben dem Busbahnhof gelegenen - Nikolaikirche verschwenden wollte (Merke, oh Scham, ich kam nicht einmal freiwillig auf die Idee mir eine Kirche anzusehen... ) trat ich in die Kirche und mir entfuhr ein sehr spontanes und nicht sonderlich leises „Oh mein Gott!“ was den mit dicker Jacke und Pudelmütze bekleideten Verkäufer von Postkarten und Münzen am Eingang (draußen schien die Sonne und die Leute trugen leichte Übergangsjacken) sehr erfreute... 

 Nikolaikirche von aussen

 und von innen....

Diese Kirche ist einfach unglaublich hoch, fast schon ein mittelalterlicher Wolkenkratzer und wo andere Kirchen aufhören zu existieren, beginnt dieses Kirchenschiff mit einer zweiten Reihe Fenster hoch hoch oben.
Ich kann gut verstehen, daß die Bürger des Mittelalters, die in ihren kleinen dunklen Häusern extra Steuer für jedes Fenster mehr zur Hauptstraße bezahlen mussten, die Allmacht Gottes in diesem riesigen, hellen Raum kaum in Frage zu stellen gewagt hätten. Und selbst heutzutage ist es schlichtweg beeindruckend, wie Handwerker in einer Zeit als die Ansicht die Erde sei eine Scheibe kein Glaube sondern anerkannte Wissenschaft war, solche Gebäude nicht nur erbauen konnten, sondern diese auch bis heute noch stehen.


Die Nikolaikirche ist insbesondere interessant, da sie wie ein Museum und als besterhaltenste, von allen anderen Kirchen Wismars Ausstellungsstücke beinhaltet, wie z.B. Altar und Taufbecken der Marienkirche, Statuen der Georgenkirche usw. so daß meine eine Stunde auf den Bus warten sehr schnell vorbei ging. 

 Der Marienkirchturm ist das einzige Überbleibsel der 1960 gesprengten Kirche

 Die kürzlich erneut vollendete Georgenkirche

 Heilig-Geist Kirche und Spital, das Polizeirevier in SOKO Wismar

Auf einem weiteren Stadtspaziergang holte ich dann die große Kirchentour nach, sah mir Marienkirchturm und Georgenkirche an und setzte mich in die kleine Heilig-Geist Kirche des ehemaligen Spitals, die außer der bemalten (Holz-)Decke (zur Holzdecke kam es aber erst nach einer Pulverhausexplosion im Jahre 1699) auch ein paar sehr interessante Wandbilder enthält, wobei eines wohl hungernde Gerippe darstellen soll, aber eher nach bettelnden Ausserirdischen aussieht. 


Was genau das zweite Bild darstellt, das wie ein Schachbrett aussieht, weiß ich nicht, aber es schien irgendwie wichtig zu sein, denn es gab viele Postkarten und sogar ein Buch darüber zu kaufen. Leider habe ich in dem Moment nicht darauf geachtet und die Information scheint online nicht zur Verfügung zu stehen. Wenn also jemand von den Wismarern Lust dazu hat, sich einmal vor Ort durchzulesen, was es mit dem Schachbrett auf sich hat, dann wäre ich für jede weitere Information dankbar.... :) 


 Die Deckenmalerei zeigt Szenen aus dem ersten Buch der Bibel

Nun ja, um hier zu einem Abschluß des doch nicht so richtig kurzen Artikels zu kommen, so zeigte sich einmal mehr, daß man mitunter erst weggehen muß, um zu schätzen was man hat(te) ...

Wismar - Ehemalige „Russenkasernen“

12. Dezember 2010

Sonntagsblumen

In dieser Woche zeige ich ihn endlich, den Weihnachtskaktus meiner Eltern. Er hat zwar schon im November geblüht, aber das kommt ja fast hin und ist bestimmt Absicht. Denn er ist ein bißchen eitel der Kleine und hat sich gedacht, daß neben all den Adventsgestecken, Weihnachtssternplagen (ich weiß gar nicht, was ich gegen sie habe, aber mit jedem Jahr mehr, mag ich Weihnachtssterne immer weniger) und Amaryllisblüten seine Schönheit nicht mehr gebührend gewürdigt werden würde. Also, Trommelwirbel ... Tadaa: 





Kurzbesuch in Ahlbeck




Während meiner Zeit auf der Insel Poel machten wir einen Wochenendausflug auf die Insel Usedom um meine Großmutter zu besuchen. 
Meine ersten vagen Erinnerungen von Strand, Sand und Wellenbewegungen stammen von dieser Insel, die die Heimat meiner Eltern war und all die Jahre, die wir in Wismar wohnten, hatte Usedom auch den Titel Ehrenheimat bei mir inne, so verliebt war ich in die breiten Strände, Promenaden, Villen mit Türmchen und Erkern, großen Eisbechern, der Konzertmuschel und all die Geschichten, die mein Großvater mir erzählte, von der Zeit der feinen Berliner Damen während seiner Kindheit, die nur auf Holzstegen über den Sand schritten, bis zu der Zeit als er Bürgermeister in Ahlbeck war und um den Erhalt der Baudenkmäler kämpfen musste.
Als ich noch sehr jung war, stellte ich mir jedes Mal beim Abreisen vor, daß ein Regenbogen von der Insel bis zu meinem Herzen führte, der wie ein Gummiband immer stärker gespannt wurde, je weiter wir reisten und der mich sicher in jeden Ferien zurück auf die Insel katapultieren würde. Erst mit dem Umzug nach Poel änderte sich das, denn die kleine stürmische Insel hat ihre ganz eigene Art sich heimlich ins Herz zu schleichen und seitdem führte mich ungefähr ab drei Vierteln der Strecke ein zweiter, kleinerer Regenbogen sicher zurück nach Fährdorf. 



Seit den 1990er Jahren hat sich Usedom sehr verändert. Die alten Villen wurden saniert, die umgebenden Parks mit viel Beton zugebaut und aus Wohnungen wurden wieder Hotels und Ferienwohnungen. Es ist schön und teuer geworden und ein bißchen auch Opfer des eigenen Erfolges, denn eine Nachsaison gibt es nicht mehr. Zu jeder Jahres- und Tageszeit laufen die Berliner Völkerscharen am Strand auf und ab, selbst im Herbst kann man noch Strandkörbe mieten (gibt es die Herbststürme etwa auch nicht mehr... ?) und Läden haben auch schon mal Schilder an der Tür hängen, die besagen, daß man ohne Kaufabsicht den Laden gar nicht erst betreten sollte (so gesehen an der ehemaligen Bücherei in Heringsdorf.) Aber dann gibt es sie doch noch die magischen Momente, wie ein Morgen im warmen Sonnenschein nach stürmischer Nacht, wo außer allen Hundefreunden, Joggern usw. die Urlauber noch am Frühstückstisch sitzen und man den Strand sich nur mit ein paar Dutzenden Anderer statt vielen teilen muß und alles plötzlich wieder wunderschön ist. 




Da mittlerweile die Grenze zum polnischen Teil der Insel für Autos geöffnet wurde und nicht wie früher nur aus einem Fußgängerübergang bestand, fuhren wir vor unserer Rückfahrt nach Swinemünde/ Świnoujście. Entlang der Polenmärkte mit ihrem altbekannten Sortiment für den geneigten deutschen Käufer, mit Zigarettengroßpackungen, gefälschten Markenartikeln, Käse, CDs und Lammfellprodukten (aber mittlerweile recht hohen Preisen) ging es in die Innenstadt und dann der Laune nach in die umliegenden Viertel. Soweit bin ich in Swinemünde bisher nicht herumgekommen, denn zu Fuß schaffte man es nur auf der geraden Strecke Grenze – Innenstadt und zurück. 


So fuhren wir duch Einfamilienhaus - Gegenden mit Netto - Supermarkt, die sich bis auf die Straßennamen nicht mehr von ihren deutschen Äquivalenten unterschieden, Betonsiedlungen, eine verfallene Straße mit Jugendstilvillen, dem Kurpark und neuerrichteten Hotelburgen entlang der Promenade, die wie auf der anderen Seite der Grenze auf die Urlauber (vor allem) aus der deutschen Hauptstadt warten. Eines der nächsten Projekte wird eine durchgänge Promenade zwischen den deutschen und polnischen Seebädern sein, welche die Orten noch weiter zusammenrücken und hoffentlich auch zusammenarbeiten läßt.




Ansonsten habe ich mich natürlich gefreut, daß es meiner Großmutter trotz aller gesundheitlicher Probleme verhältnismäßig gut geht, habe mich auf Schatzsuche in Haus und Garten begeben und Fotos von all den Dingen gemacht, die außer mir wohl sonst niemanden interessieren (und Bildern) und natürlich auch meine Portion des scharfen, klaren Witzes meiner Großmutter mitbekommen, der jeweils zitierfähig, aber nicht immer diplomatisch ist. (Und, jetzt kann ich es ja zugeben, ich habe das Radio mit Absicht erst am nächsten Morgen repariert... :)

Das obligatorische Mikey-am-Strand Video, Ahlbeck Edition:

11. Dezember 2010

Flashback Friday


Ja, ich weiß, daß es schon Samstag ist, aber in dieser Woche bin ich nicht so richtig zum Schreiben gekommen, weswegen ich heute also einen Freitag vortäuschen muss. Wir haben seit gestern einen kleinen Schreibtisch, der nun im Schlafzimmer steht, denn mein Aufenthalt in der unbeheizten Küche am Küchentisch aka. Ersatzschreibtisch wurde mit den sinkenden Temperaturen immer ungemütlicher. Jetzt habe ich zwar etwas Angst, daß ich Anand am Wochenend-Ausschlafen hindere, aber dafür erfrieren mir nicht mehr die Füße und Hände.
Die Küche hat keine eigene Heizung und durch einen Abzug neben dem Herd einen direkten offenen Ausgang, der sich nur schlecht schließen lässt. Einige Zeit dachten wir, daß die Heizung im Wohnzimmer den kleinen Raum mitbeheizen kann, aber es funktionierte nur andersherum: Die Küche sorgte dafür, daß das Wohnzimmer auch kalt war, insbesondere wenn der Wind die Metallamellen des Abzugs hob. Da es keine Küchentür gibt, haben wir eine dichtgewebte Gardine zwischen Küche und Wohnzimmer angebracht, die ziemlich gut funktioniert, denn der Temperaturunterschied hinter und vor der Gardine ist beträchtlich. Im Wohnzimmer sind es ca. 22°C und in der Küche 16°C und nur wärmer, wenn gekocht wird. Ein bißchen Sorge macht mir der Fakt, daß es noch lange nicht richtig kalt war – das Kälteste war bisher -9°C – aber schaun wir mal... :)
Passend zum Thema ist unsere heutige Rückblende noch ein Schneebild, das insofern Seltensheitwert hat, als daß mein Vater als hauptamtlicher Fotograf der Familie, meist nicht auf den Bildern zu sehen ist. 


Ach ja und ehe ich es vergesse... wir haben schon einen Weihnachtsbaum stehen, der früheste Weihnachtsbaum in unserer Geschichte des Weihnachtsbaumkaufens (aber noch ungeschmückt). Der kleine Bio-Supermarkt 5 min Wegstrecke entfernt, verkauft nämlich nur ein paar Bäume als Spendenaktion für eine Obdachlosenunterkunft und einen der Bäume konnten wir gestern glücklicherweise ergattern (und 30$ ist ein guter Preis). 
Sämtliche anderen Baumverkaufsstellen befinden sich weit außerhalb der Innenstadt und sind zwar billiger aber für autolose Menschen quasi nicht- erreichbar, denn selbst wenn man mit dem Bus hinkommt, kommt man noch lange nicht wieder zurück. 
Zu Hause stellten wir fest, daß der Baum nicht nur so schief abgesägt wurde, daß er geneigt stehen muss um nicht umzufallen, sondern auch, daß er sehr voll und buschig ist und uns wohl noch sehr viel „Freude“ bei der anschließenden Baumentsorgung machen wird, denn der geht durch kein Fenster und das Treppenhaus ist schmal. 


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