21. April 2011

Bei Gewitter bleib zu Haus

Gestern begann der Morgen mit Gewittern & Schneeschauern und ähnlich stürmisch wurde dann der ganze Tag. Es wurde nicht richtig hell und aufgrund der umliegenden Berge verschwindet so ein Gewitter auch nicht so einfach, sondern kommt im Tagesverlauf immer noch einmal auf Stippvisite. Ich hatte meinen letzten Termin in der orthopädischen Klinik und so schnappte ich mir meine langen schwarzen Gummistiefel, der sinnvollste und am häufigsten genutze Einkauf, den ich in Vermont (Anand sagt mittlerweile nur noch Wetmont) je getätigt habe und es ging los ins Schmuddelwetter. Der erste Bus brachte mich bis zur University Mall, wo sonst immer der nächste Bus auf den ewig verspäteten Innenstadt Bus wartet. Natürlich nicht an diesem Tag. Fünf Minuten zu spät, bedeutete nun 30 Minuten warten und damit auch meinen Termin um halb drei zu verpassen. Natürlich hatte ich mir auch die Telefonnummer der Klinik nicht aufgeschrieben. Also beschloß ich die Strecke im Wechsel zwischen Joggen und schnellem Gehen zurückzulegen, was am Ende meine Verspätung auf 15 Minuten anstelle von 45 reduzierte.
Joggen in Gummistiefeln bei Gegenwind mit Rucksack auf dem Rücken wird es dabei wahrscheinlich nie zu meiner Lieblingssportart machen, aber es sorgt immerhin für eine äußerst lebendige Gesichtsfarbe. Mein Termin war jedoch bereits verstrichen, der nächste Patient wartete schon und so dauerte es noch eine Stunde Wartezeit, bis man mich „dazwischen schieben“ konnte. Ich musste keine weiteren Röntgenaufnahmen machen lassen, aber die Ärztin war sehr unzufrieden mit dem Heilungsverlauf. Die Schwellung war nur minimal zurückgegangen und viele der Dehnungen, die mittlerweile schmerzfrei möglich sein sollten, konnte sie dem Daumen gar nicht abringen. Deswegen kehre ich zurück zur Schiene, die ich bei sämtlichen Aktivitäten im nächsten Monat tragen soll und wenn es in zwei Monaten immer noch nicht besser ist, muss ich einen weiteren Termin vereinbaren. Und ich dachte diese Geschichte hätte sich endlich erledigt.
Nach dem Verlassen der Klinik bemerkte ich, daß die Bein-Muskeln so steif von meinem vorherigen Gewaltmarsch waren, daß ich nicht einmal die kleine Anhöhe zur Straße hinaufkam. Also besuchte ich - zum wahrscheinlich (hoffentlich) letzten Mal - die Hausruine und schaute hinaus in graues Wetter und graue Berge. Nach einigen Dehnübungen ging es die Hauptstraße hinunter weiter bis zum Supermarkt. Nach den erfolgreichen Einkäufen dann das gleiche Spiel mit dem verpassten Bus, diesmal sah ich den Bus sogar noch abfahren. Nun war es mir nicht möglich irgendwohin zu laufen und so stand ich mit den Einkäufen auf dem Rasen neben der Straße, denn sonst wäre ich mit jedem vorbeifahrenden Auto noch nässer geworden bis die Zeit endlich herum war und der nächste Bus mich mitnahm. Halb sieben kam ich zu Hause an, nur unwesentlich vor Anand, der sich schon Sorgen gemacht hatte, weil ich mich bei zwei vorherigen Anrufen nicht gemeldet hatte. Er teilte mir dann die unliebsame Neuigkeit mit, daß Karfreitag und Ostermontag völlig normale Arbeitstage seien und das Osterwochenende damit für ihn kein verlängertes. Das war genau die Nachricht, die dem Tag einen würdigen Abschluß verlieh, so daß ich auf ein spontanes: Ich hab mir heut' ein Bier verdient, verfiel. Der Wunsch wurde gewährt. 


Normalerweise dachte ich immer, daß Biere mit zuviel Etikettenschmuck nichts taugen können. Aber dieses Bier von der Long Trail Brauerei schmeckt trotz der absolut niedlichen Schwarzbären auf dem Label.

Heute nun schneit es, zwar nicht sehr viel, dafür das aber schon den ganzen Tag. Da möchte ich lieber nicht daran erinnert werden, daß wir letztes Jahr zu Ostern (+)30°C in Ottawa hatten.

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