21. Mai 2011

Flashback Friday +1

Im Zuge dessen, daß heute laut Bibelberechnung Jesus auf die Erde kommen wird um seine Anhänger in den Himmel zu führen und dann die Erde in fünf Monaten vernichtet sein wird, sollte es nicht weiter stören, daß mein Flashback Friday Artikel mit einem Tag Verspätung erscheint ;).
Zu weit weltlicheren Dingen gehören derzeit in Burlington die Abschlußfeierlichkeiten von High Schools, Colleges und Universität: Graduation Day. Die Schulen hatten ihre festlichen Tage bereits an den letzten Wochenenden. Man sah die schwarzgewandeten und behüteten jungen Damen und Herren vor dem Memorial Auditorium mit ihren stolzen Eltern und später am Abend in Schulbus-Ladungen und Partydress jedoch ohne Eltern, die Innenstadt erobernd. Die meisten Studenten mussten ein bißchen länger warten, denn vielerorts begannen die Examen erst nach Semesterende, doch nun haben es auch die letzten geschafft. An diesem Wochenende finden einige der größten Abschlußveranstaltungen statt und auch eine recht kleine, mit sämtlichen Masters und Doktoranden, die ihren Abschluß gemacht haben und noch vor Ort sind. Die Stadt vibriert förmlich in Aufbruchstimmung. Die meisten Eltern sind nach Burlington gekommen um beim Umzug zu helfen (der Großteil der Studenten wird nach dem Bachelorexamen nicht in Burlington weiterstudieren) ihre Kinder in die Restaurants zu führen (sogar am späten Mittwoch Abend gab es vielerlei keine freien Plätze mehr) und um zur Abschlußfeier anwesend zu sein. Alle Studenten in den Wohnheimen müssen für den Sommer ebenfalls ausziehen und für ihre Sachen eventuell einen Lagerraum anmieten, denn die Wohnheime werden in der Semesterpause geschlossen. Anands Chef macht für drei Wochen Urlaub in Australien und konnte es gar nicht erwarten aus der Stadt herauszukommen. Insgesamt wird es von nun an sehr ruhig werden, bis im Hochsommer die Touristen die Straßen beherrschen und ab September sind dann alle Studenten wieder da...

Wenn ich an meine eigene Schulabschluß-Veranstaltung denke, fällt mir immer nur ein, wie kalt es war. Diese fand in der Ruine der damals noch fensterlosen Georgenkirche statt und alle Menschen in Festbekleidung beneideten den Englischlehrer, der einen Wintermantel trug. Ich erinnere mich, wie unter großen Gesten eine Kerze angezündet wurde, deren Licht so hell wie unsere Zukunft scheinen sollte und wie der Wind diese sofort ausblies... 


Weitaus weniger festlich war dagegen unser „letzter Schultag“ eine Tradition, die es offenbar genauso wie Schultüten zum Schulanfang bisher nicht in andere Länder geschafft hat. Ich erinnere mich immer noch sehr gerne an diesen Tag, an dem wir mit viel Trockeneis im Schuleingang ‚experimentieren’ durften, gemäßigt die Lehrer ärgerten (man hatte die meisten später noch in den Abiturprüfungen, da musste man sich zurückhalten :) sich am Tage mit den anderen Gymnasien der Stadt auf dem Marktplatz zusammenfand und wir das Rathaus tourten, inklusive Sektempfang und Fotos vom Ratshausbalkon. 
Wie immer befindet sich in meinen lückenhaften Bilderordnern nur ein Bild davon... stellvertretend für viele andere: meine Freundin Manu und ich im Treppenhaus der Schule ... :)
Rock und Sportjacke stammten von meiner Mutter, während meine Schuhe eigentlich hellbraun waren, aber eigens für den Tag „geweißt“ wurden.

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