10. November 2011

Richtig, genau und so?


Die gesamte letzte Woche war ich so beschäftigt, daß ich seit Beginn dieser Woche einfach gar nichts machen möchte... ein bißchen Zeitung lesen, ein wenig Nähen, die notwendigen Hausarbeiten, Lebensmittel einkaufen und lange Spaziergänge... daraus bestand bisher das Wochenprogramm... oh, und gestern waren wir beim deutschen Stammtisch auf ein Weihenstephan und ne Brezel... :) 


Als ich letzten Donnerstag dachte endlich Licht am Horizont der noch zu erledigenden Dinge zu sehen, fiel mir ein, daß ich das Making Of Diwali - Video machen musste... was bedeutete 33 Acht Minuten Clips zu einem ca. viertelstündigen Video zusammenzufügen... 5 Stunden später starrte ich immer noch auf den Computer-Bildschirm um das Leben im Allgemeinen und den Windows Movie Maker im Besonderen zu beschimpfen, der sich ob der Datenfülle meinen Schnittbefehlen nicht unterwerfen wollte und stattdessen lieber in regelmäßigen Abständen abstürzte... Hurra. 


Nachts holte A. dann Ania vom Flughafen ab und am Freitag hatte ich demnach nur wenig Zeit um am Endergebnis zu feilen. Häufig überschnitten sich die Sekunden und wurden Songteile wiederholt, die Lautstärken kann man mit meinem Basic-Programm auch nicht regulieren... kurzum ich war mit dem Produkt nicht allzu zufrieden. Es war jedoch nur mein deutscher Perfektionismus, der mich überhaupt zu solchen Maßnahmen anspornte, denn ich wußte, daß sich eh keiner für das Video interessieren würde. Es wird nämlich immer am Ende der Show gezeigt, wenn die Leute allesamt zur Essensausgabe stürzen.  


Anias Besuch wurde von der Diwali Show überschattet, da A. regelmäßig zu den Proben für sein Tagore Stück entschwand, während wir jeden Schuh-Laden der Stadt besuchten. (Jemand hatte ihr verraten, daß Vermont keine Steuern auf Schuhe und Socken erhebt und deshalb kaufte sie, genau, Socken und sehr tolle Lederstiefel :) 


Der Tag der eigentlichen Diwali Feier war dann hektisch wie immer... A. gab mir eine Aufgabe nach der nächsten, die regelmäßig von Anias - und was soll ich dann machen? Ich kenne hier doch keinen? - hinterfragt wurden... so daß mir bald auffiel, daß ich entweder Ania oder die Leute der indischen Studentenvereinigung enttäuschen konnte. Spontan entschloß ich, daß meine Gäste Vorrang haben und blieb bei Ania.
Meinen Sari an diesem Abend als fürchterlich zu bezeichnen ist wahrscheinlich untertrieben, ich habe jedenfalls die meisten Bilder des Abends zensiert, denn so eine fette Plumpskuh erkenne ich dann doch (noch) nicht, wenn ich in den Spiegel schaue. Es gab drei Probleme... zum Einen waren die Wochen der Krankheit ausreichend um mich kreidebleich werden zu lassen, dazu musste ich meine Asthma Spray Dosen erhöhen... und Cortison bindet Wasser im Körper, so daß ich nicht nur meinen üblichen Cortison Bauch bekam, sondern außerdem Doppelkinn und prall gefüllte Wangen. Das hat sich mit der Reduzierung der Dosis schon wieder verbessert, aber eine Weile sah ich wie Buddha persönlich aus. 
Dazu hatte meine Freundin, die mir in den Sari helfen wollte keine Zeit, so daß ich nur von einer der Tänzerinnen mal eben schnell „verbunden“ wurde. "Mal eben schnell" funktioniert bei einem Chiffon-Sari... bei Seide zaubern sich falsch wölbende Raffungen jedoch Elefantenhintern und Megahüften, selbstverständlich kehrte ich so schnell es möglich war, wieder in meine Alltagskleidung zurück. Schade, man hat doch so selten die Möglichkeit sich indisch zu „verkleiden“.

                                                                                                               Zensiert...

Davor wurde ich jedoch noch vom Fernsehfritzen „eingefangen“ der mit mir unbedingt ein Interview machen wollte. Ich erklärte ihm zwar, daß ich weder indisch, noch in die Vorbereitung der Feier involviert war, aber das war ihm egal und mühsam rezitierte ich den Ablauf der Diwali Festtage in Indien (weil ich da ja so ein Experte bin). Dabei benutze ich wahrscheinlich mind. 20 Mal das Wort „nice“ pro Minute. Das Video des Abends ist bereits im Lokalfernsehen erhältlich: Link. Ich habe mich bisher nicht getraut, mir mein Elend und den Rest der Show anzusehen. 
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Die Feier begann mit A.s Theaterstück, was leider nicht gut beim Publikum ankam. Es half nicht viel, daß ich A. von Anfang an gesagt hatte, daß dieses Stück zu abstrakt für die Bühne ist... Leider sahen es alle anderen Leute genauso. Es geht darin um Zivilisationskritik, daß man Dämme einreißen, Maschinen zerstören muß um frei zu sein, selbst wenn man dabei selbst stirbt, ein Lieblingsthema von A.
Es half dem Stück nicht, daß es nur aus sich unterhaltenden Leuten bestand und sämtliche Handlungen jeweils nur behauptet wurden. Sie sagt, es herrscht Ungerechtigkeit, er sagt, Person ist tot usw. man kann es sich schlichtweg nicht vorstellen. Es war natürlich trotzdem traurig, denn alle Schauspieler hatten so hart daran gearbeitet um ihre Dialoge zu lernen und A. hatte wochenlang an dem Skript geschrieben.
Danach begann das normale, gefeierte Tanzprogramm der Gruppen und Einzeltänzer, bis der Abend mit Essen und Disco endete. In diesem Jahr kannte ich tatsächlich fast die Hälfte der 300 Gäste und kam mir nicht mehr ganz so fremd vor... :) 
Am Sonntag dann marschierten wir entlang des Uferweges zu den Winooski Wasserfällen und letztlich ging es für Ania zurück nach Ottawa. 

 Bieber an der Arbeit

Mit meinem Blog musste ich auch ein paar Probleme aus dem Weg räumen, denn als ich damals den Teodeco Blog erstellte, machte ich das unklugerweise auf dem gleichen Google Konto. Ein Konto hat aber nur 1 GB an Bildspeicher zur Verfügung und der war nun dank meiner zwei bilderreichen Blogs voll. 
Ich dachte lange Zeit über andere Optionen von Photobucket, Flickr bis Imagehack nach... sogar, ob man nur Tumblr oder Facebook nutzen kann... letztlich entschied ich mich aber zusätzlichen Speicher auf Picasa zu kaufen und damit bei Google zu verbleiben. Das garantiert mir nun 20GB mehr für $5 pro Jahr. Das sollte für die nächsten Jahre reichen. Ich hätte eine kostenlose Möglichkeit vorgezogen, aber alles andere wird komplizierter und ich traue auch nicht jedem Anbieter, daß er den Test der Zeit übersteht. (Siehe nur meine online gespeicherten Jaycut videos, die irgendwann einfach gelöscht wurden...)

Das berüchtigte Making Of Video zum Thema: Bollywood, durch die Jahre. (HD: Link.)

Programmliste:
1) Tagore Stück - Muktadhara,
aufgrund Tagores 150. Geburtstagsjahres. (1922).
2) Gruppentanz‘1950- 60 Medley’.
3) Gesang ‘Hai apna dil to awara’(1958).
4) Paartanz ‘Shammi Kapoor Mix’(1960s). 

Shammi Kapoor starb in diesem Jahr. Er war berühmt für seinen „Yahooo“ Song. Die Namensgebung selbigen Internetsuchdienstes, wird auf ihn zurückgeführt.
5) Dandiya Tanz ‘Sabse bada tero naam’(1979).
6) ‘Disco Medley’ (1970-80s).
7) Gruppentanz ‘Madhuri Mix’(1990s). 

(Mein persönlicher Favorit… die Gruppe trainiert das gesamte Jahr über und ist perfekt synchronisiert…)
8) Trio ‘Item Number Mix’ (2000s). 

Eine Item Nummer, ist ein Song, der keine Bedeutung für einen Film hat und nur zur Unterhaltung dient. Die darin tanzende Frau kommt ebenfalls in den meisten Fällen im Rest des Filmes nicht vor. 


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