15. März 2016

Notizen

In dieser Woche habe ich alles was mit Donald Trump zu tun hat aus meinem Newsfeed geworfen, ich kann es einfach nicht mehr lesen. Jeden Tag hunderte Analysen zu dem Thema, wie die US-Amerikaner plötzlich dem personifizierten Bösen hinterherlaufen, während der Messias Sanders nur darauf wartet, die USA retten zu dürfen. 
Persönlich habe ich ja das Gefühl, daß Hillary eigentlich eine gute, kompetente Präsidentin abgeben würde - nur, daß Kompetenz leider das letzte Kriterium ist, nach der diese Wahl gewonnen wird. 
Ein wenig vergleiche ich jedoch die Wähler von Trump mit den AfD Wählern hier im Lande… es sind jeweils untere Mittel- und Unterschicht, weiß, die von den Politikern schon lange vergessen wurden. 
Es sind die sog. bildungsfernen Schichten, die durch einen Idiotentest fallen, die es einfach nicht besser verstehen… also muss man sich mit ihnen auch nicht auseinander setzen. Wir bewerten lieber - denn wenn wir uns die Mühe machen würden herauszufinden, warum AfD gewählt wird, müssten wir am Ende etwas an unserem Verhalten überdenken: Dann müssten wir völlig verarmten Gemeinden mehr Geld zugestehen; unrentable Krankenhäuser, Schulen, Gerichte im Nirgendwo eben nicht schließen; die hohe Grenzkriminalität nicht immer nur als politisches Tabu einstufen ... usw. Stattdessen überall Artikel in den Zeitungen, mit Meinungen der großen Volksparteien, wir machen so weiter wie bisher. Das hat ja auch so gut funktioniert.

Natürlich spielt die Flüchtlingssituation eine Rolle, da sie die ärmsten Deutschen (nicht wir Deutschen, die wir ohnehin genug haben) in einen unmittelbaren Konkurrenzkampf zu Neuankömmlingen stellt. Wer ist schon begeistert, wenn einem z.B. die eigene Sozialwohnung gekündigt wird, weil die Gemeinde Flüchtlinge unterbringen muss? 
Und ich habe auch das Gefühl, daß die meisten Leute wissen, daß Rattenfänger-Parteien keine Lösung sind. Doch wie groß muss ihre Verzweiflung sein, wenn sie trotzdem eine Partei wählen, die nicht eine ihre Interessen vertritt?

Kommentare:

  1. Worte, die ins Schwarze treffen.
    Aber was kann man tun, damit der Kurs sich ändert?
    Wir sitzen alle in festgefahrenen Strukturen und wissen deshalb wie schwer es ist, das zu ändern.
    Vielleicht tragen die großen Medien auch eine gewisse Mitschuld an der momentanen Situation, denn die Neuankömmlinge waren damals der perfekte Lückenfüller im Sommerloch.
    Nur hat das eine solche Eigendynamik entwickelt, dass man da gar nicht mehr so raus kommt.
    Was also tun?
    Ich denke, es ist Zeit für Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt einzutreten.
    Im Ruhrgebiet wurde multikulturelles Miteinander doch praktisch über Jahrzehnte vorgelebt und vor allem gelebt.
    Warum sollte das nicht im ganzen Land funktionieren?
    Ist nicht jeder Einzelne gefragt seinen Teil nach besten Wissen und Gewissen dazu beizutragen?!

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    1. Ich war noch nie im Ruhrgebiet und kenne dort auch niemanden, insofern habe ich keine Erfahrungen, wie das Zusammenleben dort funktioniert. Aber mein Schwager betreute z.B. in Köln lange Zeit nicht-deutsche Eltern bei Gesprächen mit den Schulen und dort wurden türkische Kinder mit 1-er Durchschnitt grundsätzlich für die Hauptschule vorgeschlagen. Einen offenen Rassismus kann man da möglicherweise einfacher kontern, als dieses versteckte ‚Karrieren verhindern weil‘.

      Was das Problem AfD in dieser Woche noch einmal ganz dringlich hat werden lassen, sind natürlich die Anschläge von Brüssel. In Belgien werden solche Partien seit langem gewählt, die muslimische Jugend wurde vom Rest der Gesellschaft ausgegrenzt (weil böse) und als Folge haben sie sich radikalisiert, weil man ihnen keine andere Wahl ließ (schließlich sind sie nicht böse, also müssen es die Anderen sein) und jetzt stellen sich die Parteien hin mit … wir haben‘s doch so gesagt. Das nennt sich selbsterfüllend und muss eine klare Warnung für Deutschland sein. Wir dürfen nicht ausgrenzen, sondern müssen radikale Miteinbezieher werden, egal ob Pegidaanhänger oder Salafist … wer immer sich in erster Linie auch seinen Nachbarn verpflichtet fühlt, wird weder Flüchtlingsheime anzünden noch sich selbst in die Luft sprengen.

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