11. Juni 2011

Doris und das Geld

Nachdem Doris (die 94jährige Nachbarin und Sicherheitsbeauftragte des Hinterhofs) und ich in den letzten Wochen relativ gut miteinander ausgekommen sind, hat sich seit gestern das Verhältnis wiederum deutlich verschlechtert. Zuerst hat sie mich zum Unkraut jäten beim Nachbarhaus geschickt, da sie ihre Aussicht aus dem Fenster gestört sah, dann sollte ich Weinranken von den Gaszählern entfernen und dann wollte sie mich dafür bezahlen (ein Dollar).
Ich wusste natürlich, daß Anand das mit jedem Recht hassen würde, zum Einen degradiert es etwas das wir für sie machen, da wir sie eigentlich mögen, zu einer bezahlten Dienstleistung, zum Anderen wird sie jedem im Haus erzählen, daß ich Geld von ihr nehme und außerdem stehe ich damit in ihrer Schuld.
Aber was für ein Drama war das, dreimal legte ich ihr Flehen überhörend das Geld wieder unter die Fernbedienung, ich sah mit ihr sogar ihren geliebten Wetterbericht an und wir beteten zusammen, obwohl ich nicht religiös bin und sie sowieso an ein baldiges Ende der Welt glaubt, aber als ich dann gehen wollte und sie fing an zu weinen, da konnte ich auch nicht mehr. Natürlich hörte sie sofort mit dem Weinen auf, sobald ich das Geld annahm, manchmal muß man diese schlaue Hexe doch fast widerwillig bewundern und sie instruierte mich, allen Andern zu sagen, daß ich nur zu ihrer Wohnung gekommen wäre, da wir ein freundliches Gespräch geführt hätten.
Also kam ich nach Hause, beichtete Anand das Problem, erlebte das nächste Drama und nun will er zu Doris gehen und versuchen den Dollar zurückzubringen. Ich bin gespannt wie erfolgreich das sein wird...

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