8. März 2011

Der (beliebige zweistellige Zahl eintragen) te Schneesturm

 Vorher (siehe oben) und Nachher (unteres Bild)


So sehr ich auch gar keine Lust haben mag, die floridianischen Gefilde in meinem Blog zu verlassen… (ich muß ja bald, denn nach dem Disneytag kommt eh nur noch der Abflug) so schreibe ich doch heute zu einem etwas aktuelleren Thema: Dem Schneesturm von heut’ Nacht. Schneestürme sind wir natürlich in dieser Saison bereits gewöhnt, aber dieser letzte Schneesturm war doch eine Besonderheit.


Am Samstag sah alles schon so schön aus, es regnete in Strömen, das Faschingsumzug - Zugucken ließen wir daher zuerst ausfallen bis uns auffiel, daß wir eh nach draußen mussten um die Stromrechnung zu bezahlen. 


Die Stadt war dann schon voller betrunkener Damen und Herren mit den hier üblichen Plasteperlenketten in Grün, Gold und Lila (den offiziellen Mardi Gras Farben seit 1853) und auf den mit grauen Schneeresten gesäumten Straßen stand das Wasser... Eine erste vorwitzige Ameise krabbelte in unserer Wohnung herum... kurz es sah nach Frühling aus und dann das: Am Sonntag früh wurde aus dem sanften Regen zuerst Eisregen und dann Schneesturm und ab Abend hörte es gar nicht mehr auf zu schneien und zu stürmen. Am Montag Morgen wachten wir im tiefsten Winter auf ... 50 - 75 cm Neuschnee, der fünft-größte Schneesturm in Vermont seit Beginn der Wetteraufzeichnung, die Schneemenge, die sonst für den gesamten Monat März normal ist, fiel in einer Nacht. Die Autobahnen waren gesperrt wegen der vielen im Schnee stecken gebliebenen Autos und Lastwagen, Schneepflüge hatten so mit dem schweren nassen Schnee zu kämpfen, daß die Motoren anfingen zu brennen, Abschleppwagen kamen nicht durch zu den steckengebliebenen Autos, der Busverkehr eingestellt, Unis, Schulen, Behörden blieben geschlossen und die meisten Geschäfte ebenfalls. Die Bürgermeister in Vermont baten alle zu Hause zu bleiben, sofern es sich nicht um einen dringenden Notfall handeln würde, so daß die Räumarbeiten zügig voran gehen konnten.
Anand läßt sich von solchen Kleinigkeiten natürlich nicht schocken und hoffte einfach auf einen ruhigen Tag im Büro. So wollte er dann fröhlich zur Arbeit gehen, aber an der Haustür blieb er wie erstarrt stehen... es gab nämlich nicht mal mehr irgendeine Andeutung von Weg da draußen nur noch beintiefer Schnee wohin man blickte. 


Nach einigen Stunden sahen wir den Hauseigentümer von nebenan mit Schneeschuhen ums Haus watscheln und als die Straße vom Schnee befreit wurde, sah man die ersten Fußgänger sich durch den Sturm quälen. Einige Zeit später verließ ein Mädchen aus der (Party) Erstsemester-WG unter uns das Haus und kämpfte sich zur Straße durch, nach kurzer Zeit kam sie wieder mit einem Kasten Bier in der Hand, wenn das kein dringender Notfall war um 12 Uhr Mittags.


Da auch unsere Einkäufe zur Neige gingen, liefen wir wenig später ebenfalls durch den Tiefschnee bis man die rettende Straße erreichte um dem teuren Biomarkt von fast um die Ecke einen Besuch abzustatten. Danach wollte Anand einen Kaffee trinken und tatsächlich hatten alle Läden in der Fußgängerpassage geschlossen, bis auf Starbucks ... Bald darauf waren wir glücklich wieder zu Hause. Man konnte zwar auf der Straße relativ schneefrei laufen, aber unter dem Schnee lag pures Eis. Anand hofft nun sehr, daß bis morgen früh alles halbwegs geräumt ist, denn er wollte eigentlich nach Boston fahren. 




Ich zerbreche mir derweil den Kopf über Eiscremefarben und Pferde. Ich nehme nämlich an einem Bastelaustausch statt und muß etwas für ein Mädchen basteln, nähen, malen oder wie auch immer, die eben eine Vorliebe für Pastellfarben und Pferde hat, während ich Angst habe nie mädchenhaft genug gewesen zu sein um mir jetzt rosane Einhörner oder hellblaue Ponies toll vorstellen zu können. Meine Ideen würden eher in die Richtung gehen: Man schneide eine Pferdesilhouette aus einer verrosteten Dose aus, schleif die Kanten ab, Klarlack drauf, zwei Löcher für Lederriemen und mit ein paar Perlen und Federn verzieren, fertig wäre eine Kette oder Wandschmuck. Leider sehr unpastellig. Nun ja, da meine Bastelqualitäten derzeit etwas eingeschränkt sind, werde ich wohl doch malen und meine inneres Girlygirl entdecken müssen ... :)

Aus den Lokalnachrichten:




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