4. März 2011

Flashback Friday


Es ist schon wieder Freitag und damit gibt es heute hier auch das nächste Bild zum Wochenende zu sehen. Diesmal natürlich zum Thema Fasching. Das ist ein Bild aus der großen Gruppe des Kindergartens ca. 1986. 
Von allen Faschingskostümen, die ich im Laufe der Jahre getragen habe, bleibt mir dieses handgenähte gelbe Satinkleid mit Prinzessinenkrone in liebster Erinnerung und ich habe es solange jedes Jahr wieder getragen, bis ich buchstäblich zu groß dafür wurde.
Am Wochenende ist Karneval in Burlington, der sich hier nach dem New Orleans’er Vorbild: Mardi Gras (fetter Dienstag) nennt. Wir werden uns die Parade auf der Main Street ansehen und hoffen, daß das Wetter einigermaßen mitspielt, denn es wurde einmal mehr ein Schneesturm angekündigt.
Ansonsten war ich in dieser Woche damit beschäftigt trotz Gipshand mit dem Alltag klarzukommen, Anand war mir dabei eine große Hilfe, aber nächste Woche wird er in Boston sein, die Woche darauf in Dallas, bis dahin muß ich alleine zurechtkommen können. Überhaupt ist er derzeit nur am Arbeiten, da will ich ihn nicht noch zusätzlich belasten. Die nächste Veröffentlichung muß geschrieben werden, die übernächste korrigiert, sein Chef ruft zu jeder Tages- und Nachtzeit an, weil ihm noch etwas eingefallen ist, Samstag ist ein normaler Arbeitstag, Sonntag meistens auch. Anand kommt gegen 8 nach Hause, wir machen Abendbrot zusammen, dann gehe ich bald ins Bett und er arbeitet bis eins, halb zwei Uhr nachts weiter und um halb sieben klingelt der Wecker für den nächsten Tag. Es stimmt schon wenn sie sagen, daß man in den USA als Arbeitnehmer wie eine Zitrone behandelt wird: Man wird ausgedrückt bis zum letzten Tropfen und dann weggeworfen und ersetzt.
Wenn ich sehe, daß die Professoren teilweise ihre Büros fast gar nicht mehr verlassen, da zu dem Veröffentlichungsrennen auch noch Lehrverpflichtungen und Budgetkämpfe mit den verschiedenen Fundorganisationen hinzukommen, man neun Tage Urlaub im Jahr hat, aber erwartet wird, daß man max. die Hälfte davon nimmt, dann sehe ich unsere Zukunft langfristig sicher nicht an einer amerikanischen Universität. Ich denke, daß in anderen Ländern der Arbeitsrythmus vielleicht etwas langweiliger aber auch geruhsamer verläuft und man letztlich qualitativ bessere Arbeit leistet. Denn Anand regt sich immer mehr darüber auf, daß er die Arbeit nicht mehr selbst verstehen darf, er muß eine Formel verwenden, die jemand anderes entwickelt hat, ohne zu wissen ob diese richtig ist, damit etwas ausrechnen, veröffentlichen, fertig... nächste ... Offensichtlich kollidiert das in vielen Punkten mit seinem ganzheitlichen Anspruch nach denen jeder andere, die gesamte Formel und nicht nur einen Bruchteil in einem Artikel verstehen und nachvollziehen kann - so wie Artikel bis Ende der 1970er Jahre noch geschrieben wurden.
Nun denn, der Sturm heult ums Haus herum, meine Verabredung zum Mittagessen mit Anand wurde abgesagt, weil er etwas mit seinem Chef besprechen muß... Auf in die Küche, ich habe die Auswahl zwischen Rührei oder Müsli.


So sieht übrigens der Winter in unserer Wohnung aus:  Was hier glitzert ist Salz, es zerfrisst Holzböden, Katzenpfoten und Schnürsenkel. 
Und die Menge auf dem Foto stammt nicht von wochenlangem nicht Reinigen des wasserdichten Schuhständers, sondern ist das Ergebnis von genau einer Woche.

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